{"id":761,"date":"2024-09-27T17:02:23","date_gmt":"2024-09-27T15:02:23","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=761"},"modified":"2026-04-20T10:26:28","modified_gmt":"2026-04-20T08:26:28","slug":"training-mit-jugendlichen-aufbau-von-arbeits-und-sozialverhalten-jobfit-training","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/training-mit-jugendlichen-aufbau-von-arbeits-und-sozialverhalten-jobfit-training\/","title":{"raw":"Training mit Jugendlichen: Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten (JobFit-Training)","rendered":"Training mit Jugendlichen: Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten (JobFit-Training)"},"content":{"raw":"von Franz Petermann und Ulrike Petermann (2017)\r\n\r\n<img class=\"alignnone size-medium wp-image-763\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>13 bis 20 Jahre<\/li>\r\n \t<li>Einzel- und\/oder Gruppentraining<\/li>\r\n \t<li>Universelle, selektive und indizierte Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas Training richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren und ist haupts\u00e4chlich als universelles F\u00f6rderprogramm zur Unterst\u00fctzung in der Berufsvorbereitung gedacht, mit dem Ziel, sowohl das Arbeits- als auch das Sozialverhalten zu f\u00f6rdern. Es kann jedoch auch als selektive oder indizierte p\u00e4dagogische Massnahme oder im therapeutischen Kontext, beispielsweise in der Jugendhilfe oder im Jugendstrafvollzug, eingesetzt werden.\r\n\r\nDas Training verfolgt kognitive, emotionale und sozial-emotionale Ziele. Zu den kognitiven Zielen geh\u00f6ren eine verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die St\u00e4rkung von Selbstkontrolle und Ausdauer. Die emotionalen Ziele umfassen den Umgang mit Gef\u00fchlen und Entwicklung von Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Die sozial-emotionalen Zielen beinhalten eine gesteigerte Selbstsicherheit, ein stabiles Selbstbild sowie den Umgang mit Lob, Kritik und Misserfolg.\r\n\r\nDas Programm kombiniert ein Einzel- und ein Gruppentraining. Nach dem Erstkontrakt umfasst das Einzeltraining mindestens f\u00fcnf Sitzungen. Daran schliesst sich das Gruppentraining mit mindestens zehn Sitzungen an. Pro Woche werden jeweils zwei Sitzungen empfohlen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<strong>Einzeltraining<\/strong>\r\n\r\nIm Einzeltraining werden im haupts\u00e4chlich die ersten beiden Ziele \u2013 Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Selbstkontrolle und Ausdauer \u2013 gef\u00f6rdert. Das Einzeltraining umfasst f\u00fcnf Themenbl\u00f6cke. Die Struktur folgt jeweils demselben Ablauf: Auswertung des Tagebuches, Themenarbeit sowie Absprache \u00fcber eine neue Aufgabe f\u00fcr das Tagebuch. Die Inhalte der Themenbl\u00f6cke sind:\r\n<ol>\r\n \t<li>Beruf und Zukunft<\/li>\r\n \t<li>Freizeit und Familie<\/li>\r\n \t<li>Lebensschicksale und Eigenverantwortung<\/li>\r\n \t<li>Schwierige Situationen und widerstehen lernen<\/li>\r\n \t<li>Offenes Angebot: Eigenst\u00e4ndiges Probleml\u00f6sen<\/li>\r\n<\/ol>\r\n&nbsp;\r\n\r\n<strong>Gruppentraining<\/strong>\r\n\r\nDas Gruppentraining umfasst zehn Themenbl\u00f6cke. Die Struktur folgt ebenfalls jeweils demselben Ablauf: Auswertung des Tagebuches, Themenarbeit mit Rollenspielen, R\u00fcckmeldung zu individuellen Sitzungsregeln sowie Absprache \u00fcber eine neue Aufgabe f\u00fcr das Tagebuch. Die Inhalte der Themenbl\u00f6cke sind:\r\n<ol>\r\n \t<li>Gruppenregeln<\/li>\r\n \t<li>Gef\u00fchle und Verhalten<\/li>\r\n \t<li>Vorstellungsgespr\u00e4che \u00fcben<\/li>\r\n \t<li>Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen \u00fcben<\/li>\r\n \t<li>Selbstsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen<\/li>\r\n \t<li>Anerkennung aussprechen und loben<\/li>\r\n \t<li>Akzeptieren von Aussenseitern<\/li>\r\n \t<li>Umgehen mit Kritik im Beruf<\/li>\r\n \t<li>Umgehen mit Misserfolg<\/li>\r\n \t<li>R\u00fcckmeldungen zum