{"id":586,"date":"2026-10-09T11:40:19","date_gmt":"2026-10-09T09:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=586"},"modified":"2026-10-09T14:03:12","modified_gmt":"2026-10-09T12:03:12","slug":"schuelereinschaetzliste-fuer-sozial-und-lernverhalten-ssl","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/schuelereinschaetzliste-fuer-sozial-und-lernverhalten-ssl\/","title":{"raw":"Sch\u00fclereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten (SSL)","rendered":"Sch\u00fclereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten (SSL)"},"content":{"raw":"von Ulrike Petermann und Franz Petermann unter Mitarbeit von Annette Lohbeck (2014)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-527 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/SSL.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"321\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Sch\u00fcler:innen von 9 bis 19 Jahren<\/li>\r\n \t<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDie \u00abSch\u00fclereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten\u00bb (SSL) ist ein Fragebogen f\u00fcr Sch\u00fcler:innen zur Selbsteinsch\u00e4tzung der \u00fcberfachlichen Kompetenzen. Die SSL kann zur Einzelfalldiagnostik, als Befragung von ganzen Schulklassen oder zur Evaluation von F\u00f6rdermassnahmen dienen.\r\n\r\nDer Fragebogen beinhaltet Aussagen, die sich zehn Bereichen des Sozial- und Lernverhaltens zuordnen lassen und f\u00fcr das Lernen in der Schule bedeutsam sind. Zur Dimension \u00abSozialverhalten\u00bb geh\u00f6ren die sechs Bereiche Kooperation, Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, angemessene Selbstbehauptung und Sozialkontakt sowie zur Dimension \u00abLernverhalten\u00bb die vier Bereiche Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft, Konzentration, Selbst\u00e4ndigkeit beim Lernen und Sorgfalt beim Lernen.\r\n\r\nDie 40 Aussagen werden auf einer vierstufigen Antwortskala von \u00abnie\u00bb bis \u00aboft\u00bb von dem\/der Sch\u00fcler:in eingesch\u00e4tzt. Die Durchf\u00fchrung erfolgt als Paper-Pencil-Verfahren. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 10 Minuten. Mit der SSL liegt zur \u00abLehrereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- &amp; Lernverhalten\u00bb (LSL; Petermann &amp; Petermann, 2013) ein \u00e4quivalentes Selbsteinsch\u00e4tzungsinstrument f\u00fcr die Sch\u00fcler:innen zur Verf\u00fcgung.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDie Entwicklung der SSL basiert konzeptionell auf der Skalenstruktur der LSL (Petermann &amp; Petermann, 2013). Theoretisch orientieren sich die Teilbereiche an den personenbezogenen Ressourcen (Maston &amp; Powell, 2003) wie beispielsweise Aufmerksamkeit, Selbstregulation oder soziale Verantwortung. Die Zusammenstellung der zehn Bereiche steht in Bezug zu Studien der P\u00e4dagogischen Psychologie und der Klinischen Kinderpsychologie (z.B. Petermann &amp; Natzke, 2008).\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Objektivit\u00e4t des Fragebogens wird durch standardisierte Durchf\u00fchrungs- und Auswertungsbedingungen gew\u00e4hrleistet. Klare Instruktionen und Anweisungen zur Durchf\u00fchrung sowie Angaben zur Auswertung, unterst\u00fctzt durch eine Auswertungsschablone, erm\u00f6glichen eine einheitliche Auswertung. Die vorliegenden Normtabellen und Hinweise zur Interpretation erlauben eine eindeutige und weitgehend unabh\u00e4ngige Interpretation der Ergebnisse.\r\n\r\nInsgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nZur \u00dcberpr\u00fcfung der Reliabilit\u00e4t liegen Daten zur internen Konsistenz (Cronbachs \u03b1) und f\u00fcr eine Teilstichprobe auch Retest-Reliablit\u00e4ten (Zeitspanne: ca. 7 Wochen) vor. Die zehn Skalen weisen eine interne Konsistenz von \u03b1 = .74 bis .84 auf (zwei Gesamtskalen: \u03b1 = .88). Die Retest-Reliabilit\u00e4ten der zehn Skalen liegen zwischen r<sub>tt<\/sub> = .57 bis r<sub>tt<\/sub> = .74.\r\n\r\nInsgesamt weist die SSL eine ausreichende bis gute interne Konsistenz auf. Im Vergleich dazu zeigen sich bei den Retest-Reliabilit\u00e4ten etwas niedrigere Werte.