{"id":184,"date":"2026-07-27T12:14:02","date_gmt":"2026-07-27T10:14:02","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=184"},"modified":"2026-10-09T13:59:06","modified_gmt":"2026-10-09T11:59:06","slug":"lesen-6-7-lesetestbatterie-fuer-die-klassenstufen-6-7","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/lesen-6-7-lesetestbatterie-fuer-die-klassenstufen-6-7\/","title":{"raw":"LESEN 6-7: Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7","rendered":"LESEN 6-7: Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7"},"content":{"raw":"von Kerstin B\u00e4uerlein, Wolfgang Lenhard und Wolfgang Schneider (2012)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-188 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/Lesen6-7.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"398\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>6. bis 7. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDie Lesetestbatterie LESEN 6-7 ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren, das sowohl die basale Lesekompetenz (Lesegeschwindigkeit) als auch das Textverst\u00e4ndnis bei Sch\u00fcler:innen der 6. und 7. Klassenstufe erfasst. Das als Paper-Pencil-Test konzipierte Instrument kann flexibel im Einzel- oder Gruppensetting durchgef\u00fchrt werden und erm\u00f6glicht eine \u00f6konomische Lernstandserfassung ganzer Schulklassen.\r\n\r\nDie Testbatterie deckt ein breites Anwendungsspektrum ab: Neben der diagnostischen Abkl\u00e4rung individueller Lesekompetenzen (z.B. im Rahmen einer umfassenden Abkl\u00e4rung von Lese-Rechtschreibst\u00f6rungen) dient das Verfahren der Planung und systematischen \u00dcberpr\u00fcfung von F\u00f6rdermassnahmen und kann in der Forschung eingesetzt werden.\r\n\r\nDie Durchf\u00fchrung beansprucht etwa eine Unterrichtseinheit (ca. 45 Minuten), wobei die reine Bearbeitungszeit maximal 39 Minuten betr\u00e4gt. Das Verfahren gliedert sich in zwei wesentliche Teilbereiche:\r\n<ol>\r\n \t<li>Basale Lesekompetenz: In einem dreimin\u00fctigen Screening bearbeiten die Lernenden eine Liste von 100 kurzen S\u00e4tzen. Die Aufgabe besteht darin, die inhaltliche Richtigkeit dieser S\u00e4tze so schnell wie m\u00f6glich zu beurteilen.<\/li>\r\n \t<li>Textverst\u00e4ndnis: Dieser Bereich umfasst zwei umfangreiche Texte (einen Sachtext und einen erz\u00e4hlenden Text). Zu jedem Text m\u00fcssen 17 Multiple-Choice-Fragen beantwortet werden, die verschiedene Repr\u00e4sentationsebenen des Gelesenen pr\u00fcfen. F\u00fcr jeden Text steht ein Zeitfenster von maximal 18 Minuten zur Verf\u00fcgung.<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDie Auswertung erfolgt mithilfe von Schablonen und liefert separate Summenwerte f\u00fcr beide Teilbereiche sowie einen Gesamtwert f\u00fcr die allgemeine Lesekompetenz. Zur Einordnung der individuellen Leistungen stehen entsprechende Normtabellen zur Verf\u00fcgung.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDie theoretische Basis des LESEN 6-7 liegt in der Differenzierung zwischen der technischen Lesefertigkeit und den kognitiven Prozessen des Textverstehens. Die basale Lesekompetenz wird dabei als F\u00e4higkeit verstanden, Grapheme pr\u00e4zise und schnell in Phoneme zu \u00fcbersetzen (vgl. Auer et al., 2005; Rost &amp; Buch, 2010). Diese Automatisierung der Dekodierung gilt als zwingende Voraussetzung f\u00fcr ein gelingendes Leseverst\u00e4ndnis, da nur durch m\u00fchelose technische Abl\u00e4ufe ausreichend kognitive Ressourcen f\u00fcr die aktive Sinnkonstruktion frei bleiben (z.B. Auer et al., 2005).\r\n\r\nDas Textverst\u00e4ndnis selbst wird als komplexer, mehrstufiger Prozess modelliert. Auf der Ebene der lokalen Koh\u00e4renzbildung m\u00fcssen syntaktische Strukturen erfasst und semantische Bez\u00fcge zwischen W\u00f6rtern hergestellt werden, damit die Sinnentnahme auf Satzebene funktioniert. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis umfangreicher Texte ist zudem die globale Koh\u00e4renzbildung erforderlich, bei der Informationen \u00fcber weite Textabschnitte hinweg verkn\u00fcpft werden. W\u00e4hrend basale Prozesse weitgehend automatisiert ablaufen, erfordern hierarchieh\u00f6here Verstehensprozesse den Einsatz von Lesestrategien sowie den R\u00fcckgriff auf Vorwissen und metakognitive F\u00e4higkeiten (z.B. Lenhard &amp; Artelt, 2009). Die Testbatterie LESEN 6-7 st\u00fctzt sich hierbei massgeblich auf das Modell von van Dijk und Kintsch (1983) und unterscheidet zwischen der Repr\u00e4sentation der Textoberfl\u00e4che, der Textbasis sowie dem Aufbau eines mentalen Situationsmodells.