{"id":88,"date":"2026-07-27T09:05:15","date_gmt":"2026-07-27T07:05:15","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=88"},"modified":"2026-10-09T13:52:02","modified_gmt":"2026-10-09T11:52:02","slug":"diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-1-klassen-drt-1","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-1-klassen-drt-1\/","title":{"raw":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 1. Klassen (DRT 1)","rendered":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 1. Klassen (DRT 1)"},"content":{"raw":"von Rudolf M\u00fcller unter Mitarbeit von Anne Wyschkon (2025)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-103 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/Diagnostischer-Rechtschreibtest-fuer-1.-Klassen.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"397\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>1. bis 2. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer DRT 1 dient der Erfassung der allgemeinen Rechtschreibkompetenz von Sch\u00fcler:innen im \u00dcbergang von der ersten zur zweiten Klassenstufe. Das Verfahren verfolgt eine doppelte Zielsetzung: W\u00e4hrend die quantitative Auswertung den aktuellen Leistungsstand abbildet, erm\u00f6glicht die qualitative Fehleranalyse die Identifikation spezifischer Fehlerschwerpunkte als Grundlage f\u00fcr eine gezielte F\u00f6rderung.\r\n\r\nDie Einsatzbereiche des Tests sind vielf\u00e4ltig und umfassen die regul\u00e4re schulische Lernstandserfassung durch Lehrpersonen, die differenzierte LRS-Diagnostik sowie die Schullaufbahnberatung und Forschung. Er kann sowohl als Gruppentest im Klassenverband als auch im Einzelsetting der Heil- und Sonderp\u00e4dagogik oder Psychologie durchgef\u00fchrt werden.\r\n\r\nDa das Instrument bereits sehr fr\u00fch im Schrifterwerb eingesetzt wird, ist die Gestaltung kindgerecht und motivierend gew\u00e4hlt. Die Lernenden bearbeiten jeweils 30 Testw\u00f6rter, die in zwei Geschichten als L\u00fcckentextdiktate integriert und durch Zeichnungen illustriert sind.\r\n\r\nDer Test liegt in zwei Parallelformen vor und beansprucht je nach Setting zwischen 30 und 45 Minuten. Die Auswertung kann manuell oder mithilfe eines Online-Tools erfolgen, welches automatisiert Profilanalysen f\u00fcr Einzelpersonen oder ganze Klassen erstellt.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nF\u00fcr den DRT 1 liegt kein explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung vor. Die Konstruktion des Verfahrens folgt stattdessen einem pragmatischen und lehrplanorientierten Ansatz, um die Rechtschreibleistung am Ende der ersten Klassenstufe unabh\u00e4ngig von der gew\u00e4hlten Form des Schriftspracherwerbs zu erfassen. Durch die bewusst einfache Konzeption wird die Differenzierung im mittleren bis schwachen Leistungsbereich maximiert, was f\u00fcr die Identifikation von F\u00f6rderbedarfen bei Kindern zentral ist. F\u00fcr \u00fcberdurchschnittlich leistungsstarke Kinder ist der Test weniger trennscharf.\r\n\r\nDer Test setzt voraus, dass Lernende am Ende der ersten Klasse das phonetische Grundprinzip beherrschen, weshalb die Inhalte auf lautgetreues Schreiben von h\u00e4ufigen und kurzen W\u00f6rtern ohne komplexe orthographische Regeln fokussieren. Die aus Lehrpl\u00e4nen abgeleiteten qualitativen Fehlerkategorien (z. B. Gliederungs- und Differenzierungsfehler) bilden eine praxisnahe Basis f\u00fcr p\u00e4dagogische Diagnostik und F\u00f6rderung.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Objektivit\u00e4t des DRT 1 wird durch standardisierte Instruktionen sowie klare Anleitungen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation gew\u00e4hrleistet. Der Einsatz eines Online-Tools zur Auswertung reduziert zudem die Fehleranf\u00e4lligkeit im Vergleich zum manuellen Vorgehen und erh\u00f6ht die Pr\u00e4zision der Ergebnisse. Die empirische Pr\u00fcfung der Auswertungsobjektivit\u00e4t mittels Interrater-Reliabilit\u00e4t ergab sehr hohe \u00dcbereinstimmungswerte zwischen r = .86 und 1.00, was eine objektive Beurteilung durch verschiedene Lehrkr\u00e4fte best\u00e4tigt. Zusammenfassend ist das Verfahren bei Einhaltung der festgelegten Vorgaben als objektiv einzustufen.