{"id":122,"date":"2026-04-27T16:23:49","date_gmt":"2026-04-27T14:23:49","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/studiumlehreneurodiversitaet\/?post_type=chapter&#038;p=122"},"modified":"2026-06-11T14:40:29","modified_gmt":"2026-06-11T12:40:29","slug":"merkblatt-autismus-swissuniability","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/studiumlehreneurodiversitaet\/chapter\/merkblatt-autismus-swissuniability\/","title":{"raw":"swissuniability Merkblatt: Studieren mit Autismus-Spektrum-St\u00f6rung","rendered":"swissuniability Merkblatt: Studieren mit Autismus-Spektrum-St\u00f6rung"},"content":{"raw":"<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/studiumlehreneurodiversitaet\/wp-content\/uploads\/sites\/110\/2026\/04\/Informationen_und_didaktische_Hinweise_fuer_Lehrende.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Version als PDF zum Download<\/a>\r\n<h2>Informationen und didaktische Hinweise f\u00fcr Lehrende<\/h2>\r\n<h3>Allgemeine Hinweise<\/h3>\r\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">\u00dcberblick<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">Dieses Merkblatt bietet Lehrenden Informationen f\u00fcr eine offene Kommunikation und ein sachverst\u00e4ndiges Handeln im Kontakt mit Studierenden mit Behinderungen in der Pr\u00e4senzlehre, im Rahmen von begleitetem Selbststudium und im Kontext von Pr\u00fcfen und Beurteilen. Es soll Lehrende sensibilisieren und unterst\u00fctzen. Es tr\u00e4gt dazu bei, die Bed\u00fcrfnisse von betroffenen Studierenden zu erkennen und zu ber\u00fccksichtigen, und somit Menschen mit Behinderungen ein hindernisfreies Studium zu erm\u00f6glichen.<\/div>\r\n<\/div>\r\nStudierende mit Behinderungen haben spezifische studienrelevante Bed\u00fcrfnisse, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar und zudem individuell unterschiedlich sind.\r\n\r\nMenschen mit Behinderungen sind in der Regel Expertinnen bzw. Experten in eigener Sache. Sie wissen aus ihrer (Bildungs-)Biographie, welche technischen, personellen oder didaktischen Anpassungen sie ben\u00f6tigen und mit welchen - oft einfachen - Massnahmen eine Verbesserung ihrer Lern-, Arbeits- und Pr\u00fcfungssituation erreicht werden kann. Fragen Sie einfach nach!\r\n\r\nUm wom\u00f6glich unerkannt gebliebene Bed\u00fcrfnisse (insbesondere von Menschen mit unsichtbaren Behinderungen ) zu ber\u00fccksichtigen, ist es sinnvoll, alle Studierende zu Beginn des Semesters resp. eines Lehrveranstaltungszyklus in Form eines kurzen Hinweises anzusprechen, z.B.:\r\n<blockquote>\"Falls jemand von Ihnen aufgrund einer Behinderung jetzt oder sp\u00e4ter Unterst\u00fctzung braucht, wenden Sie sich bitte am Ende der Lehrveranstaltung oder per Mail an mich.\u201c<\/blockquote>\r\nMit dieser Aussage wird die Privatsph\u00e4re von Studierenden gewahrt und in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen weitere Schritte definiert werden.\r\n\r\nBen\u00f6tigen Studierende aufgrund ihrer Behinderung einen rechtlich garantierten Nachteilsausgleich, wird in der Regel die verantwortliche Stelle der Hochschule entsprechende Abkl\u00e4rungen sowie die Gestaltung und Umsetzung von Nachteilsausgleichsmassnahmen \u00fcbernehmen. Zus\u00e4tzliche Expertise zum Thema Nachteilsausgleich erhalten Sie von den jeweiligen Fachpersonen bzw. Fach-\/Beratungsstellen Ihrer Hochschule. Auf <a href=\"http:\/\/www.swissuniability.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.swissuniability.ch<\/a> gibt es ein Merkblatt zum Prozess Nachteilsausgleich.