{"id":218,"date":"2024-04-24T16:33:53","date_gmt":"2024-04-24T14:33:53","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=218"},"modified":"2026-05-24T09:37:20","modified_gmt":"2026-05-24T07:37:20","slug":"adhs-bei-jugendlichen-das-lerntraining-leja","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/adhs-bei-jugendlichen-das-lerntraining-leja\/","title":{"raw":"ADHS bei Jugendlichen - Das Lerntraining LeJa","rendered":"ADHS bei Jugendlichen &#8211; Das Lerntraining LeJa"},"content":{"raw":"von Friedrich Linderkamp, Timo Hennig und Satyam Antonio Schramm (2024)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-1038\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Jugendliche von 12-17 Jahre<\/li>\r\n \t<li>Einzeltraining<\/li>\r\n \t<li>Indizierte Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas Lerntraining ist speziell f\u00fcr Jugendliche mit einer ADHS-Diagnose konzipiert und wird in Einzelsitzungen durchgef\u00fchrt.\r\n\r\nEine umfassende Diagnostik bildet die Basis f\u00fcr das Training, das sich in vier Abschnitte gliedert und insgesamt 16-20 Sitzungen umfasst:\r\n<ol>\r\n \t<li>Beziehungsaufbau sowie Problem- und Zieldefinition (Sitzungen 1-5): Dieser Abschnitt konzentriert sich auf das Kennenlernen und den Beziehungsaufbau, auf die Psychoedukation zu ADHS, auf Lernst\u00f6rungen und Achtsamkeit, auf die Definition von Zielen und Ressourcenaktivierung sowie auf den Trainingsvertrag und die Beziehungsgestaltung.<\/li>\r\n \t<li>Lerntraining (Sitzungen 6-13): In diesem Teil werden ein idealer Probleml\u00f6seprozesses entwickelt und Signalkarten erstellt. Die Jugendlichen erproben den Probleml\u00f6seprozess anhand von Beispiel- und Schulaufgaben. Zudem werden schulleistungsspezifische Lerntechniken und Lernstrategien eingef\u00fchrt.<\/li>\r\n \t<li>Lernorganisation (Sitzungen 14, 15): Die Gestaltung einer f\u00f6rderlichen Lernumgebung, die Optimierung der Terminplanung sowie die Vorbereitungen f\u00fcr l\u00e4ngerfristige Aufgaben und spezifische Vorbereitungen auf bevorstehende Klassenarbeiten stehen hier im Fokus.<\/li>\r\n \t<li>Coaching und Transfer (Sitzungen 16-20): In diesem Abschnitt geht es um die Bearbeitung pers\u00f6nlicher Probleme, die Erstellung eines individuellen Berufseignungsprofils und die Erarbeitung von Anforderungsprofilen ausgew\u00e4hlter Berufsbilder. Es erfolgt eine Abgleichung des Eignungsprofils mit den Berufsprofilen zur Entwicklung einer Berufsperspektive.<\/li>\r\n<\/ol>\r\nAb Sitzung 5 k\u00f6nnen optional Achtsamkeits\u00fcbungen ein- und durchgef\u00fchrt werden.\r\n\r\nDar\u00fcber hinaus werden drei Nachsorgetermine empfohlen, um die Nachhaltigkeit des Trainings zu sichern. Neben den Einzelsitzungen mit den Jugendlichen ist eine Familienberatung vorgesehen, die mindestens drei Elternabende und individuelle Elternberatung zu Psychoedukation und Aufbau angemessenen Erziehungsverhaltens umfasst. Zus\u00e4tzlich wird ein Austausch mit Lehrpersonen f\u00fcr einen Transfer der erworbenen F\u00e4higkeiten auf die schulische Situation empfohlen. F\u00fcr die Eltern- und Lehrpersonenabende finden sich keine ausgearbeiteten Programme vor.\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\nDer Behandlungsablauf wird klar strukturiert dargestellt, gefolgt von detaillierten Anweisungen zur Durchf\u00fchrung jeder Sitzung mit Hinweisen aller ben\u00f6tigten Materialien. Dem Handbuch sind zahlreiche Vorlagen f\u00fcr Frageb\u00f6gen, Informationsschreiben und Arbeitsbl\u00e4tter beigelegt, die zus\u00e4tzlich online verf\u00fcgbar sind.