{"id":45,"date":"2025-11-12T08:16:11","date_gmt":"2025-11-12T07:16:11","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/chapter\/selektion-in-die-sonderschule\/"},"modified":"2026-05-04T10:24:53","modified_gmt":"2026-05-04T08:24:53","slug":"selektion","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/chapter\/selektion\/","title":{"raw":"Selektion","rendered":"Selektion"},"content":{"raw":"<span class=\"pullquote-right\"><b>\u00abWie kann Bildungsgerechtigkeit gest\u00e4rkt werden?\u00bb<\/b><\/span>Unter Selektion wird die Einteilung von Sch\u00fcler:innen zu verschiedenen Schulformen verstanden:\r\n<ul>\r\n \t<li>\u00dcbertritt in die Sekundarstufe<\/li>\r\n \t<li>Selektion in Kleinklassen oder integrative Massnahmen<\/li>\r\n<\/ul>\r\nEs ist ein meritokratisches Ideal, dass die Sch\u00fcler:innen aufgrund ihrer Leistung in entsprechende Schultypen eingeteilt werden sollen. Seit den 1970er-Jahren ist die Bildungsgerechtigkeit wiederholt untersucht worden: Es ist wirklich ein Ideal, in Tat und Wahrheit reproduziert die schulische Selektion soziale Ungleichheiten. Es ist heute noch so, dass die soziale Herkunft sehr stark den Schul- und Ausbildungserfolg beeinflusst[footnote]Schoch, J. (2024). Schweiz, wir haben ein Problem \u2013 Benachteiligung in der Bildung: Ursachen und L\u00f6sungsans\u00e4tze einer dringlichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderung. Schweizerische Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik , 30(07), 2\u20139. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57161\/z2024-07-01\">https:\/\/doi.org\/10.57161\/z2024-07-01<\/a>[\/footnote].\r\n<h2>\u00dcbertritt in die Sekundarstufe<\/h2>\r\nSchulorganisatorisch sollte die Selektion m\u00f6glichst sp\u00e4t erfolgen. In Bezug darauf ist Liechtenstein mit der Selektion nach der 5. Primarklasse schlecht aufgestellt: Es wird fr\u00fch selektioniert. Dies erfordert umso mehr, sich an folgenden Aspekte zu orientieren:\r\n<ul>\r\n \t<li><strong>Leistungserwartung:<\/strong> Eine hohe Leistungserwartung von Lehrpersonen tr\u00e4gt bei, den Zusammenhang der sozialen Herkunft mit demLernerfolg zu reduzieren[footnote]Hollenstein, Lena, Benita Affolter, und Christian Br\u00fchwiler. 2019. \u201eDie Bedeutung der Leistungserwartung von Lehrpersonen f\u00fcr die Mathematikleistungen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern\u201c. Zeitschrift f\u00fcr Erziehungswissenschaft 22 (4): 791\u2013809.[\/footnote]. Unterst\u00fctzen Sie Lehrpersonen dabei, auch bei Sch\u00fcler:innen mit tiefem sozio-\u00f6konomischem Status hohe Leistungserwartungen zu haben.<\/li>\r\n \t<li><strong>F\u00fcr gleiche Leistung mehr Aufwand:<\/strong> Vielfach hilft daf\u00fcr auch das Verst\u00e4ndnis, dass f\u00fcr die gleiche Leistung Kinder mit tiefem sozio-\u00f6konomischem Status bis anhin viel mehr geleistet haben: Sie haben viel mehr gelernt. F\u00fcr einen solchen Blick ist es wichtig, die individuelle Norm bei der Bewertung zu st\u00e4rken.<\/li>\r\n \t<li><strong>Wenig Unterst\u00fctzung von zu Hause - h\u00f6herer Typ der Sekundarstufe<\/strong>: Teilweise spielt f\u00fcr Lehrpersonen f\u00fcr den Selektionsentscheid auch die Unterst\u00fctzung von zu Hause eine Rolle. Dabei k\u00f6nnte man per Kurzschluss denken, dass Kinder mit besserer Unterst\u00fctzung im Gymnasium erfolgreicher sind. Wenn ein Kind jedoch ohne Unterst\u00fctzung zu einer guten Leistung gekommen ist, ist das eine weitaus gr\u00f6ssere Leistung, als wenn es bis anhin Unterst\u00fctzung hatte. Deshalb sollen Kinder mit guten Noten ohne Unterst\u00fctzung von zu Hause in Klassen mit hoher Leistungsanforderung eingeteilt werden.