\r\n<h3>Spezifische Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr Menschen mit einer Autismus-Spektrum-St\u00f6rung<\/h3>\r\nDie bisher gel\u00e4ufigen Typisierungen von Autismus (u.a. fr\u00fchkindlicher Autismus, atypischer Autismus oder Asperger-Syndrom) werden aktuell abgel\u00f6st durch die Bezeichnung Autismus-Spektrum-St\u00f6rung (ASS). Die verschiedenen Auspr\u00e4gungen innerhalb dieses Spektrums sind fliessend und vor allem h\u00f6chst individuell. Es gibt also nicht DIE Form von Autismus oder Asperger.\r\n\r\nMenschen im Autismus-Spektrum nehmen ihre Umwelt \u00abanders\u00bb wahr. Oft orientieren sie sich an Details oder haben M\u00fche, eine Situation ganzheitlich zu erfassen. Daraus resultieren zum Beispiel Bed\u00fcrfnisse nach Reizminderung und R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten. Da manche Schwierigkeiten haben, Stimmungen, nonverbale Signale und ironische Aussagen zu erkennen respektive der Situation angemessen zu deuten, haben viele das Bed\u00fcrfnis nach klaren Ansagen und Aufgabenstellungen.\r\n<h2>Tipps und Empfehlungen f\u00fcr Lehrveranstaltungen, Selbststudium, Pr\u00fcfungen und Leistungsnachweise<\/h2>\r\n<ol>\r\n \t<li>Es ist nicht ratsam, die verschiedenen Betroffenen miteinander zu vergleichen, da die Auspr\u00e4gungen von ASS \u00e4usserst individuell sind. Auch das \u00abAlltagswissen\u00bb, das z.T. aus Filmen wie \u00abRainman\u00bb suggeriert wird, kann sehr irref\u00fchrend sein. Lassen Sie sich die spezifische Symptomatik von den einzelnen Studierenden und\/oder einer ihnen vertrauten Person individuell erkl\u00e4ren.<\/li>\r\n \t<li>Versuchen Sie, die spezifischen Bed\u00fcrfnisse so weit wie m\u00f6glich zu respektieren und werten Sie diese nicht, auch wenn sie Ihnen fremd vorkommen.<\/li>\r\n \t<li>Sprechen und schreiben Sie eindeutig, klar und strukturiert. Versuchen Sie Sprachbilder, Ironie, Floskeln, Smalltalk und unangek\u00fcndigte Themenwechsel zu vermeiden.<\/li>\r\n \t<li>Vermitteln Sie so viel Struktur wie m\u00f6glich und visualisieren Sie eindeutig und pr\u00e4gnant: Stellen Sie wenn immer m\u00f6glich alles digital und im Voraus zur Verf\u00fcgung. Wenn Sie in Ihren Texten und in Ihrer Didaktik mit Advance Organizers arbeiten, kann das den Betroffenen helfen. Stellen Sie die Inhalte immer wieder (visualisiert) in den Gesamtzusammenhang und sorgen Sie f\u00fcr Verkn\u00fcpfungen zum bereits Behandelten (R\u00fcckblick-Ausblick-Querblick).<\/li>\r\n \t<li>Gruppenarbeiten k\u00f6nnen f\u00fcr Studierende mit ASS aufgrund der Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion sehr herausfordernd sein. Versuchen Sie wenn m\u00f6glich Unterst\u00fctzung oder alternative Arbeitsformen anzubieten.<\/li>\r\n \t<li>Menschen aus dem autistischen Spektrum brauchen oft viel mehr Zeit, Ruhe und Erholungspausen, da das Zusammenleben mit anderen Personen und vielen Reizen f\u00fcr sie extrem anstrengend sein kann. Zudem unterst\u00fctzt das Selbststudium in der Regel orts-\/zeitunabh\u00e4ngiges Lernen und kann die Pr\u00e4senzlehre erg\u00e4nzen oder ersetzen.<\/li>\r\n \t<li>Manchmal helfen kreative L\u00f6sungen: z.B. Geh\u00f6rschutz, Arbeitsanweisungen im Voraus aufs Handy \u00fcbermitteln, auch bei Pr\u00e4senzanl\u00e4ssen digital kommunizieren, Ortswechsel und Wechsel der Sozialform fr\u00fchzeitig ank\u00fcndigen, chatten statt eines pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chs etc.<\/li>\r\n \t<li>Wesentliche Punkte f\u00fcr die Betroffenen sind Ruhe, stabile Lichtverh\u00e4ltnisse und gute Luft w\u00e4hrend der Lehrveranstaltungen.<\/li>\r\n \t<li>Versuchen Sie Studierende mit einer ASS nicht zus\u00e4tzlich zu exponieren. Hilfreich kann auch sein, dass sie z.B. die M\u00f6glichkeit erhalten, als letzte zu kommen oder als erste zu gehen.