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nFaktorenanalytische Auswertungen belegen die faktorielle Struktur mit zehn Faktoren der SSL. Die Kriteriumsvalidit\u00e4t konnte durch positive Zusammenh\u00e4nge der Skalenwerte mit Deutsch- und Mathematiknoten best\u00e4tigt werden, die Korrelationen fallen jedoch im Vergleich mit der LSL etwas tiefer aus. Die Einsch\u00e4tzungen der SSL h\u00e4ngen zudem mit den Einsch\u00e4tzungen der Lehrpersonen gemessen mit der LSL zusammen. Die Bereiche weisen gr\u00f6sstenteils signifikant positive Zusammenh\u00e4nge mit den Skalen der LSL auf. Die diskriminante Validit\u00e4t wurde anhand signifikanter, jedoch auch im niedrigen Bereich liegenden Korrelationen mit aggressiven Verhaltensweisen best\u00e4tigt. Sch\u00fcler:innen beurteilen ihr Sozial- und Lernverhalten schlechter ein, wenn sie auch mehr aggressive Verhaltensweisen berichten. Hinsichtlich der konvergenten Validit\u00e4t zeigen sich signifikant positive Zusammenh\u00e4nge mit prosozialem Verhalten, kritisch zu betrachten sind die eher niedrigen vereinzelt nicht signifikanten Zusammenh\u00e4nge mit den Problemskalen des SDQ.\r\n\r\nZusammenfassend st\u00fctzen die untersuchten Befunde die Validit\u00e4t der SSL.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung fand im Zeitraum zwischen September 2012 bis Juni 2013 statt und basiert auf den Daten einer umfassenden Stichprobe von 3\u2019403 Sch\u00fcler:innen verschiedener Schulformen aus vier Bundesl\u00e4ndern. F\u00fcr drei Altersstufen liegen geschlechtsspezifische Normen in Form von Prozentr\u00e4ngen und T-Werten vor.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Masten, A. S., &amp; Powell, L. (2003). A resilience framework for research, policy, and practice. In S.S. Luthar (Ed.), <em>Resilience and vulnerability: Adaptation in the context of childhood adversities<\/em>, (pp. 1-25). New York: Cambridge University Press.<\/li>\r\n \t<li>Petermann, F., &amp; Natzke, H. (2008). Aggressives Verhalten in der Schule. Ausdrucksformen, Verlaufsmuster und M\u00f6glichkeiten entwicklungsorientierter Pr\u00e4vention. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik<\/em>, <em>54<\/em>(4), 532-554.<\/li>\r\n \t<li>Petermann, U., &amp; Petermann, F. (2013). <em>LSL: Lehrereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten<\/em> (2. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Petermann, U., Petermann, F., &amp; Lohbeck, A. (2014). <em>SSL: Sch\u00fclereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten<\/em>. Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990100854540205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990100854540205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Ulrike Petermann und Franz Petermann unter Mitarbeit von Annette Lohbeck (2014)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-527\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/SSL.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"321\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>Sch\u00fcler:innen von 9 bis 19 Jahren<\/li>\n<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Die \u00abSch\u00fclereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten\u00bb (SSL) ist ein Fragebogen f\u00fcr Sch\u00fcler:innen zur Selbsteinsch\u00e4tzung der \u00fcberfachlichen Kompetenzen. Die SSL kann zur Einzelfalldiagnostik, als Befragung von ganzen Schulklassen oder zur Evaluation von F\u00f6rdermassnahmen dienen.<\/p>\n<p>Der Fragebogen beinhaltet Aussagen, die sich zehn Bereichen des Sozial- und Lernverhaltens zuordnen lassen und f\u00fcr das Lernen in der Schule bedeutsam sind. Zur Dimension \u00abSozialverhalten\u00bb geh\u00f6ren die sechs Bereiche Kooperation, Selbstwahrnehmung, Selbstkontrolle, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, angemessene Selbstbehauptung und Sozialkontakt sowie zur Dimension \u00abLernverhalten\u00bb die vier Bereiche Ausdauer und Anstrengungsbereitschaft, Konzentration, Selbst\u00e4ndigkeit beim Lernen und Sorgfalt beim Lernen.<\/p>\n<p>Die 40 Aussagen werden auf einer vierstufigen Antwortskala von \u00abnie\u00bb bis \u00aboft\u00bb von dem\/der Sch\u00fcler:in eingesch\u00e4tzt. Die Durchf\u00fchrung erfolgt als Paper-Pencil-Verfahren. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 10 Minuten. Mit der SSL liegt zur \u00abLehrereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- &amp; Lernverhalten\u00bb (LSL; Petermann &amp; Petermann, 2013) ein \u00e4quivalentes Selbsteinsch\u00e4tzungsinstrument f\u00fcr die Sch\u00fcler:innen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Die Entwicklung der SSL basiert konzeptionell auf der Skalenstruktur der LSL (Petermann &amp; Petermann, 2013). Theoretisch orientieren sich die Teilbereiche an den personenbezogenen Ressourcen (Maston &amp; Powell, 2003) wie beispielsweise Aufmerksamkeit, Selbstregulation oder soziale Verantwortung. Die Zusammenstellung der zehn Bereiche steht in Bezug zu Studien der P\u00e4dagogischen Psychologie und der Klinischen Kinderpsychologie (z.B. Petermann &amp; Natzke, 2008).