{"id":565,"date":"2026-10-09T11:05:02","date_gmt":"2026-10-09T09:05:02","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=565"},"modified":"2026-10-09T14:03:34","modified_gmt":"2026-10-09T12:03:34","slug":"skalen-zur-erfassung-der-lern-und-leistungsmotivation-sellmo","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/skalen-zur-erfassung-der-lern-und-leistungsmotivation-sellmo\/","title":{"raw":"Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation (SELLMO)","rendered":"Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation (SELLMO)"},"content":{"raw":"von\u00a0Birgit Spinath, Joachim Stiensmeier-Pelster, Claudia Sch\u00f6ne und Oliver Dickh\u00e4user (2012)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-529 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/SELLMO.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"285\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>3.-10. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDie \u00abSkalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation\u00bb (SELLMO) sind ein Instrument zur Erfassung von Zielorientierungen, die in Lern- und Leistungssituationen wichtige Bedingungen des Erlebens und Verhaltens darstellen. Es werden vier unterschiedliche Zielarten erhoben: Lernziele, Ann\u00e4herungs-Leistungsziele, Vermeidungs-Leistungsziele und die Tendenz zur Arbeitsvermeidung. Unter der Dimension <em>Lernziele<\/em> ist gemeint, dass gestellte Aufgaben als Herausforderung und Gelegenheit zum Lernen betrachtet werden. Die zweite Dimension umfasst die Leistungsziele. Sie beschreiben, in welchem Ausmass eine Person bem\u00fcht ist, ihr Wissen und K\u00f6nnen zu zeigen <em>(Ann\u00e4herungs-Leistungsziele)<\/em> oder umgekehrt mangelndes Wissen und K\u00f6nnen zu verbergen (<em>Vermeidungs-Leistungsziele)<\/em>. Als vierte Zielart beschreibt die <em>Arbeitsvermeidung<\/em> die Tendenz, m\u00f6glichst wenig Arbeit und Anstrengung zu investieren.\r\n\r\nDer Fragebogen ist als Selbsteinsch\u00e4tzungsverfahren f\u00fcr Sch\u00fcler:innen aller g\u00e4ngigen Schulformen und Studierende einsetzbar. Die SELLMO liegen sowohl in einer Sch\u00fclerversion als auch in einer Studierendenversion vor. Die Durchf\u00fchrung erfolgt als Paper-Pencil-Verfahren. Die SELLMO umfassen insgesamt 31 Items, die auf einer f\u00fcnfstufigen Antwortskala (\u00abstimmt gar nicht\u00bb bis \u00abstimmt genau\u00bb) beantwortet werden. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt etwa 8 bis 15 Minuten. Bei j\u00fcngeren oder leseschwachen Kindern sollten die Items vorgelesen werden.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nIn der Literatur werden zur Beschreibung und Erkl\u00e4rung von Lern- und Leistungsmotivation oftmals zwei Kategorien von motivationalen Orientierungen unterschieden (Dweck, 1986; Elliot, 2005; Nicholls, 1984). F\u00fcr die beiden Ziele - erstens eigene F\u00e4higkeiten zu erweitern und zweitens anderen gegen\u00fcber hohe F\u00e4higkeit zu demonstrieren bzw. mangelnde F\u00e4higkeit zu verbergen - werden im deutschen Sprachgebrauch die Begriffe Lern- und Leistungsmotivation verwendet.\r\n\r\nErgebnisse aus Metaanalysen (z.B. Huang, 2011; Hulleman et al., 2010) zeigen, dass die Art der verfolgten Ziele in engem Zusammenhang mit den vorausgehenden Bedingungen des Lernens, dem Lernverhalten sowie den Leistungsergebnissen steht. Von allen Zielorientierungen h\u00e4ngen Lernziele am st\u00e4rksten mit positiven Emotionen und Interesse in Lern- und Leistungssituationen zusammen.\r\n\r\nDie Konstrukte Lern- und Leistungsmotivation weisen zwar theoretische Gemeinsamkeiten mit intrinsischer und extrinsischer Motivation auf, sind jedoch auch deutlich voneinander zu unterscheiden. Eine Gleichsetzung von Lernzielen mit intrinsischer und Leistungszielen mit extrinsischer Motivation ist gem\u00e4ss den Autor:innen nicht statthaft.