{"id":96,"date":"2026-07-27T09:39:05","date_gmt":"2026-07-27T07:39:05","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=96"},"modified":"2026-10-09T13:52:43","modified_gmt":"2026-10-09T11:52:43","slug":"diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-2-klassen-drt-2","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-2-klassen-drt-2\/","title":{"raw":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 2. Klassen (DRT 2)","rendered":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 2. Klassen (DRT 2)"},"content":{"raw":"von Rudolf M\u00fcller unter Mitarbeit von Anne Wyschkon (2025)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-101 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/DRT-2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"371\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>2. bis 3. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer DRT 2 ist ein standardisiertes Verfahren zur \u00dcberpr\u00fcfung der Rechtschreibkompetenz von Lernenden im \u00dcbergang von der zweiten zur dritten Klassenstufe. Er verfolgt eine doppelte Zielsetzung: W\u00e4hrend die quantitative Auswertung eine verl\u00e4ssliche Einsch\u00e4tzung der allgemeinen Rechtschreibleistung erm\u00f6glicht, dient die qualitative Fehleranalyse dazu, spezifische Fehlerschwerpunkte der Sch\u00fcler:innen zu identifizieren. Diese detaillierten Erkenntnisse bilden die Grundlage f\u00fcr die Planung und \u00dcberpr\u00fcfung gezielter F\u00f6rdermassnahmen im schulischen oder therapeutischen Kontext.\r\n\r\nDas Instrument findet Anwendung in regul\u00e4ren Schulklassen, in der heil- und sonderp\u00e4dagogischen und psychologischen Diagnostik von Lese-Rechtschreibst\u00f6rungen sowie im Rahmen der Schullaufbahnberatung und Forschung.\r\n\r\nDas Testverfahren besteht aus zwei Parallelformen, die jeweils 32 Testw\u00f6rter umfassen. Die Sch\u00fcler:innen verschriftlichen diese im Rahmen eines L\u00fcckentextdiktats. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung werden bei Gruppentestungen etwa 45 Minuten und bei Einzelsettings etwa 30 Minuten ben\u00f6tigt. Die Auswertung kann manuell oder mithilfe eines Online-Tools durchgef\u00fchrt werden, welches automatisierte Analysen sowohl f\u00fcr Einzelpersonen als auch f\u00fcr ganze Klassen erstellt. W\u00e4hrend die rein quantitative Ermittlung der Ergebnisse schnell erfolgt, erlaubt die detaillierte qualitative Analyse einen vertieften Einblick in das individuelle Leistungsprofil der Lernenden.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer DRT 2 verzichtet auf ein explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung und verfolgt stattdessen einen lehrplanorientierten, pragmatischen Ansatz. Die Testkonzeption konzentriert sich auf eine detaillierte qualitative Fehleranalyse, die es erm\u00f6glicht, den individuellen Entwicklungsstand der Sch\u00fcler:innen pr\u00e4zise zu bestimmen und passende F\u00f6rdermassnahmen abzuleiten. Die Auswahl der qualitativen Fehlerkategorien basiert auf einer Analyse bundesweiter Lehrpl\u00e4ne sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass die Anwendung dieser Regeln die Fehlerrate signifikant reduzieren kann (vgl. Grund et al., 2017). Dabei werden systematisch Kompetenzen erfasst, die vom lautgetreuen Schreiben auf Lautebene \u00fcber die Beherrschung wichtiger Buchstabenverbindungen bis hin zu komplexeren orthographischen Regeln wie der Konsonantenverdoppelung, der morphologischen Ableitung und der Gross- und Kleinschreibung sowie zu Fl\u00fcchtigkeitsfehlern reichen.