{"id":810,"date":"2024-10-03T11:36:05","date_gmt":"2024-10-03T09:36:05","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=810"},"modified":"2026-04-22T16:51:44","modified_gmt":"2026-04-22T14:51:44","slug":"verhaltenstraining-im-kindergarten-ein-programm-zur-foerderung-emotionaler-und-sozialer-kompetenzen","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/verhaltenstraining-im-kindergarten-ein-programm-zur-foerderung-emotionaler-und-sozialer-kompetenzen\/","title":{"raw":"Verhaltenstraining im Kindergarten: Ein Programm zur F\u00f6rderung emotionaler und sozialer Kompetenzen","rendered":"Verhaltenstraining im Kindergarten: Ein Programm zur F\u00f6rderung emotionaler und sozialer Kompetenzen"},"content":{"raw":"von Ute Koglin und Franz Petermann (2013)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-812\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>3 bis 6 Jahre (Kindergarten)<\/li>\r\n \t<li>Gruppentraining<\/li>\r\n \t<li>Universelle Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas \u00abVerhaltenstraining im Kindergarten\u00bb ist ein breit angelegtes universelles Pr\u00e4ventionsprogramm, das darauf ausgerichtet ist, die emotionalen und sozialen Kompetenzen von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren zu f\u00f6rdern. Es richtet sich an alle Kinder einer Gruppe, unabh\u00e4ngig von ihrem individuellen Hintergrund oder potenziellen Risikofaktoren, und l\u00e4sst sich in den Kindergartenalltag integrieren.\r\n\r\nDas Programm zielt darauf ab, emotionale Kompetenzen zu st\u00e4rken, die soziale Informationsverarbeitung zu f\u00f6rdern und angemessene Verhaltensweisen zu etablieren, um so die emotionale und soziale Kompetenz zu verbessern. Es gliedert sich in zwei Bl\u00f6cke:\r\n<ul>\r\n \t<li><em>Block 1 - F\u00f6rderung emotionaler Kompetenz:<\/em> In diesem Block lernen die Kinder, ihre eigenen Gef\u00fchle sowie die Gef\u00fchle anderer wahrzunehmen. Sie erwerben Emotionswissen und vertiefen es, indem sie die Entstehung von Gef\u00fchlen, deren Ausdruck und M\u00f6glichkeiten der Emotionsregulation kennenlernen.<\/li>\r\n \t<li><em>Block 2 - F\u00f6rderung sozialer Kompetenz:<\/em> Hier stehen die Bearbeitung sozialer Konflikte und das Finden positiver L\u00f6sungen im Mittelpunkt. Die Inhalte orientieren sich an den verschiedenen Stufen der sozialen Informationsverarbeitung.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDas Training umfasst insgesamt 25 Einheiten, die jeweils etwa 35 Minuten dauern. Idealerweise sollten die Einheiten zweimal pro Woche durchgef\u00fchrt werden. Das Training gliedert sich in folgende sechs Module:\r\n<ul>\r\n \t<li><em>Modul 1: Basisemotionen<\/em> (Freude, Trauer, Angst, Zorn\/Wut)<\/li>\r\n \t<li><em>Modul 2: Soziale Emotionen<\/em> (Emotion Scham)<\/li>\r\n \t<li><em>Modul 3: Vertiefung des Emotionswissens<\/em> (Woher kommen Gef\u00fchle? Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen)<\/li>\r\n \t<li><em>Modul 4: Wahrnehmung und Interpretation von Konflikten<\/em> (Unterscheidung zwischen Absicht und Versehen)<\/li>\r\n \t<li><em>Modul 5: Handlungsalternativen f\u00fcr Konflikte finden<\/em> (Umgang mit Vordr\u00e4ngeln, Traurigkeit oder dem Wunsch, mitzuspielen)<\/li>\r\n \t<li><em>Modul 6: Konsequenzen eigener Handlungen finden und bewerten<\/em> (Umgang mit Schubsen, Streiten)<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n\r\nDas methodische Vorgehen folgt einer klaren Struktur mit wiederkehrenden Elementen: Zu Beginn werden die Kinder von einer Handpuppe begr\u00fcsst, anschliessend werden die Inhalte der letzten Sitzung wiederholt. Es wird ein Gef\u00fchls-Raps gesungen. Die Kinder erfahren zudem, ob sie f\u00fcr die Einheit einen Aufkleber f\u00fcr ihr Meerbild erhalten \u2013 ein Sammelbild, das im Verlauf des Trainings durch Aufkleber vervollst\u00e4ndigt wird. Am Ende der Einheit gibt es ein Feedback zur Mitarbeit der Kinder, und die Handpuppe wird verabschiedet.\r\n\r\nDas \u00abVerhaltenstraining im Kindergarten\u00bb ist eine kindzentrierte Massnahme. Es wird jedoch empfohlen, die Eltern im Vorfeld \u00fcber die Ziele und Inhalte des Programms zu informieren, beispielsweise im Rahmen eines Elternbriefes oder Elternabends.