\r\n\r\nDie SELLMO stellen eine Weiterentwicklung und Erweiterung der \u00abSkalen der Erfassung der Motivationalen Orientierung (MOS-D)\u00bb (Balke &amp; Stiensmeier-Pelster, 1995) dar.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nEine standardisierte Durchf\u00fchrung und Auswertung werden durch die detaillierten Anweisungen sowie die vorliegende Auswertungshilfe gew\u00e4hrleistet. Die errechneten Rohwerte lassen sich anschliessend durch Hinzuziehung der Normtabellen und der erg\u00e4nzenden Interpretationshinweise sinnvoll interpretieren.\r\n\r\nInsgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie internen Konsistenzen (Cronbachs \u03b1) der Skalen der SELLMO-S (Sch\u00fcler:innenversion) liegen bei \u03b1 = .75 f\u00fcr \u00abLernziele\u00bb, bei \u03b1 = .76 f\u00fcr \u00abAnn\u00e4herungs-Leistungsziele\u00bb, bei \u03b1 = .80 f\u00fcr \u00abVermeidungs-Leistungsziele\u00bb und bei \u03b1 = .82 f\u00fcr \u00abArbeitsvermeidung\u00bb. Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (nach Spearman-Brown) ergab f\u00fcr die Skalen folgende Kennwerte: r<sub>tt<\/sub> = .73 f\u00fcr \u00abLernziele\u00bb, r<sub>tt<\/sub> = .74 f\u00fcr \u00abAnn\u00e4herungs-Leistungsziele\u00bb, r<sub>t<\/sub>t = .77 f\u00fcr \u00abVermeidungs-Leistungsziele\u00bb und r<sub>t<\/sub>t = .78 f\u00fcr \u00abArbeitsvermeidung\u00bb. Die Test-Retest-Reliabilit\u00e4ten der Skalen lagen nach zwei Wochen zwischen r<sub>tt<\/sub> =.60 und .74 sowie nach sechs Monaten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .53 und .68.\r\n\r\nInsgesamt weisen die SELLMO-S mindestens ausreichende bis hohe Reliabilit\u00e4ten auf. Die etwas niedrigeren Werte der Test-Retest-Reliabilit\u00e4ten sind angesichts der zu erwartenden Schwankungen als angemessen einzusch\u00e4tzen. Auch die Befunde zu den SELLMO-ST (Studierendenversion) zeigen befriedigende bis gute Reliabilit\u00e4ten auf.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Konstruktvalidit\u00e4t wurde mittels Faktorenanalysen \u00fcberpr\u00fcft. Hinsichtlich der Varianzaufkl\u00e4rung und der Doppelladungen fiel der Faktor \u00abAnn\u00e4herungs-Leistungsziele\u00bb im Vergleich zu den anderen drei Faktoren etwas ab, was zu einer nicht vollst\u00e4ndig eindeutigen Faktorenl\u00f6sung f\u00fchrte. Die Befunde weisen aber auf eine theoretisch nachvollziehbare \u00dcberlappung der Faktoren hin.\r\n\r\nDie SELLMO-Subskalen zeigen hinsichtlich der konvergenten Validit\u00e4t erwartungsgem\u00e4ss positive Zusammenh\u00e4nge mit einem weiteren Instrument zur Erfassung von Zielen. Im Gegensatz dazu fallen die Zusammenh\u00e4nge mit inhaltlich nicht verwandten Konstrukten, wie Pr\u00fcfungs\u00e4ngstlichkeit oder dem F\u00e4higkeitskonzept, erwartungsgem\u00e4ss gering aus oder sind nicht vorhanden. Zur Kriteriumsvalidit\u00e4t konnten theoretisch erwartbare Zusammenh\u00e4nge mit Schulnoten festgestellt werden.\r\n\r\nDie Konstrukt- und Kriteriumsvalidit\u00e4t der SELLMO kann insgesamt als gegeben betrachtet werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung erfolgte anhand einer f\u00fcr Deutschland repr\u00e4sentativen Stichprobe von 3\u2019348 Sch\u00fcler:innen aus verschiedenen Grund- und weiterf\u00fchrenden Schulformen. Im Rahmen der 2. Auflage im Jahr 2012 wurde die Neunormierung vorgenommen. F\u00fcr die Klassenstufen 3 bis 6 sowie 7 bis 10 stehen sowohl Prozentrangwerte als auch T-Werte (sowie T-Wert-Band) zur Verf\u00fcgung.