{"id":193,"date":"2026-07-27T13:33:33","date_gmt":"2026-07-27T11:33:33","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=193"},"modified":"2026-10-09T13:59:24","modified_gmt":"2026-10-09T11:59:24","slug":"lesen-8-9-lesetestbatterie-fuer-die-klassenstufen-8-9","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/lesen-8-9-lesetestbatterie-fuer-die-klassenstufen-8-9\/","title":{"raw":"LESEN 8-9: Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9","rendered":"LESEN 8-9: Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9"},"content":{"raw":"von Kerstin B\u00e4uerlein, Wolfang Lenhard und Wolfgang Schneider (2012)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-187 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/LESEN-8-9-Lesetestbatterie-fuer-die-Klassenstufen-8-9.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"328\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>8. bis 9. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDie Lesetestbatterie LESEN 8-9 wurde zur Erfassung grundlegender Lesefertigkeiten sowie des vertieften Textverst\u00e4ndnisses von Sch\u00fcler:innen der 8. und 9. Klasse entwickelt. Sie eignet sich zur Diagnostik von Lesekompetenzen, zur Evaluation von F\u00f6rdermassnahmen, zur Erstellung von Leseprofilen sowie im Kontext von Lese-Rechtschreibst\u00f6rungen. Dar\u00fcber hinaus kann sie in der Berufseignung, in Alphabetisierungskursen, bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie in der Forschung eingesetzt werden.\r\n\r\nDer Test wird im Paper-Pencil-Format als Einzel- oder Gruppentest durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die gesamte Testung sollten etwa 45 Minuten eingeplant werden, davon beansprucht die reine Arbeitszeit h\u00f6chstens 39 Minuten. Das Verfahren gliedert sich in zwei Hauptbereiche:\r\n<ol>\r\n \t<li>Basale Lesekompetenzen: Die Lernenden erhalten eine Liste mit 100 kurzen, einfachen S\u00e4tzen. Innerhalb von drei Minuten soll beurteilt werden, ob die Aussagen inhaltlich korrekt sind.<\/li>\r\n \t<li>Textverst\u00e4ndnis: Dieser Teil besteht aus zwei umfangreichen Texten (ein Sachtext mit 706 W\u00f6rtern und eine Erz\u00e4hlung mit 897 W\u00f6rtern). Die Lernenden haben pro Text 18 Minuten Zeit, um jeweils 19 Multiple-Choice-Fragen zu beantworten, die verschiedene Ebenen der Textverarbeitung pr\u00fcfen.<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDie Auswertung erfolgt mit Schablonen. Dabei werden Summenwerte f\u00fcr die Basiskompetenzen, das Textverst\u00e4ndnis sowie ein Gesamtergebnis ermittelt. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen Normtabellen zur Verf\u00fcgung.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDie theoretische Basis des LESEN 8-9 liegt in der Differenzierung zwischen der technischen Lesefertigkeit und den kognitiven Prozessen des Textverstehens. Die basale Lesekompetenz wird dabei als F\u00e4higkeit verstanden, Grapheme pr\u00e4zise und schnell in Phoneme zu \u00fcbersetzen (vgl. Auer et al., 2005; Rost &amp; Buch, 2010). Diese Automatisierung der Dekodierung gilt als zwingende Voraussetzung f\u00fcr ein gelingendes Leseverst\u00e4ndnis, da nur durch m\u00fchelose technische Abl\u00e4ufe ausreichend kognitive Ressourcen f\u00fcr die aktive Sinnkonstruktion frei bleiben (z.B. Auer et al., 2005).\r\n\r\nDas Textverst\u00e4ndnis selbst wird als komplexer, mehrstufiger Prozess modelliert. Auf der Ebene der lokalen Koh\u00e4renzbildung m\u00fcssen syntaktische Strukturen erfasst und semantische Bez\u00fcge zwischen W\u00f6rtern hergestellt werden, damit die Sinnentnahme auf Satzebene funktioniert. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis umfangreicher Texte ist zudem die globale Koh\u00e4renzbildung erforderlich, bei der Informationen \u00fcber weite Textabschnitte hinweg verkn\u00fcpft werden. W\u00e4hrend basale Prozesse weitgehend automatisiert ablaufen, erfordern hierarchieh\u00f6here Verstehensprozesse den Einsatz von Lesestrategien sowie den R\u00fcckgriff auf Vorwissen und metakognitive F\u00e4higkeiten (z.B. Lenhard &amp; Artelt, 2009). Die Testbatterie LESEN 8-9 st\u00fctzt sich hierbei massgeblich auf das Modell von van Dijk und Kintsch (1983) und unterscheidet zwischen der Repr\u00e4sentation der Textoberfl\u00e4che, der Textbasis sowie dem Aufbau eines mentalen Situationsmodells.