Grundlagen
Bildungsstrategie 2025+
In der Bildungsstrategie 2025+ hat das Fürstentum Liechtenstein im Dialog mit zahlreichen Anspruchsgruppen festgelegt, welche strategische Richtung das Bildungssystem einschlagen soll. Leitsatz dafür ist:
Bildung für alle
Das strategische Ziel «Bildung für alle» fokussiert das Recht auf Bildung für alle und damit auf eine inklusive Schule.

Folgende Handlungsfelder sind im strategischen Ziel «Bildung für alle» formuliert:
- Sensibilisieren der Gesellschaft und des Bildungspersonals für das Recht auf inklusive Bildung
- Ermöglichen von lebenslangem Lernen für alle durch Sicherung des Zugangs zu Bildung, insbesondere für Menschen mit besonderem Bildungs- und Förderbedarf sowie mit Migrationshintergrund
- Abbauen von Zugangshürden durch Beratung und Unterstützung in inhaltlicher und
finanzieller Hinsicht - Koordinierter Ausbau von optimalen Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Bereich Bildung, Gesellschaft und Wirtschaft, wozu im schulischen Kontext beispielsweise der Ausbau der Blockzeiten oder die Konsolidierung der diversen Schul- und Betreuungssysteme gehören.
- Fördern generationenübergreifenden Lernens in Schulen und Ausbildungsbetrieben sowie in Weiterbildungsangeboten
- Stärken der Elternbildung, -kommunikation und -mitwirkung
Die inklusive Schule ist eine «tragfähige Schule»
«Bildung für alle» bedeutet somit ein Recht auf inklusive Bildung, das Zugangshürden für marginalisierte und diskriminierte Gruppen abbaut, sich institutioneller Diskriminierung stellt und die Schule als lernende Institution im Austausch und der Auseinandersetzung mit Eltern und anderen Interessengruppen versteht.
Paradigmatisch bedeutet dies, dass die Schule sich allen Schüler:innen annimmt. Es gibt keine (un-)tragbaren Schüler:innen, es gibt nur (un-)tragfähige Schulen. Eine tragfähige Schule zeichnet sich dadurch aus, dass sie zuallererst Zugangsbarrieren abbaut und sich für alle Schüler:innen verantwortlich fühlt: «Keine:r fliegt raus!». Dies bedeutet, dass eine tragfähige Schule laufend lernt, mit neuen Herausforderungen umzugehen und ihre Strukturen und Praktiken anzupassen.
Eine tragfähige Schule ist somit keineswegs eine ideale Schule ohne Konflikte, Auseinandersetzungen und Lernen auf Seiten von Lehrenden. Vielmehr gehört eine laufende Auseinandersetzung mit eingerichteten Strukturen und Praktiken zur tragfähigen Schule. Eine solche Schulkultur des antidiskriminierenden Lehrens über die ganze Lebensspanne ist über Jahre aufzubauen und laufend zu pflegen.