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Balke, S. &amp; Stiensmeier-Pelster, J. (1995). Die Erfassung der motivationalen Orientierung \u2013 eine deutsche Form der Motivational Orientation Scales (MOS-D). <em>Diagnostica, 41,<\/em> 80-94.<\/li>\r\n \t<li>Dweck, C. S. (1986). Motivational processes affecting learning. <em>American Psychologist<\/em>, <em>41<\/em>(10), 1040-1048<\/li>\r\n \t<li>Elliot, A. J. (2005). A conceptual history of the achievement goal construct. In A.J. Elliot &amp; C.S. Dweck (Eds.), <em>Handbook of competence and motivation <\/em>(pp. 52-72). The Guilford Press.<\/li>\r\n \t<li>Huang, C. (2011). Achievement goals and achievement emotions: A meta-analysis. <em>Educational Psychology Review<\/em>, <em>23<\/em>(3), 359-388.<\/li>\r\n \t<li>Hulleman, C. S., Schrager, S. M., Bodmann, S. M., &amp; Harackiewicz, J. M. (2010). A meta-analytic review of achievement goal measures: Different labels for the same constructs or different constructs with similar labels? <em>Psychological Bulletin<\/em>, <em>136<\/em>(3), 422-449.<\/li>\r\n \t<li>Nicholls, J. G. (1984). Achievement motivation: Conceptions of ability, subjective experience, task choice, and performance. <em>Psychological Review<\/em>, <em>91<\/em>(3), 328-346.<\/li>\r\n \t<li>Spinath, B., Stiensmeier-Pelster, J., Sch\u00f6ne, C., &amp; Dickh\u00e4user, O. (2012). <em>SELLMO. Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation<\/em> (2. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990097224990205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990097224990205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 09\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von\u00a0Birgit Spinath, Joachim Stiensmeier-Pelster, Claudia Sch\u00f6ne und Oliver Dickh\u00e4user (2012)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-529\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/SELLMO.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"285\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>3.-10. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Die \u00abSkalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation\u00bb (SELLMO) sind ein Instrument zur Erfassung von Zielorientierungen, die in Lern- und Leistungssituationen wichtige Bedingungen des Erlebens und Verhaltens darstellen. Es werden vier unterschiedliche Zielarten erhoben: Lernziele, Ann\u00e4herungs-Leistungsziele, Vermeidungs-Leistungsziele und die Tendenz zur Arbeitsvermeidung. Unter der Dimension <em>Lernziele<\/em> ist gemeint, dass gestellte Aufgaben als Herausforderung und Gelegenheit zum Lernen betrachtet werden. Die zweite Dimension umfasst die Leistungsziele. Sie beschreiben, in welchem Ausmass eine Person bem\u00fcht ist, ihr Wissen und K\u00f6nnen zu zeigen <em>(Ann\u00e4herungs-Leistungsziele)<\/em> oder umgekehrt mangelndes Wissen und K\u00f6nnen zu verbergen (<em>Vermeidungs-Leistungsziele)<\/em>. Als vierte Zielart beschreibt die <em>Arbeitsvermeidung<\/em> die Tendenz, m\u00f6glichst wenig Arbeit und Anstrengung zu investieren.<\/p>\n<p>Der Fragebogen ist als Selbsteinsch\u00e4tzungsverfahren f\u00fcr Sch\u00fcler:innen aller g\u00e4ngigen Schulformen und Studierende einsetzbar. Die SELLMO liegen sowohl in einer Sch\u00fclerversion als auch in einer Studierendenversion vor. Die Durchf\u00fchrung erfolgt als Paper-Pencil-Verfahren. Die SELLMO umfassen insgesamt 31 Items, die auf einer f\u00fcnfstufigen Antwortskala (\u00abstimmt gar nicht\u00bb bis \u00abstimmt genau\u00bb) beantwortet werden. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt etwa 8 bis 15 Minuten. Bei j\u00fcngeren oder leseschwachen Kindern sollten die Items vorgelesen werden.