<\/li>\r\n \t<li><b>Elterngespr\u00e4che: <\/b>In Selektionsgespr\u00e4chen spielen Habitus, Selbsteliminierung und Verhandlungsstrategien eine grosse Rolle[footnote]<a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=i&amp;url=https%3A%2F%2Ffolia.unifr.ch%2Fdocuments%2F312459%2Ffiles%2FHofstetter_Bildungsambitionen_Waxmann.pdf%3Fdownload&amp;psig=AOvVaw0T8l458fkcJib1agJ3T07U&amp;ust=1735737476937000&amp;source=images&amp;cd=vfe&amp;opi=89978449&amp;ved=0CAcQr5oMahcKEwjIrcePjNKKAxUAAAAAHQAAAAAQBA\">Hofstetter, D. (2013). Bildungsambitionen in Elterngespr\u00e4chen der 5. Klasse, ein Jahr vor dem \u00dcbertritt in die Orientierungsschule. In E. Wannack, S. Bosshart, A. Eichenberger, M. Fuchs, E. Hardegger, &amp; S. Marti (Hrsg.), 4- bis 12-J\u00e4hrige. Ihre schulischen und ausserschulischen Lern- und Lebenswelten (S. 78\u201386). Waxmann.<\/a>[\/footnote]. Machen Sie diese Mechanismen im Team zum Thema, um dem entgegenwirken zu k\u00f6nnen:<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none\">\r\n<ul>\r\n \t<li style=\"list-style-type: none\">\r\n<ul>\r\n \t<li><em>Habitus und Kapital: <\/em>Eltern mit mehr sozialen Kapital und einem entsprechenden Habitus f\u00fchlen sich kompetenter und nutzen ihre Ressourcen, um aktiv Einfluss zu nehmen.<\/li>\r\n \t<li><em>Selbsteliminierung vs. Selbstvertretung: <\/em>Einige Eltern, wie im ersten Beispiel, ziehen sich r\u00fcckhaltend zur\u00fcck und \u00fcbernehmen keine aktive Rolle, w\u00e4hrend andere, wie im zweiten Beispiel, das Gespr\u00e4ch nutzen, um ihre Position zu st\u00e4rken.<\/li>\r\n \t<li><em>Interaktion und Verhandlungsstrategie: <\/em>Die Art der Gespr\u00e4chsf\u00fchrung ist unterschiedlich; bei den aktiven Eltern finden Verhandlungen und Konfliktl\u00f6sungen statt, w\u00e4hrend passive Eltern eher Zuh\u00f6rer bleiben.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h2>Notengebung<\/h2>\r\nNoten scheinen die Leistung klar und vergleichbar abzubilden. Seit der Einf\u00fchrung von Noten werden diese kontrovers diskutiert. Empirisch gekl\u00e4rt ist, dass Noten \u00fcber die Schwelle eines Schulzimmer hinaus keinen verl\u00e4sslichen Vergleichswert besitzen[footnote]Kronig, W. (2009). Schulnoten - Glasperlen des Bildungssystems.[\/footnote].\r\n\r\nNeben zuf\u00e4lligen Aspekten - in welchem Ort geht das Kind in die Schule, mit welchen Kindern geht es in die Klasse, wie benotet die Lehrperson - k\u00f6nnen auch systematische Diskriminierungen nachgewiesen werden.\u00a0<strong>M\u00e4dchen<\/strong> erhalten in der Regel f\u00fcr die gleichen Leistungen bessere Noten und <strong>Kinder mit Migrationshintergrund<\/strong> erhalten f\u00fcr die gleichen Leistungen schlechtere Noten. Auch sind die Noten von der Klassenleistung abh\u00e4ngig - in besseren Klassen erhalten gute Sch\u00fcler:innen im Vergleich zu schlechteren Klassen tiefere Noten[footnote]<a href=\"http:\/\/Oggenfuss, C., &amp; Wolter, S. C. (2025). Not Just Gender: Multiple and Persistent Grade Biases in Language and Mathematics. European Education, 57(2), 105\u2013117. https:\/\/doi.org\/10.1080\/10564934.2025.2498382\">Oggenfuss, C., &amp; Wolter, S. C. (2025). Not Just Gender: Multiple and Persistent Grade Biases in Language and Mathematics. <i>European Education<\/i>, <i>57<\/i>(2), 105\u2013117. https:\/\/doi.org\/10.1080\/10564934.2025.2498382<\/a>[\/footnote].\r\n\r\n<span style=\"text-align: initial;font-size: 14pt\">Mit dem Projekt <\/span><a style=\"text-align: initial;font-size: 14pt\" href=\"https:\/\/www.llv.li\/de\/landesverwaltung\/schulamt\/bildungsbereiche\/themen-und-projekte\/lernen-sichtbar-machen-lesima-\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abLernen sichtbar machen (Lesima)\u00bb<\/a><span style=\"text-align: initial;font-size: 14pt\"> sind einzelne Schulen daran, die Beurteilungspraxis weiterzuentwickeln. Sie leiten sich vom Grundsatz, dass Lernen mehr ist als Noten. Lerndialoge, Portfolios und Kompetenzraster verhelfen zu einer inhaltlichen und formativen (zukunfts-, und lernprozessgerichteten) Orientierung in der Beurteilungspraxis.