{"id":293,"date":"2024-05-30T19:03:55","date_gmt":"2024-05-30T17:03:55","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=293"},"modified":"2026-04-20T10:26:28","modified_gmt":"2026-04-20T08:26:28","slug":"hoeren-lauschen-lernen-sprachspiele-fuer-kinder-im-vorschulalter-wuerzburger-trainingsprogramm-zur-vorbereitung-auf-den-erwerb-der-schriftsprache","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/hoeren-lauschen-lernen-sprachspiele-fuer-kinder-im-vorschulalter-wuerzburger-trainingsprogramm-zur-vorbereitung-auf-den-erwerb-der-schriftsprache\/","title":{"raw":"H\u00f6ren, lauschen, lernen. Sprachspiele f\u00fcr Kinder im Vorschulalter. W\u00fcrzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache","rendered":"H\u00f6ren, lauschen, lernen. Sprachspiele f\u00fcr Kinder im Vorschulalter. W\u00fcrzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache"},"content":{"raw":"von Petra K\u00fcspert und Wolfgang Schneider (2018)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-297\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>5- bis 6-j\u00e4hrige Kindergartenkinder im letzten Halbjahr vor Schuleintritt<\/li>\r\n \t<li>Gruppentraining<\/li>\r\n \t<li>Universelle, selektive und indizierte Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas Trainingsprogramm wurde f\u00fcr Vorschulkinder konzipiert und zielt darauf ab, Kindern die Struktur der gesprochenen Sprache n\u00e4herzubringen, um den nachfolgenden Schriftspracherwerb zu erleichtern.\r\n\r\nDas Programm richtet sich an Kindergartenkinder im letzten Halbjahr vor Schuleintritt. Hierzu geh\u00f6ren auch Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache und Kinder mit Sprachentwicklungsst\u00f6rungen.\r\n\r\nEs wird in Kleingruppen durchgef\u00fchrt und erstreckt sich bei isolierter Durchf\u00fchrung \u00fcber 20 Wochen. T\u00e4glich werden \u00dcbungen von 15 bis 20 Minuten durchgef\u00fchrt.\r\n\r\nDas Programm umfasst Spiele und \u00dcbungen in sechs aufeinander aufbauenden Bereichen:\r\n<ol>\r\n \t<li>Lauschspiele: Die Kinder richten ihre Aufmerksamkeit auf Ger\u00e4usche und Laute aus ihrer Umgebung (z.B. Wind, Autos, Hundegebell, Herzschlag).<\/li>\r\n \t<li>Reime: Den Kindern wird bewusst gemacht, dass Sprache nicht nur einen Inhalt und eine Bedeutung, sondern auch eine Form hat. Es werden Kinderreime und kleine Gedichte gelernt sowie Quatschreime ausgedacht.<\/li>\r\n \t<li>S\u00e4tze und W\u00f6rter: Die Kinder entdecken, dass das, was gesagt wird, in kleinere Einheiten aufgeteilt werden kann, indem beispielsweise von S\u00e4tzen die Anzahl W\u00f6rter mit Baukl\u00f6tzen gelegt wird.<\/li>\r\n \t<li>Silben: In diesen \u00dcbungen werden W\u00f6rter geklatscht (Analyse) und W\u00f6rter aus vorgesprochenen Einzelsilben (z.B. Ba-na-ne) erraten (Synthese).<\/li>\r\n \t<li>Anlaute: Die Kinder lernen herauszuh\u00f6ren, mit welchem Laut ein Wort beginnt.<\/li>\r\n \t<li>Phoneme (Laute): Es werden einzelne Laute zu einem Wort zusammengezogen (Synthese). Hierzu k\u00f6nnen sich die Kinder beim Sprechen im Spiegel betrachten, um ihre sich ver\u00e4ndernde Mundstellung zu beobachten. Dann werden auch W\u00f6rter in Einzellaute zerlegt (Analyse), wobei Baukl\u00f6tze als Hilfsmittel eingesetzt werden.<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDas Trainingsprogramm kann mit einem Buchstaben-Laut-Training kombiniert werden. Daf\u00fcr wurde \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen 2 \u2013 Spiele mit Buchstaben und Lauten f\u00fcr Kinder im Vorschulalter\u00bb (Plume &amp; Schneider, 2004) entwickelt. Bei dieser Kombination bleibt die Trainingsdauer von 20 Wochen mit t\u00e4glichen \u00dcbungseinheiten von 10 bis 15 Minuten unver\u00e4ndert. Ab der elften Trainingswoche erhalten die Kinder zus\u00e4tzlich zur phonologischen Bewusstheit eine Einf\u00fchrung in Buchstaben-Laut-Korrespondenzen und lernen spielerisch den Zusammenhang zwischen Lauten und den entsprechenden Buchstabensymbolen.