Training<\/li>\r\n<\/ol>\r\n&nbsp;\r\n\r\n<strong>Das JobFit-Training<\/strong>\r\n\r\nF\u00fcr die Umsetzung des Programms mit ganzen Schulklassen empfehlen die Autor:innen das \u00abJobFit-Training\u00bb. Dieses Gruppentraining \u00fcbernimmt die zentralen Inhalte, Materialien und \u00dcbungen des Einzel- und Gruppentrainings, ist jedoch speziell an die schulischen Rahmenbedingungen angepasst. Aufbau und Durchf\u00fchrung des \u00abJobFit-Trainings\u00bb werden ebenfalls im Manual (Petermann &amp; Petermann, 2017a) ausf\u00fchrlich beschrieben. Zudem k\u00f6nnen f\u00fcr das \u00abJobFit-Training\u00bb Materialien f\u00fcr die Jugendlichen separat erworben werden, welche im Laufe der 10 Themenbl\u00f6cke ben\u00f6tigt werden (Petermann &amp; Petermann, 2017b).\r\n\r\nDas schulbasierte Training umfasst zehn Themenbl\u00f6cke, von denen jeder f\u00fcr eine Unterrichtsdoppelstunde konzipiert ist. Jede Sitzung folgt jeweils demselben Ablauf: Begr\u00fcssung und W\u00fcrdigung der bearbeiteten Checkliste, Bearbeitung des jeweiligen Themenblocks und Erinnerung an die Checklistenaufgabe im Rahmen der Verabschiedung. Die Themen werden mittels angeleiteten Rollenspielen, verschiedenen \u00dcbungen sowie einem Tagebuch zum Transfer in den Alltag bearbeitet. Die Themenschwerpunkte k\u00f6nnen je nach Bedarf der Jugendlichen gew\u00e4hlt werden. Grunds\u00e4tzlich kann das Training von einer Fachperson allein durchgef\u00fchrt werden, je nach Klassengr\u00f6\u00dfe empfiehlt sich jedoch eine Zusammenarbeit mit einer zweiten Person. Die Inhalte der Themenbl\u00f6cke sind:\r\n<ol>\r\n \t<li>Einf\u00fchrung und Verhaltensregeln<\/li>\r\n \t<li>Beruf und Zukunft<\/li>\r\n \t<li>Lebensschicksale und Eigenverantwortung<\/li>\r\n \t<li>Schwierige Situationen und selbstsicher widerstehen lernen<\/li>\r\n \t<li>Gef\u00fchle, Verhalten und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen<\/li>\r\n \t<li>Halbzeittafel und Vorstellungsgespr\u00e4che<\/li>\r\n \t<li>Vorstellungsgespr\u00e4che \u00fcben und reflektieren<\/li>\r\n \t<li>Positives wahrnehmen und Anerkennung aussprechen<\/li>\r\n \t<li>Aussenseiter und Mobbing<\/li>\r\n \t<li>R\u00fcckmeldung und Zertifikat<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDas Manual enth\u00e4lt ein ausf\u00fchrliches Kapitel zur Diagnostik, das sowohl Hinweise zum Vorgehen in therapeutischen als auch schulischen Kontexten ber\u00fccksichtigt.\r\n\r\nAnschliessend werden im Manual die verschiedenen Varianten des Trainings strukturiert dargestellt und die einzelnen Sitzungen ausf\u00fchrlich beschrieben. Die einzusetzenden Materialien wie Cartoons und Bilder stehen auf der beiliegenden CD-ROM zum Ausdruck bereit. Zudem kommen Videoaufzeichnungen zum Einsatz, um Feedback zu den Rollenspielen zu geben.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nDas Manual vermittelt die theoretischen Grundlagen des Programms verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar. Im ersten Kapitel werden zudem die Besonderheiten und Herausforderungen des Jugendalters erl\u00e4utert. Den theoretischen Rahmen des Trainings bildet die Theorie der Selbstwirksamkeit (Bandura, 2003), die davon ausgeht, dass Menschen bestrebt sind, durch ihr eigenes Handeln Selbstwirksamkeit zu erleben. Weiter wird auf das Modell der sozialen Informationsbearbeitung Bezug genommen.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDie Evaluationen des \u00abTrainings f\u00fcr Jugendliche\u00bb sowie der schulbasierten Version \u00abJobFit-Training\u00bb zeigen insgesamt positive Ergebnisse.\r\n\r\nRoos und Petermann (2005) untersuchten die Wirksamkeit das \u00abTrainings f\u00fcr Jugendliche\u00bb als universelles Pr\u00e4ventionsprogramm in einer Kontrollgruppenstudie mit Pr\u00e4-Testung und einem Follow-up f\u00fcnf Monate nach Trainingsende. Die Ergebnisse deuten auf eine gute Akzeptanz des Trainings bei den Jugendlichen hin und zeigen, dass die angestrebten Ziele aus Sicht der Jugendlichen erreicht wurden. Laut Einsch\u00e4tzung der Lehrpersonen konnte eine signifikante Zunahme positiven Sozialverhaltens sowie eine signifikante Abnahme st\u00f6renden Verhaltens festgestellt werden. Kritisch anzumerken ist jedoch die kleine Stichprobengr\u00f6sse mit insgesamt <em>N<\/em> = 27 Jugendlichen (Interventionsgruppe <em>N<\/em> = 12).