{"id":44,"date":"2024-10-18T13:26:42","date_gmt":"2024-10-18T13:26:42","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/?post_type=chapter&#038;p=44"},"modified":"2024-12-11T17:06:08","modified_gmt":"2024-12-11T17:06:08","slug":"das-kind-nimmt-an-gemeinsamen-aktivitaeten-teil-zeigt-freude-daran-und-haelt-den-kontakt-zu-gegenueber-aufrecht","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/chapter\/das-kind-nimmt-an-gemeinsamen-aktivitaeten-teil-zeigt-freude-daran-und-haelt-den-kontakt-zu-gegenueber-aufrecht\/","title":{"raw":"Das Kind nimmt an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten teil, zeigt Freude daran und h\u00e4lt den Kontakt zu Gegen\u00fcber aufrecht.","rendered":"Das Kind nimmt an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten teil, zeigt Freude daran und h\u00e4lt den Kontakt zu Gegen\u00fcber aufrecht."},"content":{"raw":"<div class=\"textbox textbox--examples\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">F\u00f6rderziel<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h1 class=\"no-heading-style\">Das Kind nimmt an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten teil, zeigt Freude daran und h\u00e4lt den Kontakt zu Gegen\u00fcber aufrecht.<\/h1>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div>\r\n\r\nDie folgenden Items aus der Orientierungshilfe beziehen sich auf den F\u00f6rderbereich:\r\n<ul>\r\n \t<li>Das Kind akzeptiert, wenn sich eine andere Person in sein Spiel oder seine Besch\u00e4ftigung einbringt.<\/li>\r\n \t<li>Das Kind folgt der Aufforderung zur Teilnahme an einer gemeinsamen Aktivit\u00e4t, unterst\u00fctzt durch verbale Hinweise, Gesten, Piktogramme oder Gegenst\u00e4nde.<\/li>\r\n \t<li>Das Kind zeigt Freude an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten.<\/li>\r\n \t<li>Das Kind initiiert eine gemeinsame Aktivit\u00e4t mit einer anderen Person.<\/li>\r\n \t<li>Das Kind h\u00e4lt den Kontakt aufrecht, indem es eine Wiederholung oder Fortsetzung einfordern.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nNachdem im ersten Schritt die Interessen des Kindes herausgefunden wurden, geht es nun darum, eine gemeinsame Aktivit\u00e4t entstehen zu lassen. Die gemeinsame Aktivit\u00e4t soll Freude und Spass bringen, sodass die Motivation des Kindes, mit dem Gegen\u00fcber zu interagieren, gest\u00e4rkt wird (Alzrayer, Aldabas, Alhossein &amp; Alharthi, 2021). Wenn das Kind das gemeinsame Spiel als freudvoll erlebt, fordert es m\u00f6glicherweise Wiederholungen ein, indem es Blickkontakt aufnimmt oder andere k\u00f6rpereigene Signale zeigt. Indem die Anforderungen an die Kommunikation f\u00fcr das Kind angemessen und machbar sind, erlebt es, dass es mit seinen kommunikativen Bem\u00fchungen erfolgreich ist und dadurch rasch an sein gew\u00fcnschtes Ziel kommt.\u00a0Durch Wiederholungen von gemeinsamen Handlungen und Aktivit\u00e4ten etablieren sich gemeinsame Routinen. Das Kind baut so eine soziale Erwartungshaltung auf und gewinnt dadurch im sozialen Miteinander an Sicherheit. Soziale Routinen wie Interaktionsspiele haben oftmals einen hohen Aufforderungscharakter, sind jedoch anforderungsarm und sind unabh\u00e4ngig von der genutzten Kommunikationsform (M\u00fclling &amp; Waigand, 2024; Rogers &amp; Dawson, 2014).