\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\nDas Programm besteht aus 56 Sprachspielen in den sechs Bereichen (Lauschspiele, Reime, S\u00e4tze und W\u00f6rter, Silben, Anlaute und Phoneme). Ein konkreter Trainingsplan legt die Reihenfolge der insgesamt 56 Spiele fest, die im Arbeitsbuch detailliert beschrieben sind.\r\n\r\nBei mehreren Spielen ist mit Bildkarten zu arbeiten. Diese sind auch unabh\u00e4ngig vom Arbeitsbuch in einer Box erh\u00e4ltlich. F\u00fcr mehrere Spiele werden Baukl\u00f6tze ben\u00f6tigt, die vorab organisiert werden m\u00fcssen.\r\n\r\nDas Programm ist grunds\u00e4tzlich selbsterkl\u00e4rend und kann von p\u00e4dagogischen Fachpersonen durchgef\u00fchrt werden, die den Theorieteil sorgf\u00e4ltig gelesen haben, sich mit der Lautsprache vertraut gemacht haben und die Hinweise zur Durchf\u00fchrung beachten.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nIm Manual wird umfassend auf die Lese-Rechtschreibst\u00f6rung (LRS) und Legasthenie eingegangen. M\u00f6glichkeiten der F\u00f6rderung bei LRS werden erl\u00e4utert und es wird betont, dass Interventionsmassnahmen grunds\u00e4tzlich schriftnah und symptomorientiert sein sollten.\r\n\r\nWeiter wird der Prozess des Lesens und Schreibens erkl\u00e4rt, und es wird die fr\u00fchzeitige Vorhersage des Erfolgs beim Lesen- und Schreibenlernen besprochen. In diesem Zusammenhang wird auf die phonologische Informationsverarbeitung (Marx, 2007; Schneider, 2017) und insbesondere auf die phonologische Bewusstheit eingegangen. Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne bezieht die sich auf gr\u00f6ssere Einheiten der gesprochenen Sprache, w\u00e4hrend die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne sich auf den bewussten Umgang mit den kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, den Phonemen (Lauten), bezieht (Skowronek &amp; Marx, 1989).\r\n\r\nBasierend auf diesen wissenschaftlich fundierten Ausf\u00fchrungen wird das Trainingsprogramm zur F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit vorgestellt.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nIm Manual werden die Ergebnisse verschiedener Wirksamkeitsstudien vorgestellt. Ebenfalls findet sich ein \u00dcberblick beispielsweise in Schneider (2018).\r\n\r\nDas Trainingsprogramm wurde in den fr\u00fchen 1990er Jahren entwickelt, basierend auf dem skandinavischen F\u00f6rderprogramm von Lundberg et al. (1988), und kontinuierlich weiterentwickelt. Seitdem hat die W\u00fcrzburger Arbeitsgruppe mehrere L\u00e4ngsschnittstudien zur \u00dcberpr\u00fcfung der Wirksamkeit durchgef\u00fchrt. Diese Studien umfassten sowohl Trainingsgruppen, die ein etwa sechsmonatiges Training durchliefen, als auch Kontrollgruppen. Neben dem spezifischen F\u00f6rdereffekt auf die phonologische Bewusstheit wurde auch untersucht, ob Transfereffekte auf das Lesen und Rechtschreiben feststellbar waren. Die Studien erstreckten sich \u00fcber mehrere Jahre und schlossen die ersten Grundschuljahre mit ein. Dabei zeigte sich jeweils, dass sich die phonologische Bewusstheit in der Experimentalgruppe deutlich st\u00e4rker verbesserte als in der Kontrollgruppe, und langfristige Transfereffekte insbesondere f\u00fcr das Rechtschreiben nachgewiesen wurden.\r\n\r\nDas Trainingsprogramm wurde auch von anderen Forscher:innengruppen evaluiert (z.B. Rothe et al., 2004), darunter befindet sich auch eine Studie in Schweizer Kinderg\u00e4rten und in Schweizer Mundart (Blaser et al., 2007). Die Studien ergaben mehrheitlich positive Befunde.\r\n\r\nInzwischen gibt es zur phonologischen Bewusstheit viele einschl\u00e4gige Studien, sodass Metaanalysen zur \u00dcberpr\u00fcfung der Effektivit\u00e4t von phonologischen Bewusstheitstrainings durchgef\u00fchrt wurden (Fischer &amp; Pfost, 2015; Wolf et al., 2016).\r\n\r\nFischer und Pfost (2015) analysierten 19\u00a0Arbeiten mit 22\u00a0Trainings-Kontrollgruppen-Vergleichen und fanden einen mittleren Trainingseffekt auf die phonologische Bewusstheit (<em>d<\/em>\u00a0=\u00a00.36) sowie kurzfristige (<em>d<\/em>\u00a0=\u00a00.21) und langfristige (<em>d<\/em>\u00a0=\u00a00.14) Transfereffekte auf das Lesen und Rechtschreiben. Analysen zum Einfluss von Moderatoren ergaben, dass Trainings im Kindergarten h\u00f6here Effekte auf die phonologische Bewusstheit erzielten als Trainings, die im ersten Schuljahr begannen.