{"id":591,"date":"2026-10-09T11:46:59","date_gmt":"2026-10-09T09:46:59","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=591"},"modified":"2026-10-09T14:08:42","modified_gmt":"2026-10-09T12:08:42","slug":"weingartener-grundwortschatz-rechtschreib-test-fuer-dritte-und-vierte-klassen-wrt-3","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/weingartener-grundwortschatz-rechtschreib-test-fuer-dritte-und-vierte-klassen-wrt-3\/","title":{"raw":"Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr dritte und vierte Klassen (WRT 3+)","rendered":"Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr dritte und vierte Klassen (WRT 3+)"},"content":{"raw":"von Peter Birkel (2007)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-593 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/WRT3.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"369\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>3. bis 4. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer WRT 3+ ist ein standardisiertes Paper-Pencil-Verfahren, das die Rechtschreibf\u00e4higkeit von Kindern in der 3. und 4. Primarstufe erfasst. Der Test kann im Regel- und Sonderschulsetting, zur Lernstandsdiagnostik, f\u00fcr F\u00f6rderentscheidungen sowie in der Forschung angewendet werden. Der Test basiert auf einer Auswahl von W\u00f6rtern eines Rechtschreib-Grundwortschatzes, der f\u00fcr die 3. Klassenstufe als angemessen gilt. Wie bei den Vorg\u00e4ngerversionen erfolgt die \u00dcberpr\u00fcfung in Form von L\u00fcckentextdiktaten, bei denen die Zielw\u00f6rter in unabh\u00e4ngige Geschichten eingebettet sind, um eine Diktatsituation zu gew\u00e4hrleisten.\r\n\r\nF\u00fcr eine differenzierte Diagnostik stehen zwei parallele Versionen (A und B) sowohl als Langform (55 Items) als auch als Kurzform (16 Items) zur Verf\u00fcgung. W\u00e4hrend die Langform eine gr\u00fcndliche Diagnose erm\u00f6glicht, bietet die Kurzform zeit\u00f6konomische Einsichten in die Leistungen der Lernenden. Die Bearbeitungszeit betr\u00e4gt f\u00fcr die Langform etwa 45 Minuten, w\u00e4hrend die Kurzform ungef\u00e4hr 15 bis 20 Minuten beansprucht. Die Durchf\u00fchrung kann in Klassen- und Einzelsettings stattfinden. Die Auswertung erfolgt quantitativ \u00fcber die Anzahl richtig geschriebener W\u00f6rter sowie qualitativ durch die Analyse von Fehlerschwerpunkten, was eine gezielte Gestaltung des Rechtschreibunterrichts unterst\u00fctzt.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDie theoretische Basis des WRT 3+ bildet das Konzept eines didaktischen Rechtschreibgrundwortschatzes, der als zentrale Voraussetzung f\u00fcr einen systematischen Rechtschreibunterricht im Klassenunterricht gilt. Nach Schwarz (1983) und R\u00fcckemann (1991) sollten W\u00f6rter eines Rechtschreibgrundwortschatzes nach ihrer H\u00e4ufigkeit im Sprachgebrauch, ihrer Bedeutung f\u00fcr die Lebenswelt der Kinder sowie ihrem didaktischen Potenzial ausgew\u00e4hlt werden. Sie sollen die Entdeckung von Rechtschreibph\u00e4nomenen und den Aufbau von Regeln unterst\u00fctzen sowie vielf\u00e4ltige Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr den Unterricht und den Transfer auf weitere W\u00f6rter bieten.\r\n\r\nUm eine hohe Aktualit\u00e4t des Wortschatzes zu gew\u00e4hrleisten, wurden f\u00fcr die Erstellung des WRT 2+ bundesweite Wortschatzlisten verglichen. W\u00e4hrend die erste Fassung auf dem bayerischen Grundwortschatz von 1980 basierte, wurde das Instrument in den nachfolgenden Auflagen kontinuierlich reflektiert und mit aktuellen Listen abgeglichen.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des WRT 3+ ist durch die detaillierte Beschreibung im Testmanual sowie die Bereitstellung w\u00f6rtlicher Instruktionen f\u00fcr die Testleitung sichergestellt. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t liegen klare Vorgaben vor; ein L\u00f6sungsschl\u00fcssel erm\u00f6glicht die eindeutige Klassifizierung der W\u00f6rter als richtig oder falsch. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t ist durch umfassende Normtabellen gew\u00e4hrleistet, welche die Einordnung der Ergebnisse in Prozentr\u00e4nge, T-Werte und Normb\u00e4nder erm\u00f6glichen. Insgesamt kann der WRT 3+ als objektives Messinstrument eingestuft werden, sofern die Anweisungen von der Testperson pflichtbewusst umgesetzt werden.