{"id":126,"date":"2026-07-27T10:45:08","date_gmt":"2026-07-27T08:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=126"},"modified":"2026-10-09T13:53:48","modified_gmt":"2026-10-09T11:53:48","slug":"diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-5-klassen-drt-5","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-5-klassen-drt-5\/","title":{"raw":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 5. Klassen (DRT 5)","rendered":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 5. Klassen (DRT 5)"},"content":{"raw":"von Martin Grund, Rainer Leonhart und Carl Ludwig Neumann (2017)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-129 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/DRT-5-Diagnostischer-Rechtschreibtest-fuer-5.-Klassen.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"317\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>5. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und mehrheitlich von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Erste Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer DRT 5 ist ein standardisiertes Testverfahren zur Erfassung der Rechtschreibleistung, das f\u00fcr den Einsatz in der f\u00fcnften Klassenstufe entwickelt wurde. Das Instrument verfolgt eine doppelte Zielsetzung: die allgemeine Rechtschreibkompetenz objektiv zu messen und gleichzeitig individuelle Fehlerschwerpunkte zu identifizieren. Der Aufbau des Tests entspricht einem L\u00fcckentextdiktat, bei dem die Sch\u00fcler:innen 51 gezielt ausgew\u00e4hlte W\u00f6rter in einen Text einf\u00fcgen. Die Testw\u00f6rter repr\u00e4sentieren dabei die wichtigsten Rechtschreibf\u00e4lle, sodass beispielsweise Kompetenzen wie die Kleinschreibung von Adjektiven, die Verl\u00e4ngerungsregel oder spezifische Schreibungen nach Kurzvokalen systematisch gepr\u00fcft werden k\u00f6nnen.\r\n\r\nDas Verfahren weist einen relativ tiefen Schwierigkeitsgrad auf, wodurch es besonders pr\u00e4zise zwischen sehr schwachen, schwachen und durchschnittlichen Leistungen differenziert. In Gymnasien ist aufgrund der Leistungsst\u00e4rke vieler Sch\u00fcler:innen ein Deckeneffekt zu beobachten; hier dient der Test vorrangig der Identifikation von Lernenden mit ausgepr\u00e4gten Rechtschreibschwierigkeiten.\r\n\r\nDer DRT 5 kann flexibel als Gruppentest zur Ermittlung des Klassenleistungsstandes oder als Einzeltest zur detaillierten Diagnose der Art und Auspr\u00e4gung von Schwierigkeiten eingesetzt werden. Die Normierung bezieht sich dabei spezifisch auf die ersten Monate des f\u00fcnften Schuljahres (Oktober bis Januar). Die Durchf\u00fchrung beansprucht insgesamt etwa 35 bis 40 Minuten, wobei die reine Bearbeitungszeit circa 30 Minuten betr\u00e4gt. Durch das Vorhandensein zweier Testversionen eignet sich das Instrument zudem f\u00fcr die Verlaufskontrolle individueller Fehlerschwerpunkte. W\u00e4hrend die rein quantitative Ermittlung der Ergebnisse zeit\u00f6konomisch erfolgt, bietet die qualitative Fehleranalyse eine Grundlage f\u00fcr F\u00f6rdermassnahmen.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer DRT 4 basiert auf der Auffassung, dass Rechtschreiben kein reiner Ged\u00e4chtnisabruf ist, sondern ein aktiver Prozess, der den Einsatz verschiedener Rechtschreibstrategien erfordert. Die Testinhalte sind daher so konzipiert, dass sie das Befolgen dieser Strategien anhand von drei Wortgruppen \u00fcberpr\u00fcfen: Mitsprechw\u00f6rter, die lautorientiert verschriftet werden, Nachdenkw\u00f6rter, deren regelhafte Schreibung durch Strategien wie dem Beachten von Konsonanten-Doppelschreibungen erschlossen wird und Merkw\u00f6rter, die wortspezifische Besonderheiten ohne allgemeine Regel aufweisen. Ziel des Tests ist es, anhand dieser Kategorien zu erkennen, inwieweit Sch\u00fcler:innen bereits die notwendigen Rechtschreibstrategien bewusst und unbewusst anwenden k\u00f6nnen.