\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDas Programm ist altersgerecht gestaltet und nutzt ansprechendes Material, um die Kinder aktiv einzubeziehen. Leitfiguren wie der Delfin Finn (in Form einer Handpuppe) und die beiden Kinderfiguren Sina (eine Meerjungfrau respektive ein Meerm\u00e4dchen) und Benny (ein Meerjunge) aus dem \u00abMeerkindergarten\u00bb unterst\u00fctzen die Kinder dabei, eigene Probleme anzugehen.\r\n\r\nDer didaktische Rahmen des Trainings umfasst eine Vielzahl von Methoden, darunter Bilder, Gruppengespr\u00e4che, Bewegungsspiele, Brettspiele und Rollenspiele. F\u00fcr die meisten Einheiten liegt eine Geschichte zu den Meerkindern Benny und Sina vor. Die Aufgaben und \u00dcbungen werden den Kindern in spielerischer und fantasievoller Form dargeboten. Ein Meerbild (Sammelbild) dient als positive Verst\u00e4rkung, und zus\u00e4tzliche Regel- und Erinnerungskarten helfen dabei, um die Konzentration aufrecht zu erhalten und den Kindern zu unterst\u00fctzen, sich an das trainingsbezogene Verhalten zu erinnern.\r\n\r\nDas Manual enth\u00e4lt detaillierte Beschreibungen aller Einheiten. Eine CD-ROM mit Bildmaterialien und Arbeitsbl\u00e4ttern liegt bei. Zus\u00e4tzlich kann eine Spielmaterialkiste separat bestellt werden.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nDas Manual bietet eine Einf\u00fchrung in Verhaltensauff\u00e4lligkeiten im Kindergartenalter und beleuchtet oppositionell-aggressives und sozial unsicheres Verhalten. Ein weiteres Kapitel widmet sich der emotionalen und sozialen Kompetenz. Hierbei werden unter anderem die acht Schl\u00fcsselfertigkeiten emotionaler Kompetenz von Saarni (2002) besprochen und darauf eingegangen, dass emotionale und soziale Kompetenzen in engen Zusammenhang stehen. Dar\u00fcber hinaus thematisiert das Manual emotionale Defizite bei oppositionell-aggressiver und sozial unsicherer Kinder, und beschreibt wesentliche Faktoren der emotionalen Entwicklung. Im Anschluss wird das Modell der sozialen Informationsverarbeitung nach Crick und Dodge (1994) vorgestellt und auf Besonderheiten in der sozialen Informationsverarbeitung bei oppositionell-aggressiven und sozial unsicheren Kindern eingegangen.\r\n\r\nDas Programm setzt bei der F\u00f6rderung emotionaler Kompetenzen, der sozialen Informationsverarbeitung und der Etablierung angemessener Verhaltensweisen an, um so emotionale und soziale Kompetenz zu verbessern.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nZwei Evaluationsstudien, durchgef\u00fchrt in Luxemburg sowie in Bremen und Niedersachsen, untersuchten die Wirksamkeit des F\u00f6rderprogrammes \u00abVerhaltenstraining im Kindergarten\u00bb.\r\n\r\nKoglin und Petermann (2011) f\u00fchrten in Luxemburg eine Kontrollgruppenstudie mit quasi-experimentellem Design und Pr\u00e4-Posttest durch. F\u00fcr insgesamt 90 Kinder wurde die Verhaltenseinsch\u00e4tzung der Lehrpersonen eingeholt. Die Ergebnisse zeigen signifikante kurzfristige Verbesserungen in den Bereichen emotionale Probleme, Hyperaktivit\u00e4t, Probleme mit Gleichaltrigen sowie im Gesamtproblemwert. Keine Effekte zeigten sich in den Bereichen aggressives Verhalten und emotionale Probleme. Besonders Kinder mit anf\u00e4nglichen Verhaltensproblemen profitierten vom Training.\r\n\r\nIn einer Wirksamkeitsstudie in Deutschland (Wadepohl et al., 2011) mit einer Stichprobe von 256 Kindern (127 in der Interventionsgruppe, 129 in der Kontrollgruppe) zeigten sich durch das Training signifikante positive Ver\u00e4nderungen. Aus Sicht der Erzieherinnen wurde ein Anstieg des prosozialen Verhaltens sowie eine Abnahme von Problemen mit Gleichaltrigen und im Verhalten berichtet. Zudem verbesserte sich die emotionale Kompetenz in der Interventionsgruppe, insbesondere in den Bereichen Emotionsausdruck, Empathie und Anpassung an Situationen. Eine weiterf\u00fchrende Analyse untersuchte die Wirksamkeit f\u00fcr Kinder mit Defiziten im prosozialen Verhalten. F\u00fcr Nicht-Risikokinder konnten in der Interventions- und Kontrollgruppe keine Effekte festgestellt werden. Kinder der Risikogruppe in der Interventionsbedingung konnten deutlich mehr Probleme abbauen als jene Kinder in der Kontrollgruppe \u2013 insbesondere in den Bereichen Hyperaktivit\u00e4t und externalisierende Verhaltensprobleme. