{"id":223,"date":"2024-04-26T09:32:28","date_gmt":"2024-04-26T07:32:28","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=223"},"modified":"2026-04-22T16:51:44","modified_gmt":"2026-04-22T14:51:44","slug":"motivation-lernen-das-trainingsprogramm-fuer-die-schule","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/motivation-lernen-das-trainingsprogramm-fuer-die-schule\/","title":{"raw":"Motivation lernen. Das Trainingsprogramm f\u00fcr die Schule","rendered":"Motivation lernen. Das Trainingsprogramm f\u00fcr die Schule"},"content":{"raw":"von Michaela Brohm (2012)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-224\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Mittel- und Oberstufe<\/li>\r\n \t<li>Abwechslung von Einzel-, Partner- und Gruppen\u00fcbungen<\/li>\r\n \t<li>Universelle Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"half\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung ohne nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>Uneindeutige Belege vorhanden.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas Programm richtet sich an Sch\u00fcler:innen der Mittel- und Oberstufe und soll dazu beitragen, dass sie sich mit wichtigen motivationsorientierten Themen auseinandersetzen.\r\n\r\nDas Handbuch thematisiert sowohl die Seite der Lehrpersonen als auch die Seite der Sch\u00fcler:innen.\r\n\r\nAls Lehrperson geht es darum, ein motivierendes Lern- und Leistungsmodell zu sein, motivierende Reize auszul\u00f6sen, Interaktionen motivierend zu gestalten und durch Didaktik zu aktivieren.\r\n\r\nAuf der Seite der Sch\u00fcler:innen werden mit Hilfe von 52 \u00dcbungen Inhalte wie Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Selbstwertsch\u00e4tzung, das Begr\u00fcnden von Erfolg und Misserfolg, das Gef\u00fchl sozialer Geborgenheit, das Setzen von Zielen und das Steuern von Handlungen thematisiert. Zu Letzterem z\u00e4hlen die Aufmerksamkeitskontrolle, Motivationskontrolle, die Kontrolle von Gef\u00fchlen und das Bew\u00e4ltigen von Misserfolgen sowie die Kontrolle \u00fcber die eigene Umwelt.\r\n\r\nDer Inhalt kann im regul\u00e4ren Fachunterricht in Bl\u00f6cken (z.B. zwei Wochen \u00abLeistungsmotivation\u00bb w\u00e4hrend des Deutschunterrichts) oder kontinuierlich nebenher als Fachunterrichtsteil durchgef\u00fchrt werden (z.B. w\u00f6chentlich jeweils 20min). Zudem k\u00f6nnen spezifisch auch diejenigen Inhalte ausgew\u00e4hlt werden, die f\u00fcr eine Klasse besonders relevant erscheinen. Die Autorin weist darauf hin, dass in jedem Fall die Reflexion der \u00dcbungen wichtig ist.\r\n\r\nF\u00fcr Sch\u00fcler:innen der Primarstufe liegt eine eigene Ausf\u00fchrung vor (Brohm et al., 2014).\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\nDas Handbuch umfasst im ersten Teil f\u00fcr die Lehrpersonen Ausf\u00fchrungen zu fachlichen Grundlagen. Diese werden mit \u00dcbungen angereichert, welche die Lehrpersonen direkt f\u00fcr sich und ihre Situation umsetzen k\u00f6nnen.\r\n\r\nIm zweiten Teil erfolgt zun\u00e4chst jeweils eine kurze theoretische Einf\u00fchrung in den Inhalt f\u00fcr die Lehrperson und dann die Erarbeitung des Themas anhand von \u00dcbungen f\u00fcr die Sch\u00fcler:innen, die gemeinsam mit den Sch\u00fcler:innen zu reflektieren sind.\r\n\r\nDas Handbuch stellt zudem Kopiervorlagen bereit und schliesst mit zehn Motivationstipps.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nGem\u00e4ss der Einleitung des Handbuches handelt es sich um ein kognitiv-verhaltensorientiertes p\u00e4dagogisches Training. F\u00fcr die Lehrpersonen steht das Vorleben von Werten im Mittelpunkt, w\u00e4hrend den Sch\u00fcler:innen durch Probehandeln, Reflexion und Wissensaneignung die M\u00f6glichkeit geboten wird, Motivation zu lernen.