\r\n\r\nTheoretisch lehnt sich das Verfahren an das Modell von Scheerer-Neumann et al. (2010) an, welches den Erwerb der Schriftsprache nicht als starre Abfolge von Phasen, sondern als eine Entwicklung von Strategien beschreibt. In der vierten Klasse sollten den Lernenden in der Regel sowohl alphabetische als auch orthographische Strategien zur Verf\u00fcgung stehen. Erg\u00e4nzend wird das Zwei-Wege-Modell herangezogen, um den Schreibprozess zu erkl\u00e4ren: W\u00f6rter werden entweder auf direktem Weg aus dem mentalen Lexikon abgerufen oder auf indirektem Weg \u00fcber Phonem-Graphem-Korrespondenzen und morphologische Regeln konstruiert (Scheerer-Neumann, 2015). Die Fehleranalyse des DRT 4 deckt dabei gezielt unterschiedliche Regelbereiche wie Laute, Buchstabenverbindungen, Ableitungen und die Grossschreibung ab. Durch diesen Fokus auf den strategischen Umgang mit Sprache erm\u00f6glicht der DRT 4 eine differenzierte Beurteilung des Schriftspracherwerbs.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des DRT 5 ist durch die Bereitstellung klarer, verst\u00e4ndlicher Anweisungen und w\u00f6rtlich vorgegebener Instruktionen im Manual sichergestellt. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t erweist sich die quantitative Analyse als unproblematisch, da sie auf der eindeutigen Unterscheidung zwischen korrekter und fehlerhafter Schreibung basiert. Bei der qualitativen Fehleranalyse ist zu beachten, dass die Ergebnisse trotz der im Manual enthaltenen Anleitungen und Praxisbeispiele von der Fachkenntnis der auswertenden Person beeinflusst werden k\u00f6nnen. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t wird durch die Verwendung von Normtabellen gest\u00fctzt. Zusammenfassend kann der DRT 5 bei fachgerechter Anwendung als mehrheitlich objektives Testverfahren eingestuft werden.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit des DRT 5 wird durch eine sehr hohe interne Konsistenz belegt, die f\u00fcr die Testform A bei \u03b1 = .933 und f\u00fcr die Testform B bei \u03b1 = .930 liegt. Auch die Retestreliabilit\u00e4t \u00fcber einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen weist mit Interklassenkorrelation (ICC-Werten) zwischen .869 und .954 (\u00fcber beide Testformen hinweg) auf eine hohe Stabilit\u00e4t der Messergebnisse hin. Da ICC-Werte \u00fcber .75 als gut und Werte \u00fcber .90 als exzellent eingestuft werden, best\u00e4tigen diese Kennwerte eine hohe Messgenauigkeit der Rechtschreibleistung. Damit erweist sich der DRT 5 als ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Inhaltsvalidit\u00e4t des DRT 5 ist gegeben, da das Verfahren den Wortschatz und grundlegende Rechtschreibregeln direkt pr\u00fcft und somit sowohl f\u00fcr die allgemeine Leistungsmessung als auch f\u00fcr die Fehleranalyse ein g\u00fcltiges Abbild der Kompetenzen liefert. Die kriteriumsbezogene Validit\u00e4t wurde durch Korrelationen mit dem Rechtschreibsystem von Grund ermittelt (die Sch\u00fcler:innen haben in diesem System zwischen 550 und 1200 W\u00f6rter geschrieben). Die Korrelationskoeffizienten von r = .71 bis .95 belegen einen starken Zusammenhang und unterstreichen die G\u00fcltigkeit des Tests. Aufgrund dieser empirischen Belege kann der DRT 5 als ein valides Instrument zur Beurteilung der Rechtschreibkompetenz von Sch\u00fcler:innen der 5. Klasse betrachtet werden.