\r\n\r\nDas Training richtet sich an einen Adressatenkreis, der das Training im Rahmen von Einzelsitzungen durchf\u00fchren kann. Hierzu geh\u00f6ren Fachpersonen aus den Bereichen Inklusions- und Sonderp\u00e4dagogik, Psychologie, Psychotherapie, Lerntherapie, Ergotherapie sowie Sozialp\u00e4dagogik und soziale Arbeit.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nDer erste Teil des Handbuches bietet eine umfassende Einf\u00fchrung in die Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) mit Fokus auf das Jugendalter. Es wird ein biopsychosoziales Bedingungsmodell er\u00f6rtert und sowohl die Diagnostik und auch multimodale Therapie werden behandelt.\r\n\r\nDer zweite Teil des Handbuches dient als Behandlungsmanual. Das Therapiekonzept legt unter Ber\u00fccksichtigung des Jugendalters besonderen Wert auf die Beziehungsgestaltung und Ressourcenaktivierung. Es integriert kognitiv-verhaltenstherapeutischen Elemente, darunter operante Verfahren, das Erarbeiten und Ein\u00fcben von Lerntechniken (\u00abexplicit practice\u00bb), Strategieinstruktion, Coaching und Selbstmanagement, Achtsamkeit und Psychoedukation.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nIm Manual wird auf die in Linderkamp et al. (2010) publizierte Einzelfallanalyse verwiesen, in der positive und nachhaltige Therapieeffekte in allen erhobenen Bereichen, insbesondere hinsichtlich ADHS-Symptomatik sowie der psychischen Gesamtbelastung, aufgezeigt werden konnten.\r\n\r\nIn seiner Dissertation untersuchte Schramm (2013) 113 Jugendliche in einem Pre-Post-Follow-up Multi-Trait-Multi-Method-Design. Ergebnisse wurden sp\u00e4ter in einer Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht (Schramm et al., 2016). Die Jugendlichen wurden entweder dem LeJa-Training, einer aktiven Kontrollgruppe (progressive Muskelentspannung) oder einer Wartekontrollgruppe zugewiesen. Eltern und Lehrpersonen sch\u00e4tzten ADHS-Symptome, Lern- und Arbeitsverhalten sowie komorbide Schwierigkeiten ein. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Interventionsgruppen im Vergleich zur Wartekontrollgruppe signifikante Verbesserungen hinsichtlich der ADHS-Symptomatik, internalisierender Schwierigkeiten sowie des von Lehrpersonen beurteilen Lern- und Arbeitsverhaltens aufwiesen. Zwischen den beiden Interventionsgruppen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass das LeJa-Training eine wirksame Intervention f\u00fcr Jugendliche mit ADHS darstellt und vergleichbare Effekte wie progressive Muskelentspannung erzielt. Zus\u00e4tzliche Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere Verbesserungen schulischer und organisatorischer Kompetenzen zur Symptomreduktion beitragen k\u00f6nnen (Schramm et al., 2016).\r\n\r\nHennig et al. (2018) untersuchten erg\u00e4nzend die \u00dcbereinstimmung zwischen den Einsch\u00e4tzungen von Eltern, Lehrpersonen und Jugendlichen hinsichtlich der ADHS-Symptomatik sowie weiterer Verhaltensauff\u00e4lligkeiten in einer Stichprobe von 114 Jugendlichen. Dabei zeigte sich insgesamt nur eine moderate \u00dcbereinstimmung zwischen den verschiedenen Beurteilenden. Besonders grosse Unterschiede fanden sich zwischen den Einsch\u00e4tzungen von Lehrpersonen und Jugendlichen bez\u00fcglich des prosozialen Verhaltens. Zudem zeigte sich in einer Substichprobe von 54 Jugendlichen, dass starke Diskrepanzen zwischen den Einsch\u00e4tzungen von Lehrpersonen und Jugendlichen mit geringeren Behandlungseffekten des LeJa-Trainings verbunden waren (d = 0.41) als geringe Diskrepanzen (d = 0.98). Die Autoren schlussfolgern daraus, dass bei der Beurteilung und Behandlung von Jugendlichen mit ADHS unterschiedliche Perspektiven ber\u00fccksichtigt werden sollten, da Abweichungen zwischen den Einsch\u00e4tzungen Hinweise auf ung\u00fcnstigere Therapieergebnisse geben k\u00f6nnen.