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass vor allem Kinder mit anf\u00e4nglichen Defiziten im prosozialen Verhalten vom Training profitieren.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Crick, N. R. &amp; Dodge, K. A. (1994). A review and reformulation of social information-processing mechanisms in children\u2019s social adjustment. <em>Psychological Bulletin, 115<\/em>, 74\u2013101.<\/li>\r\n \t<li>Koglin, U. &amp; Petermann, F. (2011). The effectiveness of the behavioural training for preschool children. <em>European Early Childhood Education Research Journal, 19<\/em>(1), 97-111. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/1350293X.2011.548949\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/1350293X.2011.548949<\/a><\/li>\r\n \t<li>Koglin, U. &amp; Petermann, F. (2013). <em>Verhaltenstraining im Kindergarten. Ein Programm zur F\u00f6rderung emotionaler und sozialer Kompetenzen<\/em> (2. \u00fcberarb. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Saarni, C. (2002). Die Entwicklung von emotionaler Kompetenz in Beziehungen. In M. von Salisch (Hrsg.), <em>Emotionale Kompetenz entwickeln. Grundlagen in Kindheit und Jugend<\/em> (S. 3\u201330). Kohlhammer.<\/li>\r\n \t<li>Wadepohl, H., Koglin, U., Vonderlin, E., &amp; Petermann, F. (2011). F\u00f6rderung sozial-emotionaler Kompetenz im Kindergarten: Evaluation eines pr\u00e4ventiven Verhaltenstrainings. <em>Kindheit und Entwicklung, 20<\/em>(4), 219 \u2013 228. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000059\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000059<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990097563180205521\">Online<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990097563180205521\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990097563180205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 02\/2025\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Ute Koglin und Franz Petermann (2013)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-812\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten-205x300.jpg 205w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten-65x95.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten-225x329.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten-350x511.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/10\/Verhaltenstraining-im-Kindergarten.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>3 bis 6 Jahre (Kindergarten)<\/li>\n<li>Gruppentraining<\/li>\n<li>Universelle Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das \u00abVerhaltenstraining im Kindergarten\u00bb ist ein breit angelegtes universelles Pr\u00e4ventionsprogramm, das darauf ausgerichtet ist, die emotionalen und sozialen Kompetenzen von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren zu f\u00f6rdern. Es richtet sich an alle Kinder einer Gruppe, unabh\u00e4ngig von ihrem individuellen Hintergrund oder potenziellen Risikofaktoren, und l\u00e4sst sich in den Kindergartenalltag integrieren.<\/p>\n<p>Das Programm zielt darauf ab, emotionale Kompetenzen zu st\u00e4rken, die soziale Informationsverarbeitung zu f\u00f6rdern und angemessene Verhaltensweisen zu etablieren, um so die emotionale und soziale Kompetenz zu verbessern. Es gliedert sich in zwei Bl\u00f6cke:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Block 1 &#8211; F\u00f6rderung emotionaler Kompetenz:<\/em> In diesem Block lernen die Kinder, ihre eigenen Gef\u00fchle sowie die Gef\u00fchle anderer wahrzunehmen. Sie erwerben Emotionswissen und vertiefen es, indem sie die Entstehung von Gef\u00fchlen, deren Ausdruck und M\u00f6glichkeiten der Emotionsregulation kennenlernen.