<\/span>\r\n<div class=\"textbox textbox--examples\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">Instrumente &amp; Materialien<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/www.llv.li\/de\/landesverwaltung\/schulamt\/bildungsbereiche\/schuelerinnen-und-schueler\/uebertritt-schullaufbahnen\">Informationen des Schulamts<\/a> zum \u00dcbertritt in die Sekundarschule\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"textbox shaded\">\r\n\r\n<strong>Schulgesetz (SchulG) Art. 9<sup>a<\/sup>: Orientierung der Eltern im Hinblick auf \u00dcbertritte<\/strong>\r\n\r\n1) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten haben im Hinblick auf den \u00dcbertritt des Sch\u00fclers in eine berufliche oder weitere schulische Laufbahn Anspruch:\r\n\r\na) \u00fcber das Lern-, Sozial- und Arbeitsverhalten, den Grad der Erreichung von Lernzielen sowie Pr\u00fcfungsergebnisse orientiert zu werden;\r\n\r\nb) \u00fcber m\u00f6gliche weitere Bildungswege beraten zu werden.\r\n\r\n2) Die Regierung erl\u00e4sst mit Verordnung die n\u00e4heren Bestimmungen. Sie bestimmt mit Verordnung, in welchen F\u00e4llen die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten zur Teilnahme an einem Gespr\u00e4ch verpflichtet werden k\u00f6nnen.\r\n\r\n<\/div>\r\n<a class=\"hfh-button hfh-button--flipped hfh-button--secondary hfh-button--animated hfh-button--icon-arrow\" style=\"width: 100%\" href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/front-matter\/hinweise\/\" rel=\"noopener\">zur\u00fcck zum Themen\u00fcberblick<\/a>","rendered":"<p><span class=\"pullquote-right\"><b>\u00abWie kann Bildungsgerechtigkeit gest\u00e4rkt werden?\u00bb<\/b><\/span>Unter Selektion wird die Einteilung von Sch\u00fcler:innen zu verschiedenen Schulformen verstanden:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00dcbertritt in die Sekundarstufe<\/li>\n<li>Selektion in Kleinklassen oder integrative Massnahmen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist ein meritokratisches Ideal, dass die Sch\u00fcler:innen aufgrund ihrer Leistung in entsprechende Schultypen eingeteilt werden sollen. Seit den 1970er-Jahren ist die Bildungsgerechtigkeit wiederholt untersucht worden: Es ist wirklich ein Ideal, in Tat und Wahrheit reproduziert die schulische Selektion soziale Ungleichheiten. Es ist heute noch so, dass die soziale Herkunft sehr stark den Schul- und Ausbildungserfolg beeinflusst<a class=\"footnote\" title=\"Schoch, J. (2024). Schweiz, wir haben ein Problem \u2013 Benachteiligung in der Bildung: Ursachen und L\u00f6sungsans\u00e4tze einer dringlichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderung. Schweizerische Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik , 30(07), 2\u20139. https:\/\/doi.org\/10.57161\/z2024-07-01\" id=\"return-footnote-45-1\" href=\"#footnote-45-1\" aria-label=\"Footnote 1\"><sup class=\"footnote\">[1]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<h2>\u00dcbertritt in die Sekundarstufe<\/h2>\n<p>Schulorganisatorisch sollte die Selektion m\u00f6glichst sp\u00e4t erfolgen. In Bezug darauf ist Liechtenstein mit der Selektion nach der 5. Primarklasse schlecht aufgestellt: Es wird fr\u00fch selektioniert. Dies erfordert umso mehr, sich an folgenden Aspekte zu orientieren:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Leistungserwartung:<\/strong> Eine hohe Leistungserwartung von Lehrpersonen tr\u00e4gt bei, den Zusammenhang der sozialen Herkunft mit demLernerfolg zu reduzieren<a class=\"footnote\" title=\"Hollenstein, Lena, Benita Affolter, und Christian Br\u00fchwiler. 