{"id":4,"date":"2024-10-18T09:24:25","date_gmt":"2024-10-18T09:24:25","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/?p=4"},"modified":"2024-12-11T17:30:57","modified_gmt":"2024-12-11T17:30:57","slug":"theoretische-einleitung","status":"publish","type":"front-matter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/front-matter\/theoretische-einleitung\/","title":{"raw":"Theoretische Einf\u00fchrung","rendered":"Theoretische Einf\u00fchrung"},"content":{"raw":"<div>\r\n\r\nDie heterogenen Sprachentwicklungsverl\u00e4ufe von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum variieren von fehlender funktionaler Sprache bis zu besonderen sprachlichen F\u00e4higkeiten bei gleichzeitig bestehenden Problemen in der sozialen Kommunikation (Eberhardt, 2014). Bis zu 30% aller Kinder im Autismus-Spektrum sprechen im Schulalter noch keine oder nur wenige W\u00f6rter und haben h\u00e4ufig Schwierigkeiten, Sprache funktional zu nutzen (Anderson et al., 2007; Norrelgen et al., 2015). Diese Kinder fallen in die Gruppe der minimal verbal kommunizierenden Personen und stehen im Fokus der fr\u00fchen logop\u00e4dischen F\u00f6rderung (AWMF, 2021; M\u00fcller, 2023). Die Handlungsideen und die dazugeh\u00f6rige Orientierungshilfe ORKA sind darauf ausgelegt, Fachpersonen wie Logop\u00e4dinnen und Logop\u00e4den in der Arbeit mit minimal verbal kommunizierenden Kindern zu unterst\u00fctzen (Eckert, L\u00f6tscher, Massie &amp; Braun, 2024).\r\n\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n\r\nInnerhalb der Gruppe der minimal verbal kommunizierenden Personen im Autismus-Spektrum gibt es eine grosse Vielfalt an kommunikativen und sprachlichen F\u00e4higkeiten, weshalb eine individuell angepasste Therapie erforderlich ist. Die charakteristischen Sprachentwicklungsbesonderheiten umfassen vor allem die pr\u00e4verbale und fr\u00fche Sprachentwicklung und die damit einhergehenden Vorl\u00e4uferfertigkeiten. Die beeintr\u00e4chtigte soziale Orientierung und die erschwerte gemeinsame Aufmerksamkeit bei Kindern im Autismus-Spektrum beeinflussen die Entwicklung intentionaler und sprachlicher Kommunikation, einschliesslich des Sprachverst\u00e4ndnisses, sowie des Aufbaus von Laut- und Silbenbildung (M\u00fcller, 2023). Aufgrund der Besonderheiten in der Sprach- und Kommunikationsentwicklung sollte der Fokus der Therapie von der reinen F\u00f6rderung der Verbalsprache zu einer umfassenden F\u00f6rderung der Kommunikationsf\u00e4higkeiten erweitert werden. Dabei geht es darum, nicht nur die sprachlichen F\u00e4higkeiten zu f\u00f6rdern, sondern auch die kommunikativen Vorl\u00e4uferfertigkeiten, die Entwicklung intentionaler Kommunikation und den Einsatz von Hilfsmitteln der Unterst\u00fctzten Kommunikation (Eckert et al., 2024). Die F\u00f6rderung einer multimodalen Kommunikation spielt hierbei eine bedeutende Rolle, da sie verschiedene Kommunikationsformen ber\u00fccksichtigt und den Kindern erm\u00f6glicht, sich vielseitig auszudr\u00fccken.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n\r\nUm die individuellen F\u00e4higkeiten und den spezifischen F\u00f6rderbedarf der Kinder im Autismus-Spektrum gezielt zu erfassen, haben sich spezifische Beobachtungskriterien in der Therapie als n\u00fctzlich und f\u00f6rderlich erwiesen (Eckert et al., 2024). Wie auf Abbildung 1 dargestellt, legt die Orientierungshilfe hierf\u00fcr klare Schwerpunkte fest, wobei der Fokus auf der F\u00f6rderung von Grundfertigkeiten wie gemeinsame Aufmerksamkeit, Imitation und Repr\u00e4sentationsf\u00e4higkeit liegt. Weitere wesentliche Entwicklungsbereiche, die gef\u00f6rdert werden, sind Kommunikationsformen und -funktionen, rezeptiver und expressiver Sprachgebrauch, sowie gemeinsame Aktivit\u00e4ten und Spielverhalten.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_269\" align=\"alignnone\" width=\"1584\"]<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche.png\"><img class=\"wp-image-269 size-full\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche.png\" alt=\"\" width=\"1584\" height=\"960\" \/><\/a> Abbildung 1: F\u00f6rderbereiche der Orientierungshilfe (Eckert et al., 2024)[\/caption]\r\n\r\n<details><summary>Beschreibung der Grafik<\/summary>Die Grafik zeigt eine \u00dcbersicht von Grundfertigkeiten und weiteren Entwicklungsbereichen. Zu den Grundfertigkeiten geh\u00f6ren Aufmerksamkeit, gemeinsame Aufmerksamkeit (durch das Kind oder das Gegen\u00fcber gelenkt), Imitation, Repr\u00e4sentation, Abstraktion und strukturiertes Handeln. Die weiteren Entwicklungsbereiche umfassen gemeinsame Aktivit\u00e4ten, Spielverhalten, Kommunikationsformen und -funktionen, rezeptiven Sprachbereich und expressiven Sprachgebrauch.\r\n\r\n<\/details>Nachdem Sie das Kommunikationsverhalten des Kindes mit ORKA betrachtet haben, wird auf der n\u00e4chsten Seite erl\u00e4utert, wie Sie Schritt f\u00fcr Schritt eine Interventionsplanung erstellen k\u00f6nnen.