{"id":552,"date":"2026-10-09T10:32:27","date_gmt":"2026-10-09T08:32:27","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=552"},"modified":"2026-10-09T13:55:31","modified_gmt":"2026-10-09T11:55:31","slug":"fragebogen-zur-erfassung-emotionaler-und-sozialer-schulerfahrungen-in-der-5-und-6-klassenstufe-feess-5-6","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/fragebogen-zur-erfassung-emotionaler-und-sozialer-schulerfahrungen-in-der-5-und-6-klassenstufe-feess-5-6\/","title":{"raw":"Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der 5. und 6. Klassenstufe (FEESS 5-6)","rendered":"Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der 5. und 6. Klassenstufe (FEESS 5-6)"},"content":{"raw":"von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2021)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-531 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/FEESS5_6.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"373\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>5. und 6. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer FEESS 5-6 stellt ein Instrument zur Diagnostik und Evaluation von psychologisch und p\u00e4dagogisch relevanten Sichtweisen, Einsch\u00e4tzungen und Einstellungen von Sch\u00fcler:innen der Klassenstufen 5 und 6 dar. Konkret erfasst der Fragebogen die subjektiv erlebte soziale, emotionale und leistungs-motivationale Integration sowie das wahrgenommene Schul- und Lernklima und Gef\u00fchl des Angenommenseins durch die Lehrperson. Der Fragebogen umfasst zwei Teilfrageb\u00f6gen (SIKS und SALGA) mit insgesamt sieben Skalen: Der SIKS besteht aus den drei Skalen \u00abSoziale Integration\u00bb, \u00abKlassenklima\u00bb und \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb; der SALGA besteht aus den vier Skalen \u00abSchuleinstellung\u00bb, \u00abAnstrengungsbereitschaft\u00bb, \u00abLernfreude\u00bb und \u00abGef\u00fchl des Angenommenseins\u00bb.\r\n\r\nDer Fragebogen kann sowohl als Gruppenverfahren mit ganzen Schulklassen als auch mit einzelnen Kindern im Rahmen der Individualdiagnostik eingesetzt werden. Er wird als Paper-Pencil-Verfahren durchgef\u00fchrt. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 20 Minuten pro Teilfragebogen. Beim Einsatz im Sonderschulbereich kann die Durchf\u00fchrungszeit erh\u00f6ht sein. Die insgesamt 90 (SIKS: 37, SALGA: 53) Feststellungen werden von den Sch\u00fcler:innen auf einer vierstufigen Antwortskala (\u00abstimmt gar nicht\u00bb bis \u00abstimmt genau\u00bb) beurteilt.\r\n\r\nDer FEESS 5-6 stellt eine Weiterentwicklung der beiden Frageb\u00f6gen f\u00fcr die 1. und 2. Klasse (FEESS 1-2; Rauer &amp; Schuck, 2004) und 3. und 4. Klasse (FEESS 3-4; Rauer &amp; Schuck, 2003) dar. Da der FEESS f\u00fcr unterschiedliche Klassenstufen entwickelt wurde, kann er \u00fcber mehrere Schuljahre hinweg zur Entwicklung und Evaluation umfassender, individueller und klassenbezogener F\u00f6rderkonzepte eingesetzt werden.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer Entwicklungsprozess und die Konstruktion der sieben Skalen wird im Manual nachvollziehbar und verst\u00e4ndlich beschrieben. Da der FEESS auf verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tzen und Konzepten basiert, wurde f\u00fcr die Bezeichnung des Fragebogens der \u00fcbergeordnete Begriff \u00absoziale und emotionale Schulerfahrungen\u00bb gew\u00e4hlt. Die Auswahl der im FEESS erfassten psychologischen Konstrukte erfolgte einerseits in Bezug auf ihre theoretische Bedeutsamkeit, andererseits auch im Hinblick auf die praktische Relevanz im Umfeld der integrativen Beschulung und der emotionalen, sozialen und leistungsmotivationalen Bewertung der Lernsituation. Die Bezugspunkte bei der Konstruktion des Fragebogens orientierten sich an den allgemeinen p\u00e4dagogischen Zielen der Grundschullehrpl\u00e4ne sowie an psychologisch-p\u00e4dagogischen Theorien.