\r\n\r\nEs werden verschiedene theoretische Grundlagen angesprochen. Beispielsweise wird auf der Seite der Lehrpersonen auf die Befunde von Albert Bandura zum Lernen am Modell eingegangen und davon abgeleitet, dass die Lehrpersonen ein m\u00f6glichst attraktives Modell f\u00fcr das Lernen und die Leistungsmotivation im eigenen Fach sein sollen. Weiter wird Bezug auf die Neurowissenschaften, insbesondere Spiegelneuronen, genommen sowie auf die Introspektion nach Wilhelm Wundt und die Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan.\r\n\r\nF\u00fcr die Sch\u00fcler:innen werden Themen wie Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Attributionen behandelt, zu denen jeweils mehrere \u00dcbungen vorliegen. Es wird jeweils auf bekannte Theorien aus der (Motivations-)Psychologie eingegangen, die jedoch nicht zu einem integrierenden Modell zusammengef\u00fcgt werden und deren Ableitung der \u00dcbungen nicht (immer) explizit erfolgt.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nIn der Einleitung des Handbuches erl\u00e4utert die Autorin, dass weite Teile des vorliegenden Motivationstrainings im Rahmen eines Sozialkompetenztrainings \u00abMeisterwerker\u00bb erprobt und anhand von rund 3000 Sch\u00fcler:innen aus verschiedenen Schulformen empirisch untersucht wurde. Sie verweist auf <a href=\"http:\/\/www.meisterwerker.de\">www.meisterwerker.de<\/a> und auf eine ihrer Publikationen (Brohm, 2009). Die Autorin gibt an, dass die Befunde darauf hindeuten, dass die \u00ab<em>Leistungsmotivation der Sch\u00fcler\/innen durch das Training signifikant erh\u00f6ht<\/em> und es zur Aufrechterhaltung der Motivation sinnvoll ist, die <em>Inhalte gelegentlich zu wiederholen<\/em>.\u00bb (Brohm, 2012, S. 7).\r\n\r\nIn einer weiteren Publikation (Berend et al., 2018) wurde das Programm in einer dreimonatigen Interventionsstudie untersucht, mit Interventionen vor, direkt nach und sechs Monate nach der Intervention. Die beiden Hauptannahmen der Studie, dass sowohl die Leistungsmotivation als auch das Wohlbefinden der Sch\u00fcler:innen steigen w\u00fcrden, best\u00e4tigten sich in der empirischen Evaluation nicht. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde eine qualitative Inhaltsanalyse des Lehrpersonenfeedbacks durchgef\u00fchrt, um kritische Erfolgsfaktoren zu identifizieren: Engagement der Beteiligten, Anstrengungsgrad, Rolle der Sch\u00fcler:innen, Projektorganisation sowie Inhalt und Methodik der Intervention. Diese Faktoren scheinen entscheidend f\u00fcr das Gelingen positiv-psychologischer Interventionen in Bildungseinrichtungen zu sein.\r\n\r\n<\/div>\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Berend, B., Franz, V. &amp; Brohm-Badry, M. (2018). Gelingensbedingungen f\u00fcr positiv-psychologische Interventionen in Bildungsorganisationen \u2013 Erfolgskritische Faktoren und Handlungsempfehlungen. In M. Brohm-Badry, C. Pfeifer &amp; V. Franz (Hrsg.), <em>Positiv-Psychologische Entwicklung von Individuum, Organisation und Gesellschaft. Nachwuchsforschung der DGPPF, Band I<\/em> (S. 20 \u2013 38). Pabst Science Publishers.<\/li>\r\n \t<li>Brohm, M. (2009).\u00a0<em>Sozialkompetenz und Schule. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zu Gelingensbedingungen sozialbezogener Interventionen<\/em>. Juventa<\/li>\r\n \t<li>Brohm, M. (2012). <em>Motivation lernen. Das Trainingsprogramm f\u00fcr die Schule<\/em>. Beltz<\/li>\r\n \t<li>Brohm, M., K\u00fcrwitz, T. &amp; Berend, B. (2014). <em>Motiviert bleiben. Positive Psychologie f\u00fcr die Grundschule; mit \u00dcbungen und Kopiervorlagen (P\u00e4dagogik praxis)<\/em>. Beltz<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990066805240205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 02\/2025\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Michaela Brohm (2012)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-224\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen-225x318.