2019. \u201eDie Bedeutung der Leistungserwartung von Lehrpersonen f\u00fcr die Mathematikleistungen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern\u201c. Zeitschrift f\u00fcr Erziehungswissenschaft 22 (4): 791\u2013809.\" id=\"return-footnote-45-2\" href=\"#footnote-45-2\" aria-label=\"Footnote 2\"><sup class=\"footnote\">[2]<\/sup><\/a>. Unterst\u00fctzen Sie Lehrpersonen dabei, auch bei Sch\u00fcler:innen mit tiefem sozio-\u00f6konomischem Status hohe Leistungserwartungen zu haben.<\/li>\n<li><strong>F\u00fcr gleiche Leistung mehr Aufwand:<\/strong> Vielfach hilft daf\u00fcr auch das Verst\u00e4ndnis, dass f\u00fcr die gleiche Leistung Kinder mit tiefem sozio-\u00f6konomischem Status bis anhin viel mehr geleistet haben: Sie haben viel mehr gelernt. F\u00fcr einen solchen Blick ist es wichtig, die individuelle Norm bei der Bewertung zu st\u00e4rken.<\/li>\n<li><strong>Wenig Unterst\u00fctzung von zu Hause &#8211; h\u00f6herer Typ der Sekundarstufe<\/strong>: Teilweise spielt f\u00fcr Lehrpersonen f\u00fcr den Selektionsentscheid auch die Unterst\u00fctzung von zu Hause eine Rolle. Dabei k\u00f6nnte man per Kurzschluss denken, dass Kinder mit besserer Unterst\u00fctzung im Gymnasium erfolgreicher sind. Wenn ein Kind jedoch ohne Unterst\u00fctzung zu einer guten Leistung gekommen ist, ist das eine weitaus gr\u00f6ssere Leistung, als wenn es bis anhin Unterst\u00fctzung hatte. Deshalb sollen Kinder mit guten Noten ohne Unterst\u00fctzung von zu Hause in Klassen mit hoher Leistungsanforderung eingeteilt werden.<\/li>\n<li><b>Elterngespr\u00e4che: <\/b>In Selektionsgespr\u00e4chen spielen Habitus, Selbsteliminierung und Verhandlungsstrategien eine grosse Rolle<a class=\"footnote\" title=\"Hofstetter, D. (2013). Bildungsambitionen in Elterngespr\u00e4chen der 5. Klasse, ein Jahr vor dem \u00dcbertritt in die Orientierungsschule. In E. Wannack, S. Bosshart, A. Eichenberger, M. Fuchs, E. Hardegger, &amp; S. Marti (Hrsg.), 4- bis 12-J\u00e4hrige. Ihre schulischen und ausserschulischen Lern- und Lebenswelten (S. 78\u201386). Waxmann.\" id=\"return-footnote-45-3\" href=\"#footnote-45-3\" aria-label=\"Footnote 3\"><sup class=\"footnote\">[3]<\/sup><\/a>. Machen Sie diese Mechanismen im Team zum Thema, um dem entgegenwirken zu k\u00f6nnen:<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none\">\n<ul>\n<li><em>Habitus und Kapital: <\/em>Eltern mit mehr sozialen Kapital und einem entsprechenden Habitus f\u00fchlen sich kompetenter und nutzen ihre Ressourcen, um aktiv Einfluss zu nehmen.<\/li>\n<li><em>Selbsteliminierung vs. Selbstvertretung: <\/em>Einige Eltern, wie im ersten Beispiel, ziehen sich r\u00fcckhaltend zur\u00fcck und \u00fcbernehmen keine aktive Rolle, w\u00e4hrend andere, wie im zweiten Beispiel, das Gespr\u00e4ch nutzen, um ihre Position zu st\u00e4rken.<\/li>\n<li><em>Interaktion und Verhandlungsstrategie: <\/em>Die Art der Gespr\u00e4chsf\u00fchrung ist unterschiedlich; bei den aktiven Eltern finden Verhandlungen und Konfliktl\u00f6sungen statt, w\u00e4hrend passive Eltern eher Zuh\u00f6rer bleiben.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Notengebung<\/h2>\n<p>Noten scheinen die Leistung klar und vergleichbar abzubilden. Seit der Einf\u00fchrung von Noten werden diese kontrovers diskutiert. Empirisch gekl\u00e4rt ist, dass Noten \u00fcber die Schwelle eines Schulzimmer hinaus keinen verl\u00e4sslichen Vergleichswert besitzen<a class=\"footnote\" title=\"Kronig, W. (2009). Schulnoten - Glasperlen des Bildungssystems.\" id=\"return-footnote-45-4\" href=\"#footnote-45-4\" aria-label=\"Footnote 4\"><sup class=\"footnote\">[4]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Neben zuf\u00e4lligen Aspekten &#8211; in welchem Ort geht das Kind in die Schule, mit welchen Kindern geht es in die Klasse, wie benotet die Lehrperson &#8211; k\u00f6nnen auch systematische Diskriminierungen nachgewiesen werden.