{"id":1011,"date":"2025-11-19T11:14:24","date_gmt":"2025-11-19T10:14:24","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/?post_type=chapter&#038;p=1011"},"modified":"2026-04-20T10:26:28","modified_gmt":"2026-04-20T08:26:28","slug":"training-zur-praevention-von-depressionen-bei-jugendlichen-lars-lisa-lust-an-realistischer-sicht-und-leichtigkeit-im-sozialen-alltag","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/chapter\/training-zur-praevention-von-depressionen-bei-jugendlichen-lars-lisa-lust-an-realistischer-sicht-und-leichtigkeit-im-sozialen-alltag\/","title":{"raw":"Training zur Pr\u00e4vention von Depressionen bei Jugendlichen LARS &amp; LISA: Lust an realistischer Sicht und Leichtigkeit im sozialen Alltag","rendered":"Training zur Pr\u00e4vention von Depressionen bei Jugendlichen LARS &amp; LISA: Lust an realistischer Sicht und Leichtigkeit im sozialen Alltag"},"content":{"raw":"von Patrick P\u00f6ssel und Martin Hautzinger (2022)\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-1013\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/>\r\n<h2><\/h2>\r\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>Jugendliche (12 bis 16 Jahre)<\/li>\r\n \t<li>Gruppentraining<\/li>\r\n \t<li>Universelle Pr\u00e4vention<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\r\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\" border=\"0\">\r\n<tbody>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 84px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left\">[hfh_circle fill=\"full\" color=\"#14776c\"]<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr style=\"height: 81px\">\r\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\r\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\r\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\r\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\n<h2>Inhalt<\/h2>\r\nDas Trainingsprogramm LARS &amp; LISA (<strong>L<\/strong>ust <strong>a<\/strong>n <strong>r<\/strong>ealistischer <strong>S<\/strong>icht &amp; <strong>L<\/strong>eichtigkeit <strong>i<\/strong>m <strong>s<\/strong>ozialen <strong>A<\/strong>lltag) ist ein effektives Programm zur Pr\u00e4vention von Depressionen bei Jugendlichen. Das Programm dient dem Aufbau funktionaler Kognitionen und der F\u00f6rderung sozialer Kompetenzen. Beides sind wichtige Ressourcen im Umgang mit Belastungen, wie sie gerade in der Pubert\u00e4t verst\u00e4rkt auftreten. Ein Mangel an diesen Fertigkeiten erh\u00f6ht die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Auftreten von Depressionen und anderen psychischen Problemen. Das Programm kann durch seinen universell-pr\u00e4ventiven Ansatz mit allen Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren durchgef\u00fchrt werden.\r\n\r\nDas F\u00f6rderprogramm umfasst insgesamt zehn Doppelstunden \u00e0 ca. 90 Minuten, die w\u00f6chentlich durchgef\u00fchrt werden. Nach einer allgemeinen Einf\u00fchrungs- und Kennenlernsitzung besteht das Programm aus den folgenden f\u00fcnf Schwerpunkten:\r\n<ul>\r\n \t<li>Formulierung pers\u00f6nlicher Ziele<\/li>\r\n \t<li>Zusammenhang zwischen Kognitionen, Emotionen und Verhalten<\/li>\r\n \t<li>Exploration und Ver\u00e4nderung selbstabwertender und\/oder handlungsblockierender Kognitionen<\/li>\r\n \t<li>Selbstsicherheitstraining<\/li>\r\n \t<li>Training sozialer Kompetenzen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\r\n<\/div>\r\nDas Programm LARS &amp; LISA umfasst altersgerechte Materialien und \u00dcbungen, die gut erlernbar und leicht anwendbar sind. Ausf\u00fchrliche detaillierte hilfreiche Hinweise und Instruktionen erleichtern die Durchf\u00fchrung in der Praxis. Die Arbeitsmaterialien sind auf einer Webseite in einem Download-Bereich verf\u00fcgbar und k\u00f6nnen dort heruntergeladen und ausgedruckt werden. Das Manual kann auch als E-Book bezogen werden.\r\n\r\nDas F\u00f6rderprogramm beinhaltet einige wiederkehrende Elemente wie Sitzkreis, Wissenstest, Feedback zum Verhalten, Rollenspiele sowie je nach Bedarf Auflockerungsspiele.\r\n\r\nAuf Basis einer Pilotstudie wird darauf hingewiesen, dass sich geschlechtshomogene Gruppen g\u00fcnstig auf die Atmosph\u00e4re auswirken. Die Gruppengr\u00f6sse umfasst idealerweise ca. 12 bis 16 Jugendlichen, jedoch sind auch Gruppen bis zu 24 Teilnehmenden m\u00f6glich. Idealerweise erfolgt die Durchf\u00fchrung des Programmes von zwei Trainer:innen. Das Programm wurde im schulischen Kontext evaluiert, es sind aber auch Adaptionen f\u00fcr die Umsetzung des Programmes in anderen Settings denkbar.