\r\n\r\n<\/div>\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Hennig, T., Schramm, S. A., Linderkamp, F., &amp; Koglin, U. (2016). Mediation and moderation of outcome in a training intervention for adolescents with attention-deficit\/hyperactivity disorder.\u00a0<em>Journal of Cognitive Education and Psychology, 15(3), 412-427.\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/connect.springerpub.com\/content\/sgrjcep\/15\/3\/412\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/doi.org\/10.1891\/1945-8959.15.3.412<\/a><\/li>\r\n \t<li>Hennig, T., Schramm, S.A., &amp; Linderkamp, F. (2018). Cross-informant disagreement on behavioral symptoms in adolescent attention-deficit\/hyperactivity disorder and its impact on treatment effects.\u00a0<em>European Journal of Psychological Assessment<\/em>, 34, 79-86.\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1027\/1015-5759\/a000446\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/doi.org\/10.1027\/1015-5759\/a000446<\/a><\/li>\r\n \t<li>Linderkamp, F., Hennig, T. &amp; Schramm, S. (2010). Das Lerntraining f\u00fcr Jugendliche mit Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen (LEJA). <em>Verhaltenstherapie mit Kindern &amp; Jugendlichen, 6<\/em>, 107\u2013116<\/li>\r\n \t<li>Linderkamp, F., Hennig, T. &amp; Schramm, S. (2011). <em>ADHS bei Jugendlichen. Das Lerntraining LeJa<\/em>. Universit\u00e4tsverlag Potsdam.<\/li>\r\n \t<li>Linderkamp, F., Hennig, T. &amp; Schramm, S. (2024). <em>ADHS bei Jugendlichen. Das Lerntraining LeJa<\/em> (2. aktual. &amp; erw. Aufl). Universit\u00e4tsverlag Potsdam.<\/li>\r\n \t<li>Schramm, S. A.\u00a0(2013)\u00a0<em>Intervention bei ADHS im Jugendalter : Konzeption und empirische Evaluation des Lerntrainings f\u00fcr Jugendliche mit ADHS (LeJA).<\/em>\u00a0Dissertation, Universit\u00e4t Oldenburg.<\/li>\r\n \t<li>Schramm, S. A., Hennig, T. &amp; Linderkamp, F. (2016). Training problem solving and organizational skills in adolescents with attention-deficit\/hyperactivity disorder: A randomized controlled trial. <em>Journal of Cognitive Education and Psychology<\/em>, <em>15<\/em>(3), 391\u2013411. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1891\/1945-8959.15.3.391\">https:\/\/doi.org\/10.1891\/1945-8959.15.3.391<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>1. Auflage von 2011: In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/discovery\/fulldisplay?context=L&amp;vid=41SLSP_PHZ:HfH&amp;search_scope=HfHandCDIandEPeriodica&amp;tab=My_Library_HfH_CDI&amp;docid=alma990063627230205521\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n \t<li>2. Auflage von 2024: Open-access verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.uni-potsdam.de\/de\/inklusion\/ese\/schramm\/leja\">https:\/\/www.uni-potsdam.de\/de\/inklusion\/ese\/schramm\/leja<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 05\/2026\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Friedrich Linderkamp, Timo Hennig und Satyam Antonio Schramm (2024)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1038\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-723x1024.jpg 723w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-225x318.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1-350x495.