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BEA – das GABI für die Schule
Erleben Lehrpersonen immer wieder ähnliche überfordernde Situationen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie irgendwann die Pädagogik aufgeben und die belastende Situation mit separierenden Massnahmen lösen möchten: «Entweder das Kind geht, oder ich gehe». Dann ist die Schule nicht tragfähig – für Schüler:innen und Lehrpersonen.
Erklärvideo
BEA dient Lehrpersonen dazu, in Momenten der Überforderung handlungsfähig zu werden. In Orientierung am Ziel einer tragfähigen Integration geht es darum, die Last nicht alleine zu tragen sondern mit anderen Lehrpersonen, Fachpersonen oder Mitarbeitenden in den Austausch zu kommen. BEA ersetzt jedoch nicht den längerfristig zu denkenden Prozess, die Schule als Ort für alle gemeinsam zu gestalten und dafür Unterricht, Zusammenarbeit, Schulkultur und Strukturen weiterzuentwickeln.
Instrument: Prozess und Frageblatt

BEA besteht aus einem Prozess (Beschreiben – Entscheiden – Angehen) und einem Frageblatt für den dritten Schritt des Prozesses.
Einführung in Ihrem Team
Abrufkurs zur Einführung durch die HfH
Das Instrument kann von der HfH in Ihrem Team eingeführt werden. Bitte melden Sie sich bei Micha Bollag bei Interesse.
Eigenständige Einführung
BEA kann von einer Schulleitung eigenständig im Schulhaus eingeführt werden. Lassen Sie dafür Ihr Team in den Austausch treten darüber, an wen sie konkret in herausfordernden Situationen gelangen können. Vielleicht bestimmen die Lehrpersonen je individuell, welche Anlaufstellen für sie passen. Oder die Schule bietet eine Anlaufstelle an, die von allen anerkannt wird und hilfreich scheint. Unter dem Punkt «Beschreiben» können diese Anlaufstellen direkt – individuell für Ihre Schule oder einzelne Lehrpersonen – vermerkt werden. Nutzen Sie zur Einführung auch das Merkblatt Sparringpartner:in.
Merkblatt Sparringpartner:in
FAQ
Was ist BEA?
BEA ist ein niederschwelliger Dreischritt für belastende Situationen im Schulalltag. Er hilft, die Situation gemeinsam zu sortieren und einen nächsten Schritt festzulegen.
Wofür steht BEA?
Für Beschreiben, Entscheiden und Angehen.
Für wen ist BEA gedacht?
In erster Linie für Lehrpersonen. BEA kann als gemeinsames Vorgehen vom ganzen Schulteam getragen werden.
Wann setze ich BEA ein?
Wenn dich eine Situation stark belastet, sich wiederholt oder deine Handlungsfähigkeit einschränkt. Du musst nicht warten, bis sie eskaliert.
Wie funktioniert der Dreischritt?
Du beschreibst, was passiert ist, entscheidest, was kurzfristig nötig ist und gehst das Thema anschliessend mit anderen konkret an.
Was bedeutet «beschreibend erzählen»?
Schildere möglichst konkret, was beobachtbar passiert ist. Trenne dabei Beobachtungen zunächst von Deutungen, Schuldzuweisungen und Lösungen.
Was kläre ich beim «Entscheiden»?
Was du für die nächste Lektion brauchst, wer kurzfristig unterstützen kann, ob die Schulleitung informiert werden muss und mit wem du weiterarbeitest.
Wer eignet sich als Ansprechperson oder Sparringpartner:in?
Eine vorgängig angefragte Person, die ruhig zuhört, Abstand halten kann und beim nächsten Schritt unterstützt. Näheres steht im separaten Merkblatt.
Muss die Schulleitung immer informiert werden?
Nein. Im Schritt «Entscheiden» wird situationsbezogen geklärt, ob ihre Information oder ihr Handeln erforderlich ist.
Was geschieht beim «Angehen»?
Du wirst mit anderen konkret: Ihr bestimmt eine passende Fragestellung, vereinbart das weitere Vorgehen und legt Zuständigkeiten sowie einen Zeitpunkt fest.
Wie nutze ich das BEA-Frageblatt?
Wähle gemeinsam mit deiner Gesprächsperson die Frage, die dich am stärksten anspricht. Zu jeder Frage ist eine mögliche Handlung angegeben.
Muss ich alle Fragen des Frageblatts bearbeiten?
Nein. Das Blatt ist ein Wegweiser. Eine passende Frage genügt, um einen ersten nächsten Schritt einzuleiten.
Wie wird BEA in einer Schule eingeführt?
Die Schulleitung führt BEA ein oder eine externe Fachperson der Hochschule für Heilpädagogik macht die Einführung. Das Team klärt mögliche Ansprechpersonen, trägt diese auf dem BEA-Blatt ein und erprobt den Ablauf an konkreten oder fiktiven Beispielsituationen.
Wie bleibt BEA im Alltag präsent?
Das Blatt wird gut sichtbar platziert. Kurze Erinnerungen, gemeinsame Auswertungen und eine gelegentliche Überprüfung der Ansprechpersonen unterstützen die Verankerung.
Was kann BEA leisten – und was nicht?
BEA unterstützt in der konkreten Belastungssituation um handlungsfähig zu bleiben oder zu werden. Es ersetzt weder längerfristige Unterrichts- und Schulentwicklung noch schulische Notfallwege oder erforderliche Fachberatung.