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t ist gew\u00e4hrleistet, sofern die im Manual enthaltenen Instruktionen pr\u00e4zise befolgt werden. F\u00fcr die Auswertung kommen Schablonen zum Einsatz, die eine eindeutige Unterscheidung der Antworten erm\u00f6glichen und somit die Auswertungsobjektivit\u00e4t sicherstellen. Die Interpretation der Ergebnisse wird durch die bereitgestellten Normtabellen gest\u00fctzt. Bei korrekter Einhaltung der Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsanweisungen kann die LESEN 8-9 Testbatterie insgesamt als objektiv eingestuft werden.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit der Lesetestbatterie LESEN 8-9 wurde anhand der internen Konsistenz und der Retestreliabilit\u00e4t gepr\u00fcft. Die interne Konsistenz erreicht f\u00fcr die Basiskompetenzen einen sehr hohen Wert von \u03b1 = .97 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis einen hohen Wert von \u03b1 = .87. Die Retestreliabilit\u00e4t \u00fcber ein dreiw\u00f6chiges Intervall liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .80 f\u00fcr den Gesamtwert. F\u00fcr die Lesekompetenz wird ein Wert von r<sub>tt<\/sub> = .78 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis ein Wert von r<sub>tt<\/sub> = .84 berichtet. Insgesamt ist die LESEN 8-9 Testbatterie ein zuverl\u00e4ssiges Messinstrument zur Erfassung der Lesekompetenzen.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t ist durch die konsequente theoretische Herleitung der Testbereiche gegeben. Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch Korrelationen mit dem WLST 7-12 (<em>r<\/em> = .23 -.47) sowie den Subtests Lesegeschwindigkeit und Leseverst\u00e4ndnis des LGVT 6-12 (<em>r<\/em> = .12 -.56) gest\u00fctzt. Die Befunde liegen im theoretisch erwarteten Bereich, fallen jedoch teilweise niedriger aus als erwartet. Analysen mit Aussenkriterien wie Deutschnoten, das Urteil von Lehrpersonen sowie Mathematiknoten belegen die Kriteriumsvalidit\u00e4t, da die Ergebnisse das vermutete Muster der konvergenten und diskriminanten Validit\u00e4t best\u00e4tigen. Die Lesetestbatterie LESEN 8-9 kann insgesamt als valides Instrument zur differenzierten Lesediagnostik eingestuft werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie zwischen 2009 und 2010 erhobene Normstichprobe umfasst 945 Sch\u00fcler:innen aus sieben deutschen Bundesl\u00e4ndern. Zur Interpretation stehen Prozentrangnormen, T-Werte und T-Wertb\u00e4nder f\u00fcr die beiden Subtests sowie f\u00fcr das Gesamtergebnis zur Verf\u00fcgung. Einschr\u00e4nkend ist festzuhalten, dass die Repr\u00e4sentativit\u00e4t bez\u00fcglich der verschiedenen Schularten aufgrund struktureller Unterschiede in den Bundesl\u00e4ndern und variierender Gruppengr\u00f6ssen nicht vollst\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet ist.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). <em>Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8<\/em>. Bern Huber.<\/li>\r\n \t<li>B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). <em>LESEN 8-9. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), <em>Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends<\/em> (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Rost, D.H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), <em>Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie <\/em>(4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz.<\/li>\r\n \t<li>van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). <em>Strategies of discoursce comprehension<\/em>. New York: Academic Press.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 8-9. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D.H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discoursce comprehension. New York: Academic Press.\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 8-9. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D.H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discoursce comprehension. New York: Academic Press.\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Kerstin B\u00e4uerlein, Wolfang Lenhard und Wolfgang Schneider (2012)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-187\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/LESEN-8-9-Lesetestbatterie-fuer-die-Klassenstufen-8-9.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"328\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>8. bis 9. