{"id":212,"date":"2026-07-27T13:52:03","date_gmt":"2026-07-27T11:52:03","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=212"},"modified":"2026-10-09T14:00:14","modified_gmt":"2026-10-09T12:00:14","slug":"lesegeschwindigkeits-und-verstaendnistest-fuer-die-klassen-2-4-lgvt-2-4","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/lesegeschwindigkeits-und-verstaendnistest-fuer-die-klassen-2-4-lgvt-2-4\/","title":{"raw":"Lesegeschwindigkeits- und -verst\u00e4ndnistest f\u00fcr die Klassen 2-4 (LGVT 2-4)","rendered":"Lesegeschwindigkeits- und -verst\u00e4ndnistest f\u00fcr die Klassen 2-4 (LGVT 2-4)"},"content":{"raw":"von Marco Ennemoser und Matthias Schlagm\u00fcller (2024)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-216 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/LGVT2-4.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"306\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>2. bis 4. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Es liegt kein explizites theoretisches Modell vor.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer LGVT 2-4 ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren zur Erfassung des Leseverst\u00e4ndnisses, der Lesegeschwindigkeit sowie der Lesegenauigkeit. Das Instrument findet Anwendung in der Schule, der Schulpsychologie, der Heil- und Sonderp\u00e4dagogik sowie in der Lerntherapie und Forschung, um den aktuellen Leistungsstand zu erheben oder Lernfortschritte \u00fcber die Zeit hinweg zu dokumentieren.\r\n\r\nDas als Paper-and-Pencil-Test konzipierte Verfahren kann sowohl im Einzelsetting f\u00fcr individualdiagnostische Fragestellungen als auch im Gruppensetting zur Erhebung des Leistungsstands ganzer Klassen eingesetzt werden. Es stehen zwei Parallelformen des Tests zur Verf\u00fcgung. Als Testgrundlage dienen M\u00e4rchentexte mit einem Umfang von jeweils 822 W\u00f6rtern. Die Aufgabe der Lernenden besteht darin, an 34 Textstellen jeweils die kontextuell passende Erg\u00e4nzung aus drei vorgegebenen Alternativen auszuw\u00e4hlen, wodurch Kennwerte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis, das Lesetempo und die Genauigkeit ermittelt werden.\r\n\r\nDie Gesamtdauer der Testung betr\u00e4gt inklusive der Instruktion etwa 12 bis 15 Minuten. Die reine Bearbeitungszeit ist dabei klassenstufenabh\u00e4ngig: Sie betr\u00e4gt acht Minuten in der 2. Klasse sowie sechs Minuten in der 3. und 4. Klasse.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer LGVT 2-4 ist eine Adaptation des <a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/lesegeschwindigkeits-und-verstaendnistest-fuer-die-klassen-5-12-lgvt5-12\/\">LGVT 5-12+<\/a> f\u00fcr die Klassenstufen 2 bis 4. Die Autoren verzichten im Manual auf die explizite Darstellung eines spezifischen theoretischen Modells. Mit der Testkonstruktion wird das Ziel verfolgt, ein \u00f6kologisches und valides Instrument zu entwickeln, das das Textverst\u00e4ndnis beim Lesen l\u00e4ngerer Texte erfasst. Im Fokus steht dabei das differenzierte Zusammenspiel zwischen Lesegeschwindigkeit, Lesegenauigkeit und der daraus resultierenden Verst\u00e4ndnisleistung.\r\n\r\nIm Gegensatz zu Aufgabenformaten auf Wort- oder Satzebene, die prim\u00e4r hierarchieniedrige bzw. technische Prozesse des Lesens abbilden (Rost, 1987), beansprucht die Arbeit mit l\u00e4ngeren Texten im LGVT 2-4 gezielt hierarchieh\u00f6here Prozesse des Leseverstehens. Damit werden zus\u00e4tzlich metakognitive und selbstregulatorische F\u00e4higkeiten in die Diagnostik einbezogen. Das Verfahren ber\u00fccksichtigt, dass das zusammenh\u00e4ngende Textlesen bereits im Verlauf der Grundschulzeit massiv an Bedeutung gewinnt und dass eine rein auf Wort- oder Satzeinheiten beschr\u00e4nkte Diagnostik Ungenauigkeiten bei der Abbildung der tats\u00e4chlichen Lesekompetenz aufweisen k\u00f6nnte.