{"id":490,"date":"2026-09-19T11:31:35","date_gmt":"2026-09-19T09:31:35","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=490"},"modified":"2026-10-09T13:51:37","modified_gmt":"2026-10-09T11:51:37","slug":"deutscher-rechtschreibtest-fuer-fuenfte-und-sechste-klassen-deret-5-6","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/deutscher-rechtschreibtest-fuer-fuenfte-und-sechste-klassen-deret-5-6\/","title":{"raw":"Deutscher Rechtschreibtest f\u00fcr f\u00fcnfte und sechste Klassen (DERET 5-6+)","rendered":"Deutscher Rechtschreibtest f\u00fcr f\u00fcnfte und sechste Klassen (DERET 5-6+)"},"content":{"raw":"von Rebekka Martinez M\u00e9ndez, Michael Schneider und Marcus Hasselhorn (2015)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-492 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"354\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Mitte 5. Klasse bis Mitte 7. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind f\u00fcr die Subskalen heterogen.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer DERET 5-6+ dient der systematischen Erfassung der Rechtschreibleistungen sowie der dabei relevanten orthografischen F\u00e4higkeiten von Sch\u00fcler:innen der f\u00fcnften bis siebten Klasse. Dabei erm\u00f6glicht das Verfahren eine differenzierte Einsch\u00e4tzung individueller St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und kann als Grundlage f\u00fcr gezielte F\u00f6rdermassnahmen sowie Schullaufbahnempfehlungen herangezogen werden. Die Durchf\u00fchrung im Paper-Pencil-Format dauert je nach Leistungsniveau etwa 25 bis 45 Minuten.\r\n\r\nDas Verfahren liegt in den beiden Parallelformen A und B vor und umfasst jeweils drei Untertests: ein Fliesstextdiktat, ein Diktat einzelner S\u00e4tze sowie ein L\u00fcckentextdiktat. Die Auswertung erfolgt auf drei Ebenen. Zun\u00e4chst werden die allgemeine Rechtschreibleistung anhand der Anzahl korrekt geschriebener W\u00f6rter sowie grundlegende orthografische Kompetenzen, beispielsweise die Gross- und Kleinschreibung, erfasst. Anschliessend werden spezifische, curricular verankerte Rechtschreibkompetenzen wie Dehnung und Sch\u00e4rfung untersucht. Auf der dritten Ebene wird daraus ein differenziertes Entwicklungsprofil abgeleitet, das eine Einsch\u00e4tzung des individuellen Schriftsprachentwicklungsstands erm\u00f6glicht. W\u00e4hrend die erste Auswertung manuell erfolgt und etwa 5 bis 35 Minuten beansprucht, steht f\u00fcr die weiterf\u00fchrenden Analysen eine Auswertungssoftware zur Verf\u00fcgung.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer DERET 5-6+ orientiert sich bei der Auswahl der Testinhalte an den bundesweit geltenden Bildungsstandards, den zum Zeitpunkt der Entwicklung g\u00fcltigen Lehrpl\u00e4nen sowie Schulb\u00fcchern. Ber\u00fccksichtigt wurden insbesondere orthografische Anforderungen, die klassen- und schulform\u00fcbergreifend f\u00fcr die Klassenstufen 5 bis 7 relevant sind. Das verwendete Wortmaterial wurde anhand einer Voruntersuchung mit 108 W\u00f6rtern sowie einer anschliessenden Item- und Reliabilit\u00e4tsanalyse ausgew\u00e4hlt.\r\n\r\nF\u00fcr die diagnostische Einordnung ber\u00fccksichtigt der DERET 5-6+ neben der Analyse spezifischer Rechtschreibfehler auch das Entwicklungsniveau des Schriftspracherwerbs. Grundlage hierf\u00fcr bildet das Entwicklungsstufenmodell von Reuter-Liehr (1993, 2008), das den Erwerb der deutschen Orthografie als aufeinander aufbauenden Prozess verschiedener Strategien versteht. Dabei entwickeln sich zun\u00e4chst lautbezogene phonemische Kompetenzen, auf denen zunehmend orthografisch-morphematische Regel- und Speicherkompetenzen aufbauen. Der DERET 5-6+ bildet diese Entwicklung in einem f\u00fcnffach gestuften Modell ab, das von grundlegenden und fortgeschrittenen phonemanalytischen Kompetenzen \u00fcber die sichere Silbengliederung bis hin zur Regel- und Speicherkompetenz reicht. Dadurch kann neben einzelnen Fehlerarten auch das individuelle Entwicklungsniveau der Rechtschreibkompetenz differenziert eingesch\u00e4tzt werden.