\r\n\r\nDas schulbasierte \u00abJobFit-Training\u00bb, eine verk\u00fcrzte Version des \u00abTrainings mit Jugendlichen\u00bb, wurde in mehreren Evaluationsstudien auf seine kurz- und langfristige Wirksamkeit hin untersucht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass das Programm die sozial-emotionale Kompetenzen der Teilnehmenden f\u00f6rdert. Im Manual wird in einem Kapitel zur Evaluation beschrieben, dass das \u00abJobFit-Training\u00bb zwischen 2011 und 2015 erfolgreich mit \u00fcber 2500 Jugendlichen durchgef\u00fchrt wurde.\r\n\r\nStudien von Schultheiss et al. (2012, 2015) belegen kurzfristige Verbesserungen des selbstberichteten Sozialverhaltens bei \u00fcber 800 Teilnehmenden. Eine weitere Studie von Schultheiss et al. (2013) zeigt, dass auch sechs Monate nach Abschluss des Trainings signifikante Verbesserungen des Sozialverhaltens in den Bereichen Kooperationsbereitschaft, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Selbstbehauptung festzustellen waren. Zudem berichteten viele Jugendliche, dass sich das Klassenklima durch das Training insgesamt verbessert habe.\r\n\r\nDie Wirksamkeitsuntersuchung von Schomaker et al. (2015) best\u00e4tigt, dass das Training eine effektive Massnahme zur F\u00f6rderung sozialer Kompetenzen bei Jugendlichen mit geringer prosozialer Verhaltensbereitschaft darstellt. Es ist jedoch zu beachten, dass die Ergebnisse ausschliesslich auf den Selbsteinsch\u00e4tzungen der Jugendlichen basieren.\r\n\r\nEine weitere Studie von Laakmann et al. (2013), die Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund (<em>N<\/em> = 273) verglich, zeigt, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund ihre sozialen Kompetenzen im Rahmen des JobFit-Trainings besonders deutlich verbessern konnten.\r\n\r\nDie universelle schulische Pr\u00e4ventionsmassnahme wurde in mehreren Kontrollgruppenstudien auch anhand der Verhaltensbeurteilungen aus Sicht der Lehrpersonen untersucht. Bei Jugendlichen mit aggressiv-dissozialem Verhalten zeigten sich signifikante Verbesserungen in Bezug auf emotionale Probleme, Verhaltensprobleme und Hyperaktivit\u00e4t sowie eine Zunahme prosozialen Verhaltens in der Trainingsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (Petermann et al., 2010). Eine quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie mit <em>N<\/em> = 104 Jugendlichen (Koglin et al., 2010) \u00fcberpr\u00fcfte auch die langfristigen Effekte \u00fcber sechs Monate nach Abschluss des Trainings. Das problematische Verhalten verringerte sich aus Sicht der Lehrpersonen auch l\u00e4ngerfristig. Weiter konnten in Bezug auf emotionale Probleme deutliche Effekte beobachtet werden.\r\n\r\nIn einer weiteren Wirksamkeitsstudie von Vasileva et al. (2019) mit<em> N<\/em> = 275 Jugendlichen wurden kurzfristige Effekte des schulbasierten \u00abJobFit-Trainings\u00bb untersucht. Im Vergleich zur Warte-Kontrollgruppe konnten signifikante Verbesserungen im Sozial- und Lernverhalten sowie bei berufsbezogenen Kompetenzen (Gelassenheit, Selbstwertgef\u00fchl, Zuverl\u00e4ssigkeit, Voraussicht) erreicht werden. Weiter deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das Training zur F\u00f6rderung von Sozial- und Lernverhalten in unterschiedlichen Schulformen eingesetzt werden kann. Die Wirksamkeit des Trainings in Bezug auf berufsbezogene Kompetenzen zeigt sich bei Schulsettings mit st\u00e4rkerer Thematisierung der Berufsvorbereitung besonders.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bandura, A. (2003). <em>Self-efficacy: The exercise of control.<\/em> Freeman.