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nZur \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens wurden unterschiedliche Kennwerte berechnet: Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Even-Odd-Methode) ergab im Jahr 1991 Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .93 und .96 f\u00fcr die Langformen und zwischen r<sub>tt<\/sub> = .87 und .89 f\u00fcr die Kurzformen. In der Konsistenzanalyse wurden \u00e4hnliche Ergebnisse berichtet: Langformen mit Werten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .95 und .95; Kurzformen mit Werten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .84 und .85.\r\n\r\nDie Retestreliabilit\u00e4t wurde 2003 \u00fcber den Zeitraum der Sommerferien (Ende 3. Klasse bis Anfang 4. Klasse) untersucht und belegt mit Werten von r<sub>tt<\/sub> = .93 bis .93 f\u00fcr die Langformen sowie r<sub>tt<\/sub> = .89 bis .89 f\u00fcr die Kurzformen eine hohe Stabilit\u00e4t der Testergebnisse. Die durchgef\u00fchrte Analyse zur Paralleltestreliabilit\u00e4t zwischen den unterschiedlichen Kurz- und Langformen zeigt Werte zwischen rtt = .82 und .91. Zusammengefasst erweist sich der WRT 3+ damit als ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung bei Sch\u00fcler:innen der 3. und 4. Klasse.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t des WRT 3+ wird durch die Best\u00e4tigung von Lehrpersonen gest\u00fctzt, welche die \u00dcbereinstimmung der Testergebnisse mit den tats\u00e4chlichen Kompetenzen der Sch\u00fcler:innen sowie die Angemessenheit des Grundwortschatzes best\u00e4tigen. Zudem ist durch die Orientierung an den Lehrpl\u00e4nen die curriculare Validit\u00e4t gegeben.\r\n\r\nDie Kriteriumsvalidit\u00e4t (\u00dcbereinstimmungsvalidit\u00e4t) zeigt sich in hohen Korrelationen mit schulischen Leistungen: So korreliert das Verfahren deutlich mit den Deutschnoten (Werte bis zu r = -.79) und Diktatnoten (r = -.65 bis -.74). Dass die Zusammenh\u00e4nge mit den Deutschnoten systematisch h\u00f6her ausfallen als mit den Noten in Mathematik oder Sachunterricht, belegt die diskriminante Validit\u00e4t des Tests. Hohe \u00dcbereinstimmungen bestehen zudem mit anderen Verfahren wie dem DRT 3 (r = .81 bis .86) und der HSP 3 (r = .80). Insgesamt wird der WRT 3+ durch vielf\u00e4ltige Untersuchungen als valides Instrument zur Rechtschreibdiagnostik best\u00e4tigt.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Neueichung des WRT 3+ erfolgte im Zeitraum 2003\/04. Die Stichprobe f\u00fcr die 3. Klasse umfasst f\u00fcr die Langformen N = 4026 und Kurzformen N = 1719 Sch\u00fcler:innen aus 10 Bundesl\u00e4ndern. Die Eichstichproben f\u00fcr die 4. Klasse f\u00fcr die Langformen betragen N = 3216 und f\u00fcr die Kurzformen N = 926 Lernende aus 8 Bundesl\u00e4ndern. Dabei ist zu beachten, dass die Stichprobe regional nicht vollkommen repr\u00e4sentativ ist, da das Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg in beiden Klassenstufen \u00fcberrepr\u00e4sentiert ist.\r\n\r\nEs stehen Normtabellen f\u00fcr drei Messzeitpunkte zur Verf\u00fcgung (Ende 3. Klasse, Anfang 4. Klasse, Mitte 4. Klasse). Die Normen sind nach der gesamten Gruppe der Lernenden sowie nach Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache differenziert. Die Ergebnisse werden als Prozentr\u00e4nge, Prozentrangb\u00e4nder, T-Werte sowie T-Wert-B\u00e4nder ausgewiesen.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Birkel, P. (2007). <em>Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr dritte und vierte Klassen (WRT 2+)<\/em> (3. neu normierte und voll. \u00fcberarbeitete Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>R\u00fcckemann, S. (1991). <em>T\u00e4gliche Arbeit mit dem Grundwortschatz \u2013 vom 1. bis 3. Schuljahr.<\/em> Heinsberg: Agentur Dieck.<\/li>\r\n \t<li>Schwarz, E. (1983). Auf der Suche nach dem Rechtschreib-Grundwortschatz. <em>Die Grundschule, 15<\/em>, 57-62.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Nicht verf\u00fcgbar an der HfH<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Peter Birkel (2007)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-593\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/WRT3.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"369\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>3. bis 4. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der WRT 3+ ist ein standardisiertes Paper-Pencil-Verfahren, das die Rechtschreibf\u00e4higkeit von Kindern in der 3. und 4. Primarstufe erfasst. Der Test kann im Regel- und Sonderschulsetting, zur Lernstandsdiagnostik, f\u00fcr F\u00f6rderentscheidungen sowie in der Forschung angewendet werden. Der Test basiert auf einer Auswahl von W\u00f6rtern eines Rechtschreib-Grundwortschatzes, der f\u00fcr die 3. Klassenstufe als angemessen gilt. Wie bei den Vorg\u00e4ngerversionen erfolgt die \u00dcberpr\u00fcfung in Form von L\u00fcckentextdiktaten, bei denen die Zielw\u00f6rter in unabh\u00e4ngige Geschichten eingebettet sind, um eine Diktatsituation zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine differenzierte Diagnostik stehen zwei parallele Versionen (A und B) sowohl als Langform (55 Items) als auch als Kurzform (16 Items) zur Verf\u00fcgung. W\u00e4hrend die Langform eine gr\u00fcndliche Diagnose erm\u00f6glicht, bietet die Kurzform zeit\u00f6konomische Einsichten in die Leistungen der Lernenden. Die Bearbeitungszeit betr\u00e4gt f\u00fcr die Langform etwa 45 Minuten, w\u00e4hrend die Kurzform ungef\u00e4hr 15 bis 20 Minuten beansprucht. Die Durchf\u00fchrung kann in Klassen- und Einzelsettings stattfinden. Die Auswertung erfolgt quantitativ \u00fcber die Anzahl richtig geschriebener W\u00f6rter sowie qualitativ durch die Analyse von Fehlerschwerpunkten, was eine gezielte Gestaltung des Rechtschreibunterrichts unterst\u00fctzt.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Die theoretische Basis des WRT 3+ bildet das Konzept eines didaktischen Rechtschreibgrundwortschatzes, der als zentrale Voraussetzung f\u00fcr einen systematischen Rechtschreibunterricht im Klassenunterricht gilt. Nach Schwarz (1983) und R\u00fcckemann (1991) sollten W\u00f6rter eines Rechtschreibgrundwortschatzes nach ihrer H\u00e4ufigkeit im Sprachgebrauch, ihrer Bedeutung f\u00fcr die Lebenswelt der Kinder sowie ihrem didaktischen Potenzial ausgew\u00e4hlt werden. Sie sollen die Entdeckung von Rechtschreibph\u00e4nomenen und den Aufbau von Regeln unterst\u00fctzen sowie vielf\u00e4ltige Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr den Unterricht und den Transfer auf weitere W\u00f6rter bieten.<\/p>\n<p>Um eine hohe Aktualit\u00e4t des Wortschatzes zu gew\u00e4hrleisten, wurden f\u00fcr die Erstellung des WRT 2+ bundesweite Wortschatzlisten verglichen. W\u00e4hrend die erste Fassung auf dem bayerischen Grundwortschatz von 1980 basierte, wurde das Instrument in den nachfolgenden Auflagen kontinuierlich reflektiert und mit aktuellen Listen abgeglichen.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des WRT 3+ ist durch die detaillierte Beschreibung im Testmanual sowie die Bereitstellung w\u00f6rtlicher Instruktionen f\u00fcr die Testleitung sichergestellt. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t liegen klare Vorgaben vor; ein L\u00f6sungsschl\u00fcssel erm\u00f6glicht die eindeutige Klassifizierung der W\u00f6rter als richtig oder falsch. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t ist durch umfassende Normtabellen gew\u00e4hrleistet, welche die Einordnung der Ergebnisse in Prozentr\u00e4nge, T-Werte und Normb\u00e4nder erm\u00f6glichen. Insgesamt kann der WRT 3+ als objektives Messinstrument eingestuft werden, sofern die Anweisungen von der Testperson pflichtbewusst umgesetzt werden.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Zur \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens wurden unterschiedliche Kennwerte berechnet: Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Even-Odd-Methode) ergab im Jahr 1991 Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .93 und .96 f\u00fcr die Langformen und zwischen r<sub>tt<\/sub> = .87 und .89 f\u00fcr die Kurzformen. In der Konsistenzanalyse wurden \u00e4hnliche Ergebnisse berichtet: Langformen mit Werten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .95 und .95; Kurzformen mit Werten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .84 und .85.