{"id":246,"date":"2026-07-27T14:40:35","date_gmt":"2026-07-27T12:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=246"},"modified":"2026-10-09T14:02:23","modified_gmt":"2026-10-09T12:02:23","slug":"potsdamer-lesetest-plt-1-4","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/potsdamer-lesetest-plt-1-4\/","title":{"raw":"Potsdamer Lesetest (PLT 1-PLT4)","rendered":"Potsdamer Lesetest (PLT 1-PLT4)"},"content":{"raw":"von Carola Schnitzler und Gerheid Scheerer-Neumann (2022)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-252 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"413\" \/>\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-251 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"365\" \/>\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-250 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT3.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"375\" \/>\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-249 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT4.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"358\" \/>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>1. bis 4. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer PLT 1-4 ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren, das speziell f\u00fcr die Erfassung der basalen Worterkennung sowie des Leseverstehens in den Schulstufen 1 bis 4 entwickelt wurde. Das Instrument verfolgt das Ziel, neben hohen psychometrischen Standards eine besondere Praxistauglichkeit f\u00fcr den Schulalltag zu bieten. Dies \u00e4ussert sich u.a. in einer \u00fcbersichtlichen Struktur, ansprechenden Texten, \u00f6konomischer Durchf\u00fchrung und onlinegest\u00fctzter Auswertung. Die Gesamtdauer der Testung betr\u00e4gt etwa 30 Minuten, wobei die reine Bearbeitungszeit bei ca. 11 bis 11,5 Minuten liegt.\r\n\r\nDas Verfahren liegt in vier stufenspezifischen Versionen (PLT1 bis PLT4) vor. Erg\u00e4nzend zum Manual bieten zwei spezifische Hinweishefte (PLT 1\/2 und PLT 3\/4) vertiefende Informationen. Ausserdem bietet das Manual konkrete Empfehlungen f\u00fcr die anschliessende F\u00f6rderung.\r\n\r\nDer Test umfasst zwei zentrale Untertests. Im Untertest Worterkennen (WE) bearbeiten die Lernenden einen Speed-Test (Bearbeitungszeit je nach Klassenstufe zwischen 60-90 Sekunden), bei dem sie in einer W\u00f6rterliste m\u00f6glichst schnell alle Tierw\u00f6rter markieren m\u00fcssen. Beim Untertest Leseverstehen (LV) werden innerhalb von zehn Minuten mehrere kurze Texte bearbeitet. Die Lernenden w\u00e4hlen an ausgew\u00e4hlten Textstellen passende W\u00f6rter aus jeweils drei Antwortm\u00f6glichkeiten aus.\r\n\r\nDie Auswertung erfolgt zeitsparend \u00fcber ein Online-Tool, in das die Rohwerte \u00fcbertragen werden. Das System \u00fcbernimmt die Berechnungen automatisch und liefert sowohl Profile auf Individualebene als auch umfassende Auswertungen f\u00fcr den gesamten Klassenverband.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer PLT 1-4 begreift das Leseverstehen als einen vielschichtigen Vorgang, der auf dem komplexen Zusammenwirken kognitiver und metakognitiver Prozesse sowie verschiedenen Wissensgrundlagen basiert. Als theoretischer Ausgangspunkt dient das \u00abSimple View of Reading\u00bb-Modell, das das Textverst\u00e4ndnis massgeblich auf die beiden Faktoren Wortkennen und Sprachverst\u00e4ndnis zur\u00fcckf\u00fchrt (z.B. Gough &amp; Tunmer, 1986). Es wird angenommen, dass diese beiden Faktoren in gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit stehen (z.B. Tunmer &amp; Chapman, 2012).