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des DERET 5-6+ ist gew\u00e4hrleistet, sofern das Verfahren streng standardisiert durchgef\u00fchrt wird und die vorgegebenen Instruktionen ber\u00fccksichtigt und eingehalten werden. Bez\u00fcglich der Auswertungsobjektivit\u00e4t weisen die Autor:innen darauf hin, dass aufgrund der enormen F\u00fclle m\u00f6glicher Rechtschreibfehler pro Wort und der individuellen Handschriften keine absolute Objektivit\u00e4t garantiert werden kann. Um dennoch eine hinreichende Zuverl\u00e4ssigkeit zu sichern, liegen dem Verfahren ausf\u00fchrliche Auswertungsregeln f\u00fcr alle drei Analyseebenen bei. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t wird durch die Verf\u00fcgbarkeit standardisierter Normtabellen f\u00fcr jede Schulstufe abgesichert. Insgesamt kann das Verfahren bei genauer Einhaltung der Richtlinien als hinreichend objektiv eingestuft werden.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit des DERET 5-6+ wurde differenziert f\u00fcr die drei Analysebereiche untersucht, wobei die Messgenauigkeiten je nach Subskala stark schwanken und einzelne Subskalen tiefe Werte aufweisen:\r\n<ul>\r\n \t<li>Orthografische Basiskompetenzen: Dieser Bereich weist eine vorwiegend ausreichende bis hohe Messgenauigkeit auf. Die interne Konsistenz (Cronbachs \u03b1) liegt bei \u03b1 = .70 bis .97, die Paralleltestreliabilit\u00e4t bei r<sub>tt<\/sub> = .69 bis .96 und die Retestreliabilit\u00e4t (Intervall ca. 2-4 Wochen, erhoben in der 6. Klasse) bewegt sich zwischen r<sub>tt<\/sub> = .66 und .95.<\/li>\r\n \t<li>Checkliste curricular verankerter Leistungsstandards: In diesem Bereich f\u00e4llt die Reliabilit\u00e4t deutlich ab und liegt teilweise im ungen\u00fcgenden Bereich. Die interne Konsistenz erreicht Werte von \u03b1 = .43 bis .85, die Paralleltestreliabilit\u00e4t sinkt auf r<sub>tt<\/sub> = .23 bis .86 und die Retestreliabilit\u00e4t (Intervall ca. 2-4 Wochen, erhoben in der 6. Klasse) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .23 bis .82.<\/li>\r\n \t<li>Hierarchisch-differenzielles Entwicklungsprofil: Auch diese Skalen erweisen sich als weitgehend solide mit einer internen Konsistenz von \u03b1 = .81 bis .95, einer Paralleltestreliabilit\u00e4t von r<sub>tt<\/sub> = .45 bis .90 und einer Retestreliabilit\u00e4t (Intervall ca. 2-4 Wochen, erhoben in der 6. Klasse) von r<sub>tt<\/sub> = .61 bis .91.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nAufgrund der teilweise deutlichen Schwankungen und der niedrigen Werte einzelner Subskalen, insbesondere im Bereich der curricularen Leistungsstandards, zeigen sich auf Subtestebene deutliche Unterschiede in der Reliabilit\u00e4t des Verfahrens.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t des DERET 5-6+ ist f\u00fcr die orthografischen Basiskompetenzen und die Leistungsstandards gegeben, da die Testkonstruktion direkt an den Lehrpl\u00e4nen und Schulb\u00fcchern orientiert ist und die Items einen repr\u00e4sentativen Ausschnitt der geforderten Rechtschreibkenntnisse abbilden. Die Konstruktvalidit\u00e4t des hierarchisch-differenziellen Entwicklungsprofils (unter Ausklammerung der Silbengliederung) wurde empirisch durch eine Pr\u00fcfung der Modellkonformit\u00e4t abgesichert. Hierbei wurde f\u00fcr jede der verbleibenden vier Entwicklungsstufen ein strenges Kriterium von mindestens 90% korrekt gel\u00f6ster Stellen festgelegt. Die \u00dcberpr\u00fcfung an der Normierungsstichprobe belegt eine gute Modellg\u00fcte: Von insgesamt 4'462 Sch\u00fcler:innen zeigten 97.9% (4'368 Sch\u00fcler:innen) ein modellkonformes Leistungsprofil. Lediglich 2.1% (94 Lernende) wiesen ein erwartungswidriges Muster auf (d.h. das