<\/li>\r\n \t<li>Vermeiden Sie nach M\u00f6glichkeit sowohl positive wie negative \u00dcberraschungen wie z.B. Spontan-Tests, unangek\u00fcndigte Exkursionen o.\u00e4.<\/li>\r\n \t<li>Akzeptieren Sie ggf. Begleitpersonen, individuelle Hilfsmittel (z.B. Geh\u00f6rschutz oder Assistenzhunde) sowie z.B. den Anspruch auf den immer gleichen Sitzplatz.<\/li>\r\n \t<li>Versuchen Sie Studierende mit ASS ihren Talenten entsprechend einzusetzen. Oft haben sie F\u00e4higkeiten und Ausdauer bei Routine-Arbeiten oder z.B. bei Datenanalysen, Transkriptionen, Ged\u00e4chtnisleistungen o.\u00e4.<\/li>\r\n \t<li>Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie mit ungesch\u00f6nten, manchmal sozial wenig vertr\u00e4glichen Aussagen, grosser Beharrlichkeit bei Details, M\u00fche mit der Selbstorganisation und teils ungewohntem Sozialverhalten konfrontiert sein k\u00f6nnten. Dies alles ist Teil der Lebenssituation und deren Bew\u00e4ltigung, nicht Provokation oder gar Konfliktsuche.<\/li>\r\n \t<li>Je nach Art der Behinderung brauchen Studierende im Autismus-Spektrum bei Pr\u00fcfungen z.B. eine angepasste Raumsituation oder mehr Ruhepausen. Gestalten Sie zudem bei Leistungsnachweisen mit anspruchsvollen Sozialkontakten (z.B. pers\u00f6nliche Befragungen, Gruppenarbeiten) wenn m\u00f6glich Alternativen mit weniger grossen sozialen Herausforderungen (siehe Nachteilsausgleich).<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<h3>Spezifische Informationen der Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik (HfH)<\/h3>\r\nInformationen zum Nachteilsausgleich und wie ein solcher f\u00fcr Studium, Weiterbildung und Arbeit an der Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik beantragt werden kann finden Sie unter <a href=\"https:\/\/www.hfh.ch\/ausbildung\/auf-einen-blick#nachteilsausgleich\">Heil- und Sonderp\u00e4dagogik studieren - HfH<\/a>","rendered":"<p><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/studiumlehreneurodiversitaet\/wp-content\/uploads\/sites\/110\/2026\/04\/Informationen_und_didaktische_Hinweise_fuer_Lehrende.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Version als PDF zum Download<\/a><\/p>\n<h2>Informationen und didaktische Hinweise f\u00fcr Lehrende<\/h2>\n<h3>Allgemeine Hinweise<\/h3>\n<div class=\"textbox textbox--key-takeaways\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">\u00dcberblick<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">Dieses Merkblatt bietet Lehrenden Informationen f\u00fcr eine offene Kommunikation und ein sachverst\u00e4ndiges Handeln im Kontakt mit Studierenden mit Behinderungen in der Pr\u00e4senzlehre, im Rahmen von begleitetem Selbststudium und im Kontext von Pr\u00fcfen und Beurteilen. Es soll Lehrende sensibilisieren und unterst\u00fctzen. Es tr\u00e4gt dazu bei, die Bed\u00fcrfnisse von betroffenen Studierenden zu erkennen und zu ber\u00fccksichtigen, und somit Menschen mit Behinderungen ein hindernisfreies Studium zu erm\u00f6glichen.<\/div>\n<\/div>\n<p>Studierende mit Behinderungen haben spezifische studienrelevante Bed\u00fcrfnisse, die nicht immer auf den ersten Blick erkennbar und zudem individuell unterschiedlich sind.<\/p>\n<p>Menschen mit Behinderungen sind in der Regel Expertinnen bzw. Experten in eigener Sache. Sie wissen aus ihrer (Bildungs-)Biographie, welche technischen, personellen oder didaktischen Anpassungen sie ben\u00f6tigen und mit welchen &#8211; oft einfachen &#8211; Massnahmen eine Verbesserung ihrer Lern-, Arbeits- und Pr\u00fcfungssituation erreicht werden kann. Fragen Sie einfach nach!