\r\n\r\nDie Worterkennung wird hierbei als \u00abFlaschenhals\u00bb f\u00fcr das Leseverstehen verstanden, wobei die automatisierte Dekodierung auf Wortebene die zwingende Voraussetzung f\u00fcr das Erfassen gr\u00f6sserer Sinneinheiten bildet (z.B. Perfetti &amp; Stafura, 2014). Das Verfahren st\u00fctzt sich dabei auf das Zwei-Wege-Modell des Worterkennens (Coltheart, 1978), das zwischen dem unmittelbaren Abruf bekannter Wortbilder aus dem mentalen Lexikon und dem indirekten, synthetisierenden Erlesen \u00fcber die Laut-Buchstaben-Zuordnung differenziert.\r\n\r\nHinsichtlich des Leseverstehens legt das Instrument den Fokus auf die prozesshafte Rekonstruktion von Sinngehalten w\u00e4hrend des Lesens (vgl. Rost, 2001). In Anlehnung an aktuelle Komponentenmodelle (z.B. Scheerer-Neumann, 2018) werden dabei neben prim\u00e4r lesespezifischen Fertigkeiten wie der Lesefl\u00fcssigkeit auch sprachliche Voraussetzungen, motivationale Aspekte sowie das allgemeine Welt- und Vorwissen der Lernenden als relevante Ressourcen ber\u00fccksichtigt.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des PLT 1-4 wird durch die strikte Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Handlungsanweisungen sichergestellt. Dank einer standardisierten Online-Auswertung inklusive Schritt-f\u00fcr-Schritt-Anleitung wird die Auswertungsobjektivit\u00e4t gew\u00e4hrleistet, da s\u00e4mtliche Berechnungen und Einordnungen der Rohwerte automatisiert erfolgen. Dieser Prozess unterst\u00fctzt konsequent auch eine hohe Interpretationsobjektivit\u00e4t. Bei pflichtbewusster Einhaltung der Vorgaben gilt der PLT 1-4 als objektives Verfahren zur Erhebung der Lesekompetenzen.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit wurde mittels Retestreliabilit\u00e4t (Intervall 14 Tage) und Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Odd-Even-Methode) ermittelt. In der Retest-Pr\u00fcfung liegen die Werte f\u00fcr das Worterkennen zwischen r<sub>tt<\/sub> = .73 und .89, w\u00e4hrend f\u00fcr das Leseverstehen Werte von r<sub>tt<\/sub> = .90 bis .92 erreicht werden. Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t beim Worterkennen zeigt Koeffizienten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .91 und .93 auf. Beim Leseverstehen (Spearman-Brown-korrigiert) werden Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .95 und .97 berichtet. Die Kennwerte belegen eine hohe Messgenauigkeit und Stabilit\u00e4t, wodurch der PLT 1-4 als ein reliables Messinstrument eingestuft werden kann.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Konstruktvalidit\u00e4t wird durch faktoranalytische Ergebnisse gest\u00fctzt, die belegen, dass mit dem PLT 1-4 unterschiedliche Facetten der Lesekompetenz isoliert erfasst werden. Hinweise zur konvergenten Validit\u00e4t liefern signifikante Korrelationen mit etablierten Verfahren wie dem WLLP-R (r = .55 bis .70), dem ELFE-II (r = .62 bis .81) sowie dem Sprachverstehenstest TROG-D. Die diskriminante Validit\u00e4t zeigt sich durch eine klare Abgrenzung zu allgemeinen kognitiven F\u00e4higkeiten (CFT 20-R) und Aufmerksamkeitsleistungen (d2-R). Zudem best\u00e4tigt die \u00dcbereinstimmung mit den Lehrpersonenurteilen zur Leseleistung die Kriteriumsvalidit\u00e4t. Der PLT 1-4 ist ein valides Instrument, das die Lesekompetenzen in der Primarstufe differenziert und angemessen abbildet.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung basiert auf einer Stichprobe von etwa 2'200 Kindern aus drei deutschen Bundesl\u00e4ndern, die im Schuljahr 2018\/2019 erhoben wurde. Rund 57% der Teilnehmenden sprechen zu Hause ausschliesslich Deutsch und haben keinen Zuwanderungshintergrund. Aufgrund der hohen Heterogenit\u00e4t innerhalb der Gruppe von Lernenden mit Migrationshintergrund wurden f\u00fcr diese keine separaten Normen erstellt; die Teilstichprobe ohne Zuwanderungshintergrund ist separat als Teilstichprobe D ausgewiesen.