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des LGVT 2-4 ist bei einer strikten Einhaltung der im Manual vorgegebenen Instruktionen und Rahmenbedingungen gew\u00e4hrleistet. Die Auswertungsobjektivit\u00e4t wird durch eindeutige Richtlinien zur Vergabe von Richtig-Falsch-Punkten beim Leseverst\u00e4ndnis sowie durch standardisierte Berechnungsverfahren f\u00fcr die Lesegeschwindigkeit und\u00a0 -genauigkeit sichergestellt. F\u00fcr die Interpretationsobjektivit\u00e4t stehen umfassende Normtabellen und interpretative Hilfestellungen zur Verf\u00fcgung. Bei manualgetreuer Anwendung kann die Objektivit\u00e4t des Verfahrens als gegeben erachtet werden.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens wurde durch verschiedene Kennwerte belegt. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t zwischen den beiden Testversionen liegt f\u00fcr das Leseverst\u00e4ndnis bei r<sub>tt<\/sub> = .90, f\u00fcr die Lesegeschwindigkeit bei r<sub>tt<\/sub> = .86 und f\u00fcr die Lesegenauigkeit bei r<sub>tt<\/sub> = .71. Die Retesreliabilit\u00e4t (Intervall von 5 Monaten) liegt zwischen r<sub>tt<\/sub> = .65 (Lesegenauigkeit) und r<sub>tt<\/sub> = .82 (Leseverst\u00e4ndnis). F\u00fcr die Skala Leseverst\u00e4ndnis wird zudem eine Split-Half-Reliabilit\u00e4t von r<sub>tt<\/sub> = .88 berichtet.\r\n\r\nDas Verfahren misst das Leseverst\u00e4ndnis und die Lesegeschwindigkeit zuverl\u00e4ssig; die Kennwerte f\u00fcr die Lesegenauigkeit sind aufgrund situativer und motivationaler Einfl\u00fcsse etwas geringer, aber dennoch zufriedenstellend.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie konvergente Validit\u00e4t wird durch signifikante Korrelationen mit dem ELFE-Lesetest untermauert, wobei insbesondere f\u00fcr das Leseverst\u00e4ndnis mittlere bis hohe Zusammenh\u00e4nge (r = .44 bis .73) nachgewiesen wurden. Hinweise zur diskriminanten Validit\u00e4t belegen, dass der LGVT 2-4 spezifisch leserelevante Kompetenzen misst und sich von allgemeinen kognitiven F\u00e4higkeiten (Intelligenz, Mathematikleistung) abgrenzt. Innerhalb der Teststruktur zeigt sich eine hohe Korrelation zwischen Leseverst\u00e4ndnis und Lesegeschwindigkeit (r = .75) sowie zwischen Leseverst\u00e4ndnis und Lesegenauigkeit (r = .72). Die Lesegenauigkeit korreliert nur schwach mit der Geschwindigkeit (r = .25). Insgesamt stellt der LGVT 2-4 ein valides Instrument zur differenzierten Erfassung lesespezifischer Kompetenzen dar.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung des LGVT 2-4 basiert auf einer in Bezug auf Geschlecht und sprachliche Kompetenzen repr\u00e4sentativen Stichprobe von 1'446 Schulkindern aus neun deutschen Bundesl\u00e4ndern (Erhebung 2018). Die Normen liegen f\u00fcr jedes Schuljahresquartal von der Mitte der 2. bis zum Ende der 4. Klassenstufe vor. Als Normwerte werden T-Werte und Prozentr\u00e4nge f\u00fcr alle drei Skalen bereitgestellt.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Ennemoser, M. &amp; Schlagm\u00fcller, M. (2024). <em>Lesegeschwindigkeits- und -verst\u00e4ndnistest f\u00fcr die Klassen 2-4 (LGVT 2-4)<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Rost, D. H. (1987). Leseverst\u00e4ndnis oder Leseverst\u00e4ndnisse? <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie, 1<\/em>, 175\u2013196.