{"id":300,"date":"2026-07-27T18:51:07","date_gmt":"2026-07-27T16:51:07","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=300"},"modified":"2026-10-09T14:08:09","modified_gmt":"2026-10-09T12:08:09","slug":"weingartener-grundwortschatz-rechtschreib-test-fuer-erste-und-zweite-klassen-wrt-1","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/weingartener-grundwortschatz-rechtschreib-test-fuer-erste-und-zweite-klassen-wrt-1\/","title":{"raw":"Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr erste und zweite Klassen (WRT 1+)","rendered":"Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr erste und zweite Klassen (WRT 1+)"},"content":{"raw":"von Peter Birkel und Daniel Berwanger (2022)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-303 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/WRT1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"356\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>1. bis 2. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20.0000;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20.0000%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20.0000%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20.0000%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20.0000%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20.0000%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer WRT 1+ ist ein standardisiertes Verfahren, das darauf ausgerichtet ist, die Rechtschreibf\u00e4higkeit von Kindern am Ende der ersten und w\u00e4hrend der zweiten Primarstufe zeit\u00f6konomisch und objektiv zu erfassen. Der Test \u00fcberpr\u00fcft die Rechtschreibf\u00e4higkeiten eines f\u00fcr diese Altersstufe angemessenen Grundwortschatzes. Der WRT 1+ findet Anwendung im Grund- und Sonderschulsetting, im Rahmen von (Lernfortschritts-)Diagnostik und F\u00f6rderentscheidungen sowie in der Forschung.\r\n\r\nF\u00fcr eine differenzierte Diagnostik und Verlaufskontrolle stehen zwei Parallelformen mit jeweils 25 Items zur Verf\u00fcgung. Das Verfahren ist als L\u00fcckentextdiktat konzipiert, wobei die Testw\u00f6rter in eine motivierende Geschichte eingebettet sind. Die Durchf\u00fchrung im Klassen- oder Einzelsetting beansprucht maximal 45 Minuten und wird im Paper-and-Pencil-Format umgesetzt. Die Auswertung erfolgt sowohl quantitativ anhand der Anzahl richtig geschriebener W\u00f6rter als auch qualitativ durch eine detaillierte Analyse der Fehlerschwerpunkte. Diese differenzierte Auswertung bietet eine fundierte Grundlage f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen und die Gestaltung des Rechtschreibunterrichts.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDie theoretische Basis des WRT 1+ bildet das Konzept eines didaktischen Rechtschreibgrundwortschatzes, der als zentrale Voraussetzung f\u00fcr einen systematischen Rechtschreibunterricht im Klassenunterricht gilt. Nach Schwarz (1983) und R\u00fcckenmann (1991) sollten W\u00f6rter eines Rechtschreibgrundwortschatzes nach ihrer H\u00e4ufigkeit im Sprachgebrauch, ihrer Bedeutung f\u00fcr die Lebenswelt der Kinder sowie ihrem didaktischen Potenzial ausgew\u00e4hlt werden. Sie sollen die Entdeckung von Rechtschreibph\u00e4nomenen und den Aufbau von Regeln unterst\u00fctzen sowie vielf\u00e4ltige Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr den Unterricht und den Transfer auf weitere W\u00f6rter bieten.\r\n\r\nUm eine hohe Aktualit\u00e4t des Wortschatzes zu gew\u00e4hrleisten, wurden f\u00fcr die Erstellung des WRT 1+ bundesweite Wortschatzlisten verglichen. W\u00e4hrend die erste Fassung auf dem bayerischen Grundwortschatz von 1980 basierte, wurde das Instrument in den nachfolgenden Auflagen kontinuierlich reflektiert und mit aktuellen Listen abgeglichen.