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Coltheart, M. (1978). Lexical access in simple reading tasks. In G. Underwood (Ed.), <em>Strategies of information processing<\/em> (pp. 151.216). San Diego, CA: Academic Press.<\/li>\r\n \t<li>Gough, P. B. &amp; Tunmer, W. E. (1986). Decoding, reading, and reading disability. <em>Remedial and Special Education, 7<\/em>(1), 6-10. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/074193258600700104\">https:\/\/doi.org\/10.1177\/074193258600700104<\/a><\/li>\r\n \t<li>Perfetti, C. &amp; Stafura, J. (2014). Word knowledge in a theory of reading comprehension. <em>Scientific Studies of Reading, 18<\/em>(1), 22-37. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/10888438.2013.827687\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/10888438.2013.827687<\/a><\/li>\r\n \t<li>Rost, D. H. (2001). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), <em>Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie<\/em> (2. Aufl., S. 449-456). Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Scheerer-Neumann, G. (2018). <em>Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che und Legasthenie. Grundlagen, Diagnostik und F\u00f6rderung<\/em> (2. Aufl.). Kohlhammer.<\/li>\r\n \t<li>Schnitzler, C. &amp; Scheerer-Neumann, G. (2022). <em>Potsdamer Lesetest (PLT 1-4)<\/em>. Klett.<\/li>\r\n \t<li><span style=\"font-size: 14pt\">Tunmer, W. E. &amp; Chapman, J. W. (2012). The simple view of reading redux: Vocabulary knowledge and the independent components hypothesis. <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">Journal of Learning Disabilities, 45<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">(5), 453-466. <\/span><a style=\"font-size: 14pt\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/0022219411432685\">https:\/\/doi.org\/10.1177\/0022219411432685<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116825194305521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Carola Schnitzler und Gerheid Scheerer-Neumann (2022)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-252\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"413\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-251\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT2.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"365\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-250\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT3.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"375\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-249\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/PLT4.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"358\" \/><\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>1. bis 4. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der PLT 1-4 ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren, das speziell f\u00fcr die Erfassung der basalen Worterkennung sowie des Leseverstehens in den Schulstufen 1 bis 4 entwickelt wurde. Das Instrument verfolgt das Ziel, neben hohen psychometrischen Standards eine besondere Praxistauglichkeit f\u00fcr den Schulalltag zu bieten. Dies \u00e4ussert sich u.a. in einer \u00fcbersichtlichen Struktur, ansprechenden Texten, \u00f6konomischer Durchf\u00fchrung und onlinegest\u00fctzter Auswertung. Die Gesamtdauer der Testung betr\u00e4gt etwa 30 Minuten, wobei die reine Bearbeitungszeit bei ca. 11 bis 11,5 Minuten liegt.