{"id":266,"date":"2026-07-27T15:13:51","date_gmt":"2026-07-27T13:13:51","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=266"},"modified":"2026-10-09T14:02:48","modified_gmt":"2026-10-09T12:02:48","slug":"salzburger-lese-screening-fuer-die-schulstufen-2-9-sls-2-9","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/salzburger-lese-screening-fuer-die-schulstufen-2-9-sls-2-9\/","title":{"raw":"Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Schulstufen 2-9 (SLS 2-9)","rendered":"Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Schulstufen 2-9 (SLS 2-9)"},"content":{"raw":"von Heinz Wimmer und Heinz Mayringer (2014)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-268 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"354\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>2. bis 9. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas SLS 2-9 ist ein standardisiertes Screening-Verfahren zur \u00f6konomischen Erfassung der Lesefertigkeiten bei Sch\u00fcler:innen von der 2. bis zur 9. Klassenstufe. Das prim\u00e4re Ziel des Tests besteht darin, Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten in den basalen Lesefertigkeiten fr\u00fchzeitig zu identifizieren. Dank zwei Parallelformen, die jeweils in zwei Varianten mit unterschiedlichen Aufgabenabfolgen vorliegen, ist das Instrument zudem f\u00fcr wiederholte Messungen zur Verlaufskontrolle von F\u00f6rdermassnahmen geeignet.\r\n\r\nDas als Paper-Pencil-Verfahren konzipierte Instrument beansprucht inklusive Instruktion eine Gesamtdauer von etwa 15 Minuten, wobei die reine Bearbeitungszeit lediglich drei Minuten betr\u00e4gt. Die Testaufgabe verlangt von den Lernenden, inhaltlich einfache S\u00e4tze leise zu lesen und jeweils am Ende der Zeile zu entscheiden, ob die Aussage des Satzes korrekt ist. Das Verfahren ist so konstruiert, dass es \u00fcber alle vorgesehenen Schulstufen hinweg differenziert, ohne dass Boden- oder Deckeneffekte die Ergebnisse verzerren.\r\n\r\nDie Auswertung erfolgt zeit\u00f6konomisch (ca. 1\u20132 Minuten) mithilfe von Schablonen. Als zentrales Ergebnismass wird ein Lesequotient (LQ) berechnet. Dieser ist so skaliert, dass er mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 mit der Verteilung von Intelligenzquotienten vergleichbar ist. Daraus lassen sich Aussagen dar\u00fcber treffen, wie weit die individuelle Lesefertigkeit vom Durchschnitt der Normierungsstichprobe abweicht.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDas SLS 2-9 konzentriert sich auf die Erfassung der basalen Lesefertigkeit, welche massgeblich durch die Effizienz der Blickbewegungen w\u00e4hrend des Lesevorgangs bestimmt wird. Die Testkonstruktion st\u00fctzt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse (u. a. Hawelka, Gagl &amp; Wimmer, 2010), die deutliche Unterschiede in der visuellen Verarbeitungsstrategie zwischen kompetenten und leseschwachen Personen belegen. Bei kompetenten Leser:innen zeichnet sich der Leseprozess durch eine schnelle Aktivierung mentaler Repr\u00e4sentationen aus. Sobald die Augen ein Wort fixieren, werden die Buchstaben erfasst und mit im Langzeitged\u00e4chtnis gespeicherten orthografischen Mustern (W\u00f6rtern oder Silbenteilen) abgeglichen. Im Gegensatz dazu ist der Lesevorgang bei schwachen Leser:innen dadurch gepr\u00e4gt, dass er ineffizienter ist, obwohl die grundlegenden Mechanismen qualitativ \u00e4hnlich ablaufen. Diese Ineffizienz \u00e4ussert sich in k\u00fcrzeren Augenspr\u00fcngen, h\u00e4ufigeren Fixationen pro Wort und deutlich l\u00e4ngeren Verweildauern der Augen auf den einzelnen Textelementen. F\u00fcr diese Verz\u00f6gerungen sind zwei Hauptursachen verantwortlich:\r\n<ol>\r\n \t<li>Reduziertes orthografisches Lexikon: Aufgrund einer geringeren Anzahl gespeicherter Wortbilder m\u00fcssen schwache Leser:innen h\u00e4ufiger auf kleinere Einheiten oder Buchstaben-Laut-Zuordnungen zur\u00fcckgreifen, was besonders bei l\u00e4ngeren oder selteneren W\u00f6rtern auftritt.