L\u00f6sen einer h\u00f6heren Stufe ohne Beherrschung der darunterliegenden). Damit kann die Validit\u00e4t des Verfahrens insgesamt als hoch bewertet werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung des DERET 5-6+ erfolgte auf Grundlage einer umfangreichen Stichprobe von insgesamt 12'552 Sch\u00fcler:innen aus f\u00fcnf deutschen Bundesl\u00e4ndern. Die Erhebungen wurden im Winter 2009\/2010 sowie im Sommer 2010 durchgef\u00fchrt. Je nach Klassenstufe, Erhebungszeitpunkt und Testform umfasste die Stichprobe zwischen 1'100 und 1'400 Lernende unterschiedlicher Schulformen. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen abh\u00e4ngig von der jeweiligen Analyseebene T-Werte, Prozentr\u00e4nge oder T-Wert-Bereiche zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr die Klassenstufen 5 und 6 liegen Normen f\u00fcr die letzten drei Monate vor dem jeweiligen Halbjahres- beziehungsweise Schuljahresende vor; f\u00fcr die 7. Klasse beziehen sich die Normen auf die letzten drei Monate des ersten Halbjahres.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Martinez M\u00e9ndez, R., Schneider, M. &amp; Hasselhorn, M. (2015). <em>Deutscher Rechtschreibtest f\u00fcr f\u00fcnfte und sechste Klassen (DERET 5-6+)<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Reuter-Liehr, C. (1993). Behandlung der Lese-Rechtschreibschw\u00e4che nach der Grundschulzeit: Anwendung und \u00dcberpr\u00fcfung eines Konzeptes. <em>Zeitschrift f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie, 21<\/em>(3), 135-147.<\/li>\r\n \t<li>Reuter-Liehr, C. (2008). <em>Lautgetreue Lese-Rechtschreibf\u00f6rderung <\/em>(3., vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete und erweiterte Aufl.). Bochum: Winkler.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Nicht verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 09\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Rebekka Martinez M\u00e9ndez, Michael Schneider und Marcus Hasselhorn (2015)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-492\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6.jpg 1600w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-724x1024.jpg 724w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-768x1086.jpg 768w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-1086x1536.jpg 1086w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-1448x2048.jpg 1448w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-225x318.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/DERET5-6-350x495.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>Mitte 5. Klasse bis Mitte 7. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind f\u00fcr die Subskalen heterogen.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der DERET 5-6+ dient der systematischen Erfassung der Rechtschreibleistungen sowie der dabei relevanten orthografischen F\u00e4higkeiten von Sch\u00fcler:innen der f\u00fcnften bis siebten Klasse. Dabei erm\u00f6glicht das Verfahren eine differenzierte Einsch\u00e4tzung individueller St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und kann als Grundlage f\u00fcr gezielte F\u00f6rdermassnahmen sowie Schullaufbahnempfehlungen herangezogen werden. Die Durchf\u00fchrung im Paper-Pencil-Format dauert je nach Leistungsniveau etwa 25 bis 45 Minuten.