<\/p>\n<p>Das Verfahren liegt in vier stufenspezifischen Versionen (PLT1 bis PLT4) vor. Erg\u00e4nzend zum Manual bieten zwei spezifische Hinweishefte (PLT 1\/2 und PLT 3\/4) vertiefende Informationen. Ausserdem bietet das Manual konkrete Empfehlungen f\u00fcr die anschliessende F\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Der Test umfasst zwei zentrale Untertests. Im Untertest Worterkennen (WE) bearbeiten die Lernenden einen Speed-Test (Bearbeitungszeit je nach Klassenstufe zwischen 60-90 Sekunden), bei dem sie in einer W\u00f6rterliste m\u00f6glichst schnell alle Tierw\u00f6rter markieren m\u00fcssen. Beim Untertest Leseverstehen (LV) werden innerhalb von zehn Minuten mehrere kurze Texte bearbeitet. Die Lernenden w\u00e4hlen an ausgew\u00e4hlten Textstellen passende W\u00f6rter aus jeweils drei Antwortm\u00f6glichkeiten aus.<\/p>\n<p>Die Auswertung erfolgt zeitsparend \u00fcber ein Online-Tool, in das die Rohwerte \u00fcbertragen werden. Das System \u00fcbernimmt die Berechnungen automatisch und liefert sowohl Profile auf Individualebene als auch umfassende Auswertungen f\u00fcr den gesamten Klassenverband.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der PLT 1-4 begreift das Leseverstehen als einen vielschichtigen Vorgang, der auf dem komplexen Zusammenwirken kognitiver und metakognitiver Prozesse sowie verschiedenen Wissensgrundlagen basiert. Als theoretischer Ausgangspunkt dient das \u00abSimple View of Reading\u00bb-Modell, das das Textverst\u00e4ndnis massgeblich auf die beiden Faktoren Wortkennen und Sprachverst\u00e4ndnis zur\u00fcckf\u00fchrt (z.B. Gough &amp; Tunmer, 1986). Es wird angenommen, dass diese beiden Faktoren in gegenseitiger Abh\u00e4ngigkeit stehen (z.B. Tunmer &amp; Chapman, 2012).<\/p>\n<p>Die Worterkennung wird hierbei als \u00abFlaschenhals\u00bb f\u00fcr das Leseverstehen verstanden, wobei die automatisierte Dekodierung auf Wortebene die zwingende Voraussetzung f\u00fcr das Erfassen gr\u00f6sserer Sinneinheiten bildet (z.B. Perfetti &amp; Stafura, 2014). Das Verfahren st\u00fctzt sich dabei auf das Zwei-Wege-Modell des Worterkennens (Coltheart, 1978), das zwischen dem unmittelbaren Abruf bekannter Wortbilder aus dem mentalen Lexikon und dem indirekten, synthetisierenden Erlesen \u00fcber die Laut-Buchstaben-Zuordnung differenziert.<\/p>\n<p>Hinsichtlich des Leseverstehens legt das Instrument den Fokus auf die prozesshafte Rekonstruktion von Sinngehalten w\u00e4hrend des Lesens (vgl. Rost, 2001). In Anlehnung an aktuelle Komponentenmodelle (z.B. Scheerer-Neumann, 2018) werden dabei neben prim\u00e4r lesespezifischen Fertigkeiten wie der Lesefl\u00fcssigkeit auch sprachliche Voraussetzungen, motivationale Aspekte sowie das allgemeine Welt- und Vorwissen der Lernenden als relevante Ressourcen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des PLT 1-4 wird durch die strikte Einhaltung der vorgegebenen Instruktionen und Handlungsanweisungen sichergestellt. Dank einer standardisierten Online-Auswertung inklusive Schritt-f\u00fcr-Schritt-Anleitung wird die Auswertungsobjektivit\u00e4t gew\u00e4hrleistet, da s\u00e4mtliche Berechnungen und Einordnungen der Rohwerte automatisiert erfolgen. Dieser Prozess unterst\u00fctzt konsequent auch eine hohe Interpretationsobjektivit\u00e4t. Bei pflichtbewusster Einhaltung der Vorgaben gilt der PLT 1-4 als objektives Verfahren zur Erhebung der Lesekompetenzen.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit wurde mittels Retestreliabilit\u00e4t (Intervall 14 Tage) und Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Odd-Even-Methode) ermittelt. In der Retest-Pr\u00fcfung liegen die Werte f\u00fcr das Worterkennen zwischen r<sub>tt<\/sub> = .73 und .89, w\u00e4hrend f\u00fcr das Leseverstehen Werte von r<sub>tt<\/sub> = .90 bis .92 erreicht werden. Die Split-Half-Reliabilit\u00e4t beim Worterkennen zeigt Koeffizienten zwischen r<sub>tt<\/sub> = .91 und .93 auf. Beim Leseverstehen (Spearman-Brown-korrigiert) werden Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> = .95 und .97 berichtet. Die Kennwerte belegen eine hohe Messgenauigkeit und Stabilit\u00e4t, wodurch der PLT 1-4 als ein reliables Messinstrument eingestuft werden kann.