<\/li>\r\n \t<li>Koglin, U., Petermann, F., Heffter, P. &amp; Petermann, U. (2010). L\u00e4ngerfristige Effekte des JobFit-Trainings f\u00fcr Jugendliche. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 58<\/em>(3)<em>, <\/em>235\u2013241. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747.a000032\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747.a000032<\/a><\/li>\r\n \t<li>Laakmann, M., Petersen, R., Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2015). Pr\u00e4vention im Jugendalter: Das JobFit-Training als Beispiel eines schulbasierten Pr\u00e4ventionsprogrammes. <em>Zeitschrift f\u00fcr Individualpsychologie<\/em>, <em>40<\/em>, 50 \u2013 64.<\/li>\r\n \t<li>Laakmann, M., Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2013). Zur Wirksamkeit des JobFit-Trainings - ein Vergleich zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 61,<\/em> 189-196. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000158\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000158<\/a><\/li>\r\n \t<li>Petermann, U., Koglin, U., Petermann, F. &amp; Heffter, P. (2010). Kompetenzaufbau durch das JobFit-Training f\u00fcr Schulklassen. <em>Psychologie in Erziehung und Unterricht<\/em>, <em>57<\/em>(2), 144-152. <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2378\/peu2010.art11d\">http:\/\/dx.doi.org\/10.2378\/peu2010.art11d<\/a><\/li>\r\n \t<li>Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2017a). <em>Training mit Jugendlichen: Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten (10., vollst. \u00fcberarb. Auf.)<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2017b). <em>Materialien f\u00fcr Jugendliche zum JobFit-Training.<\/em> Hogrefe.<\/li>\r\n \t<li>Roos, S. (2006). <em>Evaluation des \"Trainings mit Jugendlichen\" im Rahmen schulischer Berufsvorbereitung. <\/em>Frankfurt: Lang.<\/li>\r\n \t<li>Roos, S. &amp; Petermann, U. (2005). Zur Wirksamkeit des \"Trainings mit Jugendlichen\" im schulischen Kontext.<em> Zeitschrift f\u00fcr Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 53<\/em>(3), 262-282.<\/li>\r\n \t<li>Schomaker, H., Schulthei\u00df, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2015). Mangelnde soziale Kompetenz im Jugendalter: Wirksamkeit des JobFit-Trainings. <em>Kindheit und Entwicklung, 24<\/em>(2), 123-130. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000167\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000167<\/a><\/li>\r\n \t<li>Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2012). Zur Wirksamkeit des JobFit-Trainings f\u00fcr Jugendliche. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 60,<\/em> 145\u2013151. <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000109\">http:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000109<\/a><\/li>\r\n \t<li>Schultheiss, J., Petermann, U. &amp; Petermann, F. (2013). Zur l\u00e4ngerfristigen Wirksamkeit des Job-Fit-Trainings f\u00fcr Jugendliche. <em>Verhaltenstherapie mit Kindern &amp; Jugendlichen, 9<\/em>, 95\u2013103.<\/li>\r\n \t<li>Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2015). Zur Wirksamkeit des Pr\u00e4ventionsprogramms JobFit: Ein Vergleich unterschiedlicher Klassenstufen. <em>Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 64, <\/em>429\u2013442. <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.13109\/prkk.2015.64.6.429\">http:\/\/doi.org\/10.13109\/prkk.2015.64.6.429<\/a><\/li>\r\n \t<li>Vasileva, M., Nitkowski, D., Lammers, J., Petermann, F., &amp; Petermann, U. (2019). Kurzfristige Wirksamkeit des Pr\u00e4ventionsprogramms JobFit-Training in unterschiedlichen Schulformen. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie.<\/em> <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000396\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000396<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/rsm4jc\/alma99116712429205521\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 02\/2025\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Franz Petermann und Ulrike Petermann (2017)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-763\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen-207x300.jpg 207w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen-65x94.