<\/p>\n<p>Das Verfahren liegt in den beiden Parallelformen A und B vor und umfasst jeweils drei Untertests: ein Fliesstextdiktat, ein Diktat einzelner S\u00e4tze sowie ein L\u00fcckentextdiktat. Die Auswertung erfolgt auf drei Ebenen. Zun\u00e4chst werden die allgemeine Rechtschreibleistung anhand der Anzahl korrekt geschriebener W\u00f6rter sowie grundlegende orthografische Kompetenzen, beispielsweise die Gross- und Kleinschreibung, erfasst. Anschliessend werden spezifische, curricular verankerte Rechtschreibkompetenzen wie Dehnung und Sch\u00e4rfung untersucht. Auf der dritten Ebene wird daraus ein differenziertes Entwicklungsprofil abgeleitet, das eine Einsch\u00e4tzung des individuellen Schriftsprachentwicklungsstands erm\u00f6glicht. W\u00e4hrend die erste Auswertung manuell erfolgt und etwa 5 bis 35 Minuten beansprucht, steht f\u00fcr die weiterf\u00fchrenden Analysen eine Auswertungssoftware zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der DERET 5-6+ orientiert sich bei der Auswahl der Testinhalte an den bundesweit geltenden Bildungsstandards, den zum Zeitpunkt der Entwicklung g\u00fcltigen Lehrpl\u00e4nen sowie Schulb\u00fcchern. Ber\u00fccksichtigt wurden insbesondere orthografische Anforderungen, die klassen- und schulform\u00fcbergreifend f\u00fcr die Klassenstufen 5 bis 7 relevant sind. Das verwendete Wortmaterial wurde anhand einer Voruntersuchung mit 108 W\u00f6rtern sowie einer anschliessenden Item- und Reliabilit\u00e4tsanalyse ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die diagnostische Einordnung ber\u00fccksichtigt der DERET 5-6+ neben der Analyse spezifischer Rechtschreibfehler auch das Entwicklungsniveau des Schriftspracherwerbs. Grundlage hierf\u00fcr bildet das Entwicklungsstufenmodell von Reuter-Liehr (1993, 2008), das den Erwerb der deutschen Orthografie als aufeinander aufbauenden Prozess verschiedener Strategien versteht. Dabei entwickeln sich zun\u00e4chst lautbezogene phonemische Kompetenzen, auf denen zunehmend orthografisch-morphematische Regel- und Speicherkompetenzen aufbauen. Der DERET 5-6+ bildet diese Entwicklung in einem f\u00fcnffach gestuften Modell ab, das von grundlegenden und fortgeschrittenen phonemanalytischen Kompetenzen \u00fcber die sichere Silbengliederung bis hin zur Regel- und Speicherkompetenz reicht. Dadurch kann neben einzelnen Fehlerarten auch das individuelle Entwicklungsniveau der Rechtschreibkompetenz differenziert eingesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des DERET 5-6+ ist gew\u00e4hrleistet, sofern das Verfahren streng standardisiert durchgef\u00fchrt wird und die vorgegebenen Instruktionen ber\u00fccksichtigt und eingehalten werden. Bez\u00fcglich der Auswertungsobjektivit\u00e4t weisen die Autor:innen darauf hin, dass aufgrund der enormen F\u00fclle m\u00f6glicher Rechtschreibfehler pro Wort und der individuellen Handschriften keine absolute Objektivit\u00e4t garantiert werden kann. Um dennoch eine hinreichende Zuverl\u00e4ssigkeit zu sichern, liegen dem Verfahren ausf\u00fchrliche Auswertungsregeln f\u00fcr alle drei Analyseebenen bei. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t wird durch die Verf\u00fcgbarkeit standardisierter Normtabellen f\u00fcr jede Schulstufe abgesichert. Insgesamt kann das Verfahren bei genauer Einhaltung der Richtlinien als hinreichend objektiv eingestuft werden.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit des DERET 5-6+ wurde differenziert f\u00fcr die drei Analysebereiche untersucht, wobei die Messgenauigkeiten je nach Subskala stark schwanken und einzelne Subskalen tiefe Werte aufweisen:<\/p>\n<ul>\n<li>Orthografische Basiskompetenzen: Dieser Bereich weist eine vorwiegend ausreichende bis hohe Messgenauigkeit auf. Die interne Konsistenz (Cronbachs \u03b1) liegt bei \u03b1 = .70 bis .97, die Paralleltestreliabilit\u00e4t bei r<sub>tt<\/sub> = .69 bis .96 und die Retestreliabilit\u00e4t (Intervall ca. 2-4 Wochen, erhoben in der 6. Klasse) bewegt sich zwischen r<sub>tt<\/sub> = .66 und .95.<\/li>\n<li>Checkliste curricular verankerter Leistungsstandards: In diesem Bereich f\u00e4llt die Reliabilit\u00e4t deutlich ab und liegt teilweise im ungen\u00fcgenden Bereich. Die interne Konsistenz erreicht Werte von \u03b1 = .43 bis .85, die Paralleltestreliabilit\u00e4t sinkt auf r<sub>tt<\/sub> = .23 bis .86 und die Retestreliabilit\u00e4t (Intervall ca. 2-4 Wochen, erhoben in der 6. Klasse) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .23 bis .82.