\u00a0<strong>M\u00e4dchen<\/strong> erhalten in der Regel f\u00fcr die gleichen Leistungen bessere Noten und <strong>Kinder mit Migrationshintergrund<\/strong> erhalten f\u00fcr die gleichen Leistungen schlechtere Noten. Auch sind die Noten von der Klassenleistung abh\u00e4ngig &#8211; in besseren Klassen erhalten gute Sch\u00fcler:innen im Vergleich zu schlechteren Klassen tiefere Noten<a class=\"footnote\" title=\"Oggenfuss, C., &amp; Wolter, S. C. (2025). Not Just Gender: Multiple and Persistent Grade Biases in Language and Mathematics. European Education, 57(2), 105\u2013117. https:\/\/doi.org\/10.1080\/10564934.2025.2498382\" id=\"return-footnote-45-5\" href=\"#footnote-45-5\" aria-label=\"Footnote 5\"><sup class=\"footnote\">[5]<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"text-align: initial;font-size: 14pt\">Mit dem Projekt <\/span><a style=\"text-align: initial;font-size: 14pt\" href=\"https:\/\/www.llv.li\/de\/landesverwaltung\/schulamt\/bildungsbereiche\/themen-und-projekte\/lernen-sichtbar-machen-lesima-\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abLernen sichtbar machen (Lesima)\u00bb<\/a><span style=\"text-align: initial;font-size: 14pt\"> sind einzelne Schulen daran, die Beurteilungspraxis weiterzuentwickeln. Sie leiten sich vom Grundsatz, dass Lernen mehr ist als Noten. Lerndialoge, Portfolios und Kompetenzraster verhelfen zu einer inhaltlichen und formativen (zukunfts-, und lernprozessgerichteten) Orientierung in der Beurteilungspraxis.<\/span><\/p>\n<div class=\"textbox textbox--examples\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">Instrumente &amp; Materialien<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.llv.li\/de\/landesverwaltung\/schulamt\/bildungsbereiche\/schuelerinnen-und-schueler\/uebertritt-schullaufbahnen\">Informationen des Schulamts<\/a> zum \u00dcbertritt in die Sekundarschule<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"textbox shaded\">\n<p><strong>Schulgesetz (SchulG) Art. 9<sup>a<\/sup>: Orientierung der Eltern im Hinblick auf \u00dcbertritte<\/strong><\/p>\n<p>1) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten haben im Hinblick auf den \u00dcbertritt des Sch\u00fclers in eine berufliche oder weitere schulische Laufbahn Anspruch:<\/p>\n<p>a) \u00fcber das Lern-, Sozial- und Arbeitsverhalten, den Grad der Erreichung von Lernzielen sowie Pr\u00fcfungsergebnisse orientiert zu werden;<\/p>\n<p>b) \u00fcber m\u00f6gliche weitere Bildungswege beraten zu werden.<\/p>\n<p>2) Die Regierung erl\u00e4sst mit Verordnung die n\u00e4heren Bestimmungen. Sie bestimmt mit Verordnung, in welchen F\u00e4llen die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten zur Teilnahme an einem Gespr\u00e4ch verpflichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<p><a class=\"hfh-button hfh-button--flipped hfh-button--secondary hfh-button--animated hfh-button--icon-arrow\" style=\"width: 100%\" href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/front-matter\/hinweise\/\" rel=\"noopener\">zur\u00fcck zum Themen\u00fcberblick<\/a><\/p>\n<hr class=\"before-footnotes clear\" \/><div class=\"footnotes\"><ol><li id=\"footnote-45-1\">Schoch, J. (2024). Schweiz, wir haben ein Problem \u2013 Benachteiligung in der Bildung: Ursachen und L\u00f6sungsans\u00e4tze einer dringlichen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderung. Schweizerische Zeitschrift f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik , 30(07), 2\u20139. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.57161\/z2024-07-01\">https:\/\/doi.org\/10.57161\/z2024-07-01<\/a> <a href=\"#return-footnote-45-1\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 1\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-45-2\">Hollenstein, Lena, Benita Affolter, und Christian Br\u00fchwiler. 