\u202fSich an den Interessen des Kindes zu orientieren, bedeutet auch, dass die gemeinsamen Sequenzen kurz sein, sich oft wiederholen oder auch oft wechseln k\u00f6nnen (Alzrayer et al., 2021).\r\n\r\nEs folgen praktische Beispiele zur Umsetzung des F\u00f6rderziels:\r\n<ul>\r\n \t<li>Interaktionsspiele oder Singspiele ritualisieren und nach mehreren Wiederholungen eine kurze Pause machen, um zu schauen, ob das Kind Fortsetzung einfordert (z.B. mit Blickkontakt, indem es die Bewegung beginnt oder Laute von sich gibt).<\/li>\r\n \t<li>Die Therapeutin dreht einen Kreisel. Das Kind im Autismus-Spektrum ist auf die Unterst\u00fctzung der Therapeutin angewiesen, um den Kreisel zu drehen und fordert daher Wiederholungen ein, indem es beispielsweise den Kreisen ihre Hand legt. Ein \u00e4hnliches Spiel kann mit Aufziehspielzeuge oder Springfiguren usw. eingef\u00fchrt werden.<\/li>\r\n \t<li>Die Therapeutin dreht einen Kreisel. Das Kind im Autismus-Spektrum ist auf die Unterst\u00fctzung der Therapeutin angewiesen, um den Kreisel zu drehen und fordert daher Wiederholungen ein, indem es beispielsweise den Kreisen ihre Hand legt. Ein \u00e4hnliches Spiel kann mit Aufziehspielzeuge oder Springfiguren usw. eingef\u00fchrt werden.<\/li>\r\n \t<li>Zur Ritualisierung von gemeinsamen Aktivit\u00e4ten eignen sich auch sensumotorische Aktivit\u00e4ten, wie schaukeln oder drehen auf dem Drehstuhl etc. So kann der Drehstuhl beispielsweise angehalten werden und abgewartet werden, ob das Kind eine weitere Drehung durch k\u00f6rpereigene Signale einfordert.<\/li>\r\n \t<li>Bei einem Kind, welches noch nicht intentional und absichtsvoll kommuniziert, geht es in einem ersten Schritt darum, k\u00f6rpereigene Signale des Kindes so zu interpretieren, als ob das Kind eine Wiederholung einer Aktivit\u00e4t m\u00f6chte. Das Kind versteht nach mehrmaligen Wiederholungen, dass es eine Wiederholung gibt, wenn es z.B. mit den Beinen zappelt oder Blickkontakt aufnimmt. So wird das Signal mit den Wiederholungen zu einem zielgerichteten und absichtsvollen Kommunizieren.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nJe nachdem, welche Kommunikationsform (Geb\u00e4rden, Lautsprache, Talker etc.) gef\u00f6rdert werden soll, kann nun im gemeinsamen Spiel ein entsprechendes Angebot gemacht werden. Beispielsweise k\u00f6nnen Wiederholungen mit der Geb\u00e4rde \"nochmals\" oder mit dem verbalen Sprachangebot \"nochmals\" verkn\u00fcpft werden (vgl. Kommunikation und Sprache).\r\n\r\n<\/div>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n[hfh_category_table show_all_levels=true]","rendered":"<div class=\"textbox textbox--examples\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">F\u00f6rderziel<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<h1 class=\"no-heading-style\">Das Kind nimmt an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten teil, zeigt Freude daran und h\u00e4lt den Kontakt zu Gegen\u00fcber aufrecht.<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>Die folgenden Items aus der Orientierungshilfe beziehen sich auf den F\u00f6rderbereich:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Kind akzeptiert, wenn sich eine andere Person in sein Spiel oder seine Besch\u00e4ftigung einbringt.<\/li>\n<li>Das Kind folgt der Aufforderung zur Teilnahme an einer gemeinsamen Aktivit\u00e4t, unterst\u00fctzt durch verbale Hinweise, Gesten, Piktogramme oder Gegenst\u00e4nde.