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2024\/04\/LeJa-1.jpg 763w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>Jugendliche von 12-17 Jahre<\/li>\n<li>Einzeltraining<\/li>\n<li>Indizierte Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das Lerntraining ist speziell f\u00fcr Jugendliche mit einer ADHS-Diagnose konzipiert und wird in Einzelsitzungen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Eine umfassende Diagnostik bildet die Basis f\u00fcr das Training, das sich in vier Abschnitte gliedert und insgesamt 16-20 Sitzungen umfasst:<\/p>\n<ol>\n<li>Beziehungsaufbau sowie Problem- und Zieldefinition (Sitzungen 1-5): Dieser Abschnitt konzentriert sich auf das Kennenlernen und den Beziehungsaufbau, auf die Psychoedukation zu ADHS, auf Lernst\u00f6rungen und Achtsamkeit, auf die Definition von Zielen und Ressourcenaktivierung sowie auf den Trainingsvertrag und die Beziehungsgestaltung.<\/li>\n<li>Lerntraining (Sitzungen 6-13): In diesem Teil werden ein idealer Probleml\u00f6seprozesses entwickelt und Signalkarten erstellt. Die Jugendlichen erproben den Probleml\u00f6seprozess anhand von Beispiel- und Schulaufgaben. Zudem werden schulleistungsspezifische Lerntechniken und Lernstrategien eingef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Lernorganisation (Sitzungen 14, 15): Die Gestaltung einer f\u00f6rderlichen Lernumgebung, die Optimierung der Terminplanung sowie die Vorbereitungen f\u00fcr l\u00e4ngerfristige Aufgaben und spezifische Vorbereitungen auf bevorstehende Klassenarbeiten stehen hier im Fokus.<\/li>\n<li>Coaching und Transfer (Sitzungen 16-20): In diesem Abschnitt geht es um die Bearbeitung pers\u00f6nlicher Probleme, die Erstellung eines individuellen Berufseignungsprofils und die Erarbeitung von Anforderungsprofilen ausgew\u00e4hlter Berufsbilder. Es erfolgt eine Abgleichung des Eignungsprofils mit den Berufsprofilen zur Entwicklung einer Berufsperspektive.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ab Sitzung 5 k\u00f6nnen optional Achtsamkeits\u00fcbungen ein- und durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werden drei Nachsorgetermine empfohlen, um die Nachhaltigkeit des Trainings zu sichern. Neben den Einzelsitzungen mit den Jugendlichen ist eine Familienberatung vorgesehen, die mindestens drei Elternabende und individuelle Elternberatung zu Psychoedukation und Aufbau angemessenen Erziehungsverhaltens umfasst. Zus\u00e4tzlich wird ein Austausch mit Lehrpersonen f\u00fcr einen Transfer der erworbenen F\u00e4higkeiten auf die schulische Situation empfohlen. F\u00fcr die Eltern- und Lehrpersonenabende finden sich keine ausgearbeiteten Programme vor.<\/p>\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<p>Der Behandlungsablauf wird klar strukturiert dargestellt, gefolgt von detaillierten Anweisungen zur Durchf\u00fchrung jeder Sitzung mit Hinweisen aller ben\u00f6tigten Materialien. Dem Handbuch sind zahlreiche Vorlagen f\u00fcr Frageb\u00f6gen, Informationsschreiben und Arbeitsbl\u00e4tter beigelegt, die zus\u00e4tzlich online verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p>Das Training richtet sich an einen Adressatenkreis, der das Training im Rahmen von Einzelsitzungen durchf\u00fchren kann. Hierzu geh\u00f6ren Fachpersonen aus den Bereichen Inklusions- und Sonderp\u00e4dagogik, Psychologie, Psychotherapie, Lerntherapie, Ergotherapie sowie Sozialp\u00e4dagogik und soziale Arbeit.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>Der erste Teil des Handbuches bietet eine umfassende Einf\u00fchrung in die Aufmerksamkeitsdefizit-\/Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung (ADHS) mit Fokus auf das Jugendalter. Es wird ein biopsychosoziales Bedingungsmodell er\u00f6rtert und sowohl die Diagnostik und auch multimodale Therapie werden behandelt.