2019. \u201eDie Bedeutung der Leistungserwartung von Lehrpersonen f\u00fcr die Mathematikleistungen von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern\u201c. Zeitschrift f\u00fcr Erziehungswissenschaft 22 (4): 791\u2013809. <a href=\"#return-footnote-45-2\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 2\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-45-3\"><a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?sa=i&amp;url=https%3A%2F%2Ffolia.unifr.ch%2Fdocuments%2F312459%2Ffiles%2FHofstetter_Bildungsambitionen_Waxmann.pdf%3Fdownload&amp;psig=AOvVaw0T8l458fkcJib1agJ3T07U&amp;ust=1735737476937000&amp;source=images&amp;cd=vfe&amp;opi=89978449&amp;ved=0CAcQr5oMahcKEwjIrcePjNKKAxUAAAAAHQAAAAAQBA\">Hofstetter, D. (2013). Bildungsambitionen in Elterngespr\u00e4chen der 5. Klasse, ein Jahr vor dem \u00dcbertritt in die Orientierungsschule. In E. Wannack, S. Bosshart, A. Eichenberger, M. Fuchs, E. Hardegger, &amp; S. Marti (Hrsg.), 4- bis 12-J\u00e4hrige. Ihre schulischen und ausserschulischen Lern- und Lebenswelten (S. 78\u201386). Waxmann.<\/a> <a href=\"#return-footnote-45-3\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 3\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-45-4\">Kronig, W. (2009). Schulnoten - Glasperlen des Bildungssystems. <a href=\"#return-footnote-45-4\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 4\">&crarr;<\/a><\/li><li id=\"footnote-45-5\"><a href=\"http:\/\/Oggenfuss, C., &amp; Wolter, S. C. (2025). Not Just Gender: Multiple and Persistent Grade Biases in Language and Mathematics. European Education, 57(2), 105\u2013117. https:\/\/doi.org\/10.1080\/10564934.2025.2498382\">Oggenfuss, C., &amp; Wolter, S. C. (2025). Not Just Gender: Multiple and Persistent Grade Biases in Language and Mathematics. <i>European Education<\/i>, <i>57<\/i>(2), 105\u2013117. https:\/\/doi.org\/10.1080\/10564934.2025.2498382<\/a> <a href=\"#return-footnote-45-5\" class=\"return-footnote\" aria-label=\"Return to footnote 5\">&crarr;<\/a><\/li><\/ol><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWie kann Bildungsgerechtigkeit gest\u00e4rkt werden?\u00bbUnter Selektion wird die Einteilung von Sch\u00fcler:innen zu verschiedenen Schulformen verstanden: \u00dcbertritt in die Sekundarstufe Selektion in Kleinklassen oder integrative Massnahmen Es ist ein meritokratisches Ideal, dass die Sch\u00fcler:innen aufgrund ihrer Leistung in entsprechende Schultypen eingeteilt werden sollen. Seit den 1970er-Jahren ist die Bildungsgerechtigkeit wiederholt untersucht worden: Es ist wirklich ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1472,"menu_order":2,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":[],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[],"license":[],"class_list":["post-45","chapter","type-chapter","status-publish","hentry"],"part":47,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/45","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1472"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/45\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":620,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/45\/revisions\/620"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/47"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/45\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=45"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=45"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=45"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=45"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/tragfaehige-schule\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=45"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}