\r\n\r\nVoraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Durchf\u00fchrung von LARS &amp; LISA ist ein gewisses kognitives Entwicklungsalter, das den Jugendlichen erlaubt, den theoretischen Grundlagen im kognitiven Teil zu folgen und den Bezug zur eigenen Person herzustellen. Diese Voraussetzungen sind nicht an eine bestimmte Klassenstufe oder ein bestimmtes Alter der Jugendlichen gebunden.\r\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\r\nDie theoretische Grundlage des F\u00f6rderprogramms LARS &amp; LISA bildet das Modell der sozialen Informationsverarbeitung nach Dodge (1986, 1993). Dieses theoretische Modell erkl\u00e4rt die Entstehung von Aggression und Depression in der Kindheit und Jugend. Einerseits basiert es auf der kognitiven Theorie von Beck (1967). Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als eine der effektivsten Formen f\u00fcr die Behandlung von Depressionen herausgestellt (Zhou et al., 2015). Weiter basiert das soziale Informationsverarbeitungsmodell auch auf der Theorie der erlernten Hilflosigkeit nach Abramson, Seligman und Teasedale (1978).\r\n\r\nIm Modell der sozialen Informationsverarbeitung wird Verhalten als Endergebnis eines bewussten oder unbewussten Informationsverarbeitungsprozesses mit f\u00fcnf Stufen angesehen, die als Reaktion auf einen Stimulus auftreten. Das Ziel des Programmes ist es, auf m\u00f6glichst vielen Stufen des Modells der sozialen Informationsverarbeitung nach Dodge (1986, 1993) anzusetzen.\r\n<h2>Evaluation<\/h2>\r\n<div style=\"font-weight: 400\">\r\n\r\nDas Trainingsprogramm LARS &amp; LISA wurde in mehreren randomisierten Kontrollgruppenstudien erfolgreich evaluiert. Es liegen vier deutsche und eine amerikanische Evaluationsstudie vor. In Bezug auf die Akzeptanz des Trainings zeigte sich in einer ersten Evaluation des Programmes, dass das Programm insgesamt die Note \u00abgut\u00bb erhielt und dass der kognitive wie auch der soziale Schwerpunkt als positiv beurteilt wurden (P\u00f6ssel, Horn &amp; Hautzinger, 2006). Zudem sprechen auch sp\u00e4ter gewonnene qualitative und quantitative Ergebnisse einer Studie, an welcher u.a. 22 Lehrpersonen teilgenommen haben, f\u00fcr eine hohe Durchf\u00fchrungsqualit\u00e4t, eine gute Durchf\u00fchrbarkeit und eine positive Programmbeurteilung von Lehrpersonen (Wahl, Patak &amp; Hautzinger, 2012).\r\n\r\nIn einer deutschen Evaluationsstudie mit 6-Monats-Follow-up konnte festgestellt werden, dass das Pr\u00e4ventionsprogramm positive Effekte auf selbstberichtete depressive Symptome hatte (P\u00f6ssel, Horn, Groen &amp; Hautzinger, 2004). Eine unabh\u00e4ngige Forschungsgruppe f\u00fchrte eine weitere deutsche Evaluationsstudie durch, in welcher keine Effekte auf die depressive Symptomatik bei 7. Kl\u00e4sslern gefunden werden konnten (Groen, Al-Wiswasi, Petermann &amp; P\u00f6ssel, 2003). Hingegen konnten positive Effekte in Bezug auf das aggressive Verhalten festgestellt werden, insofern, dass die Interventionsgruppe weniger aggressives Verhalten zeigte als die Kontrollgruppe.\r\n\r\nEine weitere deutsche Evaluationsstudie mit 8. Kl\u00e4ssler:innen konnte aufzeigen, dass das Programm auch bei Jugendlichen mit komorbiden Angstsymptomen und Verhaltensproblemen wirksam war (P\u00f6ssel, Seemann &amp; Hautzinger, 2008). Zudem wurden Geschlechterunterschiede erfasst: Weibliche Jugendliche profitieren unabh\u00e4ngig von der anf\u00e4nglichen depressiven Symptomatik vom Pr\u00e4ventionsprogramm. M\u00e4nnliche Jugendliche mit niedrigen Depressionswerten im Pr\u00e4test profitierten jedoch mehr im Vergleich zu Jugendlichen mit erh\u00f6hten Depressionswerten zu Beginn (P\u00f6ssel et al., 2008).\r\n\r\nIn einer vierten deutschen Evaluationsstudie zeigte sich wiederum der positive Effekt des Programmes auf die depressive Symptomatik bei Durchf\u00fchrung des Trainingsprogrammes von Psycholog:innen. Bei der Durchf\u00fchrung von Lehrpersonen zeigte sich kein solcher Effekt (Wahl, Adelson, Patak, P\u00f6ssel &amp; Hautzinger, 2014).\r\n\r\nAuch im Vergleich mit einem strukturell \u00e4hnlichen, jedoch unspezifischen Programm und einer Kontrollgruppe (P\u00f6ssel, Martin, Garber &amp; Hautzinger, 2013) konnten kurzfristige Effekte auf die Depressionswerte im 4-Monats-Follow-up bei der LARS &amp; LISA-Bedingung im Vergleich zu den anderen beiden Bedingungen erfasst werden. Bei den nachfolgenden Follow-up-Messungen war dieser Unterschied jedoch nicht mehr signifikant.