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div><\/div>","rendered":"<div>\n<p>Die heterogenen Sprachentwicklungsverl\u00e4ufe von Kindern und Jugendlichen im Autismus-Spektrum variieren von fehlender funktionaler Sprache bis zu besonderen sprachlichen F\u00e4higkeiten bei gleichzeitig bestehenden Problemen in der sozialen Kommunikation (Eberhardt, 2014). Bis zu 30% aller Kinder im Autismus-Spektrum sprechen im Schulalter noch keine oder nur wenige W\u00f6rter und haben h\u00e4ufig Schwierigkeiten, Sprache funktional zu nutzen (Anderson et al., 2007; Norrelgen et al., 2015). Diese Kinder fallen in die Gruppe der minimal verbal kommunizierenden Personen und stehen im Fokus der fr\u00fchen logop\u00e4dischen F\u00f6rderung (AWMF, 2021; M\u00fcller, 2023). Die Handlungsideen und die dazugeh\u00f6rige Orientierungshilfe ORKA sind darauf ausgelegt, Fachpersonen wie Logop\u00e4dinnen und Logop\u00e4den in der Arbeit mit minimal verbal kommunizierenden Kindern zu unterst\u00fctzen (Eckert, L\u00f6tscher, Massie &amp; Braun, 2024).<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Innerhalb der Gruppe der minimal verbal kommunizierenden Personen im Autismus-Spektrum gibt es eine grosse Vielfalt an kommunikativen und sprachlichen F\u00e4higkeiten, weshalb eine individuell angepasste Therapie erforderlich ist. Die charakteristischen Sprachentwicklungsbesonderheiten umfassen vor allem die pr\u00e4verbale und fr\u00fche Sprachentwicklung und die damit einhergehenden Vorl\u00e4uferfertigkeiten. Die beeintr\u00e4chtigte soziale Orientierung und die erschwerte gemeinsame Aufmerksamkeit bei Kindern im Autismus-Spektrum beeinflussen die Entwicklung intentionaler und sprachlicher Kommunikation, einschliesslich des Sprachverst\u00e4ndnisses, sowie des Aufbaus von Laut- und Silbenbildung (M\u00fcller, 2023). Aufgrund der Besonderheiten in der Sprach- und Kommunikationsentwicklung sollte der Fokus der Therapie von der reinen F\u00f6rderung der Verbalsprache zu einer umfassenden F\u00f6rderung der Kommunikationsf\u00e4higkeiten erweitert werden. Dabei geht es darum, nicht nur die sprachlichen F\u00e4higkeiten zu f\u00f6rdern, sondern auch die kommunikativen Vorl\u00e4uferfertigkeiten, die Entwicklung intentionaler Kommunikation und den Einsatz von Hilfsmitteln der Unterst\u00fctzten Kommunikation (Eckert et al., 2024). Die F\u00f6rderung einer multimodalen Kommunikation spielt hierbei eine bedeutende Rolle, da sie verschiedene Kommunikationsformen ber\u00fccksichtigt und den Kindern erm\u00f6glicht, sich vielseitig auszudr\u00fccken.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p>Um die individuellen F\u00e4higkeiten und den spezifischen F\u00f6rderbedarf der Kinder im Autismus-Spektrum gezielt zu erfassen, haben sich spezifische Beobachtungskriterien in der Therapie als n\u00fctzlich und f\u00f6rderlich erwiesen (Eckert et al., 2024). Wie auf Abbildung 1 dargestellt, legt die Orientierungshilfe hierf\u00fcr klare Schwerpunkte fest, wobei der Fokus auf der F\u00f6rderung von Grundfertigkeiten wie gemeinsame Aufmerksamkeit, Imitation und Repr\u00e4sentationsf\u00e4higkeit liegt. Weitere wesentliche Entwicklungsbereiche, die gef\u00f6rdert werden, sind Kommunikationsformen und -funktionen, rezeptiver und expressiver Sprachgebrauch, sowie gemeinsame Aktivit\u00e4ten und Spielverhalten.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<figure id=\"attachment_269\" aria-describedby=\"caption-attachment-269\" style=\"width: 1584px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-269 size-full\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche.png\" alt=\"\" width=\"1584\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche.png 1584w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-300x182.png 300w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-1024x621.png 1024w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-768x465.png 768w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-1536x931.png 1536w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-65x39.png 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-225x136.png 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/wp-content\/uploads\/sites\/82\/2024\/10\/Grundfertigkeiten_Entwicklungsbereiche-350x212.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 1584px) 100vw, 1584px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-269\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: F\u00f6rderbereiche der Orientierungshilfe (Eckert et al., 2024)<\/figcaption><\/figure>\n<details>\n<summary>Beschreibung der Grafik<\/summary>\n<p>Die Grafik zeigt eine \u00dcbersicht von Grundfertigkeiten und weiteren Entwicklungsbereichen. 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