\r\n\r\nWolf et al. (2016) untersuchten in ihrer Metaanalyse 27 Studien. Ihre Ergebnisse zeigten ebenfalls generell h\u00f6here Effekte f\u00fcr F\u00f6rdermassnahmen, die vor der Einschulung stattfanden. Vorschulische F\u00f6rderung zeigte keine signifikanten Effekte auf die Dekodierf\u00e4higkeit, jedoch geringe Effekte auf die Rechtschreibkompetenz. Moderatoranalysen ergaben, dass Kinder mit sowohl schwachen als auch guten Ausgangskompetenzen gleichermassen vom Programm profitierten.\r\n\r\nSchneider (2018) folgert, dass die Befunde der Metaanalysen die Wirksamkeit der phonologischen Bewusstheitstrainings deutlich machen und dass vorschulische F\u00f6rdermassnahmen bedeutsame Steigerungen dieser Kompetenz bewirken, wenn die Trainings angemessen implementiert und von p\u00e4dagogischen Fachpersonen entsprechend den Hinweisen im Manual durchgef\u00fchrt werden. Die F\u00f6rdermassnahme wirken sowohl f\u00fcr Muttersprachler mit geringen Ausgangswerten als auch f\u00fcr Kinder mit Migrationshintergrund. F\u00fcr das Rechtschreiben sind eher kleine Transfereffekte nachweisbar, w\u00e4hrend im Durchschnitt keine statistisch signifikanten Effekte auf die Lesekompetenz resultierten.\r\n\r\nNeuere Wirksamkeits\u00fcberpr\u00fcfungen untersuchten die kombinierte F\u00f6rderung von \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen\u00bb und dem Buchstaben-Laut-Training \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen 2\u00bb. Die Wirksamkeit dieser Kombination konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden, insbesondere auch f\u00fcr Kinder mit Migrationshintergrund (Pr\u00f6scholdt et al., 2013; Sch\u00f6ppe et al., 2013; Souvignier et al., 2012; Weber et al., 2007) und Kinder mit Sprachentwicklungsst\u00f6rungen (Marx et al., 2005).\r\n\r\nAufgrund dieser Ergebnisse wird die Durchf\u00fchrung von \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen\u00bb in Verbindung mit den Aufbauprogramm \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen 2\u00bb (Plume &amp; Schneider, 2004) empfohlen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<\/div>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2><span style=\"font-family: var(--f-primary);font-size: 1.5rem\">Literatur<\/span><\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Blaser, R., Preuss, U., Groner, M., Groner, R. &amp; Felder, W. (2007). Kurz-, mittel- und l\u00e4ngerfristige Effekte eines Trainings in phonologischer Bewusstheit und in Buchstaben-Laut-Korrespondenz auf die phonologische Bewusstheit und die Lese- und Rechtschreibleistung. <em>Zeitschrift f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie<\/em>, <em>35<\/em>(4), 273\u2013280. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.35.4.273\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.35.4.273<\/a><\/li>\r\n \t<li>Fischer, M. Y. &amp; Pfost, M. (2015). Wie effektiv sind Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit? <em>Zeitschrift f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>47<\/em>(1), 35\u201351. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000121\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000121<\/a><\/li>\r\n \t<li>K\u00fcspert, P. &amp; Schneider, W. (2018). <em>H\u00f6ren, lauschen, lernen. Sprachspiele f\u00fcr Kinder im Vorschulalter. W\u00fcrzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache (7. kompl. \u00fcberarb. Aufl.).<\/em> Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/li>\r\n \t<li><span style=\"font-size: 14pt\">Lundberg, I., Frost, J. &amp; Petersen, O.-P. (1988). Effects of an Extensive Program for Stimulating Phonological Awareness in Preschool Children. <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">Reading Research Quarterly<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">, <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">23<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">(3), 263\u2013284.