\r\n\r\nAuf Basis einer Untersuchung in Bezug auf Geschlechterunterschiede (P\u00f6ssel, Adelson &amp; Hautzinger, 2011) wurde in der aktuellen Version von LARS &amp; LISA darauf geachtet, dass sich insbesondere auch m\u00e4nnliche Jugendliche vom Programm angesprochen f\u00fchlen. Eine neuere Studie in Deutschland (P\u00f6ssel, Gaskins, Gu &amp; Hautzinger, 2022) untersuchte den Einfluss von Migrationshintergrund auf die Wirkung von Depressionspr\u00e4vention. Die depressiven Symptome der weiblichen Jugendlichen nahmen erwartungsgem\u00e4ss in der Interventions- jedoch nicht in der Kontrollgruppe ab. Die m\u00e4nnlichen Jugendlichen profitierten nicht vom Programm; unabh\u00e4ngig davon, in welcher Gruppe die Jugendlichen waren, nahm die depressive Symptomatik von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Verlauf der Zeit zu.\r\n\r\nEine \u00dcbersicht \u00fcber die Entwicklungsgeschichte von LARS &amp; LISA und die empirischen Befunde findet sich in P\u00f6ssel, Smith und Alexander (2018).\r\n\r\nDas F\u00f6rderprogramm war auch Bestandteil der systematischen Literatur\u00fcbersicht \u00fcber schulbasierte Massnahmen in der Sekundarstufe I von Casale, Hennemann und H\u00f6vel (2014). Auf Basis der Literaturrecherche wurden 28 Trainingsprogramme im deutschsprachigen Raum zusammengestellt, wobei die meisten der Massnahmen als universelle Pr\u00e4vention einsetzbar sind (<em>n<\/em> = 23). Dem Programm LARS &amp; LISA wird in dieser \u00dcbersicht die Evidenzstufe II zugeordnet.\r\n<h2>Literatur<\/h2>\r\n<\/div>\r\n<ul>\r\n \t<li>Abramson, L. Y., Seligman, M. E. P. &amp; Teasedale, J. D. (1978). Learned helplessness in humans: critique and reformulation. <em>Journal of Abnormal Psychology, 87, <\/em>49 \u2013 74. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0021-843X.87.1.49\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0021-843X.87.1.49<\/a><\/li>\r\n \t<li>Beck, A. T. (1967). <em>Depression: Clinical, experimental, and theoretical aspects. <\/em>New York: Harper &amp; Row.<\/li>\r\n \t<li>Casale, G., Hennemann, T., &amp; H\u00f6vel, D. (2014). Systematischer \u00dcberblick \u00fcber deutschsprachige schulbasierte Ma\u00dfnahmen zur Pr\u00e4vention von Verhaltensst\u00f6rungen in der Sekundarstufe I.<em> Empirische Sonderp\u00e4dagogik, 6<\/em>(1), 33-58. DOI: 10.25656\/01:9244<\/li>\r\n \t<li>Dodge, K. A. (1986). A social information processing model of social competence in children. In M. Perlmutter (Ed.), <em>Eighteenth<\/em> <em>Annual Minnesota Symposium on Child Psychology <\/em>(pp.77 \u2013 125). Hillsdale, NJ: Erlbaum.<\/li>\r\n \t<li>Dodge, K. A. (1993). Social-cognitive mechanisms in the development of conduct disorder and depression. <em>Annual Review<\/em> <em>of Psychology, 44, <\/em>559 \u2013 584. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.ps.44.020193.003015\">https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.ps.44.020193.003015<\/a><\/li>\r\n \t<li>Groen, G., Al-Wiswasi, S., Petermann, F. &amp; P\u00f6ssel, P. (2003). Universelle, schulbasierte Pr\u00e4vention der Depression im Jugendalter: Ergebnisse einer Follow-up-Erhebung nach elf Monaten. <em>Kindheit und Entwicklung, 12, <\/em>164 \u2013 174. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403.12.3.164\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/\/0942-5403.12.3.164<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Adelson, J. L. &amp; Hautzinger, M. (2011). A randomized trial to evaluate the course of effects of a program to prevent adolescent depressive symptoms over 12 months. <em>Behaviour<\/em> <em>Research and Therapy, 49, <\/em>838 \u2013 851. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.brat.2011.09.010\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.brat.2011.09.010<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Horn, A. B. &amp; Hautzinger, M. (2006). Vergleich zweier schulbasierter Pr\u00e4ventionsprogramme von depressiven Symptomen bei Jugendlichen. <em>Zeitschrift f\u00fcr Klinische<\/em> <em>Psychologie und Psychotherapie, 35<\/em>(2), 109 \u2013 116. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/1616-3443.35.2.109\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/1616-3443.35.2.109<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Horn, A. B., Groen, G. &amp; Hautzinger, M. (2004). School-based Universal Primary Prevention of Depressive Symptoms in Adolescents: Results of a 6-Month Follow-up. <em>Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry,<\/em> <em>43, <\/em>1003 \u2013 1010. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1097\/01.chi.%200000%20126975.56955.98\">https:\/\/doi.org\/10.1097\/01.chi. 0000 126975.56955.98<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Gaskins, J., Gu, T., &amp; Hautzinger, M. (2022). Migration Background, Gender, and the Prevention of Depressive Symptoms: A Secondary Analysis. <em>The Counseling Psychologist<\/em>, <em>50<\/em>(2), 150-176.<\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Martin, N. C., Garber, J. &amp; Hautzinger, M. (2013). A randomized controlled trial of a cognitive-behavioral program for the prevention of depression in adolescents compared to nonspecific and no-intervention control conditions. <em>Journal of Counseling Psychology, 60, <\/em>432 \u2013 438. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/a0032308\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/a0032308<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Seemann, S. &amp; Hautzinger, M. (2008). Impact of comorbidity in prevention of adolescent depressive symptoms. <em>Journal of Counseling Psychology, 55, <\/em>106 \u2013 117. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-0167.55.1.106\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-0167.55.1.106<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., Smith, E. &amp; Alexander, O. (2018). LARS&amp;LISA: A universal school-based cognitive-behavioral program to prevent adolescent depression. <em>Psicologia: Reflex\u00e3o e Cr\u00edtica\/Psychology: Research and Review, 31<\/em>(1), 23. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s41155-018-0104-1\">https:\/\/doi.org\/10.1186\/s41155-018-0104-1<\/a><\/li>\r\n \t<li>P\u00f6ssel, P., &amp; Hautzinger, M. (2022). <em>Trainingsprogramm zur Pr\u00e4vention von Depressionen bei Jugendlichen: LARS &amp; LISA: Lust an realistischer Sicht und Leichtigkeit im sozialen Alltag<\/em>. 2. Aufl. Hogrefe Verlag. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/02963-000\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/02963-000<\/a><\/li>\r\n \t<li>Wahl, M. S., Adelson, J. L., Patak, M. A., P\u00f6ssel, P. &amp; Hautzinger, M. (2014). Teachers or psychologists: Who should facilitate depression prevention programs in schools? <em>International<\/em> <em>Journal of Environmental Research and Public Health, 11,<\/em> 5294 \u2013 5316. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/ijerph110505294\">https:\/\/doi.org\/10.3390\/ijerph110505294<\/a><\/li>\r\n \t<li>Wahl, M.S., Patak, M.A., Hautzinger, M. (2012). Lehrer als Trainer von schulbasierten Pr\u00e4ventionsprogrammen f\u00fcr sozial benachteiligte Jugendliche - Erfahrungen mit einem Programm zur F\u00f6rderung von Lebenskompetenzen und Emotionsregulation. <em>Pr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung, 7<\/em>(2), 107-114. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11553-012-0329-2\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11553-012-0329-2<\/a><\/li>\r\n \t<li>Zhou, X., Hetrick, S. E., Cuijpers, P., Qin, B., Barth, J., Whittington, C. J. et al. (2015). Comparative efficacy and acceptability of psychotherapies for depression in children and adolescents: A systematic review and network meta-analysis. <em>World Psychiatry, 14, <\/em>207 \u2013 222. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/wps.20217\">https:\/\/doi.org\/10.1002\/wps.20217<\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma99116857494505521\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nHaben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLetzte \u00c4nderung: 11\/2025\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>von Patrick P\u00f6ssel und Martin Hautzinger (2022)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1013\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-212x300.jpg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-212x300.jpg 212w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-724x1024.jpg 724w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-768x1086.jpg 768w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-1086x1536.jpg 1086w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-65x92.jpg 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-225x318.jpg 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-350x495.jpg 