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Die Lesetestbatterie LESEN 8-9 wurde zur Erfassung grundlegender Lesefertigkeiten sowie des vertieften Textverst\u00e4ndnisses von Sch\u00fcler:innen der 8. und 9. Klasse entwickelt. Sie eignet sich zur Diagnostik von Lesekompetenzen, zur Evaluation von F\u00f6rdermassnahmen, zur Erstellung von Leseprofilen sowie im Kontext von Lese-Rechtschreibst\u00f6rungen. Dar\u00fcber hinaus kann sie in der Berufseignung, in Alphabetisierungskursen, bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund sowie in der Forschung eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Der Test wird im Paper-Pencil-Format als Einzel- oder Gruppentest durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die gesamte Testung sollten etwa 45 Minuten eingeplant werden, davon beansprucht die reine Arbeitszeit h\u00f6chstens 39 Minuten. Das Verfahren gliedert sich in zwei Hauptbereiche:<\/p>\n<ol>\n<li>Basale Lesekompetenzen: Die Lernenden erhalten eine Liste mit 100 kurzen, einfachen S\u00e4tzen. Innerhalb von drei Minuten soll beurteilt werden, ob die Aussagen inhaltlich korrekt sind.<\/li>\n<li>Textverst\u00e4ndnis: Dieser Teil besteht aus zwei umfangreichen Texten (ein Sachtext mit 706 W\u00f6rtern und eine Erz\u00e4hlung mit 897 W\u00f6rtern). Die Lernenden haben pro Text 18 Minuten Zeit, um jeweils 19 Multiple-Choice-Fragen zu beantworten, die verschiedene Ebenen der Textverarbeitung pr\u00fcfen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Auswertung erfolgt mit Schablonen. Dabei werden Summenwerte f\u00fcr die Basiskompetenzen, das Textverst\u00e4ndnis sowie ein Gesamtergebnis ermittelt. F\u00fcr die Interpretation der Ergebnisse stehen Normtabellen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Die theoretische Basis des LESEN 8-9 liegt in der Differenzierung zwischen der technischen Lesefertigkeit und den kognitiven Prozessen des Textverstehens. Die basale Lesekompetenz wird dabei als F\u00e4higkeit verstanden, Grapheme pr\u00e4zise und schnell in Phoneme zu \u00fcbersetzen (vgl. Auer et al., 2005; Rost &amp; Buch, 2010). Diese Automatisierung der Dekodierung gilt als zwingende Voraussetzung f\u00fcr ein gelingendes Leseverst\u00e4ndnis, da nur durch m\u00fchelose technische Abl\u00e4ufe ausreichend kognitive Ressourcen f\u00fcr die aktive Sinnkonstruktion frei bleiben (z.B. Auer et al., 2005).<\/p>\n<p>Das Textverst\u00e4ndnis selbst wird als komplexer, mehrstufiger Prozess modelliert. Auf der Ebene der lokalen Koh\u00e4renzbildung m\u00fcssen syntaktische Strukturen erfasst und semantische Bez\u00fcge zwischen W\u00f6rtern hergestellt werden, damit die Sinnentnahme auf Satzebene funktioniert. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis umfangreicher Texte ist zudem die globale Koh\u00e4renzbildung erforderlich, bei der Informationen \u00fcber weite Textabschnitte hinweg verkn\u00fcpft werden. W\u00e4hrend basale Prozesse weitgehend automatisiert ablaufen, erfordern hierarchieh\u00f6here Verstehensprozesse den Einsatz von Lesestrategien sowie den R\u00fcckgriff auf Vorwissen und metakognitive F\u00e4higkeiten (z.B. Lenhard &amp; Artelt, 2009). Die Testbatterie LESEN 8-9 st\u00fctzt sich hierbei massgeblich auf das Modell von van Dijk und Kintsch (1983) und unterscheidet zwischen der Repr\u00e4sentation der Textoberfl\u00e4che, der Textbasis sowie dem Aufbau eines mentalen Situationsmodells.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t ist gew\u00e4hrleistet, sofern die im Manual enthaltenen Instruktionen pr\u00e4zise befolgt werden. F\u00fcr die Auswertung kommen Schablonen zum Einsatz, die eine eindeutige Unterscheidung der Antworten erm\u00f6glichen und somit die Auswertungsobjektivit\u00e4t sicherstellen. Die Interpretation der Ergebnisse wird durch die bereitgestellten Normtabellen gest\u00fctzt. Bei korrekter Einhaltung der Durchf\u00fchrungs-, Auswertungs- und Interpretationsanweisungen kann die LESEN 8-9 Testbatterie insgesamt als objektiv eingestuft werden.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit der Lesetestbatterie LESEN 8-9 wurde anhand der internen Konsistenz und der Retestreliabilit\u00e4t gepr\u00fcft. Die interne Konsistenz erreicht f\u00fcr die Basiskompetenzen einen sehr hohen Wert von \u03b1 = .97 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis einen hohen Wert von \u03b1 = .87. Die Retestreliabilit\u00e4t \u00fcber ein dreiw\u00f6chiges Intervall liegt bei r<sub>tt<\/sub> = .80 f\u00fcr den Gesamtwert. F\u00fcr die Lesekompetenz wird ein Wert von r<sub>tt<\/sub> = .78 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis ein Wert von r<sub>tt<\/sub> = .84 berichtet. Insgesamt ist die LESEN 8-9 Testbatterie ein zuverl\u00e4ssiges Messinstrument zur Erfassung der Lesekompetenzen.