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch faktoranalytische Ergebnisse gest\u00fctzt, die belegen, dass mit dem PLT 1-4 unterschiedliche Facetten der Lesekompetenz isoliert erfasst werden. Hinweise zur konvergenten Validit\u00e4t liefern signifikante Korrelationen mit etablierten Verfahren wie dem WLLP-R (r = .55 bis .70), dem ELFE-II (r = .62 bis .81) sowie dem Sprachverstehenstest TROG-D. Die diskriminante Validit\u00e4t zeigt sich durch eine klare Abgrenzung zu allgemeinen kognitiven F\u00e4higkeiten (CFT 20-R) und Aufmerksamkeitsleistungen (d2-R). Zudem best\u00e4tigt die \u00dcbereinstimmung mit den Lehrpersonenurteilen zur Leseleistung die Kriteriumsvalidit\u00e4t. Der PLT 1-4 ist ein valides Instrument, das die Lesekompetenzen in der Primarstufe differenziert und angemessen abbildet.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung basiert auf einer Stichprobe von etwa 2&#8217;200 Kindern aus drei deutschen Bundesl\u00e4ndern, die im Schuljahr 2018\/2019 erhoben wurde. Rund 57% der Teilnehmenden sprechen zu Hause ausschliesslich Deutsch und haben keinen Zuwanderungshintergrund. Aufgrund der hohen Heterogenit\u00e4t innerhalb der Gruppe von Lernenden mit Migrationshintergrund wurden f\u00fcr diese keine separaten Normen erstellt; die Teilstichprobe ohne Zuwanderungshintergrund ist separat als Teilstichprobe D ausgewiesen.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Coltheart, M. (1978). Lexical access in simple reading tasks. In G. Underwood (Ed.), <em>Strategies of information processing<\/em> (pp. 151.216). San Diego, CA: Academic Press.<\/li>\n<li>Gough, P. B. &amp; Tunmer, W. E. (1986). Decoding, reading, and reading disability. <em>Remedial and Special Education, 7<\/em>(1), 6-10. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/074193258600700104\">https:\/\/doi.org\/10.1177\/074193258600700104<\/a><\/li>\n<li>Perfetti, C. &amp; Stafura, J. (2014). Word knowledge in a theory of reading comprehension. <em>Scientific Studies of Reading, 18<\/em>(1), 22-37. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/10888438.2013.827687\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/10888438.2013.827687<\/a><\/li>\n<li>Rost, D. H. (2001). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), <em>Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie<\/em> (2. Aufl., S. 449-456). Beltz.<\/li>\n<li>Scheerer-Neumann, G. (2018). <em>Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che und Legasthenie. Grundlagen, Diagnostik und F\u00f6rderung<\/em> (2. Aufl.). Kohlhammer.<\/li>\n<li>Schnitzler, C. &amp; Scheerer-Neumann, G. (2022). <em>Potsdamer Lesetest (PLT 1-4)<\/em>. Klett.<\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt\">Tunmer, W. E. &amp; Chapman, J. W. (2012). The simple view of reading redux: Vocabulary knowledge and the independent components hypothesis. <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">Journal of Learning Disabilities, 45<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">(5), 453-466. <\/span><a style=\"font-size: 14pt\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1177\/0022219411432685\">https:\/\/doi.org\/10.1177\/0022219411432685<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116825194305521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Carola Schnitzler und Gerheid Scheerer-Neumann (2022) Einsatzbereich 1. bis 4. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. 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