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des WRT 1+ ist durch detaillierte Anweisungen und Hinweise im Testmanual gew\u00e4hrleistet, die einen standardisierten Ablauf sicherstellen. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t liegen eindeutige Anleitungen sowie Hilfsmittel wie ein L\u00f6sungsschl\u00fcssel vor, die eine objektive Punktevergabe erm\u00f6glichen. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t wird durch die Bereitstellung umfassender Normtabellen gest\u00fctzt, die die Einordnung der Ergebnisse in Prozentr\u00e4nge, T-Werte und Normb\u00e4nder erm\u00f6glichen. Insgesamt kann der WRT 1+ als objektives Messinstrument eingestuft werden, vorausgesetzt, die Anweisungen werden von der Testleitung gr\u00fcndlich studiert und pflichtbewusst umgesetzt.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit des WRT 1+ wurde \u00fcber verschiedene Verfahren und Zeitpunkte hinweg gepr\u00fcft. In den Untersuchungen von 1995 zeigten sowohl die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Even-Odd-Methode) mit Werten von r<sub>tt<\/sub> = .915 (Form A) und r<sub>tt<\/sub> = .912 (Form B) als auch die Konsistenzanalyse mit Werten von r<sub>tt<\/sub> = .926 (Form A) und r<sub>tt<\/sub> = .924 (Form B) f\u00fcr die erste Klasse eine sehr hohe Messgenauigkeit.\r\n\r\nBei der Retestreliabilit\u00e4t zeigen sich unterschiedliche Ergebnisse je nach Klassenstufe. Die Untersuchung im Jahr 1995 mit Messintervallen von 9 bis 15 Wochen weist Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .669 (Ende 1. Klasse und Anfang 2. Klasse) und r<sub>tt<\/sub> = .808 (Anfang 2. Klasse und Mitte 2. Klasse) auf. Die Autoren f\u00fchren die teilweise tieferen Werte beim \u00dcbergang von der ersten zur zweiten Klasse auf die Vertiefung des Rechtschreibunterrichts sowie auf die noch instabile Rechtschreibleistung bei j\u00fcngeren Kindern zur\u00fcck. Die Retestreliabilit\u00e4t wurde bei der Neunormierung 2005 erneut \u00fcberpr\u00fcft. Die Werte (Intervall von 2 Wochen in der Mitte der 2. Klasse) weisen auf eine hohe Reliabilit\u00e4t hin: Form A: r<sub>tt<\/sub> = .907 und Form B: r<sub>tt<\/sub> = .911.\r\n\r\nErg\u00e4nzend belegen die Paralleltestkoeffizienten von 1995, die \u00fcber alle Schulstufen zwischen r<sub>tt<\/sub> = .870 und .899 liegen, die hohe Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens. Im Jahr 2005 konnte die Paralleltestreliabilit\u00e4t in der Mitte der 2. Klasse mit einem Wert von r<sub>tt<\/sub> = .903 best\u00e4tigt werden. Insgesamt erweist sich der WRT 1+ als \u00fcberwiegend pr\u00e4zises Instrument zur Erfassung der Rechtschreibkompetenz.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t des WRT 1+ ist durch die curriculare G\u00fcltigkeit des Grundwortschatzes sowie durch positive R\u00fcckmeldungen von Lehrpersonen belegt. Die \u00dcbereinstimmungsvalidit\u00e4t zeigt sich in mittleren bis hohen Korrelationen mit Lehrpersonenurteilen (r = .629 bis .804) sowie hohen Zusammenh\u00e4ngen mit anderen Verfahren wie dem DRT 1 (r = .803 bis .819).\r\n\r\nDie Konstruktvalidit\u00e4t des WRT 1+ wird durch empirische Befunde gest\u00fctzt, welche die theoretisch postulierten Zusammenh\u00e4nge zwischen phonologischer Bewusstheit, Lautdiskrimination und Rechtschreibf\u00e4higkeit best\u00e4tigen. Gleichzeitig weisen die nur geringen Korrelationen zwischen allgemeiner Intelligenz und Rechtschreibleistung auf die spezifische Messintention des Verfahrens hin. Insgesamt sprechen die vorliegenden Befunde f\u00fcr die Validit\u00e4t des WRT 1+ als Instrument zur Erfassung der Rechtschreibkompetenz von Sch\u00fcler:innen.