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen-225x327.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen-350x508.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Training-mit-Jugendlichen.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>13 bis 20 Jahre<\/li>\n<li>Einzel- und\/oder Gruppentraining<\/li>\n<li>Universelle, selektive und indizierte Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das Training richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren und ist haupts\u00e4chlich als universelles F\u00f6rderprogramm zur Unterst\u00fctzung in der Berufsvorbereitung gedacht, mit dem Ziel, sowohl das Arbeits- als auch das Sozialverhalten zu f\u00f6rdern. Es kann jedoch auch als selektive oder indizierte p\u00e4dagogische Massnahme oder im therapeutischen Kontext, beispielsweise in der Jugendhilfe oder im Jugendstrafvollzug, eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Das Training verfolgt kognitive, emotionale und sozial-emotionale Ziele. Zu den kognitiven Zielen geh\u00f6ren eine verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie die St\u00e4rkung von Selbstkontrolle und Ausdauer. Die emotionalen Ziele umfassen den Umgang mit Gef\u00fchlen und Entwicklung von Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Die sozial-emotionalen Zielen beinhalten eine gesteigerte Selbstsicherheit, ein stabiles Selbstbild sowie den Umgang mit Lob, Kritik und Misserfolg.<\/p>\n<p>Das Programm kombiniert ein Einzel- und ein Gruppentraining. Nach dem Erstkontrakt umfasst das Einzeltraining mindestens f\u00fcnf Sitzungen. Daran schliesst sich das Gruppentraining mit mindestens zehn Sitzungen an. Pro Woche werden jeweils zwei Sitzungen empfohlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Einzeltraining<\/strong><\/p>\n<p>Im Einzeltraining werden im haupts\u00e4chlich die ersten beiden Ziele \u2013 Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Selbstkontrolle und Ausdauer \u2013 gef\u00f6rdert. Das Einzeltraining umfasst f\u00fcnf Themenbl\u00f6cke. Die Struktur folgt jeweils demselben Ablauf: Auswertung des Tagebuches, Themenarbeit sowie Absprache \u00fcber eine neue Aufgabe f\u00fcr das Tagebuch. Die Inhalte der Themenbl\u00f6cke sind:<\/p>\n<ol>\n<li>Beruf und Zukunft<\/li>\n<li>Freizeit und Familie<\/li>\n<li>Lebensschicksale und Eigenverantwortung<\/li>\n<li>Schwierige Situationen und widerstehen lernen<\/li>\n<li>Offenes Angebot: Eigenst\u00e4ndiges Probleml\u00f6sen<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gruppentraining<\/strong><\/p>\n<p>Das Gruppentraining umfasst zehn Themenbl\u00f6cke. Die Struktur folgt ebenfalls jeweils demselben Ablauf: Auswertung des Tagebuches, Themenarbeit mit Rollenspielen, R\u00fcckmeldung zu individuellen Sitzungsregeln sowie Absprache \u00fcber eine neue Aufgabe f\u00fcr das Tagebuch. Die Inhalte der Themenbl\u00f6cke sind:<\/p>\n<ol>\n<li>Gruppenregeln<\/li>\n<li>Gef\u00fchle und Verhalten<\/li>\n<li>Vorstellungsgespr\u00e4che \u00fcben<\/li>\n<li>Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen \u00fcben<\/li>\n<li>Selbstsicherheit im Umgang mit Gleichaltrigen<\/li>\n<li>Anerkennung aussprechen und loben<\/li>\n<li>Akzeptieren von Aussenseitern<\/li>\n<li>Umgehen mit Kritik im Beruf<\/li>\n<li>Umgehen mit Misserfolg<\/li>\n<li>R\u00fcckmeldungen zum Training<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das JobFit-Training<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung des Programms mit ganzen Schulklassen empfehlen die Autor:innen das \u00abJobFit-Training\u00bb. Dieses Gruppentraining \u00fcbernimmt die zentralen Inhalte, Materialien und \u00dcbungen des Einzel- und Gruppentrainings, ist jedoch speziell an die schulischen Rahmenbedingungen angepasst. Aufbau und Durchf\u00fchrung des \u00abJobFit-Trainings\u00bb werden ebenfalls im Manual (Petermann &amp; Petermann, 2017a) ausf\u00fchrlich beschrieben. Zudem k\u00f6nnen f\u00fcr das \u00abJobFit-Training\u00bb Materialien f\u00fcr die Jugendlichen separat erworben werden, welche im Laufe der 10 Themenbl\u00f6cke ben\u00f6tigt werden (Petermann &amp; Petermann, 2017b).