{"id":376,"date":"2026-09-18T14:30:02","date_gmt":"2026-09-18T12:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=376"},"modified":"2026-10-09T13:54:42","modified_gmt":"2026-10-09T11:54:42","slug":"deutscher-rechtschreibtest-fuer-das-erste-und-zweite-schuljahr-deret-1-2","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/deutscher-rechtschreibtest-fuer-das-erste-und-zweite-schuljahr-deret-1-2\/","title":{"raw":"Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen (FEESS 1-2)","rendered":"Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen (FEESS 1-2)"},"content":{"raw":"von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2004)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-379 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/FEESS1-2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"323\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>1. und 2. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die berichteten Kennwerte fallen heterogen aus.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t sind vorhanden.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer FEESS 1-2 stellt ein Instrument zur Diagnose und Evaluation von psychologisch und p\u00e4dagogisch relevanten Sichtweisen, Einsch\u00e4tzungen und Einstellungen von Kindern in der Grundschule (Primarschule) der Klassenstufen 1 und 2 dar. Konkret erfasst der Fragebogen die subjektiv erlebte soziale, emotionale und leistungs-motivationale Integration sowie das wahrgenommene Schul- und Lernklima und Gef\u00fchl des Angenommenseins durch die Lehrperson. Der Fragebogen umfasst zwei Teilfrageb\u00f6gen mit insgesamt sieben Skalen: Der SIKS besteht aus den drei Skalen \u00abSoziale Integration\u00bb, \u00abKlassenklima\u00bb und \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb; der SALGA besteht aus den vier Skalen \u00abSchuleinstellung\u00bb, \u00abAnstrengungsbereitschaft\u00bb, \u00abLernfreude\u00bb und \u00abGef\u00fchl des Angenommenseins\u00bb.\r\n\r\nDie Durchf\u00fchrung ist f\u00fcr das zweite Schulhalbjahr vorgesehen. Der Fragebogen kann sowohl mit einzelnen Kindern im Rahmen der Individualdiagnostik als auch mit ganzen Schulklassen eingesetzt werden. Der Fragebogen wird als Paper-Pencil-Verfahren durchgef\u00fchrt. Die Testleitung verwendet ein Instruktionsheft zum Vorlesen der Feststellungen, w\u00e4hrend die Kinder ihre Antworten auf den Antwortb\u00f6gen eintragen. Insgesamt umfasst das Verfahren 90 Items. Die Bearbeitungszeit betr\u00e4gt pro Teilfragebogen etwa 30 Minuten; empfohlen wird, die Durchf\u00fchrung auf zwei Schultage zu verteilen. Je nach Fragestellung ist es m\u00f6glich, auch nur einen der beiden Teilfrageb\u00f6gen einzusetzen.\r\n\r\nDa der FEESS f\u00fcr unterschiedliche Klassenstufen entwickelt wurde, kann er \u00fcber mehrere Schuljahre hinweg zur Entwicklung und Evaluation umfassender, individueller und klassenbezogener F\u00f6rderkonzepte eingesetzt werden. Der FEESS liegt ebenfalls f\u00fcr die 3. und 4. Klasse (FEESS 3-4; Rauer &amp; Schuck, 2003) sowie f\u00fcr die 5. und 6. Klasse (FEESS 5-6; Rauer &amp; Schuck, 2021) vor.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDa der FEESS auf verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tzen und Konzepten basiert, wurde f\u00fcr die Bezeichnung des Fragebogens der \u00fcbergeordnete Begriff \u00absoziale und emotionale Schulerfahrungen\u00bb gew\u00e4hlt. Die Auswahl der im FEESS erfassten psychologischen Konstrukte erfolgte einerseits in Bezug auf ihre theoretische Bedeutsamkeit, andererseits auch im Hinblick auf die praktische Relevanz im Umfeld der integrativen Beschulung und der emotionalen, sozialen und leistungsmotivationalen Bewertung der Lernsituation. Die Bezugspunkte bei der Konstruktion des Fragebogens orientierten sich an den allgemeinen p\u00e4dagogischen Zielen der Grundschullehrpl\u00e4ne sowie an psychologisch-p\u00e4dagogischen Theorien.\r\n\r\nIm FEESS ist die Selbstwirksamkeitstheorie nach Bandura (1977) mit eingeflossen, welche davon ausgeht, dass die Ausf\u00fchrung einer Handlung stattfindet, wenn sich die Person den Anforderungen gewachsen f\u00fchlt (Kompetenzerwartung) und eine positive Ergebniserwartung vorliegt. Beispielsweise ist in der Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, welche sich auf die Kompetenzerwartung bei schulischen Anforderungen bezieht, die Selbstwirksamkeitstheorie repr\u00e4sentiert. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) als Motivationstheorie erkl\u00e4rt, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft einer Person h\u00f6her sind, wenn sie sich selbstbestimmt, kompetent und sozial eingebunden f\u00fchlt. Die beiden grundlegenden Theorien nimmt der FEESS auf und erfasst situations\u00fcbergreifende sowie zeitlich relativ \u00fcberdauernde Sichtweisen und Einstellungen der Kinder.\r\n\r\nDie Schulklimaforschung nimmt ebenfalls an, dass eher zeitlich \u00fcberdauernde Einstellungen und weniger gegenw\u00e4rtige Zust\u00e4nde eine Rolle spielen. Im FEESS basieren die Dimensionen des Klassenklimas und der sozialen Integration auf der Schulqualit\u00e4tsforschung (Fend, 1998). Dem Fragebogen liegen auch Erkenntnisse der Integrationsforschung zugrunde, insofern, dass das emotionale Wohlbefinden der einzelnen Sch\u00fcler:innen, insbesondere f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, erfasst wird.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nF\u00fcr die standardisierte Durchf\u00fchrung sind pr\u00e4zise Anweisungen vorgegeben. Die Feststellungen werden von den Kindern auf einer zweistufigen Skala \u00abstimmt\u00bb (Oval) oder \u00abstimmt nicht\u00bb (Rechteck) beantwortet. Bei einer Gruppentestung kann die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt sein, wenn einzelne Kinder ihre Antworten laut aussprechen und andere Kinder \u00fcbernehmen. Die Auswertungsobjektivit\u00e4t ist aufgrund der verf\u00fcgbaren Schablonen gew\u00e4hrleistet. Die individuellen Skalenwerte k\u00f6nnen anhand der bereitgestellten Normwerte eindeutig interpretiert und eingeordnet werden.\r\n\r\nInsgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie internen Konsistenzen der Individualdaten liegen je nach Skala zwischen \u03b1 = .63 und \u03b1 = .94. Die Skala \u00abKlassenklima\u00bb weist die niedrigsten Werte auf mit \u03b1 = .63 f\u00fcr die erste, sowie \u03b1 = 69 f\u00fcr die zweite Klasse. Die internen Konsistenzen auf Basis der Klassendaten (\u03b1 = .76\u2013.97) fallen im Vergleich zu denjenigen auf Basis der Individualdaten deutlich h\u00f6her aus. Somit ist die Messgenauigkeit f\u00fcr Klassenvergleiche bereits im ersten Schuljahr als sehr gut einzusch\u00e4tzen. Die Retest-Reliabilit\u00e4ten der Skalen variieren nach einem Schuljahr zwischen r<sub>tt<\/sub>= .34 und r<sub>tt<\/sub> = .53 (Individualdaten) und zwischen r<sub>tt<\/sub>= .61 und r<sub>tt<\/sub> = .94 (Klassendaten). Angaben zur Split-Half-Reliabilit\u00e4t liegen keine vor.\r\n\r\nInsgesamt k\u00f6nnen die internen Konsistenzen \u00fcberwiegend als ausreichend bis hoch beurteilt werden. Die beiden Skalen Klassenklima und Soziale Integration weisen eine knapp ungen\u00fcgende Reliabilit\u00e4t auf. Die Messgenauigkeit auf Basis von Individualdaten f\u00e4llt im Vergleich zu den Klassendaten geringer aus.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t kann aufgrund der Ableitung aus den Zielen der Lehrpl\u00e4ne sowie auf Basis theoretischer Bezugskonzepte und relevanter Instrumente als gegeben betrachtet werden. Die Interkorrelationen innerhalb gleicher Konstruktbereiche fallen deutlich h\u00f6her aus als die Interkorrelationen zwischen unterschiedlichen Konstruktbereichen. Die faktorielle Struktur der Skalen weist zwei Faktoren auf, die rund 70 % der Varianz der Skalen erkl\u00e4ren. Ein weiterer Bereich ergibt das \u00abSelbstkonzept der F\u00e4higkeit\u00bb. Die dreiteilige Faktorenstruktur bleibt \u00fcber alle vier Klassenstufen (auch FEESS 3-4) bestehen, wobei im ersten Schuljahr die Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb noch st\u00e4rker mit der Skala \u00abSoziale Integration\u00bb kovariiert. Die Skalen des FEESS zeigen im Vergleich mit anderen Selbstkonzept- und Lernfreudeinstrumenten Zusammenh\u00e4nge auf. Zus\u00e4tzliche Untersuchungen best\u00e4tigen Korrelationen mit Befragungen der Lehrpersonen. Bei den Skalen des FEESS zeigen sich zudem erwartungskonforme Zusammenh\u00e4nge mit Leistungstests und weitere Untersuchungen zeigten, dass die Skalen auch prognostische Zusammenh\u00e4nge mit Schullaufbahnempfehlungen aufweisen.