<\/p>\n<p>Der zweite Teil des Handbuches dient als Behandlungsmanual. Das Therapiekonzept legt unter Ber\u00fccksichtigung des Jugendalters besonderen Wert auf die Beziehungsgestaltung und Ressourcenaktivierung. Es integriert kognitiv-verhaltenstherapeutischen Elemente, darunter operante Verfahren, das Erarbeiten und Ein\u00fcben von Lerntechniken (\u00abexplicit practice\u00bb), Strategieinstruktion, Coaching und Selbstmanagement, Achtsamkeit und Psychoedukation.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Im Manual wird auf die in Linderkamp et al. (2010) publizierte Einzelfallanalyse verwiesen, in der positive und nachhaltige Therapieeffekte in allen erhobenen Bereichen, insbesondere hinsichtlich ADHS-Symptomatik sowie der psychischen Gesamtbelastung, aufgezeigt werden konnten.<\/p>\n<p>In seiner Dissertation untersuchte Schramm (2013) 113 Jugendliche in einem Pre-Post-Follow-up Multi-Trait-Multi-Method-Design. Ergebnisse wurden sp\u00e4ter in einer Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht (Schramm et al., 2016). Die Jugendlichen wurden entweder dem LeJa-Training, einer aktiven Kontrollgruppe (progressive Muskelentspannung) oder einer Wartekontrollgruppe zugewiesen. Eltern und Lehrpersonen sch\u00e4tzten ADHS-Symptome, Lern- und Arbeitsverhalten sowie komorbide Schwierigkeiten ein. Die Ergebnisse zeigten, dass beide Interventionsgruppen im Vergleich zur Wartekontrollgruppe signifikante Verbesserungen hinsichtlich der ADHS-Symptomatik, internalisierender Schwierigkeiten sowie des von Lehrpersonen beurteilen Lern- und Arbeitsverhaltens aufwiesen. Zwischen den beiden Interventionsgruppen konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass das LeJa-Training eine wirksame Intervention f\u00fcr Jugendliche mit ADHS darstellt und vergleichbare Effekte wie progressive Muskelentspannung erzielt. Zus\u00e4tzliche Analysen deuten darauf hin, dass insbesondere Verbesserungen schulischer und organisatorischer Kompetenzen zur Symptomreduktion beitragen k\u00f6nnen (Schramm et al., 2016).<\/p>\n<p>Hennig et al. (2018) untersuchten erg\u00e4nzend die \u00dcbereinstimmung zwischen den Einsch\u00e4tzungen von Eltern, Lehrpersonen und Jugendlichen hinsichtlich der ADHS-Symptomatik sowie weiterer Verhaltensauff\u00e4lligkeiten in einer Stichprobe von 114 Jugendlichen. Dabei zeigte sich insgesamt nur eine moderate \u00dcbereinstimmung zwischen den verschiedenen Beurteilenden. Besonders grosse Unterschiede fanden sich zwischen den Einsch\u00e4tzungen von Lehrpersonen und Jugendlichen bez\u00fcglich des prosozialen Verhaltens. Zudem zeigte sich in einer Substichprobe von 54 Jugendlichen, dass starke Diskrepanzen zwischen den Einsch\u00e4tzungen von Lehrpersonen und Jugendlichen mit geringeren Behandlungseffekten des LeJa-Trainings verbunden waren (d = 0.41) als geringe Diskrepanzen (d = 0.98). Die Autoren schlussfolgern daraus, dass bei der Beurteilung und Behandlung von Jugendlichen mit ADHS unterschiedliche Perspektiven ber\u00fccksichtigt werden sollten, da Abweichungen zwischen den Einsch\u00e4tzungen Hinweise auf ung\u00fcnstigere Therapieergebnisse geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<ul>\n<li>Hennig, T., Schramm, S. A., Linderkamp, F., &amp; Koglin, U. (2016). Mediation and moderation of outcome in a training intervention for adolescents with attention-deficit\/hyperactivity disorder.\u00a0<em>Journal of Cognitive Education and Psychology, 15(3), 412-427.\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/connect.springerpub.com\/content\/sgrjcep\/15\/3\/412\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/doi.org\/10.1891\/1945-8959.15.3.412<\/a><\/li>\n<li>Hennig, T., Schramm, S.A., &amp; Linderkamp, F. (2018). Cross-informant disagreement on behavioral symptoms in adolescent attention-deficit\/hyperactivity disorder and its impact on treatment effects.