\r\n\r\nEin theoretischer Bezugspunkt im FEESS ist die Theorie der Selbstwirksamkeit nach Bandura (1977), welche davon ausgeht, dass die Ausf\u00fchrung einer Handlung stattfindet, wenn sich die Person den Anforderungen gewachsen f\u00fchlt (Kompetenzerwartung) und eine positive Ergebniserwartung vorliegt. Beispielsweise ist in der Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, welche sich auf die Kompetenzerwartung bei schulischen Anforderungen bezieht, die Selbstwirksamkeitstheorie repr\u00e4sentiert. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) als Motivationstheorie erkl\u00e4rt, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft einer Person h\u00f6her sind, wenn sie sich selbstbestimmt, kompetent und sozial eingebunden f\u00fchlt. Die beiden grundlegenden Theorien nimmt der FEESS auf und erfasst situations\u00fcbergreifende sowie zeitlich relativ \u00fcberdauernde Sichtweisen und Einstellungen der Kinder.\r\n\r\nDie Schulklimaforschung nimmt ebenfalls an, dass eher zeitlich \u00fcberdauernde Einstellungen und weniger gegenw\u00e4rtige Zust\u00e4nde eine Rolle spielen. Im FEESS basieren die Dimensionen des Klassenklimas und der sozialen Integration auf der Schulqualit\u00e4tsforschung (Fend, 1998). Dem Fragebogen liegen auch Erkenntnisse der Integrationsforschung zugrunde, insofern, dass u.a. das emotionale Wohlbefinden der einzelnen Sch\u00fcler:innen, insbesondere f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, erfasst wird.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nF\u00fcr die standardisierte Durchf\u00fchrung sind pr\u00e4zise Anweisungen vorgegeben. Die Feststellungen werden von den Kindern auf einer vierstufigen Antwortskala beantwortet. Die Auswertungsobjektivit\u00e4t ist aufgrund der verf\u00fcgbaren Auswertungsschablonen gew\u00e4hrleistet. Die individuellen Rohwerte k\u00f6nnen anhand der bereitgestellten Normwerte (Prozentrang, T-Wert) eindeutig interpretiert und eingeordnet werden. Im Unterschied zum FEESS 1-2 und FEESS 3-4 sind f\u00fcr den FEESS 5-6 keine klassenbezogenen Normwerte, sondern ausschliesslich Normtabellen auf Basis von Individualdaten verf\u00fcgbar.\r\n\r\nInsgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie internen Konsistenzen der Eichstichprobe liegen je nach Skala zwischen \u03b1 = .81 und \u03b1 = .94 und sind als gut bis sehr gut einzustufen. Zurzeit liegen f\u00fcr den FEESS 5-6 noch keine Daten zur Retest-Reliabilit\u00e4t vor. Auf Basis der Retest-Reliabilit\u00e4tskoeffizienten des FEESS 3-4 (Rauer &amp; Schuck, 2003) wird davon ausgegangen, dass auch der FEESS 5-6 \u00fcber eine gute Retest-Reliabilit\u00e4t verf\u00fcgt.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t kann aufgrund der Ableitung aus den Zielen der Lehrpl\u00e4ne sowie auf Basis theoretischer Bezugskonzepte und relevanter Instrumente als gegeben betrachtet werden. Die Interkorrelationen innerhalb gleicher Konstruktbereiche fallen deutlich h\u00f6her aus als die Interkorrelationen zwischen unterschiedlichen Konstruktbereichen. Faktorenanalytisch konnte die theoretisch erarbeitete Struktur mit den drei \u00fcbergeordneten Dimensionen reproduziert werden, welche rund 82 % der Varianz aufkl\u00e4ren: Schul- und Lernklima, Sozialklima und F\u00e4higkeitsselbstkonzept. Auf diese Weise konnte aufgezeigt werden, dass sich die konzeptionelle Struktur mit drei inhaltlichen Dimensionen \u00fcber alle drei Versionen des FEESS und damit \u00fcber alle sechs Klassenstufen (1.