\r\n\r\nInsgesamt liegen umfangreiche Belege f\u00fcr die Validit\u00e4t des Fragebogens vor, wobei sich die Werte im zweiten Schuljahr h\u00e4ufig h\u00f6her zeigen als im ersten Schuljahr.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Kinder der Eichstichprobe stammen aus zwei Gruppen, einerseits Schulen aus Hamburg sowie aus Schleswig-Holstein. Die Erhebungen fanden zwischen 1998-2001 statt. Es liegen Individualnormen getrennt f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der ersten (<em>N<\/em> = 781) und zweiten Klassen (<em>N<\/em> = 864) vor. Zus\u00e4tzlich sind gesonderte Normen f\u00fcr ganze Klassen der beiden Schulstufen verf\u00fcgbar. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen sowohl Prozentrangwerte als auch T-Werte zur Verf\u00fcgung.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. <em>Psychological Review, 84<\/em>, 191-215.<\/li>\r\n \t<li>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior.<\/em> Plenum Press.<\/li>\r\n \t<li>Fend, H. (1998). <em>Qualit\u00e4t im Bildungswesen: Schulforschung zu Systembedingungen, Schulprofilen und Lehrerleistung. <\/em>Juventa.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W. &amp; Schuck, K. D. (2003). <em>FEESS 3\u20134. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen.<\/em> Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2004). <em>FEESS 1-2. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen<\/em>. Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2021). <em>FEESS 5-6: Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der f\u00fcnften und sechsten Klassenstufe<\/em>. Hogrefe.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057947350205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057947350205521\">Didaktischen Zentrum (DiZ)<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 09\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2004)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-379\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/09\/FEESS1-2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"323\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>1. und 2. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- und Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die berichteten Kennwerte fallen heterogen aus.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t sind vorhanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der FEESS 1-2 stellt ein Instrument zur Diagnose und Evaluation von psychologisch und p\u00e4dagogisch relevanten Sichtweisen, Einsch\u00e4tzungen und Einstellungen von Kindern in der Grundschule (Primarschule) der Klassenstufen 1 und 2 dar. Konkret erfasst der Fragebogen die subjektiv erlebte soziale, emotionale und leistungs-motivationale Integration sowie das wahrgenommene Schul- und Lernklima und Gef\u00fchl des Angenommenseins durch die Lehrperson. Der Fragebogen umfasst zwei Teilfrageb\u00f6gen mit insgesamt sieben Skalen: Der SIKS besteht aus den drei Skalen \u00abSoziale Integration\u00bb, \u00abKlassenklima\u00bb und \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb; der SALGA besteht aus den vier Skalen \u00abSchuleinstellung\u00bb, \u00abAnstrengungsbereitschaft\u00bb, \u00abLernfreude\u00bb und \u00abGef\u00fchl des Angenommenseins\u00bb.<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung ist f\u00fcr das zweite Schulhalbjahr vorgesehen. Der Fragebogen kann sowohl mit einzelnen Kindern im Rahmen der Individualdiagnostik als auch mit ganzen Schulklassen eingesetzt werden. Der Fragebogen wird als Paper-Pencil-Verfahren durchgef\u00fchrt. Die Testleitung verwendet ein Instruktionsheft zum Vorlesen der Feststellungen, w\u00e4hrend die Kinder ihre Antworten auf den Antwortb\u00f6gen eintragen. Insgesamt umfasst das Verfahren 90 Items. Die Bearbeitungszeit betr\u00e4gt pro Teilfragebogen etwa 30 Minuten; empfohlen wird, die Durchf\u00fchrung auf zwei Schultage zu verteilen. Je nach Fragestellung ist es m\u00f6glich, auch nur einen der beiden Teilfrageb\u00f6gen einzusetzen.