<\/li>\n<li><em>Block 2 &#8211; F\u00f6rderung sozialer Kompetenz:<\/em> Hier stehen die Bearbeitung sozialer Konflikte und das Finden positiver L\u00f6sungen im Mittelpunkt. Die Inhalte orientieren sich an den verschiedenen Stufen der sozialen Informationsverarbeitung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Training umfasst insgesamt 25 Einheiten, die jeweils etwa 35 Minuten dauern. Idealerweise sollten die Einheiten zweimal pro Woche durchgef\u00fchrt werden. Das Training gliedert sich in folgende sechs Module:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Modul 1: Basisemotionen<\/em> (Freude, Trauer, Angst, Zorn\/Wut)<\/li>\n<li><em>Modul 2: Soziale Emotionen<\/em> (Emotion Scham)<\/li>\n<li><em>Modul 3: Vertiefung des Emotionswissens<\/em> (Woher kommen Gef\u00fchle? Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen)<\/li>\n<li><em>Modul 4: Wahrnehmung und Interpretation von Konflikten<\/em> (Unterscheidung zwischen Absicht und Versehen)<\/li>\n<li><em>Modul 5: Handlungsalternativen f\u00fcr Konflikte finden<\/em> (Umgang mit Vordr\u00e4ngeln, Traurigkeit oder dem Wunsch, mitzuspielen)<\/li>\n<li><em>Modul 6: Konsequenzen eigener Handlungen finden und bewerten<\/em> (Umgang mit Schubsen, Streiten)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das methodische Vorgehen folgt einer klaren Struktur mit wiederkehrenden Elementen: Zu Beginn werden die Kinder von einer Handpuppe begr\u00fcsst, anschliessend werden die Inhalte der letzten Sitzung wiederholt. Es wird ein Gef\u00fchls-Raps gesungen. Die Kinder erfahren zudem, ob sie f\u00fcr die Einheit einen Aufkleber f\u00fcr ihr Meerbild erhalten \u2013 ein Sammelbild, das im Verlauf des Trainings durch Aufkleber vervollst\u00e4ndigt wird. Am Ende der Einheit gibt es ein Feedback zur Mitarbeit der Kinder, und die Handpuppe wird verabschiedet.<\/p>\n<p>Das \u00abVerhaltenstraining im Kindergarten\u00bb ist eine kindzentrierte Massnahme. Es wird jedoch empfohlen, die Eltern im Vorfeld \u00fcber die Ziele und Inhalte des Programms zu informieren, beispielsweise im Rahmen eines Elternbriefes oder Elternabends.<\/p>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<\/div>\n<p>Das Programm ist altersgerecht gestaltet und nutzt ansprechendes Material, um die Kinder aktiv einzubeziehen. Leitfiguren wie der Delfin Finn (in Form einer Handpuppe) und die beiden Kinderfiguren Sina (eine Meerjungfrau respektive ein Meerm\u00e4dchen) und Benny (ein Meerjunge) aus dem \u00abMeerkindergarten\u00bb unterst\u00fctzen die Kinder dabei, eigene Probleme anzugehen.<\/p>\n<p>Der didaktische Rahmen des Trainings umfasst eine Vielzahl von Methoden, darunter Bilder, Gruppengespr\u00e4che, Bewegungsspiele, Brettspiele und Rollenspiele. F\u00fcr die meisten Einheiten liegt eine Geschichte zu den Meerkindern Benny und Sina vor. Die Aufgaben und \u00dcbungen werden den Kindern in spielerischer und fantasievoller Form dargeboten. Ein Meerbild (Sammelbild) dient als positive Verst\u00e4rkung, und zus\u00e4tzliche Regel- und Erinnerungskarten helfen dabei, um die Konzentration aufrecht zu erhalten und den Kindern zu unterst\u00fctzen, sich an das trainingsbezogene Verhalten zu erinnern.<\/p>\n<p>Das Manual enth\u00e4lt detaillierte Beschreibungen aller Einheiten. Eine CD-ROM mit Bildmaterialien und Arbeitsbl\u00e4ttern liegt bei. Zus\u00e4tzlich kann eine Spielmaterialkiste separat bestellt werden.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>Das Manual bietet eine Einf\u00fchrung in Verhaltensauff\u00e4lligkeiten im Kindergartenalter und beleuchtet oppositionell-aggressives und sozial unsicheres Verhalten. Ein weiteres Kapitel widmet sich der emotionalen und sozialen Kompetenz. Hierbei werden unter anderem die acht Schl\u00fcsselfertigkeiten emotionaler Kompetenz von Saarni (2002) besprochen und darauf eingegangen, dass emotionale und soziale Kompetenzen in engen Zusammenhang stehen. Dar\u00fcber hinaus thematisiert das Manual emotionale Defizite bei oppositionell-aggressiver und sozial unsicherer Kinder, und beschreibt wesentliche Faktoren der emotionalen Entwicklung. Im Anschluss wird das Modell der sozialen Informationsverarbeitung nach Crick und Dodge (1994) vorgestellt und auf Besonderheiten in der sozialen Informationsverarbeitung bei oppositionell-aggressiven und sozial unsicheren Kindern eingegangen.