<\/li>\r\n \t<li>Verlangsamter Zugriff: Die Verkn\u00fcpfung der orthografischen Muster auf die zugeh\u00f6rigen phonologischen Repr\u00e4sentationen erfolgt insgesamt verz\u00f6gert, was selbst die Verarbeitung einfacher und h\u00e4ufiger W\u00f6rter verlangsamt.<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDurch die Vorgabe inhaltlich simpler S\u00e4tze unter hohem Zeitdruck gelingt es dem SLS 2-9, genau diese automatisierten Prozesse der Wort- und Satzidentifikation zu isolieren und Defizite in der basalen Lesefertigkeit abzubilden.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nObwohl das Manual keine expliziten Hinweise zur Objektivit\u00e4t enth\u00e4lt, ist diese durch die pr\u00e4zisen Instruktionen zur Durchf\u00fchrung, Auswertung (mithilfe von Schablonen) und Interpretation der Ergebnisse sichergestellt. Bei instruktionsgetreuer Anwendung kann die Objektivit\u00e4t des Verfahrens als gegeben gelten.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit erfolgte f\u00fcr das SLS 2-9 exemplarisch f\u00fcr die Schulstufen 2 und 8, da f\u00fcr die Vorg\u00e4ngerversionen bereits hohe Reliabilit\u00e4tswerte vorlagen. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t (Intervall von einer Unterrichtseinheit) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .95 f\u00fcr die 2. Klasse und bei r<sub>tt<\/sub> = .87 f\u00fcr die 8. Klasse. In der Sekundarstufe variieren die Werte je nach Schulform zwischen r<sub>tt<\/sub> = .80 (Gymnasium) und r<sub>tt<\/sub> = .93 (Hauptschule). Die berichteten Kennwerte belegen eine hohe Messgenauigkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit des Screenings.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Validierung st\u00fctzt sich ebenfalls auf die Daten der 2. und 8. Schulstufe. Die konvergente Validit\u00e4t wurde durch den Vergleich mit dem Wortlesetest des SLRT-II bestimmt: Hierbei zeigten sich f\u00fcr die 2. Klasse hohe Korrelationen (r = .80 bis .89), w\u00e4hrend f\u00fcr die 8. Klasse mittlere Zusammenh\u00e4nge (r = .49 bis .55) nachgewiesen wurden. Das SLS 2-9 kann als valides Messinstrument zur Identifikation von Schwierigkeiten in der basalen Lesekompetenz angesehen werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung wurde 2007\/2008 an einer f\u00fcr \u00d6sterreich repr\u00e4sentativen Stichprobe von Sch\u00fcler:innen durchgef\u00fchrt. Die Stichprobe ber\u00fccksichtigt Schulform, Klassenstufe sowie Standort und umfasst die verschiedenen Schultypen der Sekundarstufe. Da internationale Vergleichsstudien (PISA 2000\u20132012) nur geringf\u00fcgige Leistungsunterschiede zwischen Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz aufzeigen, ist die Normierung gem\u00e4ss den Autoren f\u00fcr den gesamten deutschsprachigen Raum anwendbar.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Hawelka, S., Gagl, B. &amp; Wimmer, H. (2010). A dual-route perspective on eye movements of dyslexic readers. <em>Cognition, 115<\/em>, 367-518. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cognition.2009.11.004\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cognition.2009.11.004<\/a><\/li>\r\n \t<li>Wimmer, H. &amp; Mayringer, H. (2014). <em>Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Schulstufe 2-9 (SLS 2-9)<\/em>. Hans Huber.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990102779890205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990102779890205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Heinz Wimmer und Heinz Mayringer (2014)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-268\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9.jpg 1600w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-722x1024.jpg 722w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-768x1089.jpg 768w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-1084x1536.jpg 1084w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-1445x2048.jpg 1445w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-225x319.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/SLS-2-9-350x496.