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116958490405521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116958490405521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Marco Ennemoser und Matthias Schlagm\u00fcller (2024)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-216\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/LGVT2-4.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"306\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>2. bis 4. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Es liegt kein explizites theoretisches Modell vor.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der LGVT 2-4 ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren zur Erfassung des Leseverst\u00e4ndnisses, der Lesegeschwindigkeit sowie der Lesegenauigkeit. Das Instrument findet Anwendung in der Schule, der Schulpsychologie, der Heil- und Sonderp\u00e4dagogik sowie in der Lerntherapie und Forschung, um den aktuellen Leistungsstand zu erheben oder Lernfortschritte \u00fcber die Zeit hinweg zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Das als Paper-and-Pencil-Test konzipierte Verfahren kann sowohl im Einzelsetting f\u00fcr individualdiagnostische Fragestellungen als auch im Gruppensetting zur Erhebung des Leistungsstands ganzer Klassen eingesetzt werden. Es stehen zwei Parallelformen des Tests zur Verf\u00fcgung. Als Testgrundlage dienen M\u00e4rchentexte mit einem Umfang von jeweils 822 W\u00f6rtern. Die Aufgabe der Lernenden besteht darin, an 34 Textstellen jeweils die kontextuell passende Erg\u00e4nzung aus drei vorgegebenen Alternativen auszuw\u00e4hlen, wodurch Kennwerte f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis, das Lesetempo und die Genauigkeit ermittelt werden.<\/p>\n<p>Die Gesamtdauer der Testung betr\u00e4gt inklusive der Instruktion etwa 12 bis 15 Minuten. Die reine Bearbeitungszeit ist dabei klassenstufenabh\u00e4ngig: Sie betr\u00e4gt acht Minuten in der 2. Klasse sowie sechs Minuten in der 3. und 4. Klasse.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der LGVT 2-4 ist eine Adaptation des <a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/lesegeschwindigkeits-und-verstaendnistest-fuer-die-klassen-5-12-lgvt5-12\/\">LGVT 5-12+<\/a> f\u00fcr die Klassenstufen 2 bis 4. Die Autoren verzichten im Manual auf die explizite Darstellung eines spezifischen theoretischen Modells. Mit der Testkonstruktion wird das Ziel verfolgt, ein \u00f6kologisches und valides Instrument zu entwickeln, das das Textverst\u00e4ndnis beim Lesen l\u00e4ngerer Texte erfasst. Im Fokus steht dabei das differenzierte Zusammenspiel zwischen Lesegeschwindigkeit, Lesegenauigkeit und der daraus resultierenden Verst\u00e4ndnisleistung.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Aufgabenformaten auf Wort- oder Satzebene, die prim\u00e4r hierarchieniedrige bzw. technische Prozesse des Lesens abbilden (Rost, 1987), beansprucht die Arbeit mit l\u00e4ngeren Texten im LGVT 2-4 gezielt hierarchieh\u00f6here Prozesse des Leseverstehens. Damit werden zus\u00e4tzlich metakognitive und selbstregulatorische F\u00e4higkeiten in die Diagnostik einbezogen. Das Verfahren ber\u00fccksichtigt, dass das zusammenh\u00e4ngende Textlesen bereits im Verlauf der Grundschulzeit massiv an Bedeutung gewinnt und dass eine rein auf Wort- oder Satzeinheiten beschr\u00e4nkte Diagnostik Ungenauigkeiten bei der Abbildung der tats\u00e4chlichen Lesekompetenz aufweisen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des LGVT 2-4 ist bei einer strikten Einhaltung der im Manual vorgegebenen Instruktionen und Rahmenbedingungen gew\u00e4hrleistet. Die Auswertungsobjektivit\u00e4t wird durch eindeutige Richtlinien zur Vergabe von Richtig-Falsch-Punkten beim Leseverst\u00e4ndnis sowie durch standardisierte Berechnungsverfahren f\u00fcr die Lesegeschwindigkeit und\u00a0 -genauigkeit sichergestellt. F\u00fcr die Interpretationsobjektivit\u00e4t stehen umfassende Normtabellen und interpretative Hilfestellungen zur Verf\u00fcgung. Bei manualgetreuer Anwendung kann die Objektivit\u00e4t des Verfahrens als gegeben erachtet werden.