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Skalen zur Erfassung des schulischen Selbstkonzepts (SESSKO)

von Claudia Schöne, Oliver Dickhäuser, Birgit Spinath & Joachim Stiensmeier-Pelster (2012)

 

Einsatzbereich

  • 3.-10. Klasse
  • Einzel- und Gruppentest
  • Einsatz Heil- und Sonderpädagogik

Qualitätskriterien

Theoretische Fundierung Objektivität Reliabilität Validität
Bewertung Gefüllter Kreis Gefüllter Kreis Gefüllter Kreis Gefüllter Kreis
Erläuterung Theoretische Begründung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchführung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabhängig. Die Ergebnisse sind zuverlässig. Belege zur Validität liegen vor.

Inhalt

Die «Skalen zur Erfassung des schulischen Selbstkonzepts» (SESSKO) dienen der differenzierten Erfassung des allgemeinen schulischen Selbstkonzepts von Schüler:innen der 3. bis 10. Klasse. Die SESSKO können eingesetzt werden, wenn die Vermutung besteht, dass zu niedrige oder zu hohe Einschätzungen der eigenen Fähigkeiten zu allgemeinen Leistungsproblemen im Schulkontext beitragen. Die SESSKO umfassen vier Skalen zum schulischen Selbstkonzept. Dabei bewerten die Schüler:innen ihre Fähigkeiten im Vergleich zu Mitschüler:innen («sozial»), zu den schulischen Anforderungen («kriterial»), zu ihren eigenen früheren Fähigkeiten («individuell») oder unabhängig von einer bestimmten Bezugsnorm («absolut»).

Der Fragebogen besteht aus insgesamt 22 Items, welche auf einer fünfstufigen Antwortskala beantwortet werden. Die SESSKO werden als Paper-Pencil-Verfahren durchgeführt. Die Bearbeitungsdauer beträgt ungefähr 10-15 min in der Primarstufe und 7-15 min in der Sekundarstufe. Die Auswertung dauert etwa 5-7 min. Je nach Fragestellung können einzelne Skalen des Fragebogens separat erfasst werden.

Theoretische Fundierung

Theorien zum Selbstkonzept integrieren oftmals kognitive wie auch affektive Komponenten des Selbstkonzepts (Arens et al., 2011), dementsprechend wird zwischen Selbstbeschreibung von Selbstbewertung unterschieden. In den SESSKO wird das schulische Fähigkeitsselbstkonzept ohne emotionale Bewertungen erfasst. Das Fähigkeitsselbstkonzept beschreibt die Gesamtheit der kognitiven Repräsentationen eigener Fähigkeiten in akademischen Leistungssituationen (Meyer, 1984; Pekrun, 1983). Bei der Fragebogenkonstruktion wurden Items formuliert, welche sich auf kognitive Elemente fokussieren und keine wertenden Aspekte über die eigene Fähigkeit beinhalten.

In den kognitiven Repräsentationen können Vergleichsprozesse in Relation zu verschiedenen Bezugsnormen stattfinden (Schöne et al., 2003): die soziale Bezugsnorm (eigene Fähigkeiten werden mit Fähigkeiten anderer verglichen), die individuelle Bezugsnorm (eigene Fähigkeit wird mit einem früheren Zeitpunkt verglichen) und die kriteriale Bezugsnorm (Leistung wird anhand von Kriterien z.B. Lernzielen verglichen). Zudem können Aussagen zur Höhe der eigenen Fähigkeit auch unabhängig einer bestimmten Bezugsnorm getroffen werden (absolut). Das Fähigkeitsselbstkonzept kann die Leistungen und entsprechend auch schulische Leistungen positiv wie auch negativ beeinflussen.

Objektivität

Die Durchführungsobjektivität ist durch eine genaue Durchführungsanleitung sowie wörtlichen Instruktionen gewährleistet. Zur Auswertung liegen eine Auswertungsschablone und exakte Auswertungshinweise vor. Die erreichten Werte können mit Hilfe der Normtabellen eindeutig zugeordnet und interpretiert werden.

Insgesamt trägt die präzise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität bei.