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des LESEN 6-7 ist durch die wortgetreue Einhaltung der im Manual beschriebenen Instruktionen gew\u00e4hrleistet. Eine eindeutige Differenzierung zwischen richtigen und falschen Antworten sowie der Einsatz von Auswertungsschablonen stellen die Auswertungsobjektivit\u00e4t sicher. Durch die Bereitstellung umfassender Normtabellen ist zudem die Interpretationsobjektivit\u00e4t gegeben. Die Lesetestbatterie LESEN 6-7 ist bei gewissenhafter Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation ein objektives Testverfahren.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens wurde \u00fcber die interne Konsistenz und die Retestreliabilit\u00e4t (Intervall von drei Wochen) bestimmt. Die interne Konsistenz liegt f\u00fcr die basale Lesekompetenz bei \u03b1 = .97 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis bei \u03b1 = .87. In der Retest-\u00dcberpr\u00fcfung zeigt sich ein Gesamtwert von r<sub>tt<\/sub> = .86, w\u00e4hrend die Einzelwerte f\u00fcr die Lesekompetenz bei r<sub>tt<\/sub> = .78 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis bei r<sub>tt<\/sub> = .86 liegen. Der LESEN 6-7 ist ein zuverl\u00e4ssiges Messinstrument zur Erfassung beider Kompetenzbereiche.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t ergibt sich aus der konsequenten, theoriegeleiteten Testkonstruktion. Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch signifikante Korrelationen mit dem Lesestrategie-Wissenstest (<em>r<\/em> = .10 -.51) sowie den Subtests zur Lesegeschwindigkeit und zum Leseverst\u00e4ndnis des LGVT 6-12 (<em>r <\/em>= .10-.52) gest\u00fctzt, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Korrelationen teilweise niedrig ausfallen. Hinweise zur Kriteriumsvalidit\u00e4t belegen eine hohe \u00dcbereinstimmung mit dem Lehrpersonenurteil und der Deutschnote (konvergente Validit\u00e4t), w\u00e4hrend die Abgrenzung zur Mathematiknote die diskriminante Validit\u00e4t untermauert.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung erfolgte im Zeitraum 2009\/2010 an einer Stichprobe von 1'644 Sch\u00fcler:innen aus sieben deutschen Bundesl\u00e4ndern. Da die Stichprobengr\u00f6ssen pro Jahrgang variieren und l\u00e4nderspezifische strukturelle Bestimmungen bestehen, ist die Repr\u00e4sentativit\u00e4t hinsichtlich der Schulart nicht vollst\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet. Es liegen Prozentr\u00e4nge, T-Werte und T-Wertb\u00e4nder f\u00fcr beide Klassenstufen vor, die sowohl schulartspezifisch als auch schulartunabh\u00e4ngig differenziert sind.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). <em>Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8<\/em>. Bern: Huber.<\/li>\r\n \t<li>B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). <em>LESEN 6-7. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), <em>Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends<\/em> (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Rost, D. H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), <em>Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie <\/em>(4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz.<\/li>\r\n \t<li><span style=\"font-size: 14pt\">van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">Strategies of discourse comprehension<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">. New York: Academic Press.<\/span><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern: Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 6-7. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D. H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discourse comprehension. New York: Academic Press.\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern: Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 6-7. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D. H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discourse comprehension. New York: Academic Press.\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Kerstin B\u00e4uerlein, Wolfgang Lenhard und Wolfgang Schneider (2012)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-188\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/Lesen6-7.