<\/span><\/li>\r\n \t<li>Marx, P. (2007).<em> Lese- und Rechtschreiberwerb. <\/em>Sch\u00f6ningh.<\/li>\r\n \t<li>Marx, P., Weber, J. &amp; Schneider, W. (2005). Phonologische Bewusstheit und ihre F\u00f6rderung bei Kindern mit St\u00f6rungen der Sprachentwicklung. <em>Zeitschrift f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>37<\/em>(2), 80\u201390. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637.37.2.80\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637.37.2.80<\/a><\/li>\r\n \t<li>Plume, E. &amp; Schneider, W. (2004). <em>H\u00f6ren, lauschen, lernen 2 \u2013 Spiele mit Buchstaben und Lauten f\u00fcr Kinder im Vorschulalter. W\u00fcrzburger Buchstaben-Laut-Training<\/em>. Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/li>\r\n \t<li>Pr\u00f6scholdt, M. V., Michalik, A., Schneider, W., Duzy, D., Gl\u00fcck, D., Souvignier, E. &amp; Penner, Z. (2013). Effekte kombinierter F\u00f6rderprogramme zur phonologischen Bewusstheit und zum Sprachverstehen auf die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit von Kindergartenkindern mit und ohne Migrationshintergrund. <em>Fr\u00fche Bildung<\/em>, <em>2<\/em>(3), 122\u2013132. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/2191-9186\/a000099\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/2191-9186\/a000099<\/a><\/li>\r\n \t<li>Rothe, E., Gr\u00fcnling, C., Ligges, M., Fackelmann, J., &amp; Blanz, B. (2004). Erste Auswirkungen eines Trainings der phonologischen Bewusstheit bei zwei unterschiedlichen Altersgruppen im Kindergarten. <em>Zeitschrift f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie<\/em>, <em>32<\/em>(3), 167\u2013176. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.32.3.167\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.32.3.167<\/a><\/li>\r\n \t<li>Schneider, W. (2017). <em>Lesen und Schreiben lernen \u2013 Wie erobern Kinder die <\/em><\/li>\r\n \t<li>Schneider, W. (2018). N\u00fctzen Sprachf\u00f6rderprogramme im Kindergarten, und wenn ja, unter welcher Bedingung? <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>32<\/em>(1\u20132), 53\u201374. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000213\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000213<\/a><\/li>\r\n \t<li>Sch\u00f6ppe, D., Blatter, K., Faust, V., J\u00e4ger, D., Stanat, P., Artelt, C. &amp; Schneider, W. (2013). Effekte eines Trainings der phonologischen Bewusstheit bei Vorschulkindern mit unterschiedlichem Sprachhintergrund. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie, 2013, 27(4), 241\u2013254. <\/em><a href=\"https:\/\/doi-org.ezproxy.hfh.ch\/10.1024\/1010-0652\/a000110\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000110<\/a><\/li>\r\n \t<li>Skowronek, H. &amp; Marx, H. (1989). Die Bielefelder L\u00e4ngsschnittstudie zur Erkennung von Risiken der Lese-Rechtschreibschw\u00e4che. <em>Heilp\u00e4dagogische Forschung, 15<\/em>, 38-49.<\/li>\r\n \t<li>Souvignier, E., Duzy, D., Gl\u00fcck, D., Pr\u00f6scholdt, M. V. &amp; Schneider, W. (2012). Vorschulische F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. <em>Zeitschrift f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>44<\/em>(1), 40\u201351. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000059\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000059<\/a><\/li>\r\n \t<li>Weber, J., Marx, P. &amp; Schneider, W. (2007). Die Pr\u00e4vention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>21<\/em>(1), 65\u201375. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652.21.1.65\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652.21.1.65<\/a><\/li>\r\n \t<li>Wolf, K. M., Schroeders, U. &amp; Kriegbaum, K. (2016). Metaanalyse zur Wirksamkeit einer F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit in der deutschen Sprache. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>30<\/em>(1), 9\u201333. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000165\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000165<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n&nbsp;\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 06\/2024\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Petra K\u00fcspert und Wolfgang Schneider (2018)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-297\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen-225x318.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen-350x495.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/05\/Hoeren-lauschen-lernen.jpg 458w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>5- bis 6-j\u00e4hrige Kindergartenkinder im letzten Halbjahr vor Schuleintritt<\/li>\n<li>Gruppentraining<\/li>\n<li>Universelle, selektive und indizierte Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das Trainingsprogramm wurde f\u00fcr Vorschulkinder konzipiert und zielt darauf ab, Kindern die Struktur der gesprochenen Sprache n\u00e4herzubringen, um den nachfolgenden Schriftspracherwerb zu erleichtern.<\/p>\n<p>Das Programm richtet sich an Kindergartenkinder im letzten Halbjahr vor Schuleintritt. Hierzu geh\u00f6ren auch Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache und Kinder mit Sprachentwicklungsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Es wird in Kleingruppen durchgef\u00fchrt und erstreckt sich bei isolierter Durchf\u00fchrung \u00fcber 20 Wochen. T\u00e4glich werden \u00dcbungen von 15 bis 20 Minuten durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das Programm umfasst Spiele und \u00dcbungen in sechs aufeinander aufbauenden Bereichen:<\/p>\n<ol>\n<li>Lauschspiele: Die Kinder richten ihre Aufmerksamkeit auf Ger\u00e4usche und Laute aus ihrer Umgebung (z.B. Wind, Autos, Hundegebell, Herzschlag).<\/li>\n<li>Reime: Den Kindern wird bewusst gemacht, dass Sprache nicht nur einen Inhalt und eine Bedeutung, sondern auch eine Form hat. Es werden Kinderreime und kleine Gedichte gelernt sowie Quatschreime ausgedacht.<\/li>\n<li>S\u00e4tze und W\u00f6rter: Die Kinder entdecken, dass das, was gesagt wird, in kleinere Einheiten aufgeteilt werden kann, indem beispielsweise von S\u00e4tzen die Anzahl W\u00f6rter mit Baukl\u00f6tzen gelegt wird.<\/li>\n<li>Silben: In diesen \u00dcbungen werden W\u00f6rter geklatscht (Analyse) und W\u00f6rter aus vorgesprochenen Einzelsilben (z.B. Ba-na-ne) erraten (Synthese).<\/li>\n<li>Anlaute: Die Kinder lernen herauszuh\u00f6ren, mit welchem Laut ein Wort beginnt.<\/li>\n<li>Phoneme (Laute): Es werden einzelne Laute zu einem Wort zusammengezogen (Synthese). Hierzu k\u00f6nnen sich die Kinder beim Sprechen im Spiegel betrachten, um ihre sich ver\u00e4ndernde Mundstellung zu beobachten. Dann werden auch W\u00f6rter in Einzellaute zerlegt (Analyse), wobei Baukl\u00f6tze als Hilfsmittel eingesetzt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Trainingsprogramm kann mit einem Buchstaben-Laut-Training kombiniert werden. Daf\u00fcr wurde \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen 2 \u2013 Spiele mit Buchstaben und Lauten f\u00fcr Kinder im Vorschulalter\u00bb (Plume &amp; Schneider, 2004) entwickelt. Bei dieser Kombination bleibt die Trainingsdauer von 20 Wochen mit t\u00e4glichen \u00dcbungseinheiten von 10 bis 15 Minuten unver\u00e4ndert. Ab der elften Trainingswoche erhalten die Kinder zus\u00e4tzlich zur phonologischen Bewusstheit eine Einf\u00fchrung in Buchstaben-Laut-Korrespondenzen und lernen spielerisch den Zusammenhang zwischen Lauten und den entsprechenden Buchstabensymbolen.<\/p>\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<p>Das Programm besteht aus 56 Sprachspielen in den sechs Bereichen (Lauschspiele, Reime, S\u00e4tze und W\u00f6rter, Silben, Anlaute und Phoneme). Ein konkreter Trainingsplan legt die Reihenfolge der insgesamt 56 Spiele fest, die im Arbeitsbuch detailliert beschrieben sind.