{"id":740,"date":"2024-09-26T11:03:09","date_gmt":"2024-09-26T09:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=740"},"modified":"2026-04-20T10:26:28","modified_gmt":"2026-04-20T08:26:28","slug":"sozialtraining-in-der-schule","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/sozialtraining-in-der-schule\/","title":{"raw":"Sozialtraining in der Schule","rendered":"Sozialtraining in der Schule"},"content":{"raw":"von Franz Petermann, Gert Jugert, Uwe T\u00e4nzer und Dorothe Verbeek (2024)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-743\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>3. bis 6. Klasse<\/li>\r\n \t<li>Gruppentraining<\/li>\r\n \t<li>Universelle und selektive Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>Uneindeutige Belege vorhanden.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas <em>\u201eSozialtraining in der Schule\u201d<\/em> ist ein Trainingsprogramm f\u00fcr Schulkinder der Klassenstufen 3 bis 6, im Alter von 8 bis 12 Jahren. Ziel ist der Aufbau und die Ein\u00fcbung sozialer Fertigkeiten, F\u00e4higkeiten und Kompetenzen im Kontext der Schulklasse unter weitm\u00f6glichster Ber\u00fccksichtigung der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Problemlagen der Kinder. Das Sozialtraining beinhaltet Methoden zur Verhinderung von Gewalt, Angst, Drogenkonsum, sozialem R\u00fcckzug und hyperaktivem Verhalten.\r\n\r\nDas Training umfasst insgesamt 24 Sitzungen, die grunds\u00e4tzlich w\u00f6chentlich \u00e0 90 Minuten durchgef\u00fchrt werden und die sich verschiedenen Themenbereichen zuordnen lassen:\r\n<ul>\r\n \t<li><em>Einf\u00fchrung<\/em>: Ist doch alles nur Spass \u2013 oder? (Sitzung 1)<\/li>\r\n \t<li><em>K\u00f6rperspannung<\/em>: Was mir mein K\u00f6rper sagt (Sitzung 2)<\/li>\r\n \t<li><em>Soziale Wahrnehmung<\/em>: Wie ich die anderen sehe (Sitzung 3)<\/li>\r\n \t<li><em>Selbstwahrnehmung<\/em>: Wie ich mich selber sehe (Sitzung 4)<\/li>\r\n \t<li><em>Wahrnehmung und Bewertung:<\/em> Was ist da los? (Sitzung 5)<\/li>\r\n \t<li><em>Gef\u00fchle<\/em>: Freude (Sitzung 6), Ich habe Angst (Sitzung 7), Ich b\u00e4ndige meine Wut (Sitzung 8), Wenn ich mal traurig bin (Sitzung 9)<\/li>\r\n \t<li><em>Hemmungspotenziale:<\/em> Zwei Seiten einer Medaille (Sitzung 10)<\/li>\r\n \t<li><em>Denkgewohnheiten<\/em>: Rosarote Brille (Sitzung 11)<\/li>\r\n \t<li><em>Handlungsalternativen<\/em>: Neue L\u00f6sungen finden (Sitzung 12)<\/li>\r\n \t<li><em>Handlungsflexibilit\u00e4t<\/em>: Pilot und Lotse (Sitzung 13)<\/li>\r\n \t<li><em>Kommunikation und Kooperation<\/em>: Miteinander reden (Sitzung 14), Miteinander reden lernen (Sitzung 15), Gut zusammen arbeiten (Sitzung 16), Vom Streiten zur Zusammenarbeit (Sitzung 17), Meine Gef\u00fchle - deine Gef\u00fchle (Sitzung 18)<\/li>\r\n \t<li><em>Brainstorming<\/em>: St\u00e4rken von Jungen (Sitzung 19), St\u00e4rken von M\u00e4dchen (Sitzung 20)<\/li>\r\n \t<li><em>\u00c4hnlichkeiten und Unterschiede<\/em>: Jungen und M\u00e4dchen (Sitzung 21), M\u00e4dchen und Jungen (Sitzung 22)<\/li>\r\n \t<li><em>Unterschiedliche Kulturen<\/em>: Kunterbunte Mischung \u2013 die St\u00e4rken unterschiedlicher Kulturen (Sitzung 23), \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Einschr\u00e4nkungen in einer anderen Kultur (Sitzung 24)<\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n\r\nZu den Methoden des Trainings geh\u00f6ren Trainingsrituale, Verhaltensregeln, Selbstbeobachtungsbogen, Verst\u00e4rkerplan, strukturiertes Rollenspiel, Feedback und Massnahmen zur Unterst\u00fctzung des Alltagstransfers.