{"id":546,"date":"2026-10-09T10:16:02","date_gmt":"2026-10-09T08:16:02","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=546"},"modified":"2026-10-09T13:55:08","modified_gmt":"2026-10-09T11:55:08","slug":"fragebogen-zur-erfassung-emotionaler-und-sozialer-schulerfahrungen-von-grundschulkindern-dritter-und-vierter-klassen-feess-3-4","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/fragebogen-zur-erfassung-emotionaler-und-sozialer-schulerfahrungen-von-grundschulkindern-dritter-und-vierter-klassen-feess-3-4\/","title":{"raw":"Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen (FEESS 3-4)","rendered":"Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen (FEESS 3-4)"},"content":{"raw":"von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2003)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-532 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/FEESS3_4.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"394\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>3. und 4. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer FEESS 3-4 stellt ein Instrument zur Diagnostik und Evaluation von psychologisch und p\u00e4dagogisch relevanten Sichtweisen, Einsch\u00e4tzungen und Einstellungen von Kindern in der Grundschule (Primarschule) der Klassenstufen 3 und 4 dar. Konkret erfasst der Fragebogen die subjektiv erlebte soziale, emotionale und leistungs-motivationale Integration sowie das wahrgenommene Schul- und Lernklima und Gef\u00fchl des Angenommenseins durch die Lehrperson. Der Fragebogen umfasst zwei Teilfrageb\u00f6gen mit insgesamt sieben Skalen: Der SIKS besteht aus den drei Skalen \u00abSoziale Integration\u00bb, \u00abKlassenklima\u00bb und \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, der SALGA besteht aus den vier Skalen \u00abSchuleinstellung\u00bb, \u00abAnstrengungsbereitschaft\u00bb, \u00abLernfreude\u00bb und \u00abGef\u00fchl des Angenommenseins\u00bb.\r\n\r\nDie Durchf\u00fchrung ist f\u00fcr das zweite Schulhalbjahr vorgesehen. Der Fragebogen kann sowohl mit einzelnen Kindern im Rahmen der Individualdiagnostik als auch mit ganzen Schulklassen eingesetzt werden. Er wird als Paper-Pencil-Verfahren durchgef\u00fchrt. Die Kinder beantworten Feststellungen auf einer vierstufigen Ratingskala von \u00abstimmt gar nicht\u00bb bis \u00abstimmt genau\u00bb. Die Antwortskala ist f\u00fcr die Kinder neben der Beschriftung auch visuell anhand jeweils kleiner und grosser Rechtecke und Ovale dargestellt. Insgesamt umfasst das Verfahren 90 Items. Die Bearbeitungszeit betr\u00e4gt pro Teilfragebogen etwa 30 Minuten; empfohlen wird, die Durchf\u00fchrung auf zwei Schultage zu verteilen. Je nach Fragestellung ist es m\u00f6glich, auch nur einen der beiden Teilfrageb\u00f6gen einzusetzen. F\u00fcr die Auswertung werden Schablonen zur Verf\u00fcgung gestellt.\r\n\r\nDa der FEESS f\u00fcr unterschiedliche Klassenstufen entwickelt wurde, kann er \u00fcber mehrere Schuljahre hinweg zur Entwicklung und Evaluation umfassender, individueller und klassenbezogener F\u00f6rderkonzepte eingesetzt werden. Der FEESS liegt ebenfalls f\u00fcr die 1. und 2. Klasse (FEESS 1-2; Rauer &amp; Schuck, 2004) sowie f\u00fcr die 5. und 6. Klasse (FEESS 5-6; Rauer &amp; Schuck, 2021) vor.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer Entwicklungsprozess und die Konstruktion der einzelnen Skalen auf Basis bereits bestehender Instrumente wird im Manual nachvollziehbar und verst\u00e4ndlich beschrieben. Da der FEESS auf verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tzen und Konzepten basiert, wurde f\u00fcr die Bezeichnung des Fragebogens der \u00fcbergeordnete Begriff \u00absoziale und emotionale Schulerfahrungen\u00bb gew\u00e4hlt. Die Auswahl der im FEESS erfassten psychologischen Konstrukte erfolgte einerseits in Bezug auf ihre theoretische Bedeutsamkeit, andererseits auch im Hinblick auf die praktische Relevanz im Umfeld der integrativen Beschulung und der emotionalen, sozialen und leistungsmotivationalen Bewertung der Lernsituation. Bei der Konstruktion des Fragebogens wurden die \u00fcbergeordneten p\u00e4dagogischen Ziele der Grundschullehrpl\u00e4ne sowie einschl\u00e4gige psychologisch-p\u00e4dagogische Theorien als zentrale Bezugspunkte herangezogen.