350w, https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/wp-content\/uploads\/sites\/65\/2025\/11\/LARS_LISA_Trainingsprogramm-zur-Praevention-bei-Depression.pdf-scaled.jpg 1810w\" sizes=\"auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/p>\n<h2><\/h2>\n<h2>Einsatzbereich<\/h2>\n<ul>\n<li>Jugendliche (12 bis 16 Jahre)<\/li>\n<li>Gruppentraining<\/li>\n<li>Universelle Pr\u00e4vention<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Qualit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<table style=\"border-collapse: collapse;width: 100%;height: 246px\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<td style=\"width: 25%;height: 81px\"><\/td>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Durchf\u00fchrbarkeit<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Theoretische Fundierung<\/th>\n<th style=\"width: 25%;height: 81px;text-align: left\" scope=\"col\">Evaluation<\/th>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 84px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 84px\" scope=\"row\">Bewertung<\/th>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<td style=\"text-align: left\"><span class='pressbooks-hfh-circle pressbooks-hfh-circle--full' style='--pressbooks-hfh-circle-width: 1.375rem; --pressbooks-hfh-circle-color: #14776c;'><span class='hfh-sr-only'>Gef\u00fcllter Kreis<\/span><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 81px\">\n<th style=\"width: 25%;height: 81px\" scope=\"row\">Erl\u00e4uterung<\/th>\n<td>Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms.<\/td>\n<td>Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise.<\/td>\n<td>\u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<p>Das Trainingsprogramm LARS &amp; LISA (<strong>L<\/strong>ust <strong>a<\/strong>n <strong>r<\/strong>ealistischer <strong>S<\/strong>icht &amp; <strong>L<\/strong>eichtigkeit <strong>i<\/strong>m <strong>s<\/strong>ozialen <strong>A<\/strong>lltag) ist ein effektives Programm zur Pr\u00e4vention von Depressionen bei Jugendlichen. Das Programm dient dem Aufbau funktionaler Kognitionen und der F\u00f6rderung sozialer Kompetenzen. Beides sind wichtige Ressourcen im Umgang mit Belastungen, wie sie gerade in der Pubert\u00e4t verst\u00e4rkt auftreten. Ein Mangel an diesen Fertigkeiten erh\u00f6ht die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr das Auftreten von Depressionen und anderen psychischen Problemen. Das Programm kann durch seinen universell-pr\u00e4ventiven Ansatz mit allen Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprogramm umfasst insgesamt zehn Doppelstunden \u00e0 ca. 90 Minuten, die w\u00f6chentlich durchgef\u00fchrt werden. Nach einer allgemeinen Einf\u00fchrungs- und Kennenlernsitzung besteht das Programm aus den folgenden f\u00fcnf Schwerpunkten:<\/p>\n<ul>\n<li>Formulierung pers\u00f6nlicher Ziele<\/li>\n<li>Zusammenhang zwischen Kognitionen, Emotionen und Verhalten<\/li>\n<li>Exploration und Ver\u00e4nderung selbstabwertender und\/oder handlungsblockierender Kognitionen<\/li>\n<li>Selbstsicherheitstraining<\/li>\n<li>Training sozialer Kompetenzen<\/li>\n<\/ul>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<h2>Durchf\u00fchrbarkeit<\/h2>\n<\/div>\n<p>Das Programm LARS &amp; LISA umfasst altersgerechte Materialien und \u00dcbungen, die gut erlernbar und leicht anwendbar sind. Ausf\u00fchrliche detaillierte hilfreiche Hinweise und Instruktionen erleichtern die Durchf\u00fchrung in der Praxis. Die Arbeitsmaterialien sind auf einer Webseite in einem Download-Bereich verf\u00fcgbar und k\u00f6nnen dort heruntergeladen und ausgedruckt werden. Das Manual kann auch als E-Book bezogen werden.<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprogramm beinhaltet einige wiederkehrende Elemente wie Sitzkreis, Wissenstest, Feedback zum Verhalten, Rollenspiele sowie je nach Bedarf Auflockerungsspiele.<\/p>\n<p>Auf Basis einer Pilotstudie wird darauf hingewiesen, dass sich geschlechtshomogene Gruppen g\u00fcnstig auf die Atmosph\u00e4re auswirken. Die Gruppengr\u00f6sse umfasst idealerweise ca. 12 bis 16 Jugendlichen, jedoch sind auch Gruppen bis zu 24 Teilnehmenden m\u00f6glich. Idealerweise erfolgt die Durchf\u00fchrung des Programmes von zwei Trainer:innen. Das Programm wurde im schulischen Kontext evaluiert, es sind aber auch Adaptionen f\u00fcr die Umsetzung des Programmes in anderen Settings denkbar.