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>In der Literatur werden zur Beschreibung und Erkl\u00e4rung von Lern- und Leistungsmotivation oftmals zwei Kategorien von motivationalen Orientierungen unterschieden (Dweck, 1986; Elliot, 2005; Nicholls, 1984). F\u00fcr die beiden Ziele &#8211; erstens eigene F\u00e4higkeiten zu erweitern und zweitens anderen gegen\u00fcber hohe F\u00e4higkeit zu demonstrieren bzw. mangelnde F\u00e4higkeit zu verbergen &#8211; werden im deutschen Sprachgebrauch die Begriffe Lern- und Leistungsmotivation verwendet.<\/p>\n<p>Ergebnisse aus Metaanalysen (z.B. Huang, 2011; Hulleman et al., 2010) zeigen, dass die Art der verfolgten Ziele in engem Zusammenhang mit den vorausgehenden Bedingungen des Lernens, dem Lernverhalten sowie den Leistungsergebnissen steht. Von allen Zielorientierungen h\u00e4ngen Lernziele am st\u00e4rksten mit positiven Emotionen und Interesse in Lern- und Leistungssituationen zusammen.<\/p>\n<p>Die Konstrukte Lern- und Leistungsmotivation weisen zwar theoretische Gemeinsamkeiten mit intrinsischer und extrinsischer Motivation auf, sind jedoch auch deutlich voneinander zu unterscheiden. Eine Gleichsetzung von Lernzielen mit intrinsischer und Leistungszielen mit extrinsischer Motivation ist gem\u00e4ss den Autor:innen nicht statthaft.<\/p>\n<p>Die SELLMO stellen eine Weiterentwicklung und Erweiterung der \u00abSkalen der Erfassung der Motivationalen Orientierung (MOS-D)\u00bb (Balke &amp; Stiensmeier-Pelster, 1995) dar.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Eine standardisierte Durchf\u00fchrung und Auswertung werden durch die detaillierten Anweisungen sowie die vorliegende Auswertungshilfe gew\u00e4hrleistet. Die errechneten Rohwerte lassen sich anschliessend durch Hinzuziehung der Normtabellen und der erg\u00e4nzenden Interpretationshinweise sinnvoll interpretieren.<\/p>\n<p>Insgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die internen Konsistenzen (Cronbachs \u03b1) der Skalen der SELLMO-S (Sch\u00fcler:innenversion) liegen bei \u03b1 = .75 f\u00fcr \u00abLernziele\u00bb, bei \u03b1 = .76 f\u00fcr \u00abAnn\u00e4herungs-Leistungsziele\u00bb, bei \u03b1 = .80 f\u00fcr \u00abVermeidungs-Leistungsziele\u00bb und bei \u03b1 = .82 f\u00fcr \u00abArbeitsvermeidung\u00bb. Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (nach Spearman-Brown) ergab f\u00fcr die Skalen folgende Kennwerte: r<sub>tt<\/sub> = .73 f\u00fcr \u00abLernziele\u00bb, r<sub>tt<\/sub> = .74 f\u00fcr \u00abAnn\u00e4herungs-Leistungsziele\u00bb, r<sub>t<\/sub>t = .77 f\u00fcr \u00abVermeidungs-Leistungsziele\u00bb und r<sub>t<\/sub>t = .78 f\u00fcr \u00abArbeitsvermeidung\u00bb. Die Test-Retest-Reliabilit\u00e4ten der Skalen lagen nach zwei Wochen zwischen r<sub>tt<\/sub> =.60 und .74 sowie nach sechs Monaten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .53 und .68.<\/p>\n<p>Insgesamt weisen die SELLMO-S mindestens ausreichende bis hohe Reliabilit\u00e4ten auf. Die etwas niedrigeren Werte der Test-Retest-Reliabilit\u00e4ten sind angesichts der zu erwartenden Schwankungen als angemessen einzusch\u00e4tzen. Auch die Befunde zu den SELLMO-ST (Studierendenversion) zeigen befriedigende bis gute Reliabilit\u00e4ten auf.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Konstruktvalidit\u00e4t wurde mittels Faktorenanalysen \u00fcberpr\u00fcft. Hinsichtlich der Varianzaufkl\u00e4rung und der Doppelladungen fiel der Faktor \u00abAnn\u00e4herungs-Leistungsziele\u00bb im Vergleich zu den anderen drei Faktoren etwas ab, was zu einer nicht vollst\u00e4ndig eindeutigen Faktorenl\u00f6sung f\u00fchrte. Die Befunde weisen aber auf eine theoretisch nachvollziehbare \u00dcberlappung der Faktoren hin.