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Objektivit\u00e4t des DRT 2 ist durch die schrittweise Beschreibung des Testablaufs, w\u00f6rtlich vorgegebene Instruktionen sowie klare Auswertungsbeispiele im Manual gew\u00e4hrleistet. Die zus\u00e4tzliche Option, die Auswertung \u00fcber ein digitales Tool vorzunehmen, unterst\u00fctzt eine pr\u00e4zise Auswertung und minimiert potenzielle Fehlerquellen bei der manuellen Datenverarbeitung. Empirische Untersuchungen zur Auswertungsobjektivit\u00e4t mittels Interrater-Reliabilit\u00e4t belegen eine sehr hohe \u00dcbereinstimmung zwischen verschiedenen Beurteilenden, wobei f\u00fcr den Gesamtwert der korrekten W\u00f6rter in beiden Testformen Werte von r = .93 bis 1.00 berichtet wurden. Wird das Verfahren gem\u00e4ss den standardisierten Vorgaben durchgef\u00fchrt und anhand der bereitgestellten Normen interpretiert, ist die Objektivit\u00e4t als hoch einzustufen.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nHinsichtlich der Messgenauigkeit weist der DRT 2 mit einer internen Konsistenz von etwa \u03b1 = .92 f\u00fcr beide Parallelformen eine sehr hohe Zuverl\u00e4ssigkeit auf. Es wird eine hohe Retestreliabilit\u00e4t des Gesamtwertes der richtigen W\u00f6rter (Form A, Intervall 14 bis 27 Tage: r<sub>tt<\/sub> = .91; Form B, Intervall 13 bis 53 Tage: r<sub>tt<\/sub> = .90) berichtet. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t (Intervall zwischen 35 und 49 Tage) f\u00e4llt mit r<sub>tt<\/sub> = .90 f\u00fcr den Gesamtwert und r<sub>tt<\/sub> = .80 f\u00fcr Gliederungsfehler sowie r<sub>tt<\/sub> = .78 f\u00fcr Differenzierungsfehler hoch aus. In der qualitativen Analyse erzielen Kategorien wie Gliederungs- und Differenzierungsfehler gute bis ausreichende Kennwerte, w\u00e4hrend spezifischere Bereiche wie Dopplungs-, Ableitungs- oder Fl\u00fcchtigkeitsfehler eine geringere Zuverl\u00e4ssigkeit aufweisen und daher im Einzelfall differenziert betrachtet werden m\u00fcssen. Da sich die beiden Parallelformen in ihren Fehlerprofilen geringf\u00fcgig unterscheiden, erfolgt die Einordnung der Leistungen \u00fcber separate Normtabellen, um eine pr\u00e4zise Beurteilung der Sch\u00fcler:innen sicherzustellen. Insgesamt stellt der DRT 2 ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Gesamtrechtschreibleistung von Kindern dar.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie inhaltliche G\u00fcltigkeit des DRT 2 wird als gegeben vorausgesetzt, da das Verfahren durch die Durchf\u00fchrung eines Diktats die Rechtschreibleistung unmittelbar abbildet. Die kriteriumsbezogene Validit\u00e4t wird durch hohe Korrelationen mit dem WRT 2+ (r = .77 bis .88) belegt. Im Bereich der Konstruktvalidit\u00e4t best\u00e4tigen sich theoretisch erwartete Geschlechtsunterschiede: M\u00e4dchen erzielen mit geringem Effekt bessere Leistungen als Jungen. Weiter wird die Testfairness f\u00fcr Lernende mit nichtdeutscher Muttersprache belegt. Zusammenfassend kann der DRT 2 aufgrund der empirischen Belege und seiner praktischen Relevanz als valide beurteilt werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normdaten f\u00fcr den DRT 2 wurden in den Schuljahren 2019\/2020 und 2020\/2021 in zehn deutschen Bundesl\u00e4ndern erhoben. Die Stichprobe umfasst insgesamt N = 1'923 Kinder der zweiten und dritten Klassenstufe, die mit mindestens einem deutschsprachigen Elternteil aufgewachsen sind. Dabei st\u00fctzen sich die Normen der Testform A auf 937 Lernende, w\u00e4hrend f\u00fcr die Form B 786 Sch\u00fcler:innen einbezogen wurden. Das Verfahren stellt Normen f\u00fcr die Gesamtrechtschreibleistung sowie f\u00fcr eine detaillierte qualitative Fehleranalyse bereit, die Kategorien wie Gliederungs-, Dopplungs-, Ableitungs- und Zwielautfehler sowie die Gross- und Kleinschreibung umfasst.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Grund, M., Leonhart, R. &amp; Naumann, C. L. (2017). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 4. Klassen (DRT 4) <\/em>(3., aktualisierte und neu normierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>M\u00fcller, R. (2025). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 2. Klassen (DRT 2) <\/em>(5., aktualisierte und neu normierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99117051480205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Rudolf M\u00fcller unter Mitarbeit von Anne Wyschkon (2025)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-101\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/DRT-2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"371\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>2. bis 3. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der DRT 2 ist ein standardisiertes Verfahren zur \u00dcberpr\u00fcfung der Rechtschreibkompetenz von Lernenden im \u00dcbergang von der zweiten zur dritten Klassenstufe. Er verfolgt eine doppelte Zielsetzung: W\u00e4hrend die quantitative Auswertung eine verl\u00e4ssliche Einsch\u00e4tzung der allgemeinen Rechtschreibleistung erm\u00f6glicht, dient die qualitative Fehleranalyse dazu, spezifische Fehlerschwerpunkte der Sch\u00fcler:innen zu identifizieren. Diese detaillierten Erkenntnisse bilden die Grundlage f\u00fcr die Planung und \u00dcberpr\u00fcfung gezielter F\u00f6rdermassnahmen im schulischen oder therapeutischen Kontext.<\/p>\n<p>Das Instrument findet Anwendung in regul\u00e4ren Schulklassen, in der heil- und sonderp\u00e4dagogischen und psychologischen Diagnostik von Lese-Rechtschreibst\u00f6rungen sowie im Rahmen der Schullaufbahnberatung und Forschung.<\/p>\n<p>Das Testverfahren besteht aus zwei Parallelformen, die jeweils 32 Testw\u00f6rter umfassen. Die Sch\u00fcler:innen verschriftlichen diese im Rahmen eines L\u00fcckentextdiktats. F\u00fcr die Durchf\u00fchrung werden bei Gruppentestungen etwa 45 Minuten und bei Einzelsettings etwa 30 Minuten ben\u00f6tigt. Die Auswertung kann manuell oder mithilfe eines Online-Tools durchgef\u00fchrt werden, welches automatisierte Analysen sowohl f\u00fcr Einzelpersonen als auch f\u00fcr ganze Klassen erstellt. W\u00e4hrend die rein quantitative Ermittlung der Ergebnisse schnell erfolgt, erlaubt die detaillierte qualitative Analyse einen vertieften Einblick in das individuelle Leistungsprofil der Lernenden.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der DRT 2 verzichtet auf ein explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung und verfolgt stattdessen einen lehrplanorientierten, pragmatischen Ansatz. Die Testkonzeption konzentriert sich auf eine detaillierte qualitative Fehleranalyse, die es erm\u00f6glicht, den individuellen Entwicklungsstand der Sch\u00fcler:innen pr\u00e4zise zu bestimmen und passende F\u00f6rdermassnahmen abzuleiten. Die Auswahl der qualitativen Fehlerkategorien basiert auf einer Analyse bundesweiter Lehrpl\u00e4ne sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass die Anwendung dieser Regeln die Fehlerrate signifikant reduzieren kann (vgl. Grund et al., 2017). Dabei werden systematisch Kompetenzen erfasst, die vom lautgetreuen Schreiben auf Lautebene \u00fcber die Beherrschung wichtiger Buchstabenverbindungen bis hin zu komplexeren orthographischen Regeln wie der Konsonantenverdoppelung, der morphologischen Ableitung und der Gross- und Kleinschreibung sowie zu Fl\u00fcchtigkeitsfehlern reichen.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Objektivit\u00e4t des DRT 2 ist durch die schrittweise Beschreibung des Testablaufs, w\u00f6rtlich vorgegebene Instruktionen sowie klare Auswertungsbeispiele im Manual gew\u00e4hrleistet. Die zus\u00e4tzliche Option, die Auswertung \u00fcber ein digitales Tool vorzunehmen, unterst\u00fctzt eine pr\u00e4zise Auswertung und minimiert potenzielle Fehlerquellen bei der manuellen Datenverarbeitung. Empirische Untersuchungen zur Auswertungsobjektivit\u00e4t mittels Interrater-Reliabilit\u00e4t belegen eine sehr hohe \u00dcbereinstimmung zwischen verschiedenen Beurteilenden, wobei f\u00fcr den Gesamtwert der korrekten W\u00f6rter in beiden Testformen Werte von r = .93 bis 1.00 berichtet wurden. Wird das Verfahren gem\u00e4ss den standardisierten Vorgaben durchgef\u00fchrt und anhand der bereitgestellten Normen interpretiert, ist die Objektivit\u00e4t als hoch einzustufen.