<\/p>\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Durchf\u00fchrung von LARS &amp; LISA ist ein gewisses kognitives Entwicklungsalter, das den Jugendlichen erlaubt, den theoretischen Grundlagen im kognitiven Teil zu folgen und den Bezug zur eigenen Person herzustellen. Diese Voraussetzungen sind nicht an eine bestimmte Klassenstufe oder ein bestimmtes Alter der Jugendlichen gebunden.<\/p>\n<h2>Theoretische Fundierung<\/h2>\n<p>Die theoretische Grundlage des F\u00f6rderprogramms LARS &amp; LISA bildet das Modell der sozialen Informationsverarbeitung nach Dodge (1986, 1993). Dieses theoretische Modell erkl\u00e4rt die Entstehung von Aggression und Depression in der Kindheit und Jugend. Einerseits basiert es auf der kognitiven Theorie von Beck (1967). Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als eine der effektivsten Formen f\u00fcr die Behandlung von Depressionen herausgestellt (Zhou et al., 2015). Weiter basiert das soziale Informationsverarbeitungsmodell auch auf der Theorie der erlernten Hilflosigkeit nach Abramson, Seligman und Teasedale (1978).<\/p>\n<p>Im Modell der sozialen Informationsverarbeitung wird Verhalten als Endergebnis eines bewussten oder unbewussten Informationsverarbeitungsprozesses mit f\u00fcnf Stufen angesehen, die als Reaktion auf einen Stimulus auftreten. Das Ziel des Programmes ist es, auf m\u00f6glichst vielen Stufen des Modells der sozialen Informationsverarbeitung nach Dodge (1986, 1993) anzusetzen.<\/p>\n<h2>Evaluation<\/h2>\n<div style=\"font-weight: 400\">\n<p>Das Trainingsprogramm LARS &amp; LISA wurde in mehreren randomisierten Kontrollgruppenstudien erfolgreich evaluiert. Es liegen vier deutsche und eine amerikanische Evaluationsstudie vor. In Bezug auf die Akzeptanz des Trainings zeigte sich in einer ersten Evaluation des Programmes, dass das Programm insgesamt die Note \u00abgut\u00bb erhielt und dass der kognitive wie auch der soziale Schwerpunkt als positiv beurteilt wurden (P\u00f6ssel, Horn &amp; Hautzinger, 2006). Zudem sprechen auch sp\u00e4ter gewonnene qualitative und quantitative Ergebnisse einer Studie, an welcher u.a. 22 Lehrpersonen teilgenommen haben, f\u00fcr eine hohe Durchf\u00fchrungsqualit\u00e4t, eine gute Durchf\u00fchrbarkeit und eine positive Programmbeurteilung von Lehrpersonen (Wahl, Patak &amp; Hautzinger, 2012).<\/p>\n<p>In einer deutschen Evaluationsstudie mit 6-Monats-Follow-up konnte festgestellt werden, dass das Pr\u00e4ventionsprogramm positive Effekte auf selbstberichtete depressive Symptome hatte (P\u00f6ssel, Horn, Groen &amp; Hautzinger, 2004). Eine unabh\u00e4ngige Forschungsgruppe f\u00fchrte eine weitere deutsche Evaluationsstudie durch, in welcher keine Effekte auf die depressive Symptomatik bei 7. Kl\u00e4sslern gefunden werden konnten (Groen, Al-Wiswasi, Petermann &amp; P\u00f6ssel, 2003). Hingegen konnten positive Effekte in Bezug auf das aggressive Verhalten festgestellt werden, insofern, dass die Interventionsgruppe weniger aggressives Verhalten zeigte als die Kontrollgruppe.<\/p>\n<p>Eine weitere deutsche Evaluationsstudie mit 8. Kl\u00e4ssler:innen konnte aufzeigen, dass das Programm auch bei Jugendlichen mit komorbiden Angstsymptomen und Verhaltensproblemen wirksam war (P\u00f6ssel, Seemann &amp; Hautzinger, 2008). Zudem wurden Geschlechterunterschiede erfasst: Weibliche Jugendliche profitieren unabh\u00e4ngig von der anf\u00e4nglichen depressiven Symptomatik vom Pr\u00e4ventionsprogramm. M\u00e4nnliche Jugendliche mit niedrigen Depressionswerten im Pr\u00e4test profitierten jedoch mehr im Vergleich zu Jugendlichen mit erh\u00f6hten Depressionswerten zu Beginn (P\u00f6ssel et al., 2008).<\/p>\n<p>In einer vierten deutschen Evaluationsstudie zeigte sich wiederum der positive Effekt des Programmes auf die depressive Symptomatik bei Durchf\u00fchrung des Trainingsprogrammes von Psycholog:innen. Bei der Durchf\u00fchrung von Lehrpersonen zeigte sich kein solcher Effekt (Wahl, Adelson, Patak, P\u00f6ssel &amp; Hautzinger, 2014).<\/p>\n<p>Auch im Vergleich mit einem strukturell \u00e4hnlichen, jedoch unspezifischen Programm und einer Kontrollgruppe (P\u00f6ssel, Martin, Garber &amp; Hautzinger, 2013) konnten kurzfristige Effekte auf die Depressionswerte im 4-Monats-Follow-up bei der LARS &amp; LISA-Bedingung im Vergleich zu den anderen beiden Bedingungen erfasst werden. Bei den nachfolgenden Follow-up-Messungen war dieser Unterschied jedoch nicht mehr signifikant.