<\/p>\n<p>Bei mehreren Spielen ist mit Bildkarten zu arbeiten. Diese sind auch unabh\u00e4ngig vom Arbeitsbuch in einer Box erh\u00e4ltlich. F\u00fcr mehrere Spiele werden Baukl\u00f6tze ben\u00f6tigt, die vorab organisiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Das Programm ist grunds\u00e4tzlich selbsterkl\u00e4rend und kann von p\u00e4dagogischen Fachpersonen durchgef\u00fchrt werden, die den Theorieteil sorgf\u00e4ltig gelesen haben, sich mit der Lautsprache vertraut gemacht haben und die Hinweise zur Durchf\u00fchrung beachten.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>Im Manual wird umfassend auf die Lese-Rechtschreibst\u00f6rung (LRS) und Legasthenie eingegangen. M\u00f6glichkeiten der F\u00f6rderung bei LRS werden erl\u00e4utert und es wird betont, dass Interventionsmassnahmen grunds\u00e4tzlich schriftnah und symptomorientiert sein sollten.<\/p>\n<p>Weiter wird der Prozess des Lesens und Schreibens erkl\u00e4rt, und es wird die fr\u00fchzeitige Vorhersage des Erfolgs beim Lesen- und Schreibenlernen besprochen. In diesem Zusammenhang wird auf die phonologische Informationsverarbeitung (Marx, 2007; Schneider, 2017) und insbesondere auf die phonologische Bewusstheit eingegangen. Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne bezieht die sich auf gr\u00f6ssere Einheiten der gesprochenen Sprache, w\u00e4hrend die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne sich auf den bewussten Umgang mit den kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, den Phonemen (Lauten), bezieht (Skowronek &amp; Marx, 1989).<\/p>\n<p>Basierend auf diesen wissenschaftlich fundierten Ausf\u00fchrungen wird das Trainingsprogramm zur F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit vorgestellt.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Im Manual werden die Ergebnisse verschiedener Wirksamkeitsstudien vorgestellt. Ebenfalls findet sich ein \u00dcberblick beispielsweise in Schneider (2018).<\/p>\n<p>Das Trainingsprogramm wurde in den fr\u00fchen 1990er Jahren entwickelt, basierend auf dem skandinavischen F\u00f6rderprogramm von Lundberg et al. (1988), und kontinuierlich weiterentwickelt. Seitdem hat die W\u00fcrzburger Arbeitsgruppe mehrere L\u00e4ngsschnittstudien zur \u00dcberpr\u00fcfung der Wirksamkeit durchgef\u00fchrt. Diese Studien umfassten sowohl Trainingsgruppen, die ein etwa sechsmonatiges Training durchliefen, als auch Kontrollgruppen. Neben dem spezifischen F\u00f6rdereffekt auf die phonologische Bewusstheit wurde auch untersucht, ob Transfereffekte auf das Lesen und Rechtschreiben feststellbar waren. Die Studien erstreckten sich \u00fcber mehrere Jahre und schlossen die ersten Grundschuljahre mit ein. Dabei zeigte sich jeweils, dass sich die phonologische Bewusstheit in der Experimentalgruppe deutlich st\u00e4rker verbesserte als in der Kontrollgruppe, und langfristige Transfereffekte insbesondere f\u00fcr das Rechtschreiben nachgewiesen wurden.<\/p>\n<p>Das Trainingsprogramm wurde auch von anderen Forscher:innengruppen evaluiert (z.B. Rothe et al., 2004), darunter befindet sich auch eine Studie in Schweizer Kinderg\u00e4rten und in Schweizer Mundart (Blaser et al., 2007). Die Studien ergaben mehrheitlich positive Befunde.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es zur phonologischen Bewusstheit viele einschl\u00e4gige Studien, sodass Metaanalysen zur \u00dcberpr\u00fcfung der Effektivit\u00e4t von phonologischen Bewusstheitstrainings durchgef\u00fchrt wurden (Fischer &amp; Pfost, 2015; Wolf et al., 2016).<\/p>\n<p>Fischer und Pfost (2015) analysierten 19\u00a0Arbeiten mit 22\u00a0Trainings-Kontrollgruppen-Vergleichen und fanden einen mittleren Trainingseffekt auf die phonologische Bewusstheit (<em>d<\/em>\u00a0=\u00a00.36) sowie kurzfristige (<em>d<\/em>\u00a0=\u00a00.21) und langfristige (<em>d<\/em>\u00a0=\u00a00.14) Transfereffekte auf das Lesen und Rechtschreiben. Analysen zum Einfluss von Moderatoren ergaben, dass Trainings im Kindergarten h\u00f6here Effekte auf die phonologische Bewusstheit erzielten als Trainings, die im ersten Schuljahr begannen.