<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Objektivit\u00e4t des Fragebogens wird durch standardisierte Durchf\u00fchrungs- und Auswertungsbedingungen gew\u00e4hrleistet. Klare Instruktionen und Anweisungen zur Durchf\u00fchrung sowie Angaben zur Auswertung, unterst\u00fctzt durch eine Auswertungsschablone, erm\u00f6glichen eine einheitliche Auswertung. Die vorliegenden Normtabellen und Hinweise zur Interpretation erlauben eine eindeutige und weitgehend unabh\u00e4ngige Interpretation der Ergebnisse.<\/p>\n<p>Insgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Zur \u00dcberpr\u00fcfung der Reliabilit\u00e4t liegen Daten zur internen Konsistenz (Cronbachs \u03b1) und f\u00fcr eine Teilstichprobe auch Retest-Reliablit\u00e4ten (Zeitspanne: ca. 7 Wochen) vor. Die zehn Skalen weisen eine interne Konsistenz von \u03b1 = .74 bis .84 auf (zwei Gesamtskalen: \u03b1 = .88). Die Retest-Reliabilit\u00e4ten der zehn Skalen liegen zwischen r<sub>tt<\/sub> = .57 bis r<sub>tt<\/sub> = .74.<\/p>\n<p>Insgesamt weist die SSL eine ausreichende bis gute interne Konsistenz auf. Im Vergleich dazu zeigen sich bei den Retest-Reliabilit\u00e4ten etwas niedrigere Werte.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Faktorenanalytische Auswertungen belegen die faktorielle Struktur mit zehn Faktoren der SSL. Die Kriteriumsvalidit\u00e4t konnte durch positive Zusammenh\u00e4nge der Skalenwerte mit Deutsch- und Mathematiknoten best\u00e4tigt werden, die Korrelationen fallen jedoch im Vergleich mit der LSL etwas tiefer aus. Die Einsch\u00e4tzungen der SSL h\u00e4ngen zudem mit den Einsch\u00e4tzungen der Lehrpersonen gemessen mit der LSL zusammen. Die Bereiche weisen gr\u00f6sstenteils signifikant positive Zusammenh\u00e4nge mit den Skalen der LSL auf. Die diskriminante Validit\u00e4t wurde anhand signifikanter, jedoch auch im niedrigen Bereich liegenden Korrelationen mit aggressiven Verhaltensweisen best\u00e4tigt. Sch\u00fcler:innen beurteilen ihr Sozial- und Lernverhalten schlechter ein, wenn sie auch mehr aggressive Verhaltensweisen berichten. Hinsichtlich der konvergenten Validit\u00e4t zeigen sich signifikant positive Zusammenh\u00e4nge mit prosozialem Verhalten, kritisch zu betrachten sind die eher niedrigen vereinzelt nicht signifikanten Zusammenh\u00e4nge mit den Problemskalen des SDQ.<\/p>\n<p>Zusammenfassend st\u00fctzen die untersuchten Befunde die Validit\u00e4t der SSL.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung fand im Zeitraum zwischen September 2012 bis Juni 2013 statt und basiert auf den Daten einer umfassenden Stichprobe von 3\u2019403 Sch\u00fcler:innen verschiedener Schulformen aus vier Bundesl\u00e4ndern. F\u00fcr drei Altersstufen liegen geschlechtsspezifische Normen in Form von Prozentr\u00e4ngen und T-Werten vor.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Masten, A. S., &amp; Powell, L. (2003). A resilience framework for research, policy, and practice. In S.S. Luthar (Ed.), <em>Resilience and vulnerability: Adaptation in the context of childhood adversities<\/em>, (pp. 1-25). New York: Cambridge University Press.<\/li>\n<li>Petermann, F., &amp; Natzke, H. (2008). Aggressives Verhalten in der Schule. Ausdrucksformen, Verlaufsmuster und M\u00f6glichkeiten entwicklungsorientierter Pr\u00e4vention. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik<\/em>, <em>54<\/em>(4), 532-554.<\/li>\n<li>Petermann, U., &amp; Petermann, F. (2013). <em>LSL: Lehrereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten<\/em> (2. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\n<li>Petermann, U., Petermann, F., &amp; Lohbeck, A. (2014). <em>SSL: Sch\u00fclereinsch\u00e4tzliste f\u00fcr Sozial- und Lernverhalten<\/em>. Hogrefe.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990100854540205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990100854540205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ulrike Petermann und Franz Petermann unter Mitarbeit von Annette Lohbeck (2014) &nbsp; Einsatzbereich Sch\u00fcler:innen von 9 bis 19 Jahren Einzel- und Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. 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