\r\n\r\nIm FEESS ist die Selbstwirksamkeitstheorie nach Bandura (1977) mit eingeflossen, welche davon ausgeht, dass die Ausf\u00fchrung einer Handlung stattfindet, wenn sich die Person den Anforderungen gewachsen f\u00fchlt (Kompetenzerwartung) und eine positive Ergebniserwartung vorliegt. Beispielsweise ist in der Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, welche sich auf die Kompetenzerwartung bei schulischen Anforderungen bezieht, die Selbstwirksamkeitstheorie repr\u00e4sentiert. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) als Motivationstheorie erkl\u00e4rt, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft einer Person h\u00f6her sind, wenn sie sich selbstbestimmt, kompetent und sozial eingebunden f\u00fchlt. Die beiden grundlegenden Theorien nimmt der FEESS auf und erfasst situations\u00fcbergreifende sowie zeitlich relativ \u00fcberdauernde Sichtweisen und Einstellungen der Kinder.\r\n\r\nDie Schulklimaforschung nimmt ebenfalls an, dass eher zeitlich \u00fcberdauernde Einstellungen und weniger gegenw\u00e4rtige Zust\u00e4nde eine Rolle spielen. Im FEESS basieren die Dimensionen des Klassenklimas und der sozialen Integration auf der Schulqualit\u00e4tsforschung (Fend, 1998). Dem Fragebogen liegen auch Erkenntnisse der Integrationsforschung zugrunde, insofern, dass das emotionale Wohlbefinden der einzelnen Sch\u00fcler:innen, insbesondere f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, erfasst wird.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nEine detaillierte Anleitung zur Durchf\u00fchrung ist im Manual enthalten. Die Auswertung des Fragebogens erfolgt anhand einer genau vorgegebenen Anleitung. Mithilfe von Schablonen werden zun\u00e4chst die Rohwerte ermittelt und im Anschluss mittels Normtabellen in Prozentr\u00e4nge und T-Werte transformiert. Neben Normen f\u00fcr Individualdaten stehen auch Normtabellen auf Klassenebene zur Verf\u00fcgung, die eine eindeutige Zuordnung erm\u00f6glichen und damit die Interpretationsobjektivit\u00e4t gew\u00e4hrleisten.\r\n\r\nInsgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie internen Konsistenzen der Individualdaten liegen je nach Skala zwischen \u03b1 = .74 und \u03b1 = .95 wobei die meisten Skalen eine hohe Reliabilit\u00e4t (&gt; .80) aufweisen. Die internen Konsistenzen auf Basis der Klassendaten (\u03b1 = .81 - .98) fallen ebenfalls hoch aus.\r\n\r\nDie Retest-Reliabilit\u00e4ten der Skalen variieren bei den Individualdaten nach einem Jahr zwischen r<sub>tt<\/sub>= .46 und r<sub>tt<\/sub> = .68. F\u00fcr die Klassendaten liegen die Reliabilit\u00e4ten zwischen r<sub>tt<\/sub>= .49 und r<sub>tt<\/sub> = .88, wobei alle Skalen ausser \u00abSoziale Integration\u00bb eine ausreichende bis hohe Reliabilit\u00e4t aufweisen. Die Retest-Reliabilit\u00e4ten nach einem Jahr wurden f\u00fcr die Kinder der 3. Klassen erfasst . F\u00fcr die Individualdaten der 4. Klassen liegen die Retest-Reliabilit\u00e4ten nach vier Wochen im Bereich r<sub>tt<\/sub> = .62 -.80. Angaben zur Split-Half-Reliabilit\u00e4t liegen keine vor.\r\n\r\nInsgesamt k\u00f6nnen die internen Konsistenzen als gut bis sehr gut beurteilt werden. Die Retest-Reliabilit\u00e4ten auf Klassenebene sind \u00fcberwiegend als hoch einzusch\u00e4tzen, w\u00e4hrend die Werte der Individualdaten tiefer liegen.