{"id":111,"date":"2026-07-27T10:09:26","date_gmt":"2026-07-27T08:09:26","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/?post_type=chapter&#038;p=111"},"modified":"2026-10-09T13:53:09","modified_gmt":"2026-10-09T11:53:09","slug":"diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-3-klassen-drt-3","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/chapter\/diagnostischer-rechtschreibtest-fuer-3-klassen-drt-3\/","title":{"raw":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 3. Klassen (DRT 3)","rendered":"Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 3. Klassen (DRT 3)"},"content":{"raw":"von Rudolf M\u00fcller\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-113 \" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/DRT-3_Version-2004.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"362\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>3. bis 4. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\r\n \t<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\r\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td style=\"width: 20%\">Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Qualitative Auswertung von der \u00dcbung und Expertise der auswertenden Person abh\u00e4ngig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\r\n<td style=\"width: 20%\">Erste Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDer DRT 3 ist ein standardisiertes Diagnoseinstrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung von Kindern in der dritten und vierten Klassenstufe. Das Verfahren verfolgt eine doppelte Zielsetzung: Eine quantitative Auswertung erm\u00f6glicht die zuverl\u00e4ssige Beurteilung des allgemeinen Leistungsstandes, w\u00e4hrend eine qualitative Fehleranalyse dazu dient, spezifische Fehlerschwerpunkte der Lernenden zu bestimmen. Diese detaillierten Ergebnisse bilden die Grundlage f\u00fcr die Planung und Erfolgskontrolle von F\u00f6rdermassnahmen. Der Test wird sowohl im Klassenverband als auch im Einzelsetting eingesetzt, etwa durch psychologische oder heil- und sonderp\u00e4dagogische Fachpersonen zur Abkl\u00e4rung einer Lese-Rechtschreibst\u00f6rung oder im Rahmen der Schulleistungsdiagnostik.\r\n\r\nDas Verfahren umfasst zwei parallel konstruierte Versionen mit identischem Schwierigkeitsgrad, wodurch es sich besonders gut f\u00fcr Testwiederholungen eignet. In Form eines L\u00fcckentextdiktats verschriftlichen die Sch\u00fcler:innen insgesamt 44 Testw\u00f6rter mit zunehmender Schwierigkeit. Die Bearbeitungszeit liegt zwischen 25 und 35 Minuten. Die Auswertung ist \u00f6konomisch gestaltet: W\u00e4hrend die Ermittlung der Fehleranzahl pro Kind nur wenige Minuten beansprucht, erm\u00f6glicht die Erstellung eines individuellen Fehlerprofils einen tieferen Einblick in die spezifischen Schwierigkeiten. Das Instrument bietet zudem die M\u00f6glichkeit, die Ergebnisse sowohl auf Individual- als auch auf Klassenebene zusammenzufassen.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDer DRT 3 verzichtet auf ein explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung und verfolgt stattdessen einen pragmatischen Ansatz, der auf die quantitative Ermittlung des Leistungsstandes sowie eine qualitative Fehleranalyse ausgerichtet ist. Das Verfahren erm\u00f6glicht es Lehrpersonen, die individuelle Position von Sch\u00fcler:innen im Vergleich zu einer repr\u00e4sentativen Normstichprobe einzuordnen und gleichzeitig das Leistungsniveau ganzer Klassenverb\u00e4nde zu pr\u00fcfen. Die theoretische Herleitung der Testinhalte st\u00fctzt sich auf die systematische Kategorisierung von Rechtschreibschwierigkeiten, wobei prim\u00e4r zwischen Wahrnehmungsfehlern (phonetische Verst\u00f6sse gegen das lautgetreue Schreiben), Regelfehlern (nicht h\u00f6rbare Verst\u00f6sse gegen orthographische Normen wie Gross- und Kleinschreibung, Dehnung oder Ableitung), Merkfehlern und nicht-signierten Fehlern unterschieden wird.\r\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des DRT 3 ist bei genauer Einhaltung der im Manual beschriebenen Anweisungen gegeben. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t ist zwischen den beiden Analyseebenen zu unterscheiden: W\u00e4hrend die quantitative Auswertung als absolut objektiv eingestuft wird, weist die qualitative Fehleranalyse vergleichsweise eine geringere Objektivit\u00e4t auf. Obwohl das Manual versucht, durch detaillierte Erl\u00e4uterungen und Praxisbeispiele ein klares Vorgehen vorzugeben, erfordert die korrekte Zuordnung der Fehler eine gewisse Einarbeitungszeit der Lehrpersonen. Insgesamt kann der DRT 3 bei strikter Befolgung der Vorgaben als ein mehrheitlich objektives Verfahren betrachtet werden, wobei einschr\u00e4nkend anzumerken ist, dass die Qualit\u00e4t der qualitativen Auswertung massgeblich von der \u00dcbung und Expertise der auswertenden Person abh\u00e4ngt.\r\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Zuverl\u00e4ssigkeit des DRT 3 wurde durch verschiedene Verfahren umfassend belegt, wobei insbesondere f\u00fcr den Gesamtwert der Wortfehler eine hohe Messgenauigkeit erzielt wird. In Untersuchungen zur Paralleltestreliabilit\u00e4t mit einem Intervall von einer Woche zeigten sich bei den Sch\u00fcler:innen sehr hohe Korrelationen von r<sub>tt<\/sub> \u2265 .92 f\u00fcr den Gesamtwert in beiden Formen. Auch die Kennwerte f\u00fcr die qualitativen Fehlerkategorien bewegen sich \u00fcberwiegend in einem stabilen Bereich zwischen r<sub>tt<\/sub> = .55 und .90. Deutliche Belege f\u00fcr die Pr\u00e4zision liefert die Split-Half-Reliabilit\u00e4t (Odd-Even-Methode), bei der f\u00fcr die Gesamtfehlerrate ein Wert von r<sub>tt<\/sub> = .95 und f\u00fcr die differenzierten Fehlerbereiche Werte zwischen r<sub>tt<\/sub> =.79 und .95 erreicht wurden.\r\n\r\nDie l\u00e4ngerfristige Stabilit\u00e4t der Testergebnisse wurde \u00fcber einen Zeitraum von etwa einem Jahr untersucht, wobei sich f\u00fcr die allgemeine Rechtschreibleistung bei M\u00e4dchen (r<sub>tt<\/sub> = .76) und Jungen (r<sub>tt<\/sub> = .73) solide Zusammenh\u00e4nge zeigten. W\u00e4hrend die Kennwerte f\u00fcr grundlegende Kategorien wie die Wortdurchgliederung stabil blieben, fielen sie bei spezifischen orthographischen Regeln \u00fcber diesen langen Zeitraum erwartungsgem\u00e4ss niedriger aus. Zusammenfassend erweist sich der DRT 3 sowohl in der quantitativen Beurteilung der Wortfehler als auch in der differenzierten Fehleranalyse als ein zuverl\u00e4ssiges Messinstrument zur Rechtschreibleistung bei Sch\u00fcler:innen der dritten Klasse.\r\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\r\nDie Validit\u00e4t des DRT 3 wird zum einen \u00fcber die Inhaltsvalidit\u00e4t gest\u00fctzt. Diese wird als gegeben betrachtet, da ein Leistungstest dieser Art die Rechtschreibfertigkeit direkt abbildet. Zum anderen wurde die Kriteriumsvalidit\u00e4t anhand des Zusammenhangs mit dem Lehrpersonenurteil untersucht. Hierbei zeigte sich mit r = .783 insgesamt eine gute \u00dcbereinstimmung, wobei die Werte in den untersuchten Stichproben eine Spannweite von r = .480 bis .970 aufwiesen. Weitere Studien beispielsweise zur Konstrukt- und differenziellen Validit\u00e4t werden nicht berichten bzw. w\u00e4ren w\u00fcnschenswert.\r\n<h2>Normierung<\/h2>\r\nDie Normierung des DRT 3 basiert auf einer repr\u00e4sentativen Stichprobe aus dem Jahr 1995 (3. Auflage), die insgesamt 2'234 Sch\u00fcler:innen aus 103 Klassen umfasst. F\u00fcr den DRT 3 werden differenzierte Normtabellen mit Prozentr\u00e4ngen und Prozentrangb\u00e4ndern bereitgestellt, die sowohl f\u00fcr die quantitative Gesamtleistung als auch f\u00fcr acht qualitative Fehlerarten herangezogen werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich liegen Normentabellen zur Beurteilung der Klassenleistung anhand des arithmetischen Mittels vor, wodurch Lehrpersonen die Ergebnisse ganzer Klassen im Vergleich zur Normstichprobe objektiv einordnen k\u00f6nnen.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>M\u00fcller, R. (2004). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 3. Klassen (DRT 3)<\/em> (4., aktualisierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Beltz Test.