-6. Klasse) best\u00e4tigen lassen. In Bezug auf die differentielle Validit\u00e4t liegen einzelne Zusammenh\u00e4nge (mit biografischen Merkmalen, p\u00e4dagogischen und sonderp\u00e4dagogischen Klassifizierungen) entsprechend der theoretischen Erwartung vor. Weiter konnte die G\u00fcltigkeit der Skalen mittels signifikanter Korrelationen mit Frageb\u00f6gen f\u00fcr Sch\u00fcler:innen sowie f\u00fcr Eltern nachgewiesen werden und zudem liegen Befunde zur Kriteriumsvalidit\u00e4t (Zusammenh\u00e4nge mit Einsch\u00e4tzung der \u00fcberfachlichen Kompetenzen, Leistungswerten) vor. Insgesamt liegen umfangreiche Belege f\u00fcr die Validit\u00e4t des Fragebogens vor.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nAn der Normierung des FEESS 5-6 nahmen je nach Skala 806 bis 886 Sch\u00fcler:innen der 5. Klasse und 832 bis 856 Sch\u00fcler:innen der 6. Klasse teil. Die Sch\u00fcler:innen stammten aus insgesamt zw\u00f6lf Schulen in Hamburg. Im Unterschied zum FEESS 1-2 und FEESS 3-4 konnten keine Klassennormen berechnet werden. Entsprechend liegen Individualnormen f\u00fcr die beiden Schulstufen vor. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen sowohl Prozentrangwerte als auch T-Werte zur Verf\u00fcgung.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. <em>Psychological Review, 84<\/em>, 191-215.<\/li>\r\n \t<li>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior.<\/em> Plenum Press.<\/li>\r\n \t<li>Fend, H. (1998). <em>Qualit\u00e4t im Bildungswesen: Schulforschung zu Systembedingungen, Schulprofilen und Lehrerleistung. <\/em>Juventa.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W. &amp; Schuck, K. D. (2003). <em>FEESS 3\u20134. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen.<\/em> Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2004). <em>FEESS 1-2. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen<\/em>. Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2021). <em>FEESS 5-6: Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der f\u00fcnften und sechsten Klassenstufe<\/em>. Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116786063605521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116786063605521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2021)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-531\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/FEESS5_6.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"373\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>5. und 6. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der FEESS 5-6 stellt ein Instrument zur Diagnostik und Evaluation von psychologisch und p\u00e4dagogisch relevanten Sichtweisen, Einsch\u00e4tzungen und Einstellungen von Sch\u00fcler:innen der Klassenstufen 5 und 6 dar. Konkret erfasst der Fragebogen die subjektiv erlebte soziale, emotionale und leistungs-motivationale Integration sowie das wahrgenommene Schul- und Lernklima und Gef\u00fchl des Angenommenseins durch die Lehrperson. Der Fragebogen umfasst zwei Teilfrageb\u00f6gen (SIKS und SALGA) mit insgesamt sieben Skalen: Der SIKS besteht aus den drei Skalen \u00abSoziale Integration\u00bb, \u00abKlassenklima\u00bb und \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb; der SALGA besteht aus den vier Skalen \u00abSchuleinstellung\u00bb, \u00abAnstrengungsbereitschaft\u00bb, \u00abLernfreude\u00bb und \u00abGef\u00fchl des Angenommenseins\u00bb.<\/p>\n<p>Der Fragebogen kann sowohl als Gruppenverfahren mit ganzen Schulklassen als auch mit einzelnen Kindern im Rahmen der Individualdiagnostik eingesetzt werden. Er wird als Paper-Pencil-Verfahren durchgef\u00fchrt. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 20 Minuten pro Teilfragebogen. Beim Einsatz im Sonderschulbereich kann die Durchf\u00fchrungszeit erh\u00f6ht sein. Die insgesamt 90 (SIKS: 37, SALGA: 53) Feststellungen werden von den Sch\u00fcler:innen auf einer vierstufigen Antwortskala (\u00abstimmt gar nicht\u00bb bis \u00abstimmt genau\u00bb) beurteilt.<\/p>\n<p>Der FEESS 5-6 stellt eine Weiterentwicklung der beiden Frageb\u00f6gen f\u00fcr die 1. und 2. Klasse (FEESS 1-2; Rauer &amp; Schuck, 2004) und 3. und 4. Klasse (FEESS 3-4; Rauer &amp; Schuck, 2003) dar. Da der FEESS f\u00fcr unterschiedliche Klassenstufen entwickelt wurde, kann er \u00fcber mehrere Schuljahre hinweg zur Entwicklung und Evaluation umfassender, individueller und klassenbezogener F\u00f6rderkonzepte eingesetzt werden.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der Entwicklungsprozess und die Konstruktion der sieben Skalen wird im Manual nachvollziehbar und verst\u00e4ndlich beschrieben. Da der FEESS auf verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tzen und Konzepten basiert, wurde f\u00fcr die Bezeichnung des Fragebogens der \u00fcbergeordnete Begriff \u00absoziale und emotionale Schulerfahrungen\u00bb gew\u00e4hlt. Die Auswahl der im FEESS erfassten psychologischen Konstrukte erfolgte einerseits in Bezug auf ihre theoretische Bedeutsamkeit, andererseits auch im Hinblick auf die praktische Relevanz im Umfeld der integrativen Beschulung und der emotionalen, sozialen und leistungsmotivationalen Bewertung der Lernsituation. Die Bezugspunkte bei der Konstruktion des Fragebogens orientierten sich an den allgemeinen p\u00e4dagogischen Zielen der Grundschullehrpl\u00e4ne sowie an psychologisch-p\u00e4dagogischen Theorien.<\/p>\n<p>Ein theoretischer Bezugspunkt im FEESS ist die Theorie der Selbstwirksamkeit nach Bandura (1977), welche davon ausgeht, dass die Ausf\u00fchrung einer Handlung stattfindet, wenn sich die Person den Anforderungen gewachsen f\u00fchlt (Kompetenzerwartung) und eine positive Ergebniserwartung vorliegt. Beispielsweise ist in der Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, welche sich auf die Kompetenzerwartung bei schulischen Anforderungen bezieht, die Selbstwirksamkeitstheorie repr\u00e4sentiert. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) als Motivationstheorie erkl\u00e4rt, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft einer Person h\u00f6her sind, wenn sie sich selbstbestimmt, kompetent und sozial eingebunden f\u00fchlt. Die beiden grundlegenden Theorien nimmt der FEESS auf und erfasst situations\u00fcbergreifende sowie zeitlich relativ \u00fcberdauernde Sichtweisen und Einstellungen der Kinder.<\/p>\n<p>Die Schulklimaforschung nimmt ebenfalls an, dass eher zeitlich \u00fcberdauernde Einstellungen und weniger gegenw\u00e4rtige Zust\u00e4nde eine Rolle spielen. Im FEESS basieren die Dimensionen des Klassenklimas und der sozialen Integration auf der Schulqualit\u00e4tsforschung (Fend, 1998). Dem Fragebogen liegen auch Erkenntnisse der Integrationsforschung zugrunde, insofern, dass u.a. das emotionale Wohlbefinden der einzelnen Sch\u00fcler:innen, insbesondere f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, erfasst wird.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>F\u00fcr die standardisierte Durchf\u00fchrung sind pr\u00e4zise Anweisungen vorgegeben. Die Feststellungen werden von den Kindern auf einer vierstufigen Antwortskala beantwortet. Die Auswertungsobjektivit\u00e4t ist aufgrund der verf\u00fcgbaren Auswertungsschablonen gew\u00e4hrleistet. Die individuellen Rohwerte k\u00f6nnen anhand der bereitgestellten Normwerte (Prozentrang, T-Wert) eindeutig interpretiert und eingeordnet werden. Im Unterschied zum FEESS 1-2 und FEESS 3-4 sind f\u00fcr den FEESS 5-6 keine klassenbezogenen Normwerte, sondern ausschliesslich Normtabellen auf Basis von Individualdaten verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Insgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die internen Konsistenzen der Eichstichprobe liegen je nach Skala zwischen \u03b1 = .81 und \u03b1 = .94 und sind als gut bis sehr gut einzustufen. Zurzeit liegen f\u00fcr den FEESS 5-6 noch keine Daten zur Retest-Reliabilit\u00e4t vor. Auf Basis der Retest-Reliabilit\u00e4tskoeffizienten des FEESS 3-4 (Rauer &amp; Schuck, 2003) wird davon ausgegangen, dass auch der FEESS 5-6 \u00fcber eine gute Retest-Reliabilit\u00e4t verf\u00fcgt.