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Neunormierung des WRT 1+ erfolgte im Zeitraum von 2017 bis 2021, wobei die Besonderheiten der Corona-Pandemie in der Eichstichprobe ber\u00fccksichtigt wurden. Die Gesamtstichprobe umfasst 6\u2019008 Sch\u00fcler:innen aus allen 16 Bundesl\u00e4ndern. Es handelt sich um eine anfallende Stichprobe; w\u00e4hrend die Geschlechter gleichm\u00e4ssig verteilt sind, ist die Stichprobe hinsichtlich der regionalen Verteilung der Bundesl\u00e4nder nicht vollumf\u00e4nglich repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Grundgesamtheit.\r\n\r\nDas Verfahren stellt Normen f\u00fcr das Ende der 1. Klasse sowie f\u00fcr den Anfang und die Mitte der 2. Klasse bereit. Dabei werden spezifische Normtabellen f\u00fcr alle Sch\u00fcler:innen, f\u00fcr Lernende mit ausschliesslich deutscher Muttersprache sowie f\u00fcr solche mit nicht-deutscher Muttersprache angeboten. Die Tabellen erm\u00f6glichen eine pr\u00e4zise Einordnung der Leistungen anhand von Prozentr\u00e4ngen, Prozentrangb\u00e4ndern, T-Werten und T-Wert-B\u00e4ndern und enthalten zus\u00e4tzlich Notenvorschl\u00e4ge.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Birkel, P. &amp; Berwanger, D. (2022). <em>Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr erste und zweite Klassen (WRT 1+)<\/em> (3. voll. \u00fcberarb. und neu normierte Aufl.). Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>R\u00fcckenmann, S. (1991). <em>T\u00e4gliche Arbeit mit dem Grundwortschatz \u2013 vom 1. bis 3. Schuljahr.<\/em> Heinsberg: Agentur Dieck.<\/li>\r\n \t<li>Schwarz, E. (1983). Auf der Suche nach dem Rechtschreib-Grundwortschatz. <em>Die Grundschule, 15<\/em>, 57-62.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116826095205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116826095205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Peter Birkel und Daniel Berwanger (2022)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-303\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/WRT1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"356\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>1. bis 2. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20.0000;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20.0000%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20.0000%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20.0000%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20.0000%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20.0000%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20.0000%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20.0000%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der WRT 1+ ist ein standardisiertes Verfahren, das darauf ausgerichtet ist, die Rechtschreibf\u00e4higkeit von Kindern am Ende der ersten und w\u00e4hrend der zweiten Primarstufe zeit\u00f6konomisch und objektiv zu erfassen. Der Test \u00fcberpr\u00fcft die Rechtschreibf\u00e4higkeiten eines f\u00fcr diese Altersstufe angemessenen Grundwortschatzes. Der WRT 1+ findet Anwendung im Grund- und Sonderschulsetting, im Rahmen von (Lernfortschritts-)Diagnostik und F\u00f6rderentscheidungen sowie in der Forschung.