<\/p>\n<p>Das schulbasierte Training umfasst zehn Themenbl\u00f6cke, von denen jeder f\u00fcr eine Unterrichtsdoppelstunde konzipiert ist. Jede Sitzung folgt jeweils demselben Ablauf: Begr\u00fcssung und W\u00fcrdigung der bearbeiteten Checkliste, Bearbeitung des jeweiligen Themenblocks und Erinnerung an die Checklistenaufgabe im Rahmen der Verabschiedung. Die Themen werden mittels angeleiteten Rollenspielen, verschiedenen \u00dcbungen sowie einem Tagebuch zum Transfer in den Alltag bearbeitet. Die Themenschwerpunkte k\u00f6nnen je nach Bedarf der Jugendlichen gew\u00e4hlt werden. Grunds\u00e4tzlich kann das Training von einer Fachperson allein durchgef\u00fchrt werden, je nach Klassengr\u00f6\u00dfe empfiehlt sich jedoch eine Zusammenarbeit mit einer zweiten Person. Die Inhalte der Themenbl\u00f6cke sind:<\/p>\n<ol>\n<li>Einf\u00fchrung und Verhaltensregeln<\/li>\n<li>Beruf und Zukunft<\/li>\n<li>Lebensschicksale und Eigenverantwortung<\/li>\n<li>Schwierige Situationen und selbstsicher widerstehen lernen<\/li>\n<li>Gef\u00fchle, Verhalten und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen<\/li>\n<li>Halbzeittafel und Vorstellungsgespr\u00e4che<\/li>\n<li>Vorstellungsgespr\u00e4che \u00fcben und reflektieren<\/li>\n<li>Positives wahrnehmen und Anerkennung aussprechen<\/li>\n<li>Aussenseiter und Mobbing<\/li>\n<li>R\u00fcckmeldung und Zertifikat<\/li>\n<\/ol>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<\/div>\n<p>Das Manual enth\u00e4lt ein ausf\u00fchrliches Kapitel zur Diagnostik, das sowohl Hinweise zum Vorgehen in therapeutischen als auch schulischen Kontexten ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Anschliessend werden im Manual die verschiedenen Varianten des Trainings strukturiert dargestellt und die einzelnen Sitzungen ausf\u00fchrlich beschrieben. Die einzusetzenden Materialien wie Cartoons und Bilder stehen auf der beiliegenden CD-ROM zum Ausdruck bereit. Zudem kommen Videoaufzeichnungen zum Einsatz, um Feedback zu den Rollenspielen zu geben.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>Das Manual vermittelt die theoretischen Grundlagen des Programms verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar. Im ersten Kapitel werden zudem die Besonderheiten und Herausforderungen des Jugendalters erl\u00e4utert. Den theoretischen Rahmen des Trainings bildet die Theorie der Selbstwirksamkeit (Bandura, 2003), die davon ausgeht, dass Menschen bestrebt sind, durch ihr eigenes Handeln Selbstwirksamkeit zu erleben. Weiter wird auf das Modell der sozialen Informationsbearbeitung Bezug genommen.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Die Evaluationen des \u00abTrainings f\u00fcr Jugendliche\u00bb sowie der schulbasierten Version \u00abJobFit-Training\u00bb zeigen insgesamt positive Ergebnisse.<\/p>\n<p>Roos und Petermann (2005) untersuchten die Wirksamkeit das \u00abTrainings f\u00fcr Jugendliche\u00bb als universelles Pr\u00e4ventionsprogramm in einer Kontrollgruppenstudie mit Pr\u00e4-Testung und einem Follow-up f\u00fcnf Monate nach Trainingsende. Die Ergebnisse deuten auf eine gute Akzeptanz des Trainings bei den Jugendlichen hin und zeigen, dass die angestrebten Ziele aus Sicht der Jugendlichen erreicht wurden. Laut Einsch\u00e4tzung der Lehrpersonen konnte eine signifikante Zunahme positiven Sozialverhaltens sowie eine signifikante Abnahme st\u00f6renden Verhaltens festgestellt werden. Kritisch anzumerken ist jedoch die kleine Stichprobengr\u00f6sse mit insgesamt <em>N<\/em> = 27 Jugendlichen (Interventionsgruppe <em>N<\/em> = 12).