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie inhaltliche Validit\u00e4t gilt aufgrund der Orientierung an verschiedenen Bezugstheorien sowie Anlehnung an bestehende Instrumente bei der Konstruktion als gegeben. Die konzeptionelle Struktur wird durch Faktorenanalysen empirisch best\u00e4tigt und Interkorrelationen zwischen den Skalen deuten auf die zu erwartenden Zusammenh\u00e4nge hin. Zur Erfassung der Konstruktvalidit\u00e4t wurde zudem die Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb mit dem relativen Selbstkonzept in Bezug gesetzt. Weitere \u00dcberpr\u00fcfungen im Zusammenhang mit biografischen Merkmalen und Merkmalen der Klassen best\u00e4tigen die differentielle Validit\u00e4t. Zur Bestimmung der Kriteriumsvalidit\u00e4t konnten Zusammenh\u00e4nge mit soziometrischen Daten und Leistungswerten in die erwartete Richtung best\u00e4tigt werden. Der FEESS 3-4 kann somit als valides Instrument eingestuft werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normstichprobe besteht aus insgesamt 2\u2019330 Kindern der dritten (n = 1\u2019116) und vierten (n = 1\u2019214) Klasse aus mehreren Schulen in Hamburg sowie Schleswig-Holstein. Die Normierung fand im Jahr 2001 statt.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. <em>Psychological Review, 84<\/em>, 191-215.<\/li>\r\n \t<li>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior.<\/em> Plenum Press.<\/li>\r\n \t<li>Fend, H. (1998). <em>Qualit\u00e4t im Bildungswesen: Schulforschung zu Systembedingungen, Schulprofilen und Lehrerleistung. <\/em>Juventa.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W. &amp; Schuck, K. D. (2003). <em>FEESS 3\u20134. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen.<\/em> Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2004). <em>FEESS 1-2. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen<\/em>. Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2021). <em>FEESS 5-6: Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der f\u00fcnften und sechsten Klassenstufe<\/em>. Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990085657690205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990085657690205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2003)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-532\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/10\/FEESS3_4.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"394\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>3. und 4. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der FEESS 3-4 stellt ein Instrument zur Diagnostik und Evaluation von psychologisch und p\u00e4dagogisch relevanten Sichtweisen, Einsch\u00e4tzungen und Einstellungen von Kindern in der Grundschule (Primarschule) der Klassenstufen 3 und 4 dar. Konkret erfasst der Fragebogen die subjektiv erlebte soziale, emotionale und leistungs-motivationale Integration sowie das wahrgenommene Schul- und Lernklima und Gef\u00fchl des Angenommenseins durch die Lehrperson. Der Fragebogen umfasst zwei Teilfrageb\u00f6gen mit insgesamt sieben Skalen: Der SIKS besteht aus den drei Skalen \u00abSoziale Integration\u00bb, \u00abKlassenklima\u00bb und \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, der SALGA besteht aus den vier Skalen \u00abSchuleinstellung\u00bb, \u00abAnstrengungsbereitschaft\u00bb, \u00abLernfreude\u00bb und \u00abGef\u00fchl des Angenommenseins\u00bb.