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Hinsichtlich der Messgenauigkeit weist der DRT 2 mit einer internen Konsistenz von etwa \u03b1 = .92 f\u00fcr beide Parallelformen eine sehr hohe Zuverl\u00e4ssigkeit auf. Es wird eine hohe Retestreliabilit\u00e4t des Gesamtwertes der richtigen W\u00f6rter (Form A, Intervall 14 bis 27 Tage: r<sub>tt<\/sub> = .91; Form B, Intervall 13 bis 53 Tage: r<sub>tt<\/sub> = .90) berichtet. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t (Intervall zwischen 35 und 49 Tage) f\u00e4llt mit r<sub>tt<\/sub> = .90 f\u00fcr den Gesamtwert und r<sub>tt<\/sub> = .80 f\u00fcr Gliederungsfehler sowie r<sub>tt<\/sub> = .78 f\u00fcr Differenzierungsfehler hoch aus. In der qualitativen Analyse erzielen Kategorien wie Gliederungs- und Differenzierungsfehler gute bis ausreichende Kennwerte, w\u00e4hrend spezifischere Bereiche wie Dopplungs-, Ableitungs- oder Fl\u00fcchtigkeitsfehler eine geringere Zuverl\u00e4ssigkeit aufweisen und daher im Einzelfall differenziert betrachtet werden m\u00fcssen. Da sich die beiden Parallelformen in ihren Fehlerprofilen geringf\u00fcgig unterscheiden, erfolgt die Einordnung der Leistungen \u00fcber separate Normtabellen, um eine pr\u00e4zise Beurteilung der Sch\u00fcler:innen sicherzustellen. Insgesamt stellt der DRT 2 ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Gesamtrechtschreibleistung von Kindern dar.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die inhaltliche G\u00fcltigkeit des DRT 2 wird als gegeben vorausgesetzt, da das Verfahren durch die Durchf\u00fchrung eines Diktats die Rechtschreibleistung unmittelbar abbildet. Die kriteriumsbezogene Validit\u00e4t wird durch hohe Korrelationen mit dem WRT 2+ (r = .77 bis .88) belegt. Im Bereich der Konstruktvalidit\u00e4t best\u00e4tigen sich theoretisch erwartete Geschlechtsunterschiede: M\u00e4dchen erzielen mit geringem Effekt bessere Leistungen als Jungen. Weiter wird die Testfairness f\u00fcr Lernende mit nichtdeutscher Muttersprache belegt. Zusammenfassend kann der DRT 2 aufgrund der empirischen Belege und seiner praktischen Relevanz als valide beurteilt werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normdaten f\u00fcr den DRT 2 wurden in den Schuljahren 2019\/2020 und 2020\/2021 in zehn deutschen Bundesl\u00e4ndern erhoben. Die Stichprobe umfasst insgesamt N = 1&#8217;923 Kinder der zweiten und dritten Klassenstufe, die mit mindestens einem deutschsprachigen Elternteil aufgewachsen sind. Dabei st\u00fctzen sich die Normen der Testform A auf 937 Lernende, w\u00e4hrend f\u00fcr die Form B 786 Sch\u00fcler:innen einbezogen wurden. Das Verfahren stellt Normen f\u00fcr die Gesamtrechtschreibleistung sowie f\u00fcr eine detaillierte qualitative Fehleranalyse bereit, die Kategorien wie Gliederungs-, Dopplungs-, Ableitungs- und Zwielautfehler sowie die Gross- und Kleinschreibung umfasst.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Grund, M., Leonhart, R. &amp; Naumann, C. L. (2017). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 4. 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Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rudolf M\u00fcller unter Mitarbeit von Anne Wyschkon (2025) &nbsp; Einsatzbereich 2. bis 3. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. 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