<\/p>\n<p>Die Retestreliabilit\u00e4t wurde 2003 \u00fcber den Zeitraum der Sommerferien (Ende 3. Klasse bis Anfang 4. Klasse) untersucht und belegt mit Werten von r<sub>tt<\/sub> = .93 bis .93 f\u00fcr die Langformen sowie r<sub>tt<\/sub> = .89 bis .89 f\u00fcr die Kurzformen eine hohe Stabilit\u00e4t der Testergebnisse. Die durchgef\u00fchrte Analyse zur Paralleltestreliabilit\u00e4t zwischen den unterschiedlichen Kurz- und Langformen zeigt Werte zwischen rtt = .82 und .91. Zusammengefasst erweist sich der WRT 3+ damit als ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung bei Sch\u00fcler:innen der 3. und 4. Klasse.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t des WRT 3+ wird durch die Best\u00e4tigung von Lehrpersonen gest\u00fctzt, welche die \u00dcbereinstimmung der Testergebnisse mit den tats\u00e4chlichen Kompetenzen der Sch\u00fcler:innen sowie die Angemessenheit des Grundwortschatzes best\u00e4tigen. Zudem ist durch die Orientierung an den Lehrpl\u00e4nen die curriculare Validit\u00e4t gegeben.<\/p>\n<p>Die Kriteriumsvalidit\u00e4t (\u00dcbereinstimmungsvalidit\u00e4t) zeigt sich in hohen Korrelationen mit schulischen Leistungen: So korreliert das Verfahren deutlich mit den Deutschnoten (Werte bis zu r = -.79) und Diktatnoten (r = -.65 bis -.74). Dass die Zusammenh\u00e4nge mit den Deutschnoten systematisch h\u00f6her ausfallen als mit den Noten in Mathematik oder Sachunterricht, belegt die diskriminante Validit\u00e4t des Tests. Hohe \u00dcbereinstimmungen bestehen zudem mit anderen Verfahren wie dem DRT 3 (r = .81 bis .86) und der HSP 3 (r = .80). Insgesamt wird der WRT 3+ durch vielf\u00e4ltige Untersuchungen als valides Instrument zur Rechtschreibdiagnostik best\u00e4tigt.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Neueichung des WRT 3+ erfolgte im Zeitraum 2003\/04. Die Stichprobe f\u00fcr die 3. Klasse umfasst f\u00fcr die Langformen N = 4026 und Kurzformen N = 1719 Sch\u00fcler:innen aus 10 Bundesl\u00e4ndern. Die Eichstichproben f\u00fcr die 4. Klasse f\u00fcr die Langformen betragen N = 3216 und f\u00fcr die Kurzformen N = 926 Lernende aus 8 Bundesl\u00e4ndern. Dabei ist zu beachten, dass die Stichprobe regional nicht vollkommen repr\u00e4sentativ ist, da das Bundesland Baden-W\u00fcrttemberg in beiden Klassenstufen \u00fcberrepr\u00e4sentiert ist.<\/p>\n<p>Es stehen Normtabellen f\u00fcr drei Messzeitpunkte zur Verf\u00fcgung (Ende 3. Klasse, Anfang 4. Klasse, Mitte 4. Klasse). Die Normen sind nach der gesamten Gruppe der Lernenden sowie nach Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache differenziert. Die Ergebnisse werden als Prozentr\u00e4nge, Prozentrangb\u00e4nder, T-Werte sowie T-Wert-B\u00e4nder ausgewiesen.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Birkel, P. (2007). <em>Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr dritte und vierte Klassen (WRT 2+)<\/em> (3. neu normierte und voll. \u00fcberarbeitete Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>R\u00fcckemann, S. (1991). <em>T\u00e4gliche Arbeit mit dem Grundwortschatz \u2013 vom 1. bis 3. Schuljahr.<\/em> Heinsberg: Agentur Dieck.<\/li>\n<li>Schwarz, E. (1983). Auf der Suche nach dem Rechtschreib-Grundwortschatz. <em>Die Grundschule, 15<\/em>, 57-62.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>Nicht verf\u00fcgbar an der HfH<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Birkel (2007) &nbsp; Einsatzbereich 3. bis 4. Klasse Einzel- und Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. Inhalt Der WRT 3+ [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1740,"menu_order":45,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[78,77,75,71],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-591","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-heil-und-sonderpaedagogische-diagnostik","category-klinische-diagnostik","category-03-mittelstufe","category-schreiben"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/591","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1740"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/591\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":691,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/591\/revisions\/691"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/591\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=591"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=591"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=591"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=591"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=591"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}