<\/p>\n<p>Das Programm setzt bei der F\u00f6rderung emotionaler Kompetenzen, der sozialen Informationsverarbeitung und der Etablierung angemessener Verhaltensweisen an, um so emotionale und soziale Kompetenz zu verbessern.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Zwei Evaluationsstudien, durchgef\u00fchrt in Luxemburg sowie in Bremen und Niedersachsen, untersuchten die Wirksamkeit des F\u00f6rderprogrammes \u00abVerhaltenstraining im Kindergarten\u00bb.<\/p>\n<p>Koglin und Petermann (2011) f\u00fchrten in Luxemburg eine Kontrollgruppenstudie mit quasi-experimentellem Design und Pr\u00e4-Posttest durch. F\u00fcr insgesamt 90 Kinder wurde die Verhaltenseinsch\u00e4tzung der Lehrpersonen eingeholt. Die Ergebnisse zeigen signifikante kurzfristige Verbesserungen in den Bereichen emotionale Probleme, Hyperaktivit\u00e4t, Probleme mit Gleichaltrigen sowie im Gesamtproblemwert. Keine Effekte zeigten sich in den Bereichen aggressives Verhalten und emotionale Probleme. Besonders Kinder mit anf\u00e4nglichen Verhaltensproblemen profitierten vom Training.<\/p>\n<p>In einer Wirksamkeitsstudie in Deutschland (Wadepohl et al., 2011) mit einer Stichprobe von 256 Kindern (127 in der Interventionsgruppe, 129 in der Kontrollgruppe) zeigten sich durch das Training signifikante positive Ver\u00e4nderungen. Aus Sicht der Erzieherinnen wurde ein Anstieg des prosozialen Verhaltens sowie eine Abnahme von Problemen mit Gleichaltrigen und im Verhalten berichtet. Zudem verbesserte sich die emotionale Kompetenz in der Interventionsgruppe, insbesondere in den Bereichen Emotionsausdruck, Empathie und Anpassung an Situationen. Eine weiterf\u00fchrende Analyse untersuchte die Wirksamkeit f\u00fcr Kinder mit Defiziten im prosozialen Verhalten. F\u00fcr Nicht-Risikokinder konnten in der Interventions- und Kontrollgruppe keine Effekte festgestellt werden. Kinder der Risikogruppe in der Interventionsbedingung konnten deutlich mehr Probleme abbauen als jene Kinder in der Kontrollgruppe \u2013 insbesondere in den Bereichen Hyperaktivit\u00e4t und externalisierende Verhaltensprobleme. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass vor allem Kinder mit anf\u00e4nglichen Defiziten im prosozialen Verhalten vom Training profitieren.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Crick, N. R. &amp; Dodge, K. A. (1994). A review and reformulation of social information-processing mechanisms in children\u2019s social adjustment. <em>Psychological Bulletin, 115<\/em>, 74\u2013101.<\/li>\n<li>Koglin, U. &amp; Petermann, F. (2011). The effectiveness of the behavioural training for preschool children. <em>European Early Childhood Education Research Journal, 19<\/em>(1), 97-111. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/1350293X.2011.548949\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/1350293X.2011.548949<\/a><\/li>\n<li>Koglin, U. &amp; Petermann, F. (2013). <em>Verhaltenstraining im Kindergarten. Ein Programm zur F\u00f6rderung emotionaler und sozialer Kompetenzen<\/em> (2. \u00fcberarb. Aufl.). Hogrefe.<\/li>\n<li>Saarni, C. (2002). Die Entwicklung von emotionaler Kompetenz in Beziehungen. In M. von Salisch (Hrsg.), <em>Emotionale Kompetenz entwickeln. Grundlagen in Kindheit und Jugend<\/em> (S. 3\u201330). Kohlhammer.<\/li>\n<li>Wadepohl, H., Koglin, U., Vonderlin, E., &amp; Petermann, F. (2011). F\u00f6rderung sozial-emotionaler Kompetenz im Kindergarten: Evaluation eines pr\u00e4ventiven Verhaltenstrainings. <em>Kindheit und Entwicklung, 20<\/em>(4), 219 \u2013 228. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000059\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000059<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990097563180205521\">Online<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990097563180205521\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990097563180205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 02\/2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Ute Koglin und Franz Petermann (2013) Einsatzbereich 3 bis 6 Jahre (Kindergarten) Gruppentraining Universelle Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. \u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit. 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