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>2. bis 9. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das SLS 2-9 ist ein standardisiertes Screening-Verfahren zur \u00f6konomischen Erfassung der Lesefertigkeiten bei Sch\u00fcler:innen von der 2. bis zur 9. Klassenstufe. Das prim\u00e4re Ziel des Tests besteht darin, Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten in den basalen Lesefertigkeiten fr\u00fchzeitig zu identifizieren. Dank zwei Parallelformen, die jeweils in zwei Varianten mit unterschiedlichen Aufgabenabfolgen vorliegen, ist das Instrument zudem f\u00fcr wiederholte Messungen zur Verlaufskontrolle von F\u00f6rdermassnahmen geeignet.<\/p>\n<p>Das als Paper-Pencil-Verfahren konzipierte Instrument beansprucht inklusive Instruktion eine Gesamtdauer von etwa 15 Minuten, wobei die reine Bearbeitungszeit lediglich drei Minuten betr\u00e4gt. Die Testaufgabe verlangt von den Lernenden, inhaltlich einfache S\u00e4tze leise zu lesen und jeweils am Ende der Zeile zu entscheiden, ob die Aussage des Satzes korrekt ist. Das Verfahren ist so konstruiert, dass es \u00fcber alle vorgesehenen Schulstufen hinweg differenziert, ohne dass Boden- oder Deckeneffekte die Ergebnisse verzerren.<\/p>\n<p>Die Auswertung erfolgt zeit\u00f6konomisch (ca. 1\u20132 Minuten) mithilfe von Schablonen. Als zentrales Ergebnismass wird ein Lesequotient (LQ) berechnet. Dieser ist so skaliert, dass er mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 mit der Verteilung von Intelligenzquotienten vergleichbar ist. Daraus lassen sich Aussagen dar\u00fcber treffen, wie weit die individuelle Lesefertigkeit vom Durchschnitt der Normierungsstichprobe abweicht.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Das SLS 2-9 konzentriert sich auf die Erfassung der basalen Lesefertigkeit, welche massgeblich durch die Effizienz der Blickbewegungen w\u00e4hrend des Lesevorgangs bestimmt wird. Die Testkonstruktion st\u00fctzt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse (u. a. Hawelka, Gagl &amp; Wimmer, 2010), die deutliche Unterschiede in der visuellen Verarbeitungsstrategie zwischen kompetenten und leseschwachen Personen belegen. Bei kompetenten Leser:innen zeichnet sich der Leseprozess durch eine schnelle Aktivierung mentaler Repr\u00e4sentationen aus. Sobald die Augen ein Wort fixieren, werden die Buchstaben erfasst und mit im Langzeitged\u00e4chtnis gespeicherten orthografischen Mustern (W\u00f6rtern oder Silbenteilen) abgeglichen. Im Gegensatz dazu ist der Lesevorgang bei schwachen Leser:innen dadurch gepr\u00e4gt, dass er ineffizienter ist, obwohl die grundlegenden Mechanismen qualitativ \u00e4hnlich ablaufen. Diese Ineffizienz \u00e4ussert sich in k\u00fcrzeren Augenspr\u00fcngen, h\u00e4ufigeren Fixationen pro Wort und deutlich l\u00e4ngeren Verweildauern der Augen auf den einzelnen Textelementen. F\u00fcr diese Verz\u00f6gerungen sind zwei Hauptursachen verantwortlich:<\/p>\n<ol>\n<li>Reduziertes orthografisches Lexikon: Aufgrund einer geringeren Anzahl gespeicherter Wortbilder m\u00fcssen schwache Leser:innen h\u00e4ufiger auf kleinere Einheiten oder Buchstaben-Laut-Zuordnungen zur\u00fcckgreifen, was besonders bei l\u00e4ngeren oder selteneren W\u00f6rtern auftritt.<\/li>\n<li>Verlangsamter Zugriff: Die Verkn\u00fcpfung der orthografischen Muster auf die zugeh\u00f6rigen phonologischen Repr\u00e4sentationen erfolgt insgesamt verz\u00f6gert, was selbst die Verarbeitung einfacher und h\u00e4ufiger W\u00f6rter verlangsamt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Durch die Vorgabe inhaltlich simpler S\u00e4tze unter hohem Zeitdruck gelingt es dem SLS 2-9, genau diese automatisierten Prozesse der Wort- und Satzidentifikation zu isolieren und Defizite in der basalen Lesefertigkeit abzubilden.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Obwohl das Manual keine expliziten Hinweise zur Objektivit\u00e4t enth\u00e4lt, ist diese durch die pr\u00e4zisen Instruktionen zur Durchf\u00fchrung, Auswertung (mithilfe von Schablonen) und Interpretation der Ergebnisse sichergestellt. Bei instruktionsgetreuer Anwendung kann die Objektivit\u00e4t des Verfahrens als gegeben gelten.