Grundlagen
Begründungszusammenhänge
Das strategische Ziel «Bildung für alle» der Bildungsstrategie 25+ fokussiert das Recht auf Bildung für alle und damit das Recht auf eine inklusive Schule.
Begriffe Integration und Inklusion
Der Fokus der inklusiven in Abgrenzung zur integrativen Schule bedeutet ein Wechsel von kindzentrierten Problemformulierungen («Das Kind ist nicht tragbar») zu einer systemzentrierten Problemformulierung («Die Schule ist noch nicht tragfähig genug»). Folgende Tabelle[1] zeigt schematisch und idealtypisch diesen paradigmatischen Shift:
| Praxis der Integration | Praxis der Inklusion |
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Die Schule Liechtenstein bezieht sich auch gerne auf folgende Darstellung zur Unterscheidung der Begriffe Exkursion, Segregation, Integration und Inklusion.

Abbildung «Schritte zur Inklusion» (Robert Aehnelt) Lizenz: cc by-sa/3.0/de[2]
Die Abbildung stellt vier unterschiedliche Modelle des Umgangs mit Diversität im Bildungskontext gegenüber: Exklusion, Segregation, Integration und Inklusion. Die Darstellung erfolgt jeweils über geometrische Formen (Kreise, Dreiecke, Quadrate, Pentagone etc.) in verschiedenen Farben, die metaphorisch für unterschiedliche Personengruppen oder Eigenschaften stehen.
Oben links wird Exklusion („Ausschließen“) gezeigt: Innerhalb eines großen Kreises befindet sich nur ein Teil der Formen, während andere Formen außerhalb bleiben. Dies verdeutlicht den Ausschluss bestimmter, nicht passender Personen.
Oben rechts ist Segregation („Aussondern“) dargestellt: Mehrere kleinere Kreise enthalten jeweils homogene Gruppen ähnlicher Formen, während ein größerer Kreis ebenfalls eine bestimmte Gruppierung zeigt. Die Trennung erfolgt hier systematisch nach Eigenschaften oder Fähigkeiten.
Unten links wird Integration („Eingliedern“) visualisiert: Verschiedene Formen befinden sich gemeinsam in einem großen Kreis, jedoch sind einige Gruppen weiterhin in kleineren, abgegrenzten Teilbereichen innerhalb dieses Raumes zusammengefasst. Dies deutet darauf hin, dass zuvor getrennte Gruppen zwar zusammengeführt werden, aber ihre Abgrenzung teilweise bestehen bleibt.
Unten rechts schließlich zeigt die Abbildung Inklusion („Einschließen“): Alle Formen sind gleichberechtigt in einem gemeinsamen, unregelmäßig begrenzten Raum verteilt, ohne erkennbare Abgrenzungen oder Unterteilungen. Die Vielfalt erscheint hier als selbstverständlicher Bestandteil eines gemeinsamen Systems, das sich an unterschiedliche Bedürfnisse anpasst.
Insgesamt verdeutlicht die Grafik eine Entwicklung von Ausschluss über Trennung und begrenzte Zusammenführung hin zu einem offenen, adaptiven Miteinander.
Recht auf nicht-Diskriminierung
Internationales Menschenrecht fordert ein nicht-diskriminierendes Schulsystem.

aus dem vpod-Magazin 242, Dezember 2025
Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN-BRK) trat im Fürstentum Liechtenstein am 17. Januar 2024 in Kraft. Damit verpflichtet sich Liechtenstein zur Umsetzung eines nicht-diskriminierenden Schulsystems. Dies bedeutet, dass alle Schüler:innen gemeinsam zur Schule gehen und nicht wegen der Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nationalität oder Behinderungskategorie diskriminiert werden.
Forschungsergebnisse
Insbesondere in Bezug auf Leistung und (langfristige) soziale Integration gibt es vielfältige Forschungsergebnisse.
Die Forschungsergebnisse zeigen:
- Schwächere Lernende lernen besser in heterogenen Klassen.
- Starke Lernende lernen überall ähnlich.
- Heterogene Lerngruppen ermöglichen miteinander und voneinander zu lernen. Es wirkt die «Kraft der Vielfalt».
- Längerfristig haben Jugendliche, die eine integrative Karriere hinter sich haben, bessere Lebenschancen.
Die PH Luzern hat ein Factsheet zur Schulischen Inklusion zusammengestellt, das die wissenschaftliche Befundlage genauer ausführt.
- adaptiert aus: Hinz, A. (2002). Von der Integration zur Inklusion – terminologisches Spiel oder konzeptionelle Weiterentwicklung? Zeitschrift für Heilpädagogik, 53(9), 354–361, hier 359. ↵
- von https://www.bpb.de/themen/inklusion-teilhabe/behinderungen/521497/teilhabe-und-inklusion/ ↵