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Neunormierung des DRT 5 wurde im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2015 durchgef\u00fchrt. Die Normstichprobe besteht insgesamt aus 3'492 Sch\u00fcler:innen aus zehn Bundesl\u00e4ndern. Da zwischen den beiden Parallelformen A und B keine signifikanten Leistungsunterschiede bestehen, stellt das Verfahren gemeinsame Normtabellen f\u00fcr beide Versionen bereit. Obwohl M\u00e4dchen statistisch signifikant bessere Ergebnisse erzielen als Jungen, wurde auf geschlechtergetrennte Normen verzichtet, um die Bewertung an die g\u00e4ngige Praxis in der Schule anzupassen. Die Ergebnisse der Gesamtleistung werden sowohl in Prozentr\u00e4ngen als auch in T-Werten ausgewiesen, w\u00e4hrend f\u00fcr die Einordnung der spezifischen Fehlerschwerpunkte Prozentr\u00e4nge herangezogen werden.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Grund, M., Leonhart, R. &amp; Naumann, C. L. (2017). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 5. Klassen (DRT 5) <\/em>(3., aktualisierte und neu normierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Scheerer-Neumann, G. (2015). <em>Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che und Legasthenie<\/em>. Stuttgart: Kohlhammer.<\/li>\r\n \t<li>Scheerer-Neumann, G., Schnitzler, C. D., H\u00fcbner, A., M\u00fchlbauer, E. &amp; Ritter, C. (2010). <em>ILeA 5. Individuelle Lernstandsanalysen. Lehrerheft Deutsch<\/em>. Ludwigsfelde-Struveshof: Landesinstitut f\u00fcr Schule und Meiden Berlin-Brandenburg.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990115258320205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990115258320205521\">Didaktischen Zentrum (DiZ)<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Martin Grund, Rainer Leonhart und Carl Ludwig Neumann (2017)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-129\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/DRT-5-Diagnostischer-Rechtschreibtest-fuer-5.-Klassen.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"317\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>5. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--empty' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Leerer Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und mehrheitlich von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Erste Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der DRT 5 ist ein standardisiertes Testverfahren zur Erfassung der Rechtschreibleistung, das f\u00fcr den Einsatz in der f\u00fcnften Klassenstufe entwickelt wurde. Das Instrument verfolgt eine doppelte Zielsetzung: die allgemeine Rechtschreibkompetenz objektiv zu messen und gleichzeitig individuelle Fehlerschwerpunkte zu identifizieren. Der Aufbau des Tests entspricht einem L\u00fcckentextdiktat, bei dem die Sch\u00fcler:innen 51 gezielt ausgew\u00e4hlte W\u00f6rter in einen Text einf\u00fcgen. Die Testw\u00f6rter repr\u00e4sentieren dabei die wichtigsten Rechtschreibf\u00e4lle, sodass beispielsweise Kompetenzen wie die Kleinschreibung von Adjektiven, die Verl\u00e4ngerungsregel oder spezifische Schreibungen nach Kurzvokalen systematisch gepr\u00fcft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Verfahren weist einen relativ tiefen Schwierigkeitsgrad auf, wodurch es besonders pr\u00e4zise zwischen sehr schwachen, schwachen und durchschnittlichen Leistungen differenziert. In Gymnasien ist aufgrund der Leistungsst\u00e4rke vieler Sch\u00fcler:innen ein Deckeneffekt zu beobachten; hier dient der Test vorrangig der Identifikation von Lernenden mit ausgepr\u00e4gten Rechtschreibschwierigkeiten.