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t ist durch die konsequente theoretische Herleitung der Testbereiche gegeben. Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch Korrelationen mit dem WLST 7-12 (<em>r<\/em> = .23 -.47) sowie den Subtests Lesegeschwindigkeit und Leseverst\u00e4ndnis des LGVT 6-12 (<em>r<\/em> = .12 -.56) gest\u00fctzt. Die Befunde liegen im theoretisch erwarteten Bereich, fallen jedoch teilweise niedriger aus als erwartet. Analysen mit Aussenkriterien wie Deutschnoten, das Urteil von Lehrpersonen sowie Mathematiknoten belegen die Kriteriumsvalidit\u00e4t, da die Ergebnisse das vermutete Muster der konvergenten und diskriminanten Validit\u00e4t best\u00e4tigen. Die Lesetestbatterie LESEN 8-9 kann insgesamt als valides Instrument zur differenzierten Lesediagnostik eingestuft werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die zwischen 2009 und 2010 erhobene Normstichprobe umfasst 945 Sch\u00fcler:innen aus sieben deutschen Bundesl\u00e4ndern. Zur Interpretation stehen Prozentrangnormen, T-Werte und T-Wertb\u00e4nder f\u00fcr die beiden Subtests sowie f\u00fcr das Gesamtergebnis zur Verf\u00fcgung. Einschr\u00e4nkend ist festzuhalten, dass die Repr\u00e4sentativit\u00e4t bez\u00fcglich der verschiedenen Schularten aufgrund struktureller Unterschiede in den Bundesl\u00e4ndern und variierender Gruppengr\u00f6ssen nicht vollst\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet ist.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). <em>Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8<\/em>. Bern Huber.<\/li>\n<li>B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). <em>LESEN 8-9. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), <em>Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends<\/em> (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Rost, D.H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), <em>Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie <\/em>(4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz.<\/li>\n<li>van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). <em>Strategies of discoursce comprehension<\/em>. New York: Academic Press.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 8-9. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D.H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discoursce comprehension. New York: Academic Press.\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 8-9. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 8-9. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D.H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discoursce comprehension. New York: Academic Press.\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kerstin B\u00e4uerlein, Wolfang Lenhard und Wolfgang Schneider (2012) &nbsp; Einsatzbereich 8. bis 9. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. Belege zur Validit\u00e4t liegen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1740,"menu_order":26,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[78,77,67,76],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-193","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-heil-und-sonderpaedagogische-diagnostik","category-klinische-diagnostik","category-lesen","category-04-oberstufe"],"part":3,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/193","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1740"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/193\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":673,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/193\/revisions\/673"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/3"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/193\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=193"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=193"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=193"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=193"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=193"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}