{"id":31,"date":"2026-03-03T10:39:56","date_gmt":"2026-03-03T09:39:56","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/abloesung-vom-zaehlenden-rechnen-foerdereinheiten-fuer-heterogene-lerngruppen\/"},"modified":"2026-10-09T13:51:09","modified_gmt":"2026-10-09T11:51:09","slug":"abloesung-vom-zaehlenden-rechnen-foerdereinheiten-fuer-heterogene-lerngruppen","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/abloesung-vom-zaehlenden-rechnen-foerdereinheiten-fuer-heterogene-lerngruppen\/","title":{"raw":"Ein Leseverst\u00e4ndnistest f\u00fcr Erst- bis Siebtkl\u00e4ssler \u2013 Version II (ELFE II)","rendered":"Ein Leseverst\u00e4ndnistest f\u00fcr Erst- bis Siebtkl\u00e4ssler \u2013 Version II (ELFE II)"},"content":{"raw":"von Wolfgang Lenhard, Alexandra Lenhard und Wolfgang Schneider (2026)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-62 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"353\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>1. bis 7. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer ELFE II ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren zur Erfassung der Lesefl\u00fcssigkeit, der Lesegenauigkeit und des Leseverst\u00e4ndnisses auf Wort-, Satz- und Textebene f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vom Ende der 1. bis zum Beginn der 7. Klasse. Die Subtestergebnisse werden zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst.\r\n\r\nDer Test ist als Papierversion (Einzel- oder Gruppentest) und als Computerversion (Einzeltest) durchf\u00fchrbar. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt je nach Klassenstufe und Testform etwa 10 bis 15 Minuten, f\u00fcr Gruppentestungen inklusive Vorbereitung etwa 20 bis 30 Minuten. Neben der Standardversion stehen zwei Kurzversionen f\u00fcr die Klassen 1\u20133 sowie 4\u20137 zur Verf\u00fcgung.\r\n\r\nDer ELFE II dient der Erfassung zentraler Teilkomponenten des Lesens und erm\u00f6glicht es, Schwierigkeiten im Lesen fr\u00fchzeitig zu erkennen und F\u00f6rdermassnahmen zu planen. Das Verfahren kann im schulischen Kontext zur Lernstandserfassung und F\u00f6rderplanung eingesetzt werden, eignet sich aber auch f\u00fcr eine differenzierte Diagnostik des Lesens, beispielsweise zur Abkl\u00e4rung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten durch psychologische, medizinische oder therapeutische Fachpersonen.\r\n\r\nDer Test besteht aus den Subtests Wortverst\u00e4ndnis, Satzverst\u00e4ndnis und Textverst\u00e4ndnis; in der Computerversion kommt zus\u00e4tzlich ein Untertest zur Lesegeschwindigkeit hinzu. Beim Wortverst\u00e4ndnis m\u00fcssen W\u00f6rter Bildern zugeordnet werden, beim Satzverst\u00e4ndnis muss ein passendes Wort zur Erg\u00e4nzung eines Satzes ausgew\u00e4hlt werden, und beim Textverst\u00e4ndnis werden kurze Texte gelesen und Verst\u00e4ndnisfragen dazu beantwortet. In der Computerversion wird zus\u00e4tzlich die Geschwindigkeit der Worterkennung erfasst.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer ELFE II basiert auf der Annahme, dass Lesen eine komplexe F\u00e4higkeit ist, die sich aus Teilprozessen auf Wort-, Satz- und Textebene zusammensetzt. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Texten ist zun\u00e4chst das Erkennen einzelner W\u00f6rter zentral; darauf aufbauend m\u00fcssen W\u00f6rter in S\u00e4tzen sinnvoll miteinander verkn\u00fcpft und Bedeutungen erschlossen werden. Das Verstehen einzelner S\u00e4tze bildet wiederum die Grundlage f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis ganzer\u00a0 Texte (Christmann &amp; Groeben, 1999; Richter &amp; Christmann, 2002). Gleichzeitig beeinflussen sich diese Ebenen gegenseitig, da W\u00f6rter in sinnvollen Kontexten schneller erkannt und verstanden werden als isolierte W\u00f6rter. Der Test erfasst diese miteinander verbundenen Teilkomponenten des Lesens auf Wort-, Satz- und\u00a0 Textebene.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Objektivit\u00e4t des ELFE II kann bei standardisierter Durchf\u00fchrung als gegeben betrachtet werden. Die Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind im Manual klar beschrieben und weitgehend standardisiert. Die Auswertung erfolgt anhand fester Auswertungsregeln und kann computergest\u00fctzt erfolgen, wodurch Auswertungsfehler reduziert werden. Voraussetzung f\u00fcr eine hohe Objektivit\u00e4t ist die genaue Einhaltung der Durchf\u00fchrungsanleitung.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit erfolgte \u00fcber verschiedene Verfahren. Die Retestreliabilit\u00e4t nach 30 Tagen liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .81 bis .90 f\u00fcr die Untertests und bei r<sub>tt<\/sub> = .93 f\u00fcr die Gesamtversion. Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Odd-Even) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .87 bis .98 f\u00fcr die Untertests und bei r<sub>tt<\/sub> = .96 (Paper-Pencil) und r<sub>tt<\/sub> = .94 (Computer) f\u00fcr die Gesamtversion. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t (Paper-Pencil und Computer) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .93. Die berichteten Kennwerte weisen auf eine durchg\u00e4ngig hohe Messgenauigkeit und stabile Testergebnisse hin.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t kann als gegeben betrachtet werden, da der Test zentrale Teilkomponenten des Lesens auf Wort-, Satz- und Textebene erfasst. Die Konstruktvalidit\u00e4t wurde \u00fcberpr\u00fcft und die inhaltliche Struktur des Tests best\u00e4tigt. Auch die Kriteriumsvalidit\u00e4t wurde untersucht, indem Zusammenh\u00e4nge mit anderen Verfahren (SLS 2-9) und relevanten Kriterien (Lehrpersonenurteil \u00fcber die Leseleistung) nachgewiesen wurden. Im Hinblick auf die differenzielle Validit\u00e4t liegen Untersuchungen f\u00fcr Kinder mit diagnostizierter Lese- und Rechtschreibst\u00f6rung und f\u00fcr Kinder aus unterschiedlichen Schulformen vor. Damit kann der Test insgesamt als valides Verfahren zur Erfassung der Lesekompetenz betrachtet werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung basiert auf einer f\u00fcr Schulart, Geschlecht und Migrationshintergrund repr\u00e4sentativen Stichprobe aus Deutschland (N = 1'520 f\u00fcr die Papierversion; N = 1'287 f\u00fcr die Computerversion) aus dem Jahr 2015.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Christmann, U. &amp; Groeben, N. (1999). Psychologie des Lesens. In B. Franzmann &amp; G. J\u00e4ger (Hrsg.),\u00a0<em>Handbuch Lesen<\/em>\u00a0(145-223). M\u00fcnchen: Saur.<\/li>\r\n \t<li>Lenhard, W., Lenhard, A. &amp; Schneider, W. (2026). <em>Ein Leseverst\u00e4ndnistest f\u00fcr Erst- bis Siebtkl\u00e4ssler \u2013 Version II<\/em> (6. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Richter, T. &amp; Christmann, U. (2002). Lesekompetenz: Prozessebenen und interindividuelle Unterschiede. In: N. Groeben &amp; B. Hurrelmann (Hrsg.).\u00a0<em>Lesekompetenz: Bedingungen, Dimensionen, Funktionen<\/em>\u00a0(S. 25-58). Weinheim: Juventa.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116825194405521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116825194405521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Wolfgang Lenhard, Alexandra Lenhard und Wolfgang Schneider (2026)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-62\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"353\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II.jpg 640w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II-225x318.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/03\/ELFE-II-Ein-Leseverstaendnistest-fuer-Erst-bis-Siebtklaessler-\u2013-Version-II-350x495.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>1. bis 7. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der ELFE II ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren zur Erfassung der Lesefl\u00fcssigkeit, der Lesegenauigkeit und des Leseverst\u00e4ndnisses auf Wort-, Satz- und Textebene f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler vom Ende der 1. bis zum Beginn der 7. Klasse. Die Subtestergebnisse werden zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst.<\/p>\n<p>Der Test ist als Papierversion (Einzel- oder Gruppentest) und als Computerversion (Einzeltest) durchf\u00fchrbar. Die Bearbeitungsdauer betr\u00e4gt je nach Klassenstufe und Testform etwa 10 bis 15 Minuten, f\u00fcr Gruppentestungen inklusive Vorbereitung etwa 20 bis 30 Minuten. Neben der Standardversion stehen zwei Kurzversionen f\u00fcr die Klassen 1\u20133 sowie 4\u20137 zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Der ELFE II dient der Erfassung zentraler Teilkomponenten des Lesens und erm\u00f6glicht es, Schwierigkeiten im Lesen fr\u00fchzeitig zu erkennen und F\u00f6rdermassnahmen zu planen. Das Verfahren kann im schulischen Kontext zur Lernstandserfassung und F\u00f6rderplanung eingesetzt werden, eignet sich aber auch f\u00fcr eine differenzierte Diagnostik des Lesens, beispielsweise zur Abkl\u00e4rung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten durch psychologische, medizinische oder therapeutische Fachpersonen.<\/p>\n<p>Der Test besteht aus den Subtests Wortverst\u00e4ndnis, Satzverst\u00e4ndnis und Textverst\u00e4ndnis; in der Computerversion kommt zus\u00e4tzlich ein Untertest zur Lesegeschwindigkeit hinzu. Beim Wortverst\u00e4ndnis m\u00fcssen W\u00f6rter Bildern zugeordnet werden, beim Satzverst\u00e4ndnis muss ein passendes Wort zur Erg\u00e4nzung eines Satzes ausgew\u00e4hlt werden, und beim Textverst\u00e4ndnis werden kurze Texte gelesen und Verst\u00e4ndnisfragen dazu beantwortet. In der Computerversion wird zus\u00e4tzlich die Geschwindigkeit der Worterkennung erfasst.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der ELFE II basiert auf der Annahme, dass Lesen eine komplexe F\u00e4higkeit ist, die sich aus Teilprozessen auf Wort-, Satz- und Textebene zusammensetzt. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis von Texten ist zun\u00e4chst das Erkennen einzelner W\u00f6rter zentral; darauf aufbauend m\u00fcssen W\u00f6rter in S\u00e4tzen sinnvoll miteinander verkn\u00fcpft und Bedeutungen erschlossen werden. Das Verstehen einzelner S\u00e4tze bildet wiederum die Grundlage f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis ganzer\u00a0 Texte (Christmann &amp; Groeben, 1999; Richter &amp; Christmann, 2002). Gleichzeitig beeinflussen sich diese Ebenen gegenseitig, da W\u00f6rter in sinnvollen Kontexten schneller erkannt und verstanden werden als isolierte W\u00f6rter. Der Test erfasst diese miteinander verbundenen Teilkomponenten des Lesens auf Wort-, Satz- und\u00a0 Textebene.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Objektivit\u00e4t des ELFE II kann bei standardisierter Durchf\u00fchrung als gegeben betrachtet werden. Die Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind im Manual klar beschrieben und weitgehend standardisiert. Die Auswertung erfolgt anhand fester Auswertungsregeln und kann computergest\u00fctzt erfolgen, wodurch Auswertungsfehler reduziert werden. Voraussetzung f\u00fcr eine hohe Objektivit\u00e4t ist die genaue Einhaltung der Durchf\u00fchrungsanleitung.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit erfolgte \u00fcber verschiedene Verfahren. Die Retestreliabilit\u00e4t nach 30 Tagen liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .81 bis .90 f\u00fcr die Untertests und bei r<sub>tt<\/sub> = .93 f\u00fcr die Gesamtversion. Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Odd-Even) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .87 bis .98 f\u00fcr die Untertests und bei r<sub>tt<\/sub> = .96 (Paper-Pencil) und r<sub>tt<\/sub> = .94 (Computer) f\u00fcr die Gesamtversion. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t (Paper-Pencil und Computer) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .93. Die berichteten Kennwerte weisen auf eine durchg\u00e4ngig hohe Messgenauigkeit und stabile Testergebnisse hin.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t kann als gegeben betrachtet werden, da der Test zentrale Teilkomponenten des Lesens auf Wort-, Satz- und Textebene erfasst. Die Konstruktvalidit\u00e4t wurde \u00fcberpr\u00fcft und die inhaltliche Struktur des Tests best\u00e4tigt. Auch die Kriteriumsvalidit\u00e4t wurde untersucht, indem Zusammenh\u00e4nge mit anderen Verfahren (SLS 2-9) und relevanten Kriterien (Lehrpersonenurteil \u00fcber die Leseleistung) nachgewiesen wurden. Im Hinblick auf die differenzielle Validit\u00e4t liegen Untersuchungen f\u00fcr Kinder mit diagnostizierter Lese- und Rechtschreibst\u00f6rung und f\u00fcr Kinder aus unterschiedlichen Schulformen vor. Damit kann der Test insgesamt als valides Verfahren zur Erfassung der Lesekompetenz betrachtet werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung basiert auf einer f\u00fcr Schulart, Geschlecht und Migrationshintergrund repr\u00e4sentativen Stichprobe aus Deutschland (N = 1&#8217;520 f\u00fcr die Papierversion; N = 1&#8217;287 f\u00fcr die Computerversion) aus dem Jahr 2015.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Christmann, U. &amp; Groeben, N. (1999). Psychologie des Lesens. In B. Franzmann &amp; G. J\u00e4ger (Hrsg.),\u00a0<em>Handbuch Lesen<\/em>\u00a0(145-223). M\u00fcnchen: Saur.<\/li>\n<li>Lenhard, W., Lenhard, A. &amp; Schneider, W. (2026). <em>Ein Leseverst\u00e4ndnistest f\u00fcr Erst- bis Siebtkl\u00e4ssler \u2013 Version II<\/em> (6. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\n<li>Richter, T. &amp; Christmann, U. (2002). Lesekompetenz: Prozessebenen und interindividuelle Unterschiede. In: N. Groeben &amp; B. Hurrelmann (Hrsg.).\u00a0<em>Lesekompetenz: Bedingungen, Dimensionen, Funktionen<\/em>\u00a0(S. 25-58). Weinheim: Juventa.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116825194405521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116825194405521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Wolfgang Lenhard, Alexandra Lenhard und Wolfgang Schneider (2026) &nbsp; Einsatzbereich 1. bis 7. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"menu_order":4,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[78,77,67,75,76,74],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-31","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-heil-und-sonderpaedagogische-diagnostik","category-klinische-diagnostik","category-lesen","category-03-mittelstufe","category-04-oberstufe","category-02-unterstufe"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/31","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/31\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":650,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/31\/revisions\/650"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/31\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=31"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=31"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=31"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}