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine differenzierte Diagnostik und Verlaufskontrolle stehen zwei Parallelformen mit jeweils 25 Items zur Verf\u00fcgung. Das Verfahren ist als L\u00fcckentextdiktat konzipiert, wobei die Testw\u00f6rter in eine motivierende Geschichte eingebettet sind. Die Durchf\u00fchrung im Klassen- oder Einzelsetting beansprucht maximal 45 Minuten und wird im Paper-and-Pencil-Format umgesetzt. Die Auswertung erfolgt sowohl quantitativ anhand der Anzahl richtig geschriebener W\u00f6rter als auch qualitativ durch eine detaillierte Analyse der Fehlerschwerpunkte. Diese differenzierte Auswertung bietet eine fundierte Grundlage f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen und die Gestaltung des Rechtschreibunterrichts.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Die theoretische Basis des WRT 1+ bildet das Konzept eines didaktischen Rechtschreibgrundwortschatzes, der als zentrale Voraussetzung f\u00fcr einen systematischen Rechtschreibunterricht im Klassenunterricht gilt. Nach Schwarz (1983) und R\u00fcckenmann (1991) sollten W\u00f6rter eines Rechtschreibgrundwortschatzes nach ihrer H\u00e4ufigkeit im Sprachgebrauch, ihrer Bedeutung f\u00fcr die Lebenswelt der Kinder sowie ihrem didaktischen Potenzial ausgew\u00e4hlt werden. Sie sollen die Entdeckung von Rechtschreibph\u00e4nomenen und den Aufbau von Regeln unterst\u00fctzen sowie vielf\u00e4ltige Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr den Unterricht und den Transfer auf weitere W\u00f6rter bieten.<\/p>\n<p>Um eine hohe Aktualit\u00e4t des Wortschatzes zu gew\u00e4hrleisten, wurden f\u00fcr die Erstellung des WRT 1+ bundesweite Wortschatzlisten verglichen. W\u00e4hrend die erste Fassung auf dem bayerischen Grundwortschatz von 1980 basierte, wurde das Instrument in den nachfolgenden Auflagen kontinuierlich reflektiert und mit aktuellen Listen abgeglichen.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des WRT 1+ ist durch detaillierte Anweisungen und Hinweise im Testmanual gew\u00e4hrleistet, die einen standardisierten Ablauf sicherstellen. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t liegen eindeutige Anleitungen sowie Hilfsmittel wie ein L\u00f6sungsschl\u00fcssel vor, die eine objektive Punktevergabe erm\u00f6glichen. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t wird durch die Bereitstellung umfassender Normtabellen gest\u00fctzt, die die Einordnung der Ergebnisse in Prozentr\u00e4nge, T-Werte und Normb\u00e4nder erm\u00f6glichen. Insgesamt kann der WRT 1+ als objektives Messinstrument eingestuft werden, vorausgesetzt, die Anweisungen werden von der Testleitung gr\u00fcndlich studiert und pflichtbewusst umgesetzt.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit des WRT 1+ wurde \u00fcber verschiedene Verfahren und Zeitpunkte hinweg gepr\u00fcft. In den Untersuchungen von 1995 zeigten sowohl die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Even-Odd-Methode) mit Werten von r<sub>tt<\/sub> = .915 (Form A) und r<sub>tt<\/sub> = .912 (Form B) als auch die Konsistenzanalyse mit Werten von r<sub>tt<\/sub> = .926 (Form A) und r<sub>tt<\/sub> = .924 (Form B) f\u00fcr die erste Klasse eine sehr hohe Messgenauigkeit.<\/p>\n<p>Bei der Retestreliabilit\u00e4t zeigen sich unterschiedliche Ergebnisse je nach Klassenstufe. Die Untersuchung im Jahr 1995 mit Messintervallen von 9 bis 15 Wochen weist Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .669 (Ende 1. Klasse und Anfang 2. Klasse) und r<sub>tt<\/sub> = .808 (Anfang 2. Klasse und Mitte 2. Klasse) auf. Die Autoren f\u00fchren die teilweise tieferen Werte beim \u00dcbergang von der ersten zur zweiten Klasse auf die Vertiefung des Rechtschreibunterrichts sowie auf die noch instabile Rechtschreibleistung bei j\u00fcngeren Kindern zur\u00fcck. Die Retestreliabilit\u00e4t wurde bei der Neunormierung 2005 erneut \u00fcberpr\u00fcft. Die Werte (Intervall von 2 Wochen in der Mitte der 2. Klasse) weisen auf eine hohe Reliabilit\u00e4t hin: Form A: r<sub>tt<\/sub> = .907 und Form B: r<sub>tt<\/sub> = .911.