<\/p>\n<p>Auf Basis einer Untersuchung in Bezug auf Geschlechterunterschiede (P\u00f6ssel, Adelson &amp; Hautzinger, 2011) wurde in der aktuellen Version von LARS &amp; LISA darauf geachtet, dass sich insbesondere auch m\u00e4nnliche Jugendliche vom Programm angesprochen f\u00fchlen. Eine neuere Studie in Deutschland (P\u00f6ssel, Gaskins, Gu &amp; Hautzinger, 2022) untersuchte den Einfluss von Migrationshintergrund auf die Wirkung von Depressionspr\u00e4vention. Die depressiven Symptome der weiblichen Jugendlichen nahmen erwartungsgem\u00e4ss in der Interventions- jedoch nicht in der Kontrollgruppe ab. Die m\u00e4nnlichen Jugendlichen profitierten nicht vom Programm; unabh\u00e4ngig davon, in welcher Gruppe die Jugendlichen waren, nahm die depressive Symptomatik von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Verlauf der Zeit zu.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbersicht \u00fcber die Entwicklungsgeschichte von LARS &amp; LISA und die empirischen Befunde findet sich in P\u00f6ssel, Smith und Alexander (2018).<\/p>\n<p>Das F\u00f6rderprogramm war auch Bestandteil der systematischen Literatur\u00fcbersicht \u00fcber schulbasierte Massnahmen in der Sekundarstufe I von Casale, Hennemann und H\u00f6vel (2014). Auf Basis der Literaturrecherche wurden 28 Trainingsprogramme im deutschsprachigen Raum zusammengestellt, wobei die meisten der Massnahmen als universelle Pr\u00e4vention einsetzbar sind (<em>n<\/em> = 23). Dem Programm LARS &amp; LISA wird in dieser \u00dcbersicht die Evidenzstufe II zugeordnet.<\/p>\n<h2>Literatur<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li>Abramson, L. Y., Seligman, M. E. P. &amp; Teasedale, J. D. (1978). Learned helplessness in humans: critique and reformulation. <em>Journal of Abnormal Psychology, 87, <\/em>49 \u2013 74. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0021-843X.87.1.49\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0021-843X.87.1.49<\/a><\/li>\n<li>Beck, A. T. (1967). <em>Depression: Clinical, experimental, and theoretical aspects. <\/em>New York: Harper &amp; Row.<\/li>\n<li>Casale, G., Hennemann, T., &amp; H\u00f6vel, D. (2014). Systematischer \u00dcberblick \u00fcber deutschsprachige schulbasierte Ma\u00dfnahmen zur Pr\u00e4vention von Verhaltensst\u00f6rungen in der Sekundarstufe I.<em> Empirische Sonderp\u00e4dagogik, 6<\/em>(1), 33-58. DOI: 10.25656\/01:9244<\/li>\n<li>Dodge, K. A. (1986). A social information processing model of social competence in children. In M. Perlmutter (Ed.), <em>Eighteenth<\/em> <em>Annual Minnesota Symposium on Child Psychology <\/em>(pp.77 \u2013 125). Hillsdale, NJ: Erlbaum.<\/li>\n<li>Dodge, K. A. (1993). Social-cognitive mechanisms in the development of conduct disorder and depression. <em>Annual Review<\/em> <em>of Psychology, 44, <\/em>559 \u2013 584. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.ps.44.020193.003015\">https:\/\/doi.org\/10.1146\/annurev.ps.44.020193.003015<\/a><\/li>\n<li>Groen, G., Al-Wiswasi, S., Petermann, F. &amp; P\u00f6ssel, P. (2003). Universelle, schulbasierte Pr\u00e4vention der Depression im Jugendalter: Ergebnisse einer Follow-up-Erhebung nach elf Monaten. <em>Kindheit und Entwicklung, 12, <\/em>164 \u2013 174. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/0942-5403.12.3.164\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/\/0942-5403.12.3.164<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Adelson, J. L. &amp; Hautzinger, M. (2011). A randomized trial to evaluate the course of effects of a program to prevent adolescent depressive symptoms over 12 months. <em>Behaviour<\/em> <em>Research and Therapy, 49, <\/em>838 \u2013 851. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.brat.2011.09.010\">https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.brat.2011.09.010<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Horn, A. B. &amp; Hautzinger, M. (2006). Vergleich zweier schulbasierter Pr\u00e4ventionsprogramme von depressiven Symptomen bei Jugendlichen. <em>Zeitschrift f\u00fcr Klinische<\/em> <em>Psychologie und Psychotherapie, 35<\/em>(2), 109 \u2013 116. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/1616-3443.35.2.109\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/1616-3443.35.2.109<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Horn, A. B., Groen, G. &amp; Hautzinger, M. (2004). School-based Universal Primary Prevention of Depressive Symptoms in Adolescents: Results of a 6-Month Follow-up. <em>Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry,<\/em> <em>43, <\/em>1003 \u2013 1010. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1097\/01.chi.