<\/p>\n<p>Da der FEESS f\u00fcr unterschiedliche Klassenstufen entwickelt wurde, kann er \u00fcber mehrere Schuljahre hinweg zur Entwicklung und Evaluation umfassender, individueller und klassenbezogener F\u00f6rderkonzepte eingesetzt werden. Der FEESS liegt ebenfalls f\u00fcr die 3. und 4. Klasse (FEESS 3-4; Rauer &amp; Schuck, 2003) sowie f\u00fcr die 5. und 6. Klasse (FEESS 5-6; Rauer &amp; Schuck, 2021) vor.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Da der FEESS auf verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tzen und Konzepten basiert, wurde f\u00fcr die Bezeichnung des Fragebogens der \u00fcbergeordnete Begriff \u00absoziale und emotionale Schulerfahrungen\u00bb gew\u00e4hlt. Die Auswahl der im FEESS erfassten psychologischen Konstrukte erfolgte einerseits in Bezug auf ihre theoretische Bedeutsamkeit, andererseits auch im Hinblick auf die praktische Relevanz im Umfeld der integrativen Beschulung und der emotionalen, sozialen und leistungsmotivationalen Bewertung der Lernsituation. Die Bezugspunkte bei der Konstruktion des Fragebogens orientierten sich an den allgemeinen p\u00e4dagogischen Zielen der Grundschullehrpl\u00e4ne sowie an psychologisch-p\u00e4dagogischen Theorien.<\/p>\n<p>Im FEESS ist die Selbstwirksamkeitstheorie nach Bandura (1977) mit eingeflossen, welche davon ausgeht, dass die Ausf\u00fchrung einer Handlung stattfindet, wenn sich die Person den Anforderungen gewachsen f\u00fchlt (Kompetenzerwartung) und eine positive Ergebniserwartung vorliegt. Beispielsweise ist in der Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb, welche sich auf die Kompetenzerwartung bei schulischen Anforderungen bezieht, die Selbstwirksamkeitstheorie repr\u00e4sentiert. Die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (1985) als Motivationstheorie erkl\u00e4rt, dass Motivation und Anstrengungsbereitschaft einer Person h\u00f6her sind, wenn sie sich selbstbestimmt, kompetent und sozial eingebunden f\u00fchlt. Die beiden grundlegenden Theorien nimmt der FEESS auf und erfasst situations\u00fcbergreifende sowie zeitlich relativ \u00fcberdauernde Sichtweisen und Einstellungen der Kinder.<\/p>\n<p>Die Schulklimaforschung nimmt ebenfalls an, dass eher zeitlich \u00fcberdauernde Einstellungen und weniger gegenw\u00e4rtige Zust\u00e4nde eine Rolle spielen. Im FEESS basieren die Dimensionen des Klassenklimas und der sozialen Integration auf der Schulqualit\u00e4tsforschung (Fend, 1998). Dem Fragebogen liegen auch Erkenntnisse der Integrationsforschung zugrunde, insofern, dass das emotionale Wohlbefinden der einzelnen Sch\u00fcler:innen, insbesondere f\u00fcr Kinder mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, erfasst wird.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>F\u00fcr die standardisierte Durchf\u00fchrung sind pr\u00e4zise Anweisungen vorgegeben. Die Feststellungen werden von den Kindern auf einer zweistufigen Skala \u00abstimmt\u00bb (Oval) oder \u00abstimmt nicht\u00bb (Rechteck) beantwortet. Bei einer Gruppentestung kann die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt sein, wenn einzelne Kinder ihre Antworten laut aussprechen und andere Kinder \u00fcbernehmen. Die Auswertungsobjektivit\u00e4t ist aufgrund der verf\u00fcgbaren Schablonen gew\u00e4hrleistet. Die individuellen Skalenwerte k\u00f6nnen anhand der bereitgestellten Normwerte eindeutig interpretiert und eingeordnet werden.<\/p>\n<p>Insgesamt tr\u00e4gt die pr\u00e4zise Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Anleitungen zu einer hohen Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivit\u00e4t bei.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die internen Konsistenzen der Individualdaten liegen je nach Skala zwischen \u03b1 = .63 und \u03b1 = .94. Die Skala \u00abKlassenklima\u00bb weist die niedrigsten Werte auf mit \u03b1 = .63 f\u00fcr die erste, sowie \u03b1 = 69 f\u00fcr die zweite Klasse. Die internen Konsistenzen auf Basis der Klassendaten (\u03b1 = .76\u2013.97) fallen im Vergleich zu denjenigen auf Basis der Individualdaten deutlich h\u00f6her aus. Somit ist die Messgenauigkeit f\u00fcr Klassenvergleiche bereits im ersten Schuljahr als sehr gut einzusch\u00e4tzen. Die Retest-Reliabilit\u00e4ten der Skalen variieren nach einem Schuljahr zwischen r<sub>tt<\/sub>= .34 und r<sub>tt<\/sub> = .53 (Individualdaten) und zwischen r<sub>tt<\/sub>= .61 und r<sub>tt<\/sub> = .94 (Klassendaten). Angaben zur Split-Half-Reliabilit\u00e4t liegen keine vor.