<\/p>\n<p>Um wom\u00f6glich unerkannt gebliebene Bed\u00fcrfnisse (insbesondere von Menschen mit unsichtbaren Behinderungen ) zu ber\u00fccksichtigen, ist es sinnvoll, alle Studierende zu Beginn des Semesters resp. eines Lehrveranstaltungszyklus in Form eines kurzen Hinweises anzusprechen, z.B.:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Falls jemand von Ihnen aufgrund einer Behinderung jetzt oder sp\u00e4ter Unterst\u00fctzung braucht, wenden Sie sich bitte am Ende der Lehrveranstaltung oder per Mail an mich.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit dieser Aussage wird die Privatsph\u00e4re von Studierenden gewahrt und in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch k\u00f6nnen weitere Schritte definiert werden.<\/p>\n<p>Ben\u00f6tigen Studierende aufgrund ihrer Behinderung einen rechtlich garantierten Nachteilsausgleich, wird in der Regel die verantwortliche Stelle der Hochschule entsprechende Abkl\u00e4rungen sowie die Gestaltung und Umsetzung von Nachteilsausgleichsmassnahmen \u00fcbernehmen. Zus\u00e4tzliche Expertise zum Thema Nachteilsausgleich erhalten Sie von den jeweiligen Fachpersonen bzw. Fach-\/Beratungsstellen Ihrer Hochschule. Auf <a href=\"http:\/\/www.swissuniability.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.swissuniability.ch<\/a> gibt es ein Merkblatt zum Prozess Nachteilsausgleich.<\/p>\n<h3>Spezifische Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr Menschen mit einer Autismus-Spektrum-St\u00f6rung<\/h3>\n<p>Die bisher gel\u00e4ufigen Typisierungen von Autismus (u.a. fr\u00fchkindlicher Autismus, atypischer Autismus oder Asperger-Syndrom) werden aktuell abgel\u00f6st durch die Bezeichnung Autismus-Spektrum-St\u00f6rung (ASS). Die verschiedenen Auspr\u00e4gungen innerhalb dieses Spektrums sind fliessend und vor allem h\u00f6chst individuell. Es gibt also nicht DIE Form von Autismus oder Asperger.<\/p>\n<p>Menschen im Autismus-Spektrum nehmen ihre Umwelt \u00abanders\u00bb wahr. Oft orientieren sie sich an Details oder haben M\u00fche, eine Situation ganzheitlich zu erfassen. Daraus resultieren zum Beispiel Bed\u00fcrfnisse nach Reizminderung und R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten. Da manche Schwierigkeiten haben, Stimmungen, nonverbale Signale und ironische Aussagen zu erkennen respektive der Situation angemessen zu deuten, haben viele das Bed\u00fcrfnis nach klaren Ansagen und Aufgabenstellungen.<\/p>\n<h2>Tipps und Empfehlungen f\u00fcr Lehrveranstaltungen, Selbststudium, Pr\u00fcfungen und Leistungsnachweise<\/h2>\n<ol>\n<li>Es ist nicht ratsam, die verschiedenen Betroffenen miteinander zu vergleichen, da die Auspr\u00e4gungen von ASS \u00e4usserst individuell sind. Auch das \u00abAlltagswissen\u00bb, das z.T. aus Filmen wie \u00abRainman\u00bb suggeriert wird, kann sehr irref\u00fchrend sein. Lassen Sie sich die spezifische Symptomatik von den einzelnen Studierenden und\/oder einer ihnen vertrauten Person individuell erkl\u00e4ren.<\/li>\n<li>Versuchen Sie, die spezifischen Bed\u00fcrfnisse so weit wie m\u00f6glich zu respektieren und werten Sie diese nicht, auch wenn sie Ihnen fremd vorkommen.<\/li>\n<li>Sprechen und schreiben Sie eindeutig, klar und strukturiert. Versuchen Sie Sprachbilder, Ironie, Floskeln, Smalltalk und unangek\u00fcndigte Themenwechsel zu vermeiden.<\/li>\n<li>Vermitteln Sie so viel Struktur wie m\u00f6glich und visualisieren Sie eindeutig und pr\u00e4gnant: Stellen Sie wenn immer m\u00f6glich alles digital und im Voraus zur Verf\u00fcgung. Wenn Sie in Ihren Texten und in Ihrer Didaktik mit Advance Organizers arbeiten, kann das den Betroffenen helfen. Stellen Sie die Inhalte immer wieder (visualisiert) in den Gesamtzusammenhang und sorgen Sie f\u00fcr Verkn\u00fcpfungen zum bereits Behandelten (R\u00fcckblick-Ausblick-Querblick).