<\/p>\n<p>Der DRT 5 kann flexibel als Gruppentest zur Ermittlung des Klassenleistungsstandes oder als Einzeltest zur detaillierten Diagnose der Art und Auspr\u00e4gung von Schwierigkeiten eingesetzt werden. Die Normierung bezieht sich dabei spezifisch auf die ersten Monate des f\u00fcnften Schuljahres (Oktober bis Januar). Die Durchf\u00fchrung beansprucht insgesamt etwa 35 bis 40 Minuten, wobei die reine Bearbeitungszeit circa 30 Minuten betr\u00e4gt. Durch das Vorhandensein zweier Testversionen eignet sich das Instrument zudem f\u00fcr die Verlaufskontrolle individueller Fehlerschwerpunkte. W\u00e4hrend die rein quantitative Ermittlung der Ergebnisse zeit\u00f6konomisch erfolgt, bietet die qualitative Fehleranalyse eine Grundlage f\u00fcr F\u00f6rdermassnahmen.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der DRT 4 basiert auf der Auffassung, dass Rechtschreiben kein reiner Ged\u00e4chtnisabruf ist, sondern ein aktiver Prozess, der den Einsatz verschiedener Rechtschreibstrategien erfordert. Die Testinhalte sind daher so konzipiert, dass sie das Befolgen dieser Strategien anhand von drei Wortgruppen \u00fcberpr\u00fcfen: Mitsprechw\u00f6rter, die lautorientiert verschriftet werden, Nachdenkw\u00f6rter, deren regelhafte Schreibung durch Strategien wie dem Beachten von Konsonanten-Doppelschreibungen erschlossen wird und Merkw\u00f6rter, die wortspezifische Besonderheiten ohne allgemeine Regel aufweisen. Ziel des Tests ist es, anhand dieser Kategorien zu erkennen, inwieweit Sch\u00fcler:innen bereits die notwendigen Rechtschreibstrategien bewusst und unbewusst anwenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Theoretisch lehnt sich das Verfahren an das Modell von Scheerer-Neumann et al. (2010) an, welches den Erwerb der Schriftsprache nicht als starre Abfolge von Phasen, sondern als eine Entwicklung von Strategien beschreibt. In der vierten Klasse sollten den Lernenden in der Regel sowohl alphabetische als auch orthographische Strategien zur Verf\u00fcgung stehen. Erg\u00e4nzend wird das Zwei-Wege-Modell herangezogen, um den Schreibprozess zu erkl\u00e4ren: W\u00f6rter werden entweder auf direktem Weg aus dem mentalen Lexikon abgerufen oder auf indirektem Weg \u00fcber Phonem-Graphem-Korrespondenzen und morphologische Regeln konstruiert (Scheerer-Neumann, 2015). Die Fehleranalyse des DRT 4 deckt dabei gezielt unterschiedliche Regelbereiche wie Laute, Buchstabenverbindungen, Ableitungen und die Grossschreibung ab. Durch diesen Fokus auf den strategischen Umgang mit Sprache erm\u00f6glicht der DRT 4 eine differenzierte Beurteilung des Schriftspracherwerbs.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des DRT 5 ist durch die Bereitstellung klarer, verst\u00e4ndlicher Anweisungen und w\u00f6rtlich vorgegebener Instruktionen im Manual sichergestellt. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t erweist sich die quantitative Analyse als unproblematisch, da sie auf der eindeutigen Unterscheidung zwischen korrekter und fehlerhafter Schreibung basiert. Bei der qualitativen Fehleranalyse ist zu beachten, dass die Ergebnisse trotz der im Manual enthaltenen Anleitungen und Praxisbeispiele von der Fachkenntnis der auswertenden Person beeinflusst werden k\u00f6nnen. Die Interpretationsobjektivit\u00e4t wird durch die Verwendung von Normtabellen gest\u00fctzt. Zusammenfassend kann der DRT 5 bei fachgerechter Anwendung als mehrheitlich objektives Testverfahren eingestuft werden.