<\/p>\n<p>Insgesamt k\u00f6nnen die internen Konsistenzen \u00fcberwiegend als ausreichend bis hoch beurteilt werden. Die beiden Skalen Klassenklima und Soziale Integration weisen eine knapp ungen\u00fcgende Reliabilit\u00e4t auf. Die Messgenauigkeit auf Basis von Individualdaten f\u00e4llt im Vergleich zu den Klassendaten geringer aus.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t kann aufgrund der Ableitung aus den Zielen der Lehrpl\u00e4ne sowie auf Basis theoretischer Bezugskonzepte und relevanter Instrumente als gegeben betrachtet werden. Die Interkorrelationen innerhalb gleicher Konstruktbereiche fallen deutlich h\u00f6her aus als die Interkorrelationen zwischen unterschiedlichen Konstruktbereichen. Die faktorielle Struktur der Skalen weist zwei Faktoren auf, die rund 70 % der Varianz der Skalen erkl\u00e4ren. Ein weiterer Bereich ergibt das \u00abSelbstkonzept der F\u00e4higkeit\u00bb. Die dreiteilige Faktorenstruktur bleibt \u00fcber alle vier Klassenstufen (auch FEESS 3-4) bestehen, wobei im ersten Schuljahr die Skala \u00abSelbstkonzept der Schulf\u00e4higkeit\u00bb noch st\u00e4rker mit der Skala \u00abSoziale Integration\u00bb kovariiert. Die Skalen des FEESS zeigen im Vergleich mit anderen Selbstkonzept- und Lernfreudeinstrumenten Zusammenh\u00e4nge auf. Zus\u00e4tzliche Untersuchungen best\u00e4tigen Korrelationen mit Befragungen der Lehrpersonen. Bei den Skalen des FEESS zeigen sich zudem erwartungskonforme Zusammenh\u00e4nge mit Leistungstests und weitere Untersuchungen zeigten, dass die Skalen auch prognostische Zusammenh\u00e4nge mit Schullaufbahnempfehlungen aufweisen.<\/p>\n<p>Insgesamt liegen umfangreiche Belege f\u00fcr die Validit\u00e4t des Fragebogens vor, wobei sich die Werte im zweiten Schuljahr h\u00e4ufig h\u00f6her zeigen als im ersten Schuljahr.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Kinder der Eichstichprobe stammen aus zwei Gruppen, einerseits Schulen aus Hamburg sowie aus Schleswig-Holstein. Die Erhebungen fanden zwischen 1998-2001 statt. Es liegen Individualnormen getrennt f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der ersten (<em>N<\/em> = 781) und zweiten Klassen (<em>N<\/em> = 864) vor. Zus\u00e4tzlich sind gesonderte Normen f\u00fcr ganze Klassen der beiden Schulstufen verf\u00fcgbar. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen sowohl Prozentrangwerte als auch T-Werte zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Bandura, A. (1977). Self-efficacy: Toward a unifying theory of behavioral change. <em>Psychological Review, 84<\/em>, 191-215.<\/li>\n<li>Deci, E. L., &amp; Ryan, R. M. (1985). <em>Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior.<\/em> Plenum Press.<\/li>\n<li>Fend, H. (1998). <em>Qualit\u00e4t im Bildungswesen: Schulforschung zu Systembedingungen, Schulprofilen und Lehrerleistung. <\/em>Juventa.<\/li>\n<li>Rauer, W. &amp; Schuck, K. D. (2003). <em>FEESS 3\u20134. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern dritter und vierter Klassen.<\/em> Beltz.<\/li>\n<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2004). <em>FEESS 1-2. Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen von Grundschulkindern erster und zweiter Klassen<\/em>. Beltz.<\/li>\n<li>Rauer, W., &amp; Schuck, K. D. (2021). <em>FEESS 5-6: Fragebogen zur Erfassung emotionaler und sozialer Schulerfahrungen in der f\u00fcnften und sechsten Klassenstufe<\/em>. Hogrefe.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057947350205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057947350205521\">Didaktischen Zentrum (DiZ)<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 09\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wulf Rauer und Karl Dieter Schuck (2004) &nbsp; Einsatzbereich 1. und 2. Klasse Einzel- und Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die berichteten Kennwerte fallen heterogen aus. 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