<\/p>\n<p>Wolf et al. (2016) untersuchten in ihrer Metaanalyse 27 Studien. Ihre Ergebnisse zeigten ebenfalls generell h\u00f6here Effekte f\u00fcr F\u00f6rdermassnahmen, die vor der Einschulung stattfanden. Vorschulische F\u00f6rderung zeigte keine signifikanten Effekte auf die Dekodierf\u00e4higkeit, jedoch geringe Effekte auf die Rechtschreibkompetenz. Moderatoranalysen ergaben, dass Kinder mit sowohl schwachen als auch guten Ausgangskompetenzen gleichermassen vom Programm profitierten.<\/p>\n<p>Schneider (2018) folgert, dass die Befunde der Metaanalysen die Wirksamkeit der phonologischen Bewusstheitstrainings deutlich machen und dass vorschulische F\u00f6rdermassnahmen bedeutsame Steigerungen dieser Kompetenz bewirken, wenn die Trainings angemessen implementiert und von p\u00e4dagogischen Fachpersonen entsprechend den Hinweisen im Manual durchgef\u00fchrt werden. Die F\u00f6rdermassnahme wirken sowohl f\u00fcr Muttersprachler mit geringen Ausgangswerten als auch f\u00fcr Kinder mit Migrationshintergrund. F\u00fcr das Rechtschreiben sind eher kleine Transfereffekte nachweisbar, w\u00e4hrend im Durchschnitt keine statistisch signifikanten Effekte auf die Lesekompetenz resultierten.<\/p>\n<p>Neuere Wirksamkeits\u00fcberpr\u00fcfungen untersuchten die kombinierte F\u00f6rderung von \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen\u00bb und dem Buchstaben-Laut-Training \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen 2\u00bb. Die Wirksamkeit dieser Kombination konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden, insbesondere auch f\u00fcr Kinder mit Migrationshintergrund (Pr\u00f6scholdt et al., 2013; Sch\u00f6ppe et al., 2013; Souvignier et al., 2012; Weber et al., 2007) und Kinder mit Sprachentwicklungsst\u00f6rungen (Marx et al., 2005).<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Durchf\u00fchrung von \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen\u00bb in Verbindung mit den Aufbauprogramm \u00abH\u00f6ren, lauschen, lernen 2\u00bb (Plume &amp; Schneider, 2004) empfohlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2><span style=\"font-family: var(--f-primary);font-size: 1.5rem\">Literatur<\/span><\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Blaser, R., Preuss, U., Groner, M., Groner, R. &amp; Felder, W. (2007). Kurz-, mittel- und l\u00e4ngerfristige Effekte eines Trainings in phonologischer Bewusstheit und in Buchstaben-Laut-Korrespondenz auf die phonologische Bewusstheit und die Lese- und Rechtschreibleistung. <em>Zeitschrift f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie<\/em>, <em>35<\/em>(4), 273\u2013280. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.35.4.273\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.35.4.273<\/a><\/li>\n<li>Fischer, M. Y. &amp; Pfost, M. (2015). Wie effektiv sind Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit? <em>Zeitschrift f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>47<\/em>(1), 35\u201351. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000121\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000121<\/a><\/li>\n<li>K\u00fcspert, P. &amp; Schneider, W. (2018). <em>H\u00f6ren, lauschen, lernen. Sprachspiele f\u00fcr Kinder im Vorschulalter. W\u00fcrzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache (7. kompl. \u00fcberarb. Aufl.).<\/em> Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/li>\n<li><span style=\"font-size: 14pt\">Lundberg, I., Frost, J. &amp; Petersen, O.-P. (1988). Effects of an Extensive Program for Stimulating Phonological Awareness in Preschool Children. <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">Reading Research Quarterly<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">, <\/span><em style=\"font-size: 14pt\">23<\/em><span style=\"font-size: 14pt\">(3), 263\u2013284.<\/span><\/li>\n<li>Marx, P. (2007).<em> Lese- und Rechtschreiberwerb. <\/em>Sch\u00f6ningh.<\/li>\n<li>Marx, P., Weber, J. &amp; Schneider, W. (2005). Phonologische Bewusstheit und ihre F\u00f6rderung bei Kindern mit St\u00f6rungen der Sprachentwicklung. <em>Zeitschrift f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>37<\/em>(2), 80\u201390. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637.37.2.80\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637.37.2.80<\/a><\/li>\n<li>Plume, E. &amp; Schneider, W. (2004). <em>H\u00f6ren, lauschen, lernen 2 \u2013 Spiele mit Buchstaben und Lauten f\u00fcr Kinder im Vorschulalter. W\u00fcrzburger Buchstaben-Laut-Training<\/em>. Vandenhoeck &amp; Ruprecht.<\/li>\n<li>Pr\u00f6scholdt, M. V., Michalik, A., Schneider, W., Duzy, D., Gl\u00fcck, D., Souvignier, E. &amp; Penner, Z. (2013). Effekte kombinierter F\u00f6rderprogramme zur phonologischen Bewusstheit und zum Sprachverstehen auf die Entwicklung der phonologischen Bewusstheit von Kindergartenkindern mit und ohne Migrationshintergrund. <em>Fr\u00fche Bildung<\/em>, <em>2<\/em>(3), 122\u2013132. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/2191-9186\/a000099\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/2191-9186\/a000099<\/a><\/li>\n<li>Rothe, E., Gr\u00fcnling, C., Ligges, M., Fackelmann, J., &amp; Blanz, B. (2004). Erste Auswirkungen eines Trainings der phonologischen Bewusstheit bei zwei unterschiedlichen Altersgruppen im Kindergarten. <em>Zeitschrift f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie<\/em>, <em>32<\/em>(3), 167\u2013176. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.32.3.167\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1422-4917.32.3.167<\/a><\/li>\n<li>Schneider, W. (2017). <em>Lesen und Schreiben lernen \u2013 Wie erobern Kinder die <\/em><\/li>\n<li>Schneider, W. (2018). N\u00fctzen Sprachf\u00f6rderprogramme im Kindergarten, und wenn ja, unter welcher Bedingung? <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>32<\/em>(1\u20132), 53\u201374. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000213\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000213<\/a><\/li>\n<li>Sch\u00f6ppe, D., Blatter, K., Faust, V., J\u00e4ger, D., Stanat, P., Artelt, C. &amp; Schneider, W. (2013). Effekte eines Trainings der phonologischen Bewusstheit bei Vorschulkindern mit unterschiedlichem Sprachhintergrund. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie, 2013, 27(4), 241\u2013254. <\/em><a href=\"https:\/\/doi-org.ezproxy.hfh.ch\/10.1024\/1010-0652\/a000110\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000110<\/a><\/li>\n<li>Skowronek, H. &amp; Marx, H. (1989). Die Bielefelder L\u00e4ngsschnittstudie zur Erkennung von Risiken der Lese-Rechtschreibschw\u00e4che. <em>Heilp\u00e4dagogische Forschung, 15<\/em>, 38-49.<\/li>\n<li>Souvignier, E., Duzy, D., Gl\u00fcck, D., Pr\u00f6scholdt, M. V. &amp; Schneider, W. (2012). Vorschulische F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit bei Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. <em>Zeitschrift f\u00fcr Entwicklungspsychologie und P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>44<\/em>(1), 40\u201351. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000059\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/0049-8637\/a000059<\/a><\/li>\n<li>Weber, J., Marx, P. &amp; Schneider, W. (2007). Die Pr\u00e4vention von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>21<\/em>(1), 65\u201375. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652.21.1.65\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652.21.1.65<\/a><\/li>\n<li>Wolf, K. M., Schroeders, U. &amp; Kriegbaum, K. (2016). Metaanalyse zur Wirksamkeit einer F\u00f6rderung der phonologischen Bewusstheit in der deutschen Sprache. <em>Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogische Psychologie<\/em>, <em>30<\/em>(1), 9\u201333. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000165\">https:\/\/doi.org\/10.1024\/1010-0652\/a000165<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 06\/2024<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Petra K\u00fcspert und Wolfgang Schneider (2018) Einsatzbereich 5- bis 6-j\u00e4hrige Kindergartenkinder im letzten Halbjahr vor Schuleintritt Gruppentraining Universelle, selektive und indizierte Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. \u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit. 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