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"398\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>6. bis 7. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Die Lesetestbatterie LESEN 6-7 ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren, das sowohl die basale Lesekompetenz (Lesegeschwindigkeit) als auch das Textverst\u00e4ndnis bei Sch\u00fcler:innen der 6. und 7. Klassenstufe erfasst. Das als Paper-Pencil-Test konzipierte Instrument kann flexibel im Einzel- oder Gruppensetting durchgef\u00fchrt werden und erm\u00f6glicht eine \u00f6konomische Lernstandserfassung ganzer Schulklassen.<\/p>\n<p>Die Testbatterie deckt ein breites Anwendungsspektrum ab: Neben der diagnostischen Abkl\u00e4rung individueller Lesekompetenzen (z.B. im Rahmen einer umfassenden Abkl\u00e4rung von Lese-Rechtschreibst\u00f6rungen) dient das Verfahren der Planung und systematischen \u00dcberpr\u00fcfung von F\u00f6rdermassnahmen und kann in der Forschung eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung beansprucht etwa eine Unterrichtseinheit (ca. 45 Minuten), wobei die reine Bearbeitungszeit maximal 39 Minuten betr\u00e4gt. Das Verfahren gliedert sich in zwei wesentliche Teilbereiche:<\/p>\n<ol>\n<li>Basale Lesekompetenz: In einem dreimin\u00fctigen Screening bearbeiten die Lernenden eine Liste von 100 kurzen S\u00e4tzen. Die Aufgabe besteht darin, die inhaltliche Richtigkeit dieser S\u00e4tze so schnell wie m\u00f6glich zu beurteilen.<\/li>\n<li>Textverst\u00e4ndnis: Dieser Bereich umfasst zwei umfangreiche Texte (einen Sachtext und einen erz\u00e4hlenden Text). Zu jedem Text m\u00fcssen 17 Multiple-Choice-Fragen beantwortet werden, die verschiedene Repr\u00e4sentationsebenen des Gelesenen pr\u00fcfen. F\u00fcr jeden Text steht ein Zeitfenster von maximal 18 Minuten zur Verf\u00fcgung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Auswertung erfolgt mithilfe von Schablonen und liefert separate Summenwerte f\u00fcr beide Teilbereiche sowie einen Gesamtwert f\u00fcr die allgemeine Lesekompetenz. Zur Einordnung der individuellen Leistungen stehen entsprechende Normtabellen zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Die theoretische Basis des LESEN 6-7 liegt in der Differenzierung zwischen der technischen Lesefertigkeit und den kognitiven Prozessen des Textverstehens. Die basale Lesekompetenz wird dabei als F\u00e4higkeit verstanden, Grapheme pr\u00e4zise und schnell in Phoneme zu \u00fcbersetzen (vgl. Auer et al., 2005; Rost &amp; Buch, 2010). Diese Automatisierung der Dekodierung gilt als zwingende Voraussetzung f\u00fcr ein gelingendes Leseverst\u00e4ndnis, da nur durch m\u00fchelose technische Abl\u00e4ufe ausreichend kognitive Ressourcen f\u00fcr die aktive Sinnkonstruktion frei bleiben (z.B. Auer et al., 2005).<\/p>\n<p>Das Textverst\u00e4ndnis selbst wird als komplexer, mehrstufiger Prozess modelliert. Auf der Ebene der lokalen Koh\u00e4renzbildung m\u00fcssen syntaktische Strukturen erfasst und semantische Bez\u00fcge zwischen W\u00f6rtern hergestellt werden, damit die Sinnentnahme auf Satzebene funktioniert. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis umfangreicher Texte ist zudem die globale Koh\u00e4renzbildung erforderlich, bei der Informationen \u00fcber weite Textabschnitte hinweg verkn\u00fcpft werden. W\u00e4hrend basale Prozesse weitgehend automatisiert ablaufen, erfordern hierarchieh\u00f6here Verstehensprozesse den Einsatz von Lesestrategien sowie den R\u00fcckgriff auf Vorwissen und metakognitive F\u00e4higkeiten (z.B. Lenhard &amp; Artelt, 2009). Die Testbatterie LESEN 6-7 st\u00fctzt sich hierbei massgeblich auf das Modell von van Dijk und Kintsch (1983) und unterscheidet zwischen der Repr\u00e4sentation der Textoberfl\u00e4che, der Textbasis sowie dem Aufbau eines mentalen Situationsmodells.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des LESEN 6-7 ist durch die wortgetreue Einhaltung der im Manual beschriebenen Instruktionen gew\u00e4hrleistet. Eine eindeutige Differenzierung zwischen richtigen und falschen Antworten sowie der Einsatz von Auswertungsschablonen stellen die Auswertungsobjektivit\u00e4t sicher. Durch die Bereitstellung umfassender Normtabellen ist zudem die Interpretationsobjektivit\u00e4t gegeben. Die Lesetestbatterie LESEN 6-7 ist bei gewissenhafter Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation ein objektives Testverfahren.