<\/li>\n<li>Hierarchisch-differenzielles Entwicklungsprofil: Auch diese Skalen erweisen sich als weitgehend solide mit einer internen Konsistenz von \u03b1 = .81 bis .95, einer Paralleltestreliabilit\u00e4t von r<sub>tt<\/sub> = .45 bis .90 und einer Retestreliabilit\u00e4t (Intervall ca. 2-4 Wochen, erhoben in der 6. Klasse) von r<sub>tt<\/sub> = .61 bis .91.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aufgrund der teilweise deutlichen Schwankungen und der niedrigen Werte einzelner Subskalen, insbesondere im Bereich der curricularen Leistungsstandards, zeigen sich auf Subtestebene deutliche Unterschiede in der Reliabilit\u00e4t des Verfahrens.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t des DERET 5-6+ ist f\u00fcr die orthografischen Basiskompetenzen und die Leistungsstandards gegeben, da die Testkonstruktion direkt an den Lehrpl\u00e4nen und Schulb\u00fcchern orientiert ist und die Items einen repr\u00e4sentativen Ausschnitt der geforderten Rechtschreibkenntnisse abbilden. Die Konstruktvalidit\u00e4t des hierarchisch-differenziellen Entwicklungsprofils (unter Ausklammerung der Silbengliederung) wurde empirisch durch eine Pr\u00fcfung der Modellkonformit\u00e4t abgesichert. Hierbei wurde f\u00fcr jede der verbleibenden vier Entwicklungsstufen ein strenges Kriterium von mindestens 90% korrekt gel\u00f6ster Stellen festgelegt. Die \u00dcberpr\u00fcfung an der Normierungsstichprobe belegt eine gute Modellg\u00fcte: Von insgesamt 4&#8217;462 Sch\u00fcler:innen zeigten 97.9% (4&#8217;368 Sch\u00fcler:innen) ein modellkonformes Leistungsprofil. Lediglich 2.1% (94 Lernende) wiesen ein erwartungswidriges Muster auf (d.h. das L\u00f6sen einer h\u00f6heren Stufe ohne Beherrschung der darunterliegenden). Damit kann die Validit\u00e4t des Verfahrens insgesamt als hoch bewertet werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung des DERET 5-6+ erfolgte auf Grundlage einer umfangreichen Stichprobe von insgesamt 12&#8217;552 Sch\u00fcler:innen aus f\u00fcnf deutschen Bundesl\u00e4ndern. Die Erhebungen wurden im Winter 2009\/2010 sowie im Sommer 2010 durchgef\u00fchrt. Je nach Klassenstufe, Erhebungszeitpunkt und Testform umfasste die Stichprobe zwischen 1&#8217;100 und 1&#8217;400 Lernende unterschiedlicher Schulformen. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen abh\u00e4ngig von der jeweiligen Analyseebene T-Werte, Prozentr\u00e4nge oder T-Wert-Bereiche zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr die Klassenstufen 5 und 6 liegen Normen f\u00fcr die letzten drei Monate vor dem jeweiligen Halbjahres- beziehungsweise Schuljahresende vor; f\u00fcr die 7. Klasse beziehen sich die Normen auf die letzten drei Monate des ersten Halbjahres.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Martinez M\u00e9ndez, R., Schneider, M. &amp; Hasselhorn, M. (2015). <em>Deutscher Rechtschreibtest f\u00fcr f\u00fcnfte und sechste Klassen (DERET 5-6+)<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Reuter-Liehr, C. (1993). Behandlung der Lese-Rechtschreibschw\u00e4che nach der Grundschulzeit: Anwendung und \u00dcberpr\u00fcfung eines Konzeptes. <em>Zeitschrift f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie, 21<\/em>(3), 135-147.<\/li>\n<li>Reuter-Liehr, C. (2008). <em>Lautgetreue Lese-Rechtschreibf\u00f6rderung <\/em>(3., vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete und erweiterte Aufl.). Bochum: Winkler.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>Nicht verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 09\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rebekka Martinez M\u00e9ndez, Michael Schneider und Marcus Hasselhorn (2015) &nbsp; Einsatzbereich Mitte 5. Klasse bis Mitte 7. Klasse Einzel- und Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. 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