Herausforderungen in der Praxis
Ziele statt Inhalte
Von der Befähigung aus denken
Hauptaussagen
Befähigung als Bildungsziel
- In der Praxis gibt es wenig Fälle, in denen Lehrpersonen wirklich an der Befähigung arbeiten – Vermittlung von Inhalten steht im Vordergrund
- Unverständnis, weshalb ein Kind andere Prioritäten haben kann, z.B. beim Thema Taschenrechner früher lernen zu nutzen
- Diese Priorisierung ist für viele Lehrpersonen äusserst schwierig – ‚Ich kann doch nicht für jedes Kind ein eigenes Programm machen‘
- Fairness gegenüber anderen Kindern in der Klasse oft schwierig zu verstehen. Wie aufgreifen?
Hilfe für die Priorisierung der Ziele
Hauptaussagen
Wohin möchte ich das Kind bringen
- Basierend auf einem soliden Verständnis des Kindes und einer starken Beziehung kann man sich eine Vision des Kindes in der Zukunft bilden (‚Was denke ich soll das Kind am Ende des Schuljahres können?‘).
- Lehrpersonen tendieren dazu, die Lernziele auf die Hauptfächer abstützen. Die überfachlichen Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Sozialverhalten usw. sind aber genauso wichtig.
- Manche Lehrpersonen haben Schwierigkeiten mit Lernzielen, die sich nicht direkt am Schulstoff orientieren.
- Der Lehrplan 21 kann dabei helfen, dies zu erklären.
Impuls
Wohin möchte ich das Individuum bringen: Befähigungsbereiche geben Orientierung
Befähigung zur Lebensführung umschreibt das oberste Bildungsziel. Die Befähigungsbereiche operationalisieren das oberste Bildungsziel und geben Lehrpersonen die nötige Orientierung um Förderung zu planen. (Siehe Hollenweger & Bühler 2021: Befähigung und Förderung und Hollenweger & Bühler 2019, S. 13, für eine genauere Beschreibung der Befähigungsbereiche und ihrer Aspekte S. 27-29)
Abb: Befähigungsbereiche (Hollenweger & Bühler 2019, S. 13)