Reliabilität

Die SESSKO weisen für die vier Skalen sehr gute interne Konsistenzen (Cronbachs α) auf: Für die Primarstufe von α = .80 bis .86 sowie für die Sekundarstufe von α = .82 bis .89. Die Split-half-Reliabilitätskennwerte nach Spearman-Brown liegen zwischen rtt = .84 und .87 (Primarstufe) sowie zwischen rtt = .84 und .88 (Sekundarstufe).

Die Test-Retest-Reliabilitäten (Zeitspanne: 6 Monate) wurden bei zwei Teilstichproben berechnet und liegen zwischen rtt = .59 bis rtt = .68. Dabei ist zu beachten, dass bei einer Teilstichprobe innerhalb des entsprechenden Zeitraumes ein Schuljahreswechsel mit Zeugnisvergabe stattfand.

Die Reliabilitätswerte des SESSKO zur internen Konsistenz und Split-Half-Reliabilität sind durchgängig als hoch einzuschätzen. Die Retest-Reliabilitätskennwerte sind als ausreichend einzuordnen.

Validität

Die Drei-Faktorenstruktur der drei Skalen «sozial», «individuell» und «kriterial» sowie die einfaktorielle Struktur der Skala «absolut» konnten anhand Faktorenanalysen bestätigt werden. Die zur Prüfung der konvergenten Validität untersuchten Instrumente zur Erfassung des Fähigkeitsselbstkonzepts korrelieren erwartungsgemäss positiv. Für die schulische Selbstwirksamkeit fielen die Werte etwas tiefer als erwartet raus. Aufgrund theoretischer Überlegungen wird erwartet, dass der Selbstwert moderat positiv mit dem Fähigkeitsselbstkonzept zusammenhängt, gleichzeitig aber die Zusammenhänge zu gering ausfallen, um es als Gesamtkonstrukt zu betrachten. Die mittelhohen positiven Korrelationen entsprechen den erwarteten Zusammenhängen. Überprüfungen zu Prüfungsängstlichkeit und Lernzielorientierung bestätigen die diskriminante Validität. Zudem zeigte sich hinsichtlich der Kriteriumsvalidität, dass ein höheres Fähigkeitsselbstkonzept mit besseren Schulnoten einhergeht. Die Analysen zur Reliabilität und Validität beziehen sich auf Analysestichproben von 2001 sowie von 2012.

Insgesamt können die SESSKO aufgrund der vorliegenden Befunde als valides Instrument eingestuft werden.

Normierung

Die Erhebung der Daten der Normierungsstichprobe (N =  3’348) fand 2012 statt. Neben Grundschulen waren Gymnasien, Gesamtschulen, Realschulen, Hauptschulen und Sekundarschulen aus sieben Bundesländern vertreten. Die Stichprobe repräsentiert die tatsächliche Verteilung auf verschieden Schulformen, Klassenstufen sowie ländlichen und städtischen Gebieten sehr gut. Für jede Schulstufe enthalten die Normtabellen jeweils Prozentrang, T-Wert und T-Wert Band.

Literatur

  • Arens, A. K., Yeung, A. S., Craven, R. G., & Hasselhorn, M. (2011). The twofold multidimensionality of academic self-concept: Domain specificity and separation between competence and affect components. Journal of Educational Psychology, 103(4), 970-981.
  • Meyer, W.-U. (1984). Das Konzept von der eigenen Begabung. Hans Huber.
  • Pekrun, R. (1983). Schulische Persönlichkeitsentwicklung. Frankfurt: Lang Verlag.
  • Schöne, C., Dickhäuser, O., Spinath, B., & Stiensmeier-Pelster, J. (2003). Das Fähigkeitsselbstkonzept und seine Erfassung. In J. Stiensmeier-Pelster & F. Rheinberg (Hrsg.), Diagnostik von Motivation und Selbstkonzept (Tests und Trends, Jahrbuch der pädagogisch-psychologischen Diagnostik N.F.), (Bd. 2, S. 3-14). Hogrefe.
  • Schöne, C., Dickhäuser, O., Spinath, B., & Stiensmeier-Pelster, J. (2012). SESSKO. Skalen zur Erfassung des schulischen Selbstkonzepts (2. Aufl.). Hogrefe.

Verfügbarkeit an der HfH


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Überprüft: 10/2026

 

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