<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend belegen die Paralleltestkoeffizienten von 1995, die \u00fcber alle Schulstufen zwischen r<sub>tt<\/sub> = .870 und .899 liegen, die hohe Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens. Im Jahr 2005 konnte die Paralleltestreliabilit\u00e4t in der Mitte der 2. Klasse mit einem Wert von r<sub>tt<\/sub> = .903 best\u00e4tigt werden. Insgesamt erweist sich der WRT 1+ als \u00fcberwiegend pr\u00e4zises Instrument zur Erfassung der Rechtschreibkompetenz.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t des WRT 1+ ist durch die curriculare G\u00fcltigkeit des Grundwortschatzes sowie durch positive R\u00fcckmeldungen von Lehrpersonen belegt. Die \u00dcbereinstimmungsvalidit\u00e4t zeigt sich in mittleren bis hohen Korrelationen mit Lehrpersonenurteilen (r = .629 bis .804) sowie hohen Zusammenh\u00e4ngen mit anderen Verfahren wie dem DRT 1 (r = .803 bis .819).<\/p>\n<p>Die Konstruktvalidit\u00e4t des WRT 1+ wird durch empirische Befunde gest\u00fctzt, welche die theoretisch postulierten Zusammenh\u00e4nge zwischen phonologischer Bewusstheit, Lautdiskrimination und Rechtschreibf\u00e4higkeit best\u00e4tigen. Gleichzeitig weisen die nur geringen Korrelationen zwischen allgemeiner Intelligenz und Rechtschreibleistung auf die spezifische Messintention des Verfahrens hin. Insgesamt sprechen die vorliegenden Befunde f\u00fcr die Validit\u00e4t des WRT 1+ als Instrument zur Erfassung der Rechtschreibkompetenz von Sch\u00fcler:innen.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Neunormierung des WRT 1+ erfolgte im Zeitraum von 2017 bis 2021, wobei die Besonderheiten der Corona-Pandemie in der Eichstichprobe ber\u00fccksichtigt wurden. Die Gesamtstichprobe umfasst 6\u2019008 Sch\u00fcler:innen aus allen 16 Bundesl\u00e4ndern. Es handelt sich um eine anfallende Stichprobe; w\u00e4hrend die Geschlechter gleichm\u00e4ssig verteilt sind, ist die Stichprobe hinsichtlich der regionalen Verteilung der Bundesl\u00e4nder nicht vollumf\u00e4nglich repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Grundgesamtheit.<\/p>\n<p>Das Verfahren stellt Normen f\u00fcr das Ende der 1. Klasse sowie f\u00fcr den Anfang und die Mitte der 2. Klasse bereit. Dabei werden spezifische Normtabellen f\u00fcr alle Sch\u00fcler:innen, f\u00fcr Lernende mit ausschliesslich deutscher Muttersprache sowie f\u00fcr solche mit nicht-deutscher Muttersprache angeboten. Die Tabellen erm\u00f6glichen eine pr\u00e4zise Einordnung der Leistungen anhand von Prozentr\u00e4ngen, Prozentrangb\u00e4ndern, T-Werten und T-Wert-B\u00e4ndern und enthalten zus\u00e4tzlich Notenvorschl\u00e4ge.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Birkel, P. &amp; Berwanger, D. (2022). <em>Weingartener Grundwortschatz Rechtschreib-Test f\u00fcr erste und zweite Klassen (WRT 1+)<\/em> (3. voll. \u00fcberarb. und neu normierte Aufl.). Hogrefe.<\/li>\n<li>R\u00fcckenmann, S. (1991). <em>T\u00e4gliche Arbeit mit dem Grundwortschatz \u2013 vom 1. bis 3. Schuljahr.<\/em> Heinsberg: Agentur Dieck.<\/li>\n<li>Schwarz, E. (1983). Auf der Suche nach dem Rechtschreib-Grundwortschatz. <em>Die Grundschule, 15<\/em>, 57-62.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116826095205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116826095205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Peter Birkel und Daniel Berwanger (2022) Einsatzbereich 1. bis 2. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. 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