\u00a0<em>European Journal of Psychological Assessment<\/em>, 34, 79-86.\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1027\/1015-5759\/a000446\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/doi.org\/10.1027\/1015-5759\/a000446<\/a><\/li>\n<li>Linderkamp, F., Hennig, T. &amp; Schramm, S. (2010). Das Lerntraining f\u00fcr Jugendliche mit Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen (LEJA). <em>Verhaltenstherapie mit Kindern &amp; Jugendlichen, 6<\/em>, 107\u2013116<\/li>\n<li>Linderkamp, F., Hennig, T. &amp; Schramm, S. (2011). <em>ADHS bei Jugendlichen. Das Lerntraining LeJa<\/em>. Universit\u00e4tsverlag Potsdam.<\/li>\n<li>Linderkamp, F., Hennig, T. &amp; Schramm, S. (2024). <em>ADHS bei Jugendlichen. Das Lerntraining LeJa<\/em> (2. aktual. &amp; erw. Aufl). Universit\u00e4tsverlag Potsdam.<\/li>\n<li>Schramm, S. A.\u00a0(2013)\u00a0<em>Intervention bei ADHS im Jugendalter : Konzeption und empirische Evaluation des Lerntrainings f\u00fcr Jugendliche mit ADHS (LeJA).<\/em>\u00a0Dissertation, Universit\u00e4t Oldenburg.<\/li>\n<li>Schramm, S. A., Hennig, T. &amp; Linderkamp, F. (2016). Training problem solving and organizational skills in adolescents with attention-deficit\/hyperactivity disorder: A randomized controlled trial. <em>Journal of Cognitive Education and Psychology<\/em>, <em>15<\/em>(3), 391\u2013411. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1891\/1945-8959.15.3.391\">https:\/\/doi.org\/10.1891\/1945-8959.15.3.391<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>1. Auflage von 2011: In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/discovery\/fulldisplay?context=L&amp;vid=41SLSP_PHZ:HfH&amp;search_scope=HfHandCDIandEPeriodica&amp;tab=My_Library_HfH_CDI&amp;docid=alma990063627230205521\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<li>2. Auflage von 2024: Open-access verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.uni-potsdam.de\/de\/inklusion\/ese\/schramm\/leja\">https:\/\/www.uni-potsdam.de\/de\/inklusion\/ese\/schramm\/leja<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 05\/2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Friedrich Linderkamp, Timo Hennig und Satyam Antonio Schramm (2024) Einsatzbereich Jugendliche von 12-17 Jahre Einzeltraining Indizierte Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. \u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit. Inhalt Das Lerntraining ist speziell f\u00fcr Jugendliche mit einer ADHS-Diagnose konzipiert und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1740,"menu_order":3,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[88,73,70,67],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-218","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","category-adhs","category-aufmerksamkeit-und-konzentration","category-indizierte-praevention","category-04-oberstufe"],"part":97,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1740"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/218\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1135,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/218\/revisions\/1135"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/97"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/218\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=218"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=218"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=218"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}