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nHinsichtlich der Messgenauigkeit weist der DRT 1 mit einer internen Konsistenz von etwa \u03b1 = .91 f\u00fcr beide Testformen eine sehr hohe Zuverl\u00e4ssigkeit auf. Zus\u00e4tzlich wurde die Retestreliabilit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft, wobei auf m\u00f6gliche Lerneffekte hingewiesen wurde. F\u00fcr die Form A (Intervall 14 bis 35 Tage) werden Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .83 und .86 und f\u00fcr die Form B (Intervall 14 bis 36 Tage) werden Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .90 und .91 berichtet. Auch die Paralleltest-Reliabilit\u00e4t (Intervall zwischen 12 und 28 Tagen) liegt mit Werten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .78 und .83 in einem guten Bereich. Dabei wurde festgestellt, dass Form B geringf\u00fcgig leichter ausgefallen ist; aus diesem Grund wurden Normtabellen f\u00fcr beide Formen erstellt. Insgesamt erweist sich der DRT 1 als ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Validit\u00e4t des DRT 1 wird durch verschiedene Belege best\u00e4tigt. Die inhaltliche Validit\u00e4t gilt als gegeben, da die Rechtschreibf\u00e4higkeit im Diktat direkt erfasst wird. Die kriteriumsbezogene Validit\u00e4t wird durch eine starke Korrelation mit dem WRT 1+ (r = .80 bis .81) belegt. Weiter wird die Testfairness f\u00fcr Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache best\u00e4tigt. Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch die theoretisch erwarteten Geschlechtsunterschiede gest\u00fctzt: M\u00e4dchen erreichen im Vergleich zu Jungen leicht h\u00f6here Leistungswerte. Damit kann der DRT 1 als ein valides und praxistaugliches Diagnoseinstrument zur Beurteilung des Rechtschreibniveaus betrachtet werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung des DRT 1 erfolgte im Schuljahr 2019\/2020 in zehn deutschen Bundesl\u00e4ndern. Die Stichprobe umfasste insgesamt N = 1'502 Kinder (Form A: n = 711; Form B: n = 791), die zwischen dem letzten Monat der ersten Klasse und den ersten drei Monaten der zweiten Klasse getestet wurden. Ber\u00fccksichtigt wurden ausschliesslich Kinder, die mit mindestens einem deutschsprachigen Elternteil aufwuchsen. Das Verfahren bietet Normtabellen f\u00fcr den Gesamtwert korrekt geschriebener W\u00f6rter sowie f\u00fcr die qualitative Fehleranalyse von Gliederungs- und Differenzierungsfehlern.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>M\u00fcller, R. (2025). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 1. Klassen (DRT 1)<\/em> (3., \u00fcberarb. und neu normierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99117005356205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Rudolf M\u00fcller unter Mitarbeit von Anne Wyschkon (2025)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-103\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/Diagnostischer-Rechtschreibtest-fuer-1.-Klassen.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"397\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>1. bis 2. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der DRT 1 dient der Erfassung der allgemeinen Rechtschreibkompetenz von Sch\u00fcler:innen im \u00dcbergang von der ersten zur zweiten Klassenstufe. Das Verfahren verfolgt eine doppelte Zielsetzung: W\u00e4hrend die quantitative Auswertung den aktuellen Leistungsstand abbildet, erm\u00f6glicht die qualitative Fehleranalyse die Identifikation spezifischer Fehlerschwerpunkte als Grundlage f\u00fcr eine gezielte F\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Die Einsatzbereiche des Tests sind vielf\u00e4ltig und umfassen die regul\u00e4re schulische Lernstandserfassung durch Lehrpersonen, die differenzierte LRS-Diagnostik sowie die Schullaufbahnberatung und Forschung. Er kann sowohl als Gruppentest im Klassenverband als auch im Einzelsetting der Heil- und Sonderp\u00e4dagogik oder Psychologie durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Da das Instrument bereits sehr fr\u00fch im Schrifterwerb eingesetzt wird, ist die Gestaltung kindgerecht und motivierend gew\u00e4hlt. Die Lernenden bearbeiten jeweils 30 Testw\u00f6rter, die in zwei Geschichten als L\u00fcckentextdiktate integriert und durch Zeichnungen illustriert sind.<\/p>\n<p>Der Test liegt in zwei Parallelformen vor und beansprucht je nach Setting zwischen 30 und 45 Minuten. Die Auswertung kann manuell oder mithilfe eines Online-Tools erfolgen, welches automatisiert Profilanalysen f\u00fcr Einzelpersonen oder ganze Klassen erstellt.