<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung ist f\u00fcr das zweite Schulhalbjahr vorgesehen. Der Fragebogen kann sowohl mit einzelnen Kindern im Rahmen der Individualdiagnostik als auch mit ganzen Schulklassen eingesetzt werden. Er wird als Paper-Pencil-Verfahren durchgef\u00fchrt. Die Kinder beantworten Feststellungen auf einer vierstufigen Ratingskala von \u00abstimmt gar nicht\u00bb bis \u00abstimmt genau\u00bb. Die Antwortskala ist f\u00fcr die Kinder neben der Beschriftung auch visuell anhand jeweils kleiner und grosser Rechtecke und Ovale dargestellt. Insgesamt umfasst das Verfahren 90 Items. Die Bearbeitungszeit betr\u00e4gt pro Teilfragebogen etwa 30 Minuten; empfohlen wird, die Durchf\u00fchrung auf zwei Schultage zu verteilen. Je nach Fragestellung ist es m\u00f6glich, auch nur einen der beiden Teilfrageb\u00f6gen einzusetzen. F\u00fcr die Auswertung werden Schablonen zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Da der FEESS f\u00fcr unterschiedliche Klassenstufen entwickelt wurde, kann er \u00fcber mehrere Schuljahre hinweg zur Entwicklung und Evaluation umfassender, individueller und klassenbezogener F\u00f6rderkonzepte eingesetzt werden. Der FEESS liegt ebenfalls f\u00fcr die 1. und 2. Klasse (FEESS 1-2; Rauer &amp; Schuck, 2004) sowie f\u00fcr die 5. und 6. Klasse (FEESS 5-6; Rauer &amp; Schuck, 2021) vor.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der Entwicklungsprozess und die Konstruktion der einzelnen Skalen auf Basis bereits bestehender Instrumente wird im Manual nachvollziehbar und verst\u00e4ndlich beschrieben. Da der FEESS auf verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tzen und Konzepten basiert, wurde f\u00fcr die Bezeichnung des Fragebogens der \u00fcbergeordnete Begriff \u00absoziale und emotionale Schulerfahrungen\u00bb gew\u00e4hlt. Die Auswahl der im FEESS erfassten psychologischen Konstrukte erfolgte einerseits in Bezug auf ihre theoretische Bedeutsamkeit, andererseits auch im Hinblick auf die praktische Relevanz im Umfeld der integrativen Beschulung und der emotionalen, sozialen und leistungsmotivationalen Bewertung der Lernsituation. Bei der Konstruktion des Fragebogens wurden die \u00fcbergeordneten p\u00e4dagogischen Ziele der Grundschullehrpl\u00e4ne sowie einschl\u00e4gige psychologisch-p\u00e4dagogische Theorien als zentrale Bezugspunkte herangezogen.<\/p>\n<p>Im FEESS ist die Selbstwirksamkeitstheorie nach Bandura (1977) mit eingeflossen, welche davon ausgeht, dass die Ausf\u00fchrung einer Handlung stattfindet, wenn sich die Person den Anforderungen gewachsen f\u00fchlt (Kompetenzerwartung) und eine positive Ergebniserwartung vorliegt. Beispielsweise ist in der Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, welche sich auf die Kompetenzerwartung bei schulischen Anforderungen bezieht, die Selbstwirksamkeitstheorie repr\u00e4sentiert. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) als Motivationstheorie erkl\u00e4rt, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft einer Person h\u00f6her sind, wenn sie sich selbstbestimmt, kompetent und sozial eingebunden f\u00fchlt. Die beiden grundlegenden Theorien nimmt der FEESS auf und erfasst situations\u00fcbergreifende sowie zeitlich relativ \u00fcberdauernde Sichtweisen und Einstellungen der Kinder.<\/p>\n<p>Die Schulklimaforschung nimmt ebenfalls an, dass eher zeitlich \u00fcberdauernde Einstellungen und weniger gegenw\u00e4rtige Zust\u00e4nde eine Rolle spielen. Im FEESS basieren die Dimensionen des Klassenklimas und der sozialen Integration auf der Schulqualit\u00e4tsforschung (Fend, 1998). Dem Fragebogen liegen auch Erkenntnisse der Integrationsforschung zugrunde, insofern, dass das emotionale Wohlbefinden der einzelnen Sch\u00fcler:innen, insbesondere f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, erfasst wird.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Eine detaillierte Anleitung zur Durchf\u00fchrung ist im Manual enthalten. Die Auswertung des Fragebogens erfolgt anhand einer genau vorgegebenen Anleitung. Mithilfe von Schablonen werden zun\u00e4chst die Rohwerte ermittelt und im Anschluss mittels Normtabellen in Prozentr\u00e4nge und T-Werte transformiert. Neben Normen f\u00fcr Individualdaten stehen auch Normtabellen auf Klassenebene zur Verf\u00fcgung, die eine eindeutige Zuordnung erm\u00f6glichen und damit die Interpretationsobjektivit\u00e4t gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Insgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die internen Konsistenzen der Individualdaten liegen je nach Skala zwischen \u03b1 = .74 und \u03b1 = .95 wobei die meisten Skalen eine hohe Reliabilit\u00e4t (&gt; .80) aufweisen. Die internen Konsistenzen auf Basis der Klassendaten (\u03b1 = .81 &#8211; .98) fallen ebenfalls hoch aus.