<\/li>\n<li>Das Kind zeigt Freude an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten.<\/li>\n<li>Das Kind initiiert eine gemeinsame Aktivit\u00e4t mit einer anderen Person.<\/li>\n<li>Das Kind h\u00e4lt den Kontakt aufrecht, indem es eine Wiederholung oder Fortsetzung einfordern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nachdem im ersten Schritt die Interessen des Kindes herausgefunden wurden, geht es nun darum, eine gemeinsame Aktivit\u00e4t entstehen zu lassen. Die gemeinsame Aktivit\u00e4t soll Freude und Spass bringen, sodass die Motivation des Kindes, mit dem Gegen\u00fcber zu interagieren, gest\u00e4rkt wird (Alzrayer, Aldabas, Alhossein &amp; Alharthi, 2021). Wenn das Kind das gemeinsame Spiel als freudvoll erlebt, fordert es m\u00f6glicherweise Wiederholungen ein, indem es Blickkontakt aufnimmt oder andere k\u00f6rpereigene Signale zeigt. Indem die Anforderungen an die Kommunikation f\u00fcr das Kind angemessen und machbar sind, erlebt es, dass es mit seinen kommunikativen Bem\u00fchungen erfolgreich ist und dadurch rasch an sein gew\u00fcnschtes Ziel kommt.\u00a0Durch Wiederholungen von gemeinsamen Handlungen und Aktivit\u00e4ten etablieren sich gemeinsame Routinen. Das Kind baut so eine soziale Erwartungshaltung auf und gewinnt dadurch im sozialen Miteinander an Sicherheit. Soziale Routinen wie Interaktionsspiele haben oftmals einen hohen Aufforderungscharakter, sind jedoch anforderungsarm und sind unabh\u00e4ngig von der genutzten Kommunikationsform (M\u00fclling &amp; Waigand, 2024; Rogers &amp; Dawson, 2014).\u202fSich an den Interessen des Kindes zu orientieren, bedeutet auch, dass die gemeinsamen Sequenzen kurz sein, sich oft wiederholen oder auch oft wechseln k\u00f6nnen (Alzrayer et al., 2021).<\/p>\n<p>Es folgen praktische Beispiele zur Umsetzung des F\u00f6rderziels:<\/p>\n<ul>\n<li>Interaktionsspiele oder Singspiele ritualisieren und nach mehreren Wiederholungen eine kurze Pause machen, um zu schauen, ob das Kind Fortsetzung einfordert (z.B. mit Blickkontakt, indem es die Bewegung beginnt oder Laute von sich gibt).<\/li>\n<li>Die Therapeutin dreht einen Kreisel. Das Kind im Autismus-Spektrum ist auf die Unterst\u00fctzung der Therapeutin angewiesen, um den Kreisel zu drehen und fordert daher Wiederholungen ein, indem es beispielsweise den Kreisen ihre Hand legt. Ein \u00e4hnliches Spiel kann mit Aufziehspielzeuge oder Springfiguren usw. eingef\u00fchrt werden.<\/li>\n<li>Die Therapeutin dreht einen Kreisel. Das Kind im Autismus-Spektrum ist auf die Unterst\u00fctzung der Therapeutin angewiesen, um den Kreisel zu drehen und fordert daher Wiederholungen ein, indem es beispielsweise den Kreisen ihre Hand legt. Ein \u00e4hnliches Spiel kann mit Aufziehspielzeuge oder Springfiguren usw. eingef\u00fchrt werden.<\/li>\n<li>Zur Ritualisierung von gemeinsamen Aktivit\u00e4ten eignen sich auch sensumotorische Aktivit\u00e4ten, wie schaukeln oder drehen auf dem Drehstuhl etc. So kann der Drehstuhl beispielsweise angehalten werden und abgewartet werden, ob das Kind eine weitere Drehung durch k\u00f6rpereigene Signale einfordert.<\/li>\n<li>Bei einem Kind, welches noch nicht intentional und absichtsvoll kommuniziert, geht es in einem ersten Schritt darum, k\u00f6rpereigene Signale des Kindes so zu interpretieren, als ob das Kind eine Wiederholung einer Aktivit\u00e4t m\