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die \u00dcberpr\u00fcfung der Zuverl\u00e4ssigkeit erfolgte f\u00fcr das SLS 2-9 exemplarisch f\u00fcr die Schulstufen 2 und 8, da f\u00fcr die Vorg\u00e4ngerversionen bereits hohe Reliabilit\u00e4tswerte vorlagen. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t (Intervall von einer Unterrichtseinheit) liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .95 f\u00fcr die 2. Klasse und bei r<sub>tt<\/sub> = .87 f\u00fcr die 8. Klasse. In der Sekundarstufe variieren die Werte je nach Schulform zwischen r<sub>tt<\/sub> = .80 (Gymnasium) und r<sub>tt<\/sub> = .93 (Hauptschule). Die berichteten Kennwerte belegen eine hohe Messgenauigkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit des Screenings.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Validierung st\u00fctzt sich ebenfalls auf die Daten der 2. und 8. Schulstufe. Die konvergente Validit\u00e4t wurde durch den Vergleich mit dem Wortlesetest des SLRT-II bestimmt: Hierbei zeigten sich f\u00fcr die 2. Klasse hohe Korrelationen (r = .80 bis .89), w\u00e4hrend f\u00fcr die 8. Klasse mittlere Zusammenh\u00e4nge (r = .49 bis .55) nachgewiesen wurden. Das SLS 2-9 kann als valides Messinstrument zur Identifikation von Schwierigkeiten in der basalen Lesekompetenz angesehen werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung wurde 2007\/2008 an einer f\u00fcr \u00d6sterreich repr\u00e4sentativen Stichprobe von Sch\u00fcler:innen durchgef\u00fchrt. Die Stichprobe ber\u00fccksichtigt Schulform, Klassenstufe sowie Standort und umfasst die verschiedenen Schultypen der Sekundarstufe. Da internationale Vergleichsstudien (PISA 2000\u20132012) nur geringf\u00fcgige Leistungsunterschiede zwischen Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz aufzeigen, ist die Normierung gem\u00e4ss den Autoren f\u00fcr den gesamten deutschsprachigen Raum anwendbar.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Hawelka, S., Gagl, B. &amp; Wimmer, H. (2010). A dual-route perspective on eye movements of dyslexic readers. <em>Cognition, 115<\/em>, 367-518. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cognition.2009.11.004\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cognition.2009.11.004<\/a><\/li>\n<li>Wimmer, H. &amp; Mayringer, H. (2014). <em>Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Schulstufe 2-9 (SLS 2-9)<\/em>. Hans Huber.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990102779890205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990102779890205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Heinz Wimmer und Heinz Mayringer (2014) Einsatzbereich 2. bis 9. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. Inhalt Das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1740,"menu_order":32,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[78,77,67,75,76,74],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-266","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-heil-und-sonderpaedagogische-diagnostik","category-klinische-diagnostik","category-lesen","category-03-mittelstufe","category-04-oberstufe","category-02-unterstufe"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/266","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1740"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/266\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":678,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/266\/revisions\/678"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/266\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=266"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=266"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=266"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=266"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=266"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}