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit des Verfahrens wurde \u00fcber die interne Konsistenz und die Retestreliabilit\u00e4t (Intervall von drei Wochen) bestimmt. Die interne Konsistenz liegt f\u00fcr die basale Lesekompetenz bei \u03b1 = .97 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis bei \u03b1 = .87. In der Retest-\u00dcberpr\u00fcfung zeigt sich ein Gesamtwert von r<sub>tt<\/sub> = .86, w\u00e4hrend die Einzelwerte f\u00fcr die Lesekompetenz bei r<sub>tt<\/sub> = .78 und f\u00fcr das Textverst\u00e4ndnis bei r<sub>tt<\/sub> = .86 liegen. Der LESEN 6-7 ist ein zuverl\u00e4ssiges Messinstrument zur Erfassung beider Kompetenzbereiche.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t ergibt sich aus der konsequenten, theoriegeleiteten Testkonstruktion. Die Konstruktvalidit\u00e4t wird durch signifikante Korrelationen mit dem Lesestrategie-Wissenstest (<em>r<\/em> = .10 -.51) sowie den Subtests zur Lesegeschwindigkeit und zum Leseverst\u00e4ndnis des LGVT 6-12 (<em>r <\/em>= .10-.52) gest\u00fctzt, wobei darauf hinzuweisen ist, dass die Korrelationen teilweise niedrig ausfallen. Hinweise zur Kriteriumsvalidit\u00e4t belegen eine hohe \u00dcbereinstimmung mit dem Lehrpersonenurteil und der Deutschnote (konvergente Validit\u00e4t), w\u00e4hrend die Abgrenzung zur Mathematiknote die diskriminante Validit\u00e4t untermauert.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung erfolgte im Zeitraum 2009\/2010 an einer Stichprobe von 1&#8217;644 Sch\u00fcler:innen aus sieben deutschen Bundesl\u00e4ndern. Da die Stichprobengr\u00f6ssen pro Jahrgang variieren und l\u00e4nderspezifische strukturelle Bestimmungen bestehen, ist die Repr\u00e4sentativit\u00e4t hinsichtlich der Schulart nicht vollst\u00e4ndig gew\u00e4hrleistet. Es liegen Prozentr\u00e4nge, T-Werte und T-Wertb\u00e4nder f\u00fcr beide Klassenstufen vor, die sowohl schulartspezifisch als auch schulartunabh\u00e4ngig differenziert sind.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). <em>Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8<\/em>. Bern: Huber.<\/li>\n<li>B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). <em>LESEN 6-7. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), <em>Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends<\/em> (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Rost, D. H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), <em>Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie <\/em>(4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz.<\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt\">van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">Strategies of discourse comprehension<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">. New York: Academic Press.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern: Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 6-7. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D. H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discourse comprehension. New York: Academic Press.\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"http:\/\/Auer, M., Gruber, G., Mayringer, H &amp; Wimmer, H. (2005). Salzburger Lese-Screening f\u00fcr die Klassenstufen 5-8. Bern: Huber. B\u00e4uerlein, K., Lenhard, W. &amp; Schneider, W. (2012). LESEN 6-7. Lesetestbatterie f\u00fcr die Klassenstufen 6-7. G\u00f6ttingen: Hogrefe. Lenhard, W. &amp; Artelt, C. (2009). Komponenten des Leseverst\u00e4ndnisses. In W. Lenhard &amp; W. Schneider (Hrsg.), Diagnostik und F\u00f6rderung des Leseverst\u00e4ndnisses, Test und Trends (N. F. Bd. 7, S. 1-17). G\u00f6ttingen: Hogrefe. Rost, D. H. &amp; Buch, S. R. (2010). Leseverst\u00e4ndnis. In D. H. Rost (Hrsg.), Handw\u00f6rterbuch P\u00e4dagogische Psychologie (4. Aufl., S. 507-520). Weinheim: Beltz. van Dijk, T. A. &amp; Kintsch, W. (1983). Strategies of discourse comprehension. New York: Academic Press.\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kerstin B\u00e4uerlein, Wolfgang Lenhard und Wolfgang Schneider (2012) &nbsp; Einsatzbereich 6. bis 7. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. 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