\r\n\r\n&nbsp;\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\nDas Manual beinhaltet Ausf\u00fchrungen zu den Grundprinzipien des Trainings wie Vertrauen und Motivation, Klassenmanagementstrategien sowie lerntheoretische Grundprinzipien. Dar\u00fcber hinaus werden die verschiedenen Methoden und Bausteine des Trainings besprochen. Im zweiten Teil werden die einzelnen Trainingssitzungen detailliert beschrieben. Sie sind klar strukturiert und ber\u00fccksichtigen unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Zudem sind die Arbeitsbl\u00e4tter als Kopiervorlage direkt verf\u00fcgbar. Die Kopiervorlagen sind mit altersangemessenen Cartoons illustriert.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nIn Bezug auf die theoretischen Grundlagen orientiert sich das Trainingsprogramm vor allem an der sozial-kognitiven Lerntheorie (Bandura, 1976, 1979) sowie am Modell der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung (Crick &amp; Dodge, 1994).\r\n\r\nBei der Weiterentwicklung des Programms orientierten sich die Autoren an aktuellen Forschungsbefunden zur Entwicklungspsychologie und zur Wirksamkeit von Verhaltenstrainings. Zentrale Punkte des Sozialtrainings sind ein multimodales Vorgehen, die gleichbleibende Struktur, der Transfer in den Alltag und Ressourcenorientierung als allgemeines Grundprinzip.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nIm letzten Kapitel des Manuals wird die Evaluation beschrieben. Im Rahmen der Evaluation des Sozialtrainings mit Pr\u00e4-Post-Vergleich wurden sowohl die Eltern und Lehrpersonen als auch die Sch\u00fcler:innen selbst (n = 100) befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Training von den Sch\u00fcler:innen gut angenommen wurde und zu einer Verminderung von Pr\u00fcfungsangst und manifesten \u00c4ngsten f\u00fchrte. Ausserdem belegen die Beurteilungen der Eltern und Lehrpersonen, dass es in einigen Bereichen nach Trainingsende zu Verhaltensverbesserungen kam, gemessen mit dem Strenght and Difficulties Questionannair (SDQ). Nach Einsch\u00e4tzung der Eltern wurden vor allem emotionale Probleme und hyperaktives Verhalten reduziert, w\u00e4hrend die Lehrpersonen vor allem Verbesserungen im Umgang mit Gleichaltrigen sowie im prosozialen Verhalten beobachteten. Zudem verminderte sich nach Urteil der Eltern und Lehrpersonen der Gesamtproblemwert der Sch\u00fcler:innen. Kritisch anzumerken ist, dass in dieser Studie keine Kontrollgruppe einbezogen und keine Follow-up-Untersuchung durchgef\u00fchrt wurde.\r\n\r\nEine weitere Untersuchung von Geis (2003) verdeutlich die besondere Wirksamkeit des Sozialtrainings f\u00fcr Sch\u00fcler:innen mit einer leicht erh\u00f6hten Bereitschaft zu aggressivem Verhalten (n = 50) und eine Wirksamkeit, wenn die Trainingsmassnahme bereits in der 5. Klasse beginnt.\r\n\r\nBei einer Evaluationsstudie von Riffert (2000) mit 22 Kindern in der Interventionsgruppe zeigten die Kinder beim Posttest im Gegensatz zur Kontrollgruppe (n = 21) eine signifikante Abnahme von aggressivem Verhalten und Angstsymptomen sowie Schulunlust. In Bezug auf Selbstwirksamkeit und Pr\u00fcfungsangst konnten keine signifikanten Effekte festgestellt werden.\r\n\r\n<\/div>\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Bandura, A. (1976). <em>Lernen am Modell<\/em>. Klett.<\/li>\r\n \t<li>Bandura, A. (1979). <em>Sozial-kognitive Lerntheorie<\/em>. Klett-Cotta.