<\/li>\n<li>Gruppenarbeiten k\u00f6nnen f\u00fcr Studierende mit ASS aufgrund der Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion sehr herausfordernd sein. Versuchen Sie wenn m\u00f6glich Unterst\u00fctzung oder alternative Arbeitsformen anzubieten.<\/li>\n<li>Menschen aus dem autistischen Spektrum brauchen oft viel mehr Zeit, Ruhe und Erholungspausen, da das Zusammenleben mit anderen Personen und vielen Reizen f\u00fcr sie extrem anstrengend sein kann. Zudem unterst\u00fctzt das Selbststudium in der Regel orts-\/zeitunabh\u00e4ngiges Lernen und kann die Pr\u00e4senzlehre erg\u00e4nzen oder ersetzen.<\/li>\n<li>Manchmal helfen kreative L\u00f6sungen: z.B. Geh\u00f6rschutz, Arbeitsanweisungen im Voraus aufs Handy \u00fcbermitteln, auch bei Pr\u00e4senzanl\u00e4ssen digital kommunizieren, Ortswechsel und Wechsel der Sozialform fr\u00fchzeitig ank\u00fcndigen, chatten statt eines pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chs etc.<\/li>\n<li>Wesentliche Punkte f\u00fcr die Betroffenen sind Ruhe, stabile Lichtverh\u00e4ltnisse und gute Luft w\u00e4hrend der Lehrveranstaltungen.<\/li>\n<li>Versuchen Sie Studierende mit einer ASS nicht zus\u00e4tzlich zu exponieren. Hilfreich kann auch sein, dass sie z.B. die M\u00f6glichkeit erhalten, als letzte zu kommen oder als erste zu gehen.<\/li>\n<li>Vermeiden Sie nach M\u00f6glichkeit sowohl positive wie negative \u00dcberraschungen wie z.B. Spontan-Tests, unangek\u00fcndigte Exkursionen o.\u00e4.<\/li>\n<li>Akzeptieren Sie ggf. Begleitpersonen, individuelle Hilfsmittel (z.B. Geh\u00f6rschutz oder Assistenzhunde) sowie z.B. den Anspruch auf den immer gleichen Sitzplatz.<\/li>\n<li>Versuchen Sie Studierende mit ASS ihren Talenten entsprechend einzusetzen. Oft haben sie F\u00e4higkeiten und Ausdauer bei Routine-Arbeiten oder z.B. bei Datenanalysen, Transkriptionen, Ged\u00e4chtnisleistungen o.\u00e4.<\/li>\n<li>Stellen Sie sich darauf ein, dass Sie mit ungesch\u00f6nten, manchmal sozial wenig vertr\u00e4glichen Aussagen, grosser Beharrlichkeit bei Details, M\u00fche mit der Selbstorganisation und teils ungewohntem Sozialverhalten konfrontiert sein k\u00f6nnten. Dies alles ist Teil der Lebenssituation und deren Bew\u00e4ltigung, nicht Provokation oder gar Konfliktsuche.<\/li>\n<li>Je nach Art der Behinderung brauchen Studierende im Autismus-Spektrum bei Pr\u00fcfungen z.B. eine angepasste Raumsituation oder mehr Ruhepausen. Gestalten Sie zudem bei Leistungsnachweisen mit anspruchsvollen Sozialkontakten (z.B. pers\u00f6nliche Befragungen, Gruppenarbeiten) wenn m\u00f6glich Alternativen mit weniger grossen sozialen Herausforderungen (siehe Nachteilsausgleich).<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Spezifische Informationen der Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik (HfH)<\/h3>\n<p>Informationen zum Nachteilsausgleich und wie ein solcher f\u00fcr Studium, Weiterbildung und Arbeit an der Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik beantragt werden kann finden Sie unter <a href=\"https:\/\/www.hfh.ch\/ausbildung\/auf-einen-blick#nachteilsausgleich\">Heil- und Sonderp\u00e4dagogik studieren &#8211; HfH<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Version als PDF zum Download Informationen und didaktische Hinweise f\u00fcr Lehrende Allgemeine Hinweise \u00dcberblick Dieses Merkblatt bietet Lehrenden Informationen f\u00fcr eine offene Kommunikation und ein sachverst\u00e4ndiges Handeln im Kontakt mit Studierenden mit Behinderungen in der Pr\u00e4senzlehre, im Rahmen von begleitetem Selbststudium und im Kontext von Pr\u00fcfen und Beurteilen. 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