<\/p>\n<p>Die SELLMO-Subskalen zeigen hinsichtlich der konvergenten Validit\u00e4t erwartungsgem\u00e4ss positive Zusammenh\u00e4nge mit einem weiteren Instrument zur Erfassung von Zielen. Im Gegensatz dazu fallen die Zusammenh\u00e4nge mit inhaltlich nicht verwandten Konstrukten, wie Pr\u00fcfungs\u00e4ngstlichkeit oder dem F\u00e4higkeitskonzept, erwartungsgem\u00e4ss gering aus oder sind nicht vorhanden. Zur Kriteriumsvalidit\u00e4t konnten theoretisch erwartbare Zusammenh\u00e4nge mit Schulnoten festgestellt werden.<\/p>\n<p>Die Konstrukt- und Kriteriumsvalidit\u00e4t der SELLMO kann insgesamt als gegeben betrachtet werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung erfolgte anhand einer f\u00fcr Deutschland repr\u00e4sentativen Stichprobe von 3\u2019348 Sch\u00fcler:innen aus verschiedenen Grund- und weiterf\u00fchrenden Schulformen. Im Rahmen der 2. Auflage im Jahr 2012 wurde die Neunormierung vorgenommen. F\u00fcr die Klassenstufen 3 bis 6 sowie 7 bis 10 stehen sowohl Prozentrangwerte als auch T-Werte (sowie T-Wert-Band) zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Balke, S. &amp; Stiensmeier-Pelster, J. (1995). Die Erfassung der motivationalen Orientierung \u2013 eine deutsche Form der Motivational Orientation Scales (MOS-D). <em>Diagnostica, 41,<\/em> 80-94.<\/li>\n<li>Dweck, C. S. (1986). Motivational processes affecting learning. <em>American Psychologist<\/em>, <em>41<\/em>(10), 1040-1048<\/li>\n<li>Elliot, A. J. (2005). A conceptual history of the achievement goal construct. In A.J. Elliot &amp; C.S. Dweck (Eds.), <em>Handbook of competence and motivation <\/em>(pp. 52-72). The Guilford Press.<\/li>\n<li>Huang, C. (2011). Achievement goals and achievement emotions: A meta-analysis. <em>Educational Psychology Review<\/em>, <em>23<\/em>(3), 359-388.<\/li>\n<li>Hulleman, C. S., Schrager, S. M., Bodmann, S. M., &amp; Harackiewicz, J. M. (2010). A meta-analytic review of achievement goal measures: Different labels for the same constructs or different constructs with similar labels? <em>Psychological Bulletin<\/em>, <em>136<\/em>(3), 422-449.<\/li>\n<li>Nicholls, J. G. (1984). Achievement motivation: Conceptions of ability, subjective experience, task choice, and performance. <em>Psychological Review<\/em>, <em>91<\/em>(3), 328-346.<\/li>\n<li>Spinath, B., Stiensmeier-Pelster, J., Sch\u00f6ne, C., &amp; Dickh\u00e4user, O. (2012). <em>SELLMO. Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation<\/em> (2. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990097224990205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990097224990205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 09\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von\u00a0Birgit Spinath, Joachim Stiensmeier-Pelster, Claudia Sch\u00f6ne und Oliver Dickh\u00e4user (2012) &nbsp; Einsatzbereich 3.-10. Klasse Einzel- und Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1740,"menu_order":34,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[78,77,93,92,75,76],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-565","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-heil-und-sonderpaedagogische-diagnostik","category-klinische-diagnostik","category-leistungsmotivation","category-lernmotivation","category-03-mittelstufe","category-04-oberstufe"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1740"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":680,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/565\/revisions\/680"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/565\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=565"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=565"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=565"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}