<\/li>\r\n \t<li>Crick, N. &amp; Dodge. (1994). A Review and Reformulation of Social Information - Processing Mechanisms in Children`s Social Adjustment. <em>Psychological Bulletin, 115<\/em>(1), S. 74-101. <a href=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/doi\/10.1037\/0033-2909.115.1.74\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0033-2909.115.1.74<\/a><\/li>\r\n \t<li>Geis, A. (2003). Sozialtraining an der Hauptschule Burgau. Studie zur Erfassung der Trainingseffekte. <em>Unsere Jugend, (55)7-8, <\/em>339-346.<\/li>\r\n \t<li>Petermann, F., Jugert, G., T\u00e4nzer, U. &amp; Verbeek, D. (2024). <em>Sozialtraining in der Schule (4. Aufl.)<\/em>. Beltz.<\/li>\r\n \t<li>Riffert, F. (2000). Sozialtraining in der Schule - Evaluation eines verhaltenstherapeutisch orientierten Pr\u00e4ventionsprogramms. <em>Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, 21<\/em>(1), 51-64.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990073650870205521\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li><a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma99116931264005521\">Online<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 02\/2025\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Franz Petermann, Gert Jugert, Uwe T\u00e4nzer und Dorothe Verbeek (2024)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-743\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule-207x300.jpg 207w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule-65x94.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule-225x326.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule-350x507.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/09\/Sozialtraining-in-der-Schule.jpg 447w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>3. bis 6. Klasse<\/li>\n<li>Gruppentraining<\/li>\n<li>Universelle und selektive Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>Uneindeutige Belege vorhanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das <em>\u201eSozialtraining in der Schule\u201d<\/em> ist ein Trainingsprogramm f\u00fcr Schulkinder der Klassenstufen 3 bis 6, im Alter von 8 bis 12 Jahren. Ziel ist der Aufbau und die Ein\u00fcbung sozialer Fertigkeiten, F\u00e4higkeiten und Kompetenzen im Kontext der Schulklasse unter weitm\u00f6glichster Ber\u00fccksichtigung der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Problemlagen der Kinder. Das Sozialtraining beinhaltet Methoden zur Verhinderung von Gewalt, Angst, Drogenkonsum, sozialem R\u00fcckzug und hyperaktivem Verhalten.<\/p>\n<p>Das Training umfasst insgesamt 24 Sitzungen, die grunds\u00e4tzlich w\u00f6chentlich \u00e0 90 Minuten durchgef\u00fchrt werden und die sich verschiedenen Themenbereichen zuordnen lassen:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Einf\u00fchrung<\/em>: Ist doch alles nur Spass \u2013 oder? (Sitzung 1)<\/li>\n<li><em>K\u00f6rperspannung<\/em>: Was mir mein K\u00f6rper sagt (Sitzung 2)<\/li>\n<li><em>Soziale Wahrnehmung<\/em>: Wie ich die anderen sehe (Sitzung 3)<\/li>\n<li><em>Selbstwahrnehmung<\/em>: Wie ich mich selber sehe (Sitzung 4)<\/li>\n<li><em>Wahrnehmung und Bewertung:<\/em> Was ist da los? (Sitzung 5)<\/li>\n<li><em>Gef\u00fchle<\/em>: Freude (Sitzung 6), Ich habe Angst (Sitzung 7), Ich b\u00e4ndige meine Wut (Sitzung 8), Wenn ich mal traurig bin (Sitzung 9)<\/li>\n<li><em>Hemmungspotenziale:<\/em> Zwei Seiten einer Medaille (Sitzung 10)<\/li>\n<li><em>Denkgewohnheiten<\/em>: Rosarote Brille (Sitzung 11)<\/li>\n<li><em>Handlungsalternativen<\/em>: Neue L\u00f6sungen finden (Sitzung 12)<\/li>\n<li><em>Handlungsflexibilit\u00e4t<\/em>: Pilot und Lotse (Sitzung 13)<\/li>\n<li><em>Kommunikation und Kooperation<\/em>: Miteinander reden (Sitzung 14), Miteinander reden lernen (Sitzung 15), Gut zusammen arbeiten (Sitzung 16), Vom Streiten zur Zusammenarbeit (Sitzung 17), Meine Gef\u00fchle &#8211; deine Gef\u00fchle (Sitzung 18)<\/li>\n<li><em>Brainstorming<\/em>: St\u00e4rken von Jungen (Sitzung 19), St\u00e4rken von M\u00e4dchen (Sitzung 20)<\/li>\n<li><em>\u00c4hnlichkeiten und Unterschiede<\/em>: Jungen und M\u00e4dchen (Sitzung 21), M\u00e4dchen und Jungen (Sitzung 22)<\/li>\n<li><em>Unterschiedliche Kulturen<\/em>: Kunterbunte Mischung \u2013 die St\u00e4rken unterschiedlicher Kulturen (Sitzung 23), \u00fcber M\u00f6glichkeiten und Einschr\u00e4nkungen in einer anderen Kultur (Sitzung 24)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu den Methoden des Trainings geh\u00f6ren Trainingsrituale, Verhaltensregeln, Selbstbeobachtungsbogen, Verst\u00e4rkerplan, strukturiertes Rollenspiel, Feedback und Massnahmen zur Unterst\u00fctzung des Alltagstransfers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<p>Das Manual beinhaltet Ausf\u00fchrungen zu den Grundprinzipien des Trainings wie Vertrauen und Motivation, Klassenmanagementstrategien sowie lerntheoretische Grundprinzipien. Dar\u00fcber hinaus werden die verschiedenen Methoden und Bausteine des Trainings besprochen. Im zweiten Teil werden die einzelnen Trainingssitzungen detailliert beschrieben. Sie sind klar strukturiert und ber\u00fccksichtigen unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Zudem sind die Arbeitsbl\u00e4tter als Kopiervorlage direkt verf\u00fcgbar. Die Kopiervorlagen sind mit altersangemessenen Cartoons illustriert.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>In Bezug auf die theoretischen Grundlagen orientiert sich das Trainingsprogramm vor allem an der sozial-kognitiven Lerntheorie (Bandura, 1976, 1979) sowie am Modell der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung (Crick &amp; Dodge, 1994).<\/p>\n<p>Bei der Weiterentwicklung des Programms orientierten sich die Autoren an aktuellen Forschungsbefunden zur Entwicklungspsychologie und zur Wirksamkeit von Verhaltenstrainings. Zentrale Punkte des Sozialtrainings sind ein multimodales Vorgehen, die gleichbleibende Struktur, der Transfer in den Alltag und Ressourcenorientierung als allgemeines Grundprinzip.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Im letzten Kapitel des Manuals wird die Evaluation beschrieben. Im Rahmen der Evaluation des Sozialtrainings mit Pr\u00e4-Post-Vergleich wurden sowohl die Eltern und Lehrpersonen als auch die Sch\u00fcler:innen selbst (n = 100) befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Training von den Sch\u00fcler:innen gut angenommen wurde und zu einer Verminderung von Pr\u00fcfungsangst und manifesten \u00c4ngsten f\u00fchrte. Ausserdem belegen die Beurteilungen der Eltern und Lehrpersonen, dass es in einigen Bereichen nach Trainingsende zu Verhaltensverbesserungen kam, gemessen mit dem Strenght and Difficulties Questionannair (SDQ). Nach Einsch\u00e4tzung der Eltern wurden vor allem emotionale Probleme und hyperaktives Verhalten reduziert, w\u00e4hrend die Lehrpersonen vor allem Verbesserungen im Umgang mit Gleichaltrigen sowie im prosozialen Verhalten beobachteten. Zudem verminderte sich nach Urteil der Eltern und Lehrpersonen der Gesamtproblemwert der Sch\u00fcler:innen. Kritisch anzumerken ist, dass in dieser Studie keine Kontrollgruppe einbezogen und keine Follow-up-Untersuchung durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p>Eine weitere Untersuchung von Geis (2003) verdeutlich die besondere Wirksamkeit des Sozialtrainings f\u00fcr Sch\u00fcler:innen mit einer leicht erh\u00f6hten Bereitschaft zu aggressivem Verhalten (n = 50) und eine Wirksamkeit, wenn die Trainingsmassnahme bereits in der 5. Klasse beginnt.