<\/p>\n<p>Das schulbasierte \u00abJobFit-Training\u00bb, eine verk\u00fcrzte Version des \u00abTrainings mit Jugendlichen\u00bb, wurde in mehreren Evaluationsstudien auf seine kurz- und langfristige Wirksamkeit hin untersucht. Dabei konnte nachgewiesen werden, dass das Programm die sozial-emotionale Kompetenzen der Teilnehmenden f\u00f6rdert. Im Manual wird in einem Kapitel zur Evaluation beschrieben, dass das \u00abJobFit-Training\u00bb zwischen 2011 und 2015 erfolgreich mit \u00fcber 2500 Jugendlichen durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Studien von Schultheiss et al. (2012, 2015) belegen kurzfristige Verbesserungen des selbstberichteten Sozialverhaltens bei \u00fcber 800 Teilnehmenden. Eine weitere Studie von Schultheiss et al. (2013) zeigt, dass auch sechs Monate nach Abschluss des Trainings signifikante Verbesserungen des Sozialverhaltens in den Bereichen Kooperationsbereitschaft, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Selbstbehauptung festzustellen waren. Zudem berichteten viele Jugendliche, dass sich das Klassenklima durch das Training insgesamt verbessert habe.<\/p>\n<p>Die Wirksamkeitsuntersuchung von Schomaker et al. (2015) best\u00e4tigt, dass das Training eine effektive Massnahme zur F\u00f6rderung sozialer Kompetenzen bei Jugendlichen mit geringer prosozialer Verhaltensbereitschaft darstellt. Es ist jedoch zu beachten, dass die Ergebnisse ausschliesslich auf den Selbsteinsch\u00e4tzungen der Jugendlichen basieren.<\/p>\n<p>Eine weitere Studie von Laakmann et al. (2013), die Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund (<em>N<\/em> = 273) verglich, zeigt, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund ihre sozialen Kompetenzen im Rahmen des JobFit-Trainings besonders deutlich verbessern konnten.<\/p>\n<p>Die universelle schulische Pr\u00e4ventionsmassnahme wurde in mehreren Kontrollgruppenstudien auch anhand der Verhaltensbeurteilungen aus Sicht der Lehrpersonen untersucht. Bei Jugendlichen mit aggressiv-dissozialem Verhalten zeigten sich signifikante Verbesserungen in Bezug auf emotionale Probleme, Verhaltensprobleme und Hyperaktivit\u00e4t sowie eine Zunahme prosozialen Verhaltens in der Trainingsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (Petermann et al., 2010). Eine quasi-experimentelle Kontrollgruppenstudie mit <em>N<\/em> = 104 Jugendlichen (Koglin et al., 2010) \u00fcberpr\u00fcfte auch die langfristigen Effekte \u00fcber sechs Monate nach Abschluss des Trainings. Das problematische Verhalten verringerte sich aus Sicht der Lehrpersonen auch l\u00e4ngerfristig. Weiter konnten in Bezug auf emotionale Probleme deutliche Effekte beobachtet werden.<\/p>\n<p>In einer weiteren Wirksamkeitsstudie von Vasileva et al. (2019) mit<em> N<\/em> = 275 Jugendlichen wurden kurzfristige Effekte des schulbasierten \u00abJobFit-Trainings\u00bb untersucht. Im Vergleich zur Warte-Kontrollgruppe konnten signifikante Verbesserungen im Sozial- und Lernverhalten sowie bei berufsbezogenen Kompetenzen (Gelassenheit, Selbstwertgef\u00fchl, Zuverl\u00e4ssigkeit, Voraussicht) erreicht werden. Weiter deuten die Ergebnisse darauf hin, dass das Training zur F\u00f6rderung von Sozial- und Lernverhalten in unterschiedlichen Schulformen eingesetzt werden kann. Die Wirksamkeit des Trainings in Bezug auf berufsbezogene Kompetenzen zeigt sich bei Schulsettings mit st\u00e4rkerer Thematisierung der Berufsvorbereitung besonders.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Bandura, A. (2003). <em>Self-efficacy: The exercise of control.<\/em> Freeman.<\/li>\n<li>Koglin, U., Petermann, F., Heffter, P. &amp; Petermann, U. (2010). L\u00e4ngerfristige Effekte des JobFit-Trainings f\u00fcr Jugendliche. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 58<\/em>(3)<em>, <\/em>235\u2013241. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747.a000032\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747.a000032<\/a><\/li>\n<li>Laakmann, M., Petersen, R., Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2015). Pr\u00e4vention im Jugendalter: Das JobFit-Training als Beispiel eines schulbasierten Pr\u00e4ventionsprogrammes. <em>Zeitschrift f\u00fcr Individualpsychologie<\/em>, <em>40<\/em>, 50 \u2013 64.<\/li>\n<li>Laakmann, M., Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2013). Zur Wirksamkeit des JobFit-Trainings &#8211; ein Vergleich zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 61,<\/em> 189-196. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000158\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000158<\/a><\/li>\n<li>Petermann, U., Koglin, U., Petermann, F. &amp; Heffter, P. (2010). Kompetenzaufbau durch das JobFit-Training f\u00fcr Schulklassen. <em>Psychologie in Erziehung und Unterricht<\/em>, <em>57<\/em>(2), 144-152. <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2378\/peu2010.art11d\">http:\/\/dx.doi.org\/10.2378\/peu2010.art11d<\/a><\/li>\n<li>Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2017a). <em>Training mit Jugendlichen: Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten (10., vollst. \u00fcberarb. Auf.)<\/em>. G\u00f6ttingen: Hogrefe.<\/li>\n<li>Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2017b). <em>Materialien f\u00fcr Jugendliche zum JobFit-Training.<\/em> Hogrefe.<\/li>\n<li>Roos, S. (2006). <em>Evaluation des &#8222;Trainings mit Jugendlichen&#8220; im Rahmen schulischer Berufsvorbereitung. <\/em>Frankfurt: Lang.<\/li>\n<li>Roos, S. &amp; Petermann, U. (2005). Zur Wirksamkeit des &#8222;Trainings mit Jugendlichen&#8220; im schulischen Kontext.<em> Zeitschrift f\u00fcr Klinische Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie, 53<\/em>(3), 262-282.<\/li>\n<li>Schomaker, H., Schulthei\u00df, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2015). Mangelnde soziale Kompetenz im Jugendalter: Wirksamkeit des JobFit-Trainings. <em>Kindheit und Entwicklung, 24<\/em>(2), 123-130. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000167\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403\/a000167<\/a><\/li>\n<li>Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2012). Zur Wirksamkeit des JobFit-Trainings f\u00fcr Jugendliche. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie, 60,<\/em> 145\u2013151. <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000109\">http:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000109<\/a><\/li>\n<li>Schultheiss, J., Petermann, U. &amp; Petermann, F. (2013). Zur l\u00e4ngerfristigen Wirksamkeit des Job-Fit-Trainings f\u00fcr Jugendliche. <em>Verhaltenstherapie mit Kindern &amp; Jugendlichen, 9<\/em>, 95\u2013103.<\/li>\n<li>Schultheiss, J., Petermann, F. &amp; Petermann, U. (2015). Zur Wirksamkeit des Pr\u00e4ventionsprogramms JobFit: Ein Vergleich unterschiedlicher Klassenstufen. <em>Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 64, <\/em>429\u2013442. <a href=\"http:\/\/doi.org\/10.13109\/prkk.2015.64.6.429\">http:\/\/doi.org\/10.13109\/prkk.2015.64.6.429<\/a><\/li>\n<li>Vasileva, M., Nitkowski, D., Lammers, J., Petermann, F., &amp; Petermann, U. (2019). Kurzfristige Wirksamkeit des Pr\u00e4ventionsprogramms JobFit-Training in unterschiedlichen Schulformen. <em>Zeitschrift f\u00fcr Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie.<\/em> <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000396\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1661-4747\/a000396<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/rsm4jc\/alma99116712429205521\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 02\/2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Petermann und Ulrike Petermann (2017) Einsatzbereich 13 bis 20 Jahre Einzel- und\/oder Gruppentraining Universelle, selektive und indizierte Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. \u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit. 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