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057774390205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057774390205521\">Didaktischen Zentrum (DiZ)<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a>","rendered":"<p>von Rudolf M\u00fcller<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-113\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/wp-content\/uploads\/sites\/108\/2026\/07\/DRT-3_Version-2004.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"362\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>3. bis 4. Klasse<\/li>\n<li>Einzel- oder Gruppentest<\/li>\n<li>Einsatz Heil- und Sonderp\u00e4dagogik<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 20%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Objektivit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Reliabilit\u00e4t<\/th>\n<th style=\"width: 20%;text-align: left\">Validit\u00e4t<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left;width: 20%\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 20%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td style=\"width: 20%\">Nachvollziehbares, lehrplanorientiertes Vorgehen, jedoch ohne explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Qualitative Auswertung von der \u00dcbung und Expertise der auswertenden Person abh\u00e4ngig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Die Ergebnisse sind zuverl\u00e4ssig.<\/td>\n<td style=\"width: 20%\">Erste Belege zur Validit\u00e4t liegen vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Der DRT 3 ist ein standardisiertes Diagnoseinstrument zur Erfassung der Rechtschreibleistung von Kindern in der dritten und vierten Klassenstufe. Das Verfahren verfolgt eine doppelte Zielsetzung: Eine quantitative Auswertung erm\u00f6glicht die zuverl\u00e4ssige Beurteilung des allgemeinen Leistungsstandes, w\u00e4hrend eine qualitative Fehleranalyse dazu dient, spezifische Fehlerschwerpunkte der Lernenden zu bestimmen. Diese detaillierten Ergebnisse bilden die Grundlage f\u00fcr die Planung und Erfolgskontrolle von F\u00f6rdermassnahmen. Der Test wird sowohl im Klassenverband als auch im Einzelsetting eingesetzt, etwa durch psychologische oder heil- und sonderp\u00e4dagogische Fachpersonen zur Abkl\u00e4rung einer Lese-Rechtschreibst\u00f6rung oder im Rahmen der Schulleistungsdiagnostik.<\/p>\n<p>Das Verfahren umfasst zwei parallel konstruierte Versionen mit identischem Schwierigkeitsgrad, wodurch es sich besonders gut f\u00fcr Testwiederholungen eignet. In Form eines L\u00fcckentextdiktats verschriftlichen die Sch\u00fcler:innen insgesamt 44 Testw\u00f6rter mit zunehmender Schwierigkeit. Die Bearbeitungszeit liegt zwischen 25 und 35 Minuten. Die Auswertung ist \u00f6konomisch gestaltet: W\u00e4hrend die Ermittlung der Fehleranzahl pro Kind nur wenige Minuten beansprucht, erm\u00f6glicht die Erstellung eines individuellen Fehlerprofils einen tieferen Einblick in die spezifischen Schwierigkeiten. Das Instrument bietet zudem die M\u00f6glichkeit, die Ergebnisse sowohl auf Individual- als auch auf Klassenebene zusammenzufassen.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Der DRT 3 verzichtet auf ein explizites theoretisches Modell der Rechtschreibung und verfolgt stattdessen einen pragmatischen Ansatz, der auf die quantitative Ermittlung des Leistungsstandes sowie eine qualitative Fehleranalyse ausgerichtet ist. Das Verfahren erm\u00f6glicht es Lehrpersonen, die individuelle Position von Sch\u00fcler:innen im Vergleich zu einer repr\u00e4sentativen Normstichprobe einzuordnen und gleichzeitig das Leistungsniveau ganzer Klassenverb\u00e4nde zu pr\u00fcfen. Die theoretische Herleitung der Testinhalte st\u00fctzt sich auf die systematische Kategorisierung von Rechtschreibschwierigkeiten, wobei prim\u00e4r zwischen Wahrnehmungsfehlern (phonetische Verst\u00f6sse gegen das lautgetreue Schreiben), Regelfehlern (nicht h\u00f6rbare Verst\u00f6sse gegen orthographische Normen wie Gross- und Kleinschreibung, Dehnung oder Ableitung), Merkfehlern und nicht-signierten Fehlern unterschieden wird.