<\/p>\n<p>Bei einer Evaluationsstudie von Riffert (2000) mit 22 Kindern in der Interventionsgruppe zeigten die Kinder beim Posttest im Gegensatz zur Kontrollgruppe (n = 21) eine signifikante Abnahme von aggressivem Verhalten und Angstsymptomen sowie Schulunlust. In Bezug auf Selbstwirksamkeit und Pr\u00fcfungsangst konnten keine signifikanten Effekte festgestellt werden.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li>Bandura, A. (1976). <em>Lernen am Modell<\/em>. Klett.<\/li>\n<li>Bandura, A. (1979). <em>Sozial-kognitive Lerntheorie<\/em>. Klett-Cotta.<\/li>\n<li>Crick, N. &amp; Dodge. (1994). A Review and Reformulation of Social Information &#8211; Processing Mechanisms in Children`s Social Adjustment. <em>Psychological Bulletin, 115<\/em>(1), S. 74-101. <a href=\"https:\/\/psycnet.apa.org\/doi\/10.1037\/0033-2909.115.1.74\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0033-2909.115.1.74<\/a><\/li>\n<li>Geis, A. (2003). Sozialtraining an der Hauptschule Burgau. Studie zur Erfassung der Trainingseffekte. <em>Unsere Jugend, (55)7-8, <\/em>339-346.<\/li>\n<li>Petermann, F., Jugert, G., T\u00e4nzer, U. &amp; Verbeek, D. (2024). <em>Sozialtraining in der Schule (4. Aufl.)<\/em>. Beltz.<\/li>\n<li>Riffert, F. (2000). Sozialtraining in der Schule &#8211; Evaluation eines verhaltenstherapeutisch orientierten Pr\u00e4ventionsprogramms. <em>Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, 21<\/em>(1), 51-64.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990073650870205521\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma99116931264005521\">Online<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 02\/2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Franz Petermann, Gert Jugert, Uwe T\u00e4nzer und Dorothe Verbeek (2024) Einsatzbereich 3. bis 6. Klasse Gruppentraining Universelle und selektive Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Uneindeutige Belege vorhanden. Inhalt Das \u201eSozialtraining in der Schule\u201d ist ein Trainingsprogramm f\u00fcr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1740,"menu_order":45,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[66,69,93,99,68],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-740","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-03-mittelstufe","category-selektive-praevention","category-sozial-emotionale-kompetenzen","category-soziale-kompetenz","category-universelle-praevention"],"part":97,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1740"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/740\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":920,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/740\/revisions\/920"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/97"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/740\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=740"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=740"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=740"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}