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t kann aufgrund der Ableitung aus den Zielen der Lehrpl\u00e4ne sowie auf Basis theoretischer Bezugskonzepte und relevanter Instrumente als gegeben betrachtet werden. Die Interkorrelationen innerhalb gleicher Konstruktbereiche fallen deutlich h\u00f6her aus als die Interkorrelationen zwischen unterschiedlichen Konstruktbereichen. Faktorenanalytisch konnte die theoretisch erarbeitete Struktur mit den drei \u00fcbergeordneten Dimensionen reproduziert werden, welche rund 82 % der Varianz aufkl\u00e4ren: Schul- und Lernklima, Sozialklima und F\u00e4higkeitsselbstkonzept. Auf diese Weise konnte aufgezeigt werden, dass sich die konzeptionelle Struktur mit drei inhaltlichen Dimensionen \u00fcber alle drei Versionen des FEESS und damit \u00fcber alle sechs Klassenstufen (1.-6. Klasse) best\u00e4tigen lassen. In Bezug auf die differentielle Validit\u00e4t liegen einzelne Zusammenh\u00e4nge (mit biografischen Merkmalen, p\u00e4dagogischen und sonderp\u00e4dagogischen Klassifizierungen) entsprechend der theoretischen Erwartung vor. Weiter konnte die G\u00fcltigkeit der Skalen mittels signifikanter Korrelationen mit Frageb\u00f6gen f\u00fcr Sch\u00fcler:innen sowie f\u00fcr Eltern nachgewiesen werden und zudem liegen Befunde zur Kriteriumsvalidit\u00e4t (Zusammenh\u00e4nge mit Einsch\u00e4tzung der \u00fcberfachlichen Kompetenzen, Leistungswerten) vor. Insgesamt liegen umfangreiche Belege f\u00fcr die Validit\u00e4t des Fragebogens vor.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>An der Normierung des FEESS 5-6 nahmen je nach Skala 806 bis 886 Sch\u00fcler:innen der 5. Klasse und 832 bis 856 Sch\u00fcler:innen der 6. Klasse teil. Die Sch\u00fcler:innen stammten aus insgesamt zw\u00f6lf Schulen in Hamburg. Im Unterschied zum FEESS 1-2 und FEESS 3-4 konnten keine Klassennormen berechnet werden. Entsprechend liegen Individualnormen f\u00fcr die beiden Schulstufen vor. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen sowohl Prozentrangwerte als auch T-Werte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. <em>Psychological Review, 84<\/em>, 191-215.<\/li>\n<li>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior.<\/em> Plenum Press.<\/li>\n<li>Fend, H. (1998). <em>Qualit\u00e4t im Bildungswesen: Schulforschung zu Systembedingungen, Schulprofilen und Lehrerleistung. <\/em>Juventa.<\/li>\n<li>Rauer, W. &amp; Schuck, K. D. (2003). <em>FEESS 3\u20134. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen.<\/em> Beltz.<\/li>\n<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2004). <em>FEESS 1-2. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen<\/em>. Beltz.<\/li>\n<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2021). <em>FEESS 5-6: Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der f\u00fcnften und sechsten Klassenstufe<\/em>. Hogrefe.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116786063605521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116786063605521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2021) &nbsp; Einsatzbereich 5. und 6. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. 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