<\/p>\n<h2>Objektivit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Durchf\u00fchrungsobjektivit\u00e4t des DRT 3 ist bei genauer Einhaltung der im Manual beschriebenen Anweisungen gegeben. Hinsichtlich der Auswertungsobjektivit\u00e4t ist zwischen den beiden Analyseebenen zu unterscheiden: W\u00e4hrend die quantitative Auswertung als absolut objektiv eingestuft wird, weist die qualitative Fehleranalyse vergleichsweise eine geringere Objektivit\u00e4t auf. Obwohl das Manual versucht, durch detaillierte Erl\u00e4uterungen und Praxisbeispiele ein klares Vorgehen vorzugeben, erfordert die korrekte Zuordnung der Fehler eine gewisse Einarbeitungszeit der Lehrpersonen. Insgesamt kann der DRT 3 bei strikter Befolgung der Vorgaben als ein mehrheitlich objektives Verfahren betrachtet werden, wobei einschr\u00e4nkend anzumerken ist, dass die Qualit\u00e4t der qualitativen Auswertung massgeblich von der \u00dcbung und Expertise der auswertenden Person abh\u00e4ngt.<\/p>\n<h2>Reliabilit\u00e4t<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Zuverl\u00e4ssigkeit des DRT 3 wurde durch verschiedene Verfahren umfassend belegt, wobei insbesondere f\u00fcr den Gesamtwert der Wortfehler eine hohe Messgenauigkeit erzielt wird. In Untersuchungen zur Paralleltestreliabilit\u00e4t mit einem Intervall von einer Woche zeigten sich bei den Sch\u00fcler:innen sehr hohe Korrelationen von r<sub>tt<\/sub> \u2265 .92 f\u00fcr den Gesamtwert in beiden Formen. Auch die Kennwerte f\u00fcr die qualitativen Fehlerkategorien bewegen sich \u00fcberwiegend in einem stabilen Bereich zwischen r<sub>tt<\/sub> = .55 und .90. 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Zusammenfassend erweist sich der DRT 3 sowohl in der quantitativen Beurteilung der Wortfehler als auch in der differenzierten Fehleranalyse als ein zuverl\u00e4ssiges Messinstrument zur Rechtschreibleistung bei Sch\u00fcler:innen der dritten Klasse.<\/p>\n<h2>Validit\u00e4t<\/h2>\n<p>Die Validit\u00e4t des DRT 3 wird zum einen \u00fcber die Inhaltsvalidit\u00e4t gest\u00fctzt. Diese wird als gegeben betrachtet, da ein Leistungstest dieser Art die Rechtschreibfertigkeit direkt abbildet. Zum anderen wurde die Kriteriumsvalidit\u00e4t anhand des Zusammenhangs mit dem Lehrpersonenurteil untersucht. Hierbei zeigte sich mit r = .783 insgesamt eine gute \u00dcbereinstimmung, wobei die Werte in den untersuchten Stichproben eine Spannweite von r = .480 bis .970 aufwiesen. Weitere Studien beispielsweise zur Konstrukt- und differenziellen Validit\u00e4t werden nicht berichten bzw. w\u00e4ren w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<h2>Normierung<\/h2>\n<p>Die Normierung des DRT 3 basiert auf einer repr\u00e4sentativen Stichprobe aus dem Jahr 1995 (3. Auflage), die insgesamt 2&#8217;234 Sch\u00fcler:innen aus 103 Klassen umfasst. F\u00fcr den DRT 3 werden differenzierte Normtabellen mit Prozentr\u00e4ngen und Prozentrangb\u00e4ndern bereitgestellt, die sowohl f\u00fcr die quantitative Gesamtleistung als auch f\u00fcr acht qualitative Fehlerarten herangezogen werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich liegen Normentabellen zur Beurteilung der Klassenleistung anhand des arithmetischen Mittels vor, wodurch Lehrpersonen die Ergebnisse ganzer Klassen im Vergleich zur Normstichprobe objektiv einordnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>M\u00fcller, R. (2004). <em>Diagnostischer Rechtschreibtest f\u00fcr 3. Klassen (DRT 3)<\/em> (4., aktualisierte Aufl.). G\u00f6ttingen: Beltz Test.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057774390205521\">Testothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/slsp-zph.primo.exlibrisgroup.com\/permalink\/41SLSP_PHZ\/100i9dp\/alma990057774390205521\">Didaktischen Zentrum (DiZ)<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcberpr\u00fcft: 07\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwelchediagnostik\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber diagnostische Verfahren.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rudolf M\u00fcller &nbsp; Einsatzbereich 3. bis 4. 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