%200000%20126975.56955.98\">https:\/\/doi.org\/10.1097\/01.chi. 0000 126975.56955.98<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Gaskins, J., Gu, T., &amp; Hautzinger, M. (2022). Migration Background, Gender, and the Prevention of Depressive Symptoms: A Secondary Analysis. <em>The Counseling Psychologist<\/em>, <em>50<\/em>(2), 150-176.<\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Martin, N. C., Garber, J. &amp; Hautzinger, M. (2013). A randomized controlled trial of a cognitive-behavioral program for the prevention of depression in adolescents compared to nonspecific and no-intervention control conditions. <em>Journal of Counseling Psychology, 60, <\/em>432 \u2013 438. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/a0032308\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/a0032308<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Seemann, S. &amp; Hautzinger, M. (2008). Impact of comorbidity in prevention of adolescent depressive symptoms. <em>Journal of Counseling Psychology, 55, <\/em>106 \u2013 117. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-0167.55.1.106\">https:\/\/doi.org\/10.1037\/0022-0167.55.1.106<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., Smith, E. &amp; Alexander, O. (2018). LARS&amp;LISA: A universal school-based cognitive-behavioral program to prevent adolescent depression. <em>Psicologia: Reflex\u00e3o e Cr\u00edtica\/Psychology: Research and Review, 31<\/em>(1), 23. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s41155-018-0104-1\">https:\/\/doi.org\/10.1186\/s41155-018-0104-1<\/a><\/li>\n<li>P\u00f6ssel, P., &amp; Hautzinger, M. (2022). <em>Trainingsprogramm zur Pr\u00e4vention von Depressionen bei Jugendlichen: LARS &amp; LISA: Lust an realistischer Sicht und Leichtigkeit im sozialen Alltag<\/em>. 2. Aufl. Hogrefe Verlag. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1026\/02963-000\">https:\/\/doi.org\/10.1026\/02963-000<\/a><\/li>\n<li>Wahl, M. S., Adelson, J. L., Patak, M. A., P\u00f6ssel, P. &amp; Hautzinger, M. (2014). Teachers or psychologists: Who should facilitate depression prevention programs in schools? <em>International<\/em> <em>Journal of Environmental Research and Public Health, 11,<\/em> 5294 \u2013 5316. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3390\/ijerph110505294\">https:\/\/doi.org\/10.3390\/ijerph110505294<\/a><\/li>\n<li>Wahl, M.S., Patak, M.A., Hautzinger, M. (2012). Lehrer als Trainer von schulbasierten Pr\u00e4ventionsprogrammen f\u00fcr sozial benachteiligte Jugendliche &#8211; Erfahrungen mit einem Programm zur F\u00f6rderung von Lebenskompetenzen und Emotionsregulation. <em>Pr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung, 7<\/em>(2), 107-114. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11553-012-0329-2\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s11553-012-0329-2<\/a><\/li>\n<li>Zhou, X., Hetrick, S. E., Cuijpers, P., Qin, B., Barth, J., Whittington, C. J. et al. (2015). Comparative efficacy and acceptability of psychotherapies for depression in children and adolescents: A systematic review and network meta-analysis. <em>World Psychiatry, 14, <\/em>207 \u2013 222. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/wps.20217\">https:\/\/doi.org\/10.1002\/wps.20217<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2>Verf\u00fcgbarkeit an der HfH<\/h2>\n<ul>\n<li>In der <a href=\"https:\/\/zph.swisscovery.slsp.ch\/permalink\/41SLSP_PHZ\/1jleqo6\/alma99116857494505521\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bibliothek<\/a> verf\u00fcgbar<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p>Haben wir etwas \u00fcbersehen? Melden Sie sich gerne unter <a href=\"mailto:wiwawi@hfh.ch\">wiwawi@hfh.ch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Letzte \u00c4nderung: 11\/2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/wissenwaswirkt\/part\/uebersicht-ueber-foerderprogramme\/\">Zur \u00dcbersicht \u00fcber F\u00f6rdermassnahmen.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Patrick P\u00f6ssel und Martin Hautzinger (2022) Einsatzbereich Jugendliche (12 bis 16 Jahre) Gruppentraining Universelle Pr\u00e4vention Qualit\u00e4tskriterien Durchf\u00fchrbarkeit Theoretische Fundierung Evaluation Bewertung Erl\u00e4uterung Verst\u00e4ndliche Hinweise zur praktischen Umsetzung des Programms. Theoretische Begr\u00fcndung und nachvollziehbare Ableitung der Vorgehensweise. \u00dcberzeugende Belege zur\u00a0 Wirksamkeit. 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