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit des DRT 5 wird durch eine sehr hohe interne Konsistenz belegt, die f\u00fcr die Testform A bei \u03b1 = .933 und f\u00fcr die Testform B bei \u03b1 = .930 liegt. Auch die Retestreliabilit\u00e4t \u00fcber einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen weist mit Interklassenkorrelation (ICC-Werten) zwischen .869 und .954 (\u00fcber beide Testformen hinweg) auf eine hohe Stabilit\u00e4t der Messergebnisse hin. Da ICC-Werte \u00fcber .75 als gut und Werte \u00fcber .90 als exzellent eingestuft werden, best\u00e4tigen diese Kennwerte eine hohe Messgenauigkeit der Rechtschreibleistung. Damit erweist sich der DRT 5 als ein zuverl\u00e4ssiges Instrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Inhaltsvalidit\u00e4t des DRT 5 ist gegeben, da das Verfahren den Wortschatz und grundlegende Rechtschreibregeln direkt pr\u00fcft und somit sowohl f\u00fcr die allgemeine Leistungsmessung als auch f\u00fcr die Fehleranalyse ein g\u00fcltiges Abbild der Kompetenzen liefert. Die kriteriumsbezogene Validit\u00e4t wurde durch Korrelationen mit dem Rechtschreibsystem von Grund ermittelt (die Sch\u00fcler:innen haben in diesem System zwischen 550 und 1200 W\u00f6rter geschrieben). Die Korrelationskoeffizienten von r = .71 bis .95 belegen einen starken Zusammenhang und unterstreichen die G\u00fcltigkeit des Tests. Aufgrund dieser empirischen Belege kann der DRT 5 als ein valides Instrument zur Beurteilung der Rechtschreibkompetenz von Sch\u00fcler:innen der 5. Klasse betrachtet werden.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Neunormierung des DRT 5 wurde im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2015 durchgef\u00fchrt. Die Normstichprobe besteht insgesamt aus 3&#8217;492 Sch\u00fcler:innen aus zehn Bundesl\u00e4ndern. Da zwischen den beiden Parallelformen A und B keine signifikanten Leistungsunterschiede bestehen, stellt das Verfahren gemeinsame Normtabellen f\u00fcr beide Versionen bereit. Obwohl M\u00e4dchen statistisch signifikant bessere Ergebnisse erzielen als Jungen, wurde auf geschlechtergetrennte Normen verzichtet, um die Bewertung an die g\u00e4ngige Praxis in der Schule anzupassen. Die Ergebnisse der Gesamtleistung werden sowohl in Prozentr\u00e4ngen als auch in T-Werten ausgewiesen, w\u00e4hrend f\u00fcr die Einordnung der spezifischen Fehlerschwerpunkte Prozentr\u00e4nge herangezogen werden.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Grund, M., Leonhart, R. &amp; Naumann, C. L. (2017). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 5. Klassen (DRT 5) <\/em>(3., aktualisierte und neu normierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Scheerer-Neumann, G. (2015). <em>Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che und Legasthenie<\/em>. Stuttgart: Kohlhammer.<\/li>\n<li>Scheerer-Neumann, G., Schnitzler, C. D., H\u00fcbner, A., M\u00fchlbauer, E. &amp; Ritter, C. (2010). <em>ILeA 5. Individuelle Lernstandsanalysen. Lehrerheft Deutsch<\/em>. Ludwigsfelde-Struveshof: Landesinstitut f\u00fcr Schule und Meiden Berlin-Brandenburg.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990115258320205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990115258320205521\">Didaktischen Zentrum (DiZ)<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Martin Grund, Rainer Leonhart und Carl Ludwig Neumann (2017) &nbsp; Einsatzbereich 5. Klasse Einzel- oder Gruppentest Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik Qualit\u00e4tskriterien Theoretische Fundierung Objektivit\u00e4t Reliabilit\u00e4t Validit\u00e4t Bewertung Erl\u00e4uterung Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Durchf\u00fchrung, Auswertung und Interpretation sind standardisiert und mehrheitlich von Testleiter:innen unabh\u00e4ngig. Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig. 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