<\/p>\n<p>Die Retest-Reliabilit\u00e4ten der Skalen variieren bei den Individualdaten nach einem Jahr zwischen r<sub>tt<\/sub>= .46 und r<sub>tt<\/sub> = .68. F\u00fcr die Klassendaten liegen die Reliabilit\u00e4ten zwischen r<sub>tt<\/sub>= .49 und r<sub>tt<\/sub> = .88, wobei alle Skalen ausser \u00abSoziale Integration\u00bb eine ausreichende bis hohe Reliabilit\u00e4t aufweisen. Die Retest-Reliabilit\u00e4ten nach einem Jahr wurden f\u00fcr die Kinder der 3. Klassen erfasst . F\u00fcr die Individualdaten der 4. Klassen liegen die Retest-Reliabilit\u00e4ten nach vier Wochen im Bereich r<sub>tt<\/sub> = .62 -.80. Angaben zur Split-Half-Reliabilit\u00e4t liegen keine vor.<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnen die internen Konsistenzen als gut bis sehr gut beurteilt werden. Die Retest-Reliabilit\u00e4ten auf Klassenebene sind \u00fcberwiegend als hoch einzusch\u00e4tzen, w\u00e4hrend die Werte der Individualdaten tiefer liegen.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die inhaltliche Validit\u00e4t gilt aufgrund der Orientierung an verschiedenen Bezugstheorien sowie Anlehnung an bestehende Instrumente bei der Konstruktion als gegeben. Die konzeptionelle Struktur wird durch Faktorenanalysen empirisch best\u00e4tigt und Interkorrelationen zwischen den Skalen deuten auf die zu erwartenden Zusammenh\u00e4nge hin. Zur Erfassung der Konstruktvalidit\u00e4t wurde zudem die Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb mit dem relativen Selbstkonzept in Bezug gesetzt. Weitere \u00dcberpr\u00fcfungen im Zusammenhang mit biografischen Merkmalen und Merkmalen der Klassen best\u00e4tigen die differentielle Validit\u00e4t. Zur Bestimmung der Kriteriumsvalidit\u00e4t konnten Zusammenh\u00e4nge mit soziometrischen Daten und Leistungswerten in die erwartete Richtung best\u00e4tigt werden. Der FEESS 3-4 kann somit als valides Instrument eingestuft werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normstichprobe besteht aus insgesamt 2\u2019330 Kindern der dritten (n = 1\u2019116) und vierten (n = 1\u2019214) Klasse aus mehreren Schulen in Hamburg sowie Schleswig-Holstein. Die Normierung fand im Jahr 2001 statt.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. <em>Psychological Review, 84<\/em>, 191-215.<\/li>\n<li>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior.<\/em> Plenum Press.<\/li>\n<li>Fend, H. (1998). <em>Qualit\u00e4t im Bildungswesen: Schulforschung zu Systembedingungen, Schulprofilen und Lehrerleistung. <\/em>Juventa.<\/li>\n<li>Rauer, W. &amp; Schuck, K. D. (2003). <em>FEESS 3\u20134. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen.<\/em> Beltz.<\/li>\n<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2004). <em>FEESS 1-2. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen<\/em>. Beltz.<\/li>\n<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2021). <em>FEESS 5-6: Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der f\u00fcnften und sechsten Klassenstufe<\/em>. Hogrefe.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990085657690205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990085657690205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 10\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2003) &nbsp; Einsatzbereich 3. und 4. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. 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