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>F\u00fcr den DRT 1 liegt kein explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung vor. Die Konstruktion des Verfahrens folgt stattdessen einem pragmatischen und lehrplanorientierten Ansatz, um die Rechtschreibleistung am Ende der ersten Klassenstufe unabh\u00e4ngig von der gew\u00e4hlten Form des Schriftspracherwerbs zu erfassen. Durch die bewusst einfache Konzeption wird die Differenzierung im mittleren bis schwachen Leistungsbereich maximiert, was f\u00fcr die Identifikation von F\u00f6rderbedarfen bei Kindern zentral ist. F\u00fcr \u00fcberdurchschnittlich leistungsstarke Kinder ist der Test weniger trennscharf.<\/p>\n<p>Der Test setzt voraus, dass Lernende am Ende der ersten Klasse das phonetische Grundprinzip beherrschen, weshalb die Inhalte auf lautgetreues Schreiben von h\u00e4ufigen und kurzen W\u00f6rtern ohne komplexe orthographische Regeln fokussieren. Die aus Lehrpl\u00e4nen abgeleiteten qualitativen Fehlerkategorien (z. B. Gliederungs- und Differenzierungsfehler) bilden eine praxisnahe Basis f\u00fcr p\u00e4dagogische Diagnostik und F\u00f6rderung.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Objektivit\u00e4t des DRT 1 wird durch standardisierte Instruktionen sowie klare Anleitungen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation gew\u00e4hrleistet. Der Einsatz eines Online-Tools zur Auswertung reduziert zudem die Fehleranf\u00e4lligkeit im Vergleich zum manuellen Vorgehen und erh\u00f6ht die Pr\u00e4zision der Ergebnisse. Die empirische Pr\u00fcfung der Auswertungsobjektivit\u00e4t mittels Interrater-Reliabilit\u00e4t ergab sehr hohe \u00dcbereinstimmungswerte zwischen r = .86 und 1.00, was eine objektive Beurteilung durch verschiedene Lehrkr\u00e4fte best\u00e4tigt. Zusammenfassend ist das Verfahren bei Einhaltung der festgelegten Vorgaben als objektiv einzustufen.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Hinsichtlich der Messgenauigkeit weist der DRT 1 mit einer internen Konsistenz von etwa \u03b1 = .91 f\u00fcr beide Testformen eine sehr hohe Zuverl\u00e4ssigkeit auf. Zus\u00e4tzlich wurde die Retestreliabilit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft, wobei auf m\u00f6gliche Lerneffekte hingewiesen wurde. F\u00fcr die Form A (Intervall 14 bis 35 Tage) werden Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .83 und .86 und f\u00fcr die Form B (Intervall 14 bis 36 Tage) werden Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .90 und .91 berichtet. Auch die Paralleltest-Reliabilit\u00e4t (Intervall zwischen 12 und 28 Tagen) liegt mit Werten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .78 und .83 in einem guten Bereich. Dabei wurde festgestellt, dass Form B geringf\u00fcgig leichter ausgefallen ist; aus diesem Grund wurden Normtabellen f\u00fcr beide Formen erstellt. Insgesamt erweist sich der DRT 1 als ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Validit\u00e4t des DRT 1 wird durch verschiedene Belege best\u00e4tigt. Die inhaltliche Validit\u00e4t gilt als gegeben, da die Rechtschreibf\u00e4higkeit im Diktat direkt erfasst wird. Die kriteriumsbezogene Validit\u00e4t wird durch eine starke Korrelation mit dem WRT 1+ (r = .80 bis .81) belegt. Weiter wird die Testfairness f\u00fcr Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache best\u00e4tigt. Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch die theoretisch erwarteten Geschlechtsunterschiede gest\u00fctzt: M\u00e4dchen erreichen im Vergleich zu Jungen leicht h\u00f6here Leistungswerte. Damit kann der DRT 1 als ein valides und praxistaugliches Diagnoseinstrument zur Beurteilung des Rechtschreibniveaus betrachtet werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung des DRT 1 erfolgte im Schuljahr 2019\/2020 in zehn deutschen Bundesl\u00e4ndern. Die Stichprobe umfasste insgesamt N = 1&#8217;502 Kinder (Form A: n = 711; Form B: n = 791), die zwischen dem letzten Monat der ersten Klasse und den ersten drei Monaten der zweiten Klasse getestet wurden. Ber\u00fccksichtigt wurden ausschliesslich Kinder, die mit mindestens einem deutschsprachigen Elternteil aufwuchsen. Das Verfahren bietet Normtabellen f\u00fcr den Gesamtwert korrekt geschriebener W\u00f6rter sowie f\u00fcr die qualitative Fehleranalyse von Gliederungs- und Differenzierungsfehlern.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>M\u00fcller, R. (2025). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 1. Klassen (DRT 1)<\/em> (3., \u00fcberarb. und neu normierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99117005356205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rudolf M\u00fcller unter Mitarbeit von Anne Wyschkon (2025) &nbsp; Einsatzbereich 1. bis 2. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. 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