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen-350x495.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/Motivation-lernen.jpg 458w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>Mittel- und Oberstufe<\/li>\n<li>Abwechslung von Einzel-, Partner- und Gruppen\u00fcbungen<\/li>\n<li>Universelle Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--half' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Halb gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung ohne nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>Uneindeutige Belege vorhanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das Programm richtet sich an Sch\u00fcler:innen der Mittel- und Oberstufe und soll dazu beitragen, dass sie sich mit wichtigen motivationsorientierten Themen auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Das Handbuch thematisiert sowohl die Seite der Lehrpersonen als auch die Seite der Sch\u00fcler:innen.<\/p>\n<p>Als Lehrperson geht es darum, ein motivierendes Lern- und Leistungsmodell zu sein, motivierende Reize auszul\u00f6sen, Interaktionen motivierend zu gestalten und durch Didaktik zu aktivieren.<\/p>\n<p>Auf der Seite der Sch\u00fcler:innen werden mit Hilfe von 52 \u00dcbungen Inhalte wie Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Selbstwertsch\u00e4tzung, das Begr\u00fcnden von Erfolg und Misserfolg, das Gef\u00fchl sozialer Geborgenheit, das Setzen von Zielen und das Steuern von Handlungen thematisiert. Zu Letzterem z\u00e4hlen die Aufmerksamkeitskontrolle, Motivationskontrolle, die Kontrolle von Gef\u00fchlen und das Bew\u00e4ltigen von Misserfolgen sowie die Kontrolle \u00fcber die eigene Umwelt.<\/p>\n<p>Der Inhalt kann im regul\u00e4ren Fachunterricht in Bl\u00f6cken (z.B. zwei Wochen \u00abLeistungsmotivation\u00bb w\u00e4hrend des Deutschunterrichts) oder kontinuierlich nebenher als Fachunterrichtsteil durchgef\u00fchrt werden (z.B. w\u00f6chentlich jeweils 20min). Zudem k\u00f6nnen spezifisch auch diejenigen Inhalte ausgew\u00e4hlt werden, die f\u00fcr eine Klasse besonders relevant erscheinen. Die Autorin weist darauf hin, dass in jedem Fall die Reflexion der \u00dcbungen wichtig ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr Sch\u00fcler:innen der Primarstufe liegt eine eigene Ausf\u00fchrung vor (Brohm et al., 2014).<\/p>\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<p>Das Handbuch umfasst im ersten Teil f\u00fcr die Lehrpersonen Ausf\u00fchrungen zu fachlichen Grundlagen. Diese werden mit \u00dcbungen angereichert, welche die Lehrpersonen direkt f\u00fcr sich und ihre Situation umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im zweiten Teil erfolgt zun\u00e4chst jeweils eine kurze theoretische Einf\u00fchrung in den Inhalt f\u00fcr die Lehrperson und dann die Erarbeitung des Themas anhand von \u00dcbungen f\u00fcr die Sch\u00fcler:innen, die gemeinsam mit den Sch\u00fcler:innen zu reflektieren sind.<\/p>\n<p>Das Handbuch stellt zudem Kopiervorlagen bereit und schliesst mit zehn Motivationstipps.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>Gem\u00e4ss der Einleitung des Handbuches handelt es sich um ein kognitiv-verhaltensorientiertes p\u00e4dagogisches Training. F\u00fcr die Lehrpersonen steht das Vorleben von Werten im Mittelpunkt, w\u00e4hrend den Sch\u00fcler:innen durch Probehandeln, Reflexion und Wissensaneignung die M\u00f6glichkeit geboten wird, Motivation zu lernen.