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens wurde durch verschiedene Kennwerte belegt. Die Paralleltestreliabilit\u00e4t zwischen den beiden Testversionen liegt f\u00fcr das Leseverst\u00e4ndnis bei r<sub>tt<\/sub> = .90, f\u00fcr die Lesegeschwindigkeit bei r<sub>tt<\/sub> = .86 und f\u00fcr die Lesegenauigkeit bei r<sub>tt<\/sub> = .71. Die Retesreliabilit\u00e4t (Intervall von 5 Monaten) liegt zwischen r<sub>tt<\/sub> = .65 (Lesegenauigkeit) und r<sub>tt<\/sub> = .82 (Leseverst\u00e4ndnis). F\u00fcr die Skala Leseverst\u00e4ndnis wird zudem eine Split-Half-Reliabilit\u00e4t von r<sub>tt<\/sub> = .88 berichtet.<\/p>\n<p>Das Verfahren misst das Leseverst\u00e4ndnis und die Lesegeschwindigkeit zuverl\u00e4ssig; die Kennwerte f\u00fcr die Lesegenauigkeit sind aufgrund situativer und motivationaler Einfl\u00fcsse etwas geringer, aber dennoch zufriedenstellend.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die konvergente Validit\u00e4t wird durch signifikante Korrelationen mit dem ELFE-Lesetest untermauert, wobei insbesondere f\u00fcr das Leseverst\u00e4ndnis mittlere bis hohe Zusammenh\u00e4nge (r = .44 bis .73) nachgewiesen wurden. Hinweise zur diskriminanten Validit\u00e4t belegen, dass der LGVT 2-4 spezifisch leserelevante Kompetenzen misst und sich von allgemeinen kognitiven F\u00e4higkeiten (Intelligenz, Mathematikleistung) abgrenzt. Innerhalb der Teststruktur zeigt sich eine hohe Korrelation zwischen Leseverst\u00e4ndnis und Lesegeschwindigkeit (r = .75) sowie zwischen Leseverst\u00e4ndnis und Lesegenauigkeit (r = .72). Die Lesegenauigkeit korreliert nur schwach mit der Geschwindigkeit (r = .25). Insgesamt stellt der LGVT 2-4 ein valides Instrument zur differenzierten Erfassung lesespezifischer Kompetenzen dar.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung des LGVT 2-4 basiert auf einer in Bezug auf Geschlecht und sprachliche Kompetenzen repr\u00e4sentativen Stichprobe von 1&#8217;446 Schulkindern aus neun deutschen Bundesl\u00e4ndern (Erhebung 2018). Die Normen liegen f\u00fcr jedes Schuljahresquartal von der Mitte der 2. bis zum Ende der 4. Klassenstufe vor. Als Normwerte werden T-Werte und Prozentr\u00e4nge f\u00fcr alle drei Skalen bereitgestellt.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Ennemoser, M. &amp; Schlagm\u00fcller, M. (2024). <em>Lesegeschwindigkeits- und -verst\u00e4ndnistest f\u00fcr die Klassen 2-4 (LGVT 2-4)<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Rost, D. H. (1987). Leseverst\u00e4ndnis oder Leseverst\u00e4ndnisse? <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie, 1<\/em>, 175\u2013196.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116958490405521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma99116958490405521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Marco Ennemoser und Matthias Schlagm\u00fcller (2024) &nbsp; Einsatzbereich 2. bis 4. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Es liegt kein explizites theoretisches Modell vor. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen vor. 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