<\/p>\n<p>Es werden verschiedene theoretische Grundlagen angesprochen. Beispielsweise wird auf der Seite der Lehrpersonen auf die Befunde von Albert Bandura zum Lernen am Modell eingegangen und davon abgeleitet, dass die Lehrpersonen ein m\u00f6glichst attraktives Modell f\u00fcr das Lernen und die Leistungsmotivation im eigenen Fach sein sollen. Weiter wird Bezug auf die Neurowissenschaften, insbesondere Spiegelneuronen, genommen sowie auf die Introspektion nach Wilhelm Wundt und die Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Sch\u00fcler:innen werden Themen wie Selbstwahrnehmung, Selbstwirksamkeit und Attributionen behandelt, zu denen jeweils mehrere \u00dcbungen vorliegen. Es wird jeweils auf bekannte Theorien aus der (Motivations-)Psychologie eingegangen, die jedoch nicht zu einem integrierenden Modell zusammengef\u00fcgt werden und deren Ableitung der \u00dcbungen nicht (immer) explizit erfolgt.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>In der Einleitung des Handbuches erl\u00e4utert die Autorin, dass weite Teile des vorliegenden Motivationstrainings im Rahmen eines Sozialkompetenztrainings \u00abMeisterwerker\u00bb erprobt und anhand von rund 3000 Sch\u00fcler:innen aus verschiedenen Schulformen empirisch untersucht wurde. Sie verweist auf <a href=\"http:\/\/www.meisterwerker.de\">www.meisterwerker.de<\/a> und auf eine ihrer Publikationen (Brohm, 2009). Die Autorin gibt an, dass die Befunde darauf hindeuten, dass die \u00ab<em>Leistungsmotivation der Sch\u00fcler\/innen durch das Training signifikant erh\u00f6ht<\/em> und es zur Aufrechterhaltung der Motivation sinnvoll ist, die <em>Inhalte gelegentlich zu wiederholen<\/em>.\u00bb (Brohm, 2012, S. 7).<\/p>\n<p>In einer weiteren Publikation (Berend et al., 2018) wurde das Programm in einer dreimonatigen Interventionsstudie untersucht, mit Interventionen vor, direkt nach und sechs Monate nach der Intervention. Die beiden Hauptannahmen der Studie, dass sowohl die Leistungsmotivation als auch das Wohlbefinden der Sch\u00fcler:innen steigen w\u00fcrden, best\u00e4tigten sich in der empirischen Evaluation nicht. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde eine qualitative Inhaltsanalyse des Lehrpersonenfeedbacks durchgef\u00fchrt, um kritische Erfolgsfaktoren zu identifizieren: Engagement der Beteiligten, Anstrengungsgrad, Rolle der Sch\u00fcler:innen, Projektorganisation sowie Inhalt und Methodik der Intervention. Diese Faktoren scheinen entscheidend f\u00fcr das Gelingen positiv-psychologischer Interventionen in Bildungseinrichtungen zu sein.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li>Berend, B., Franz, V. &amp; Brohm-Badry, M. (2018). Gelingensbedingungen f\u00fcr positiv-psychologische Interventionen in Bildungsorganisationen \u2013 Erfolgskritische Faktoren und Handlungsempfehlungen. In M. Brohm-Badry, C. Pfeifer &amp; V. Franz (Hrsg.), <em>Positiv-Psychologische Entwicklung von Individuum, Organisation und Gesellschaft. Nachwuchsforschung der DGPPF, Band I<\/em> (S. 20 \u2013 38). Pabst Science Publishers.<\/li>\n<li>Brohm, M. (2009).\u00a0<em>Sozialkompetenz und Schule. Theoretische Grundlagen und empirische Befunde zu Gelingensbedingungen sozialbezogener Interventionen<\/em>. Juventa<\/li>\n<li>Brohm, M. (2012). <em>Motivation lernen. Das Trainingsprogramm f\u00fcr die Schule<\/em>. Beltz<\/li>\n<li>Brohm, M., K\u00fcrwitz, T. &amp; Berend, B. (2014). <em>Motiviert bleiben. Positive Psychologie f\u00fcr die Grundschule; mit \u00dcbungen und Kopiervorlagen (P\u00e4dagogik praxis)<\/em>. Beltz<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>Im <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma990066805240205521\">Didaktischen Zentrum<\/a> (DiZ) verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 02\/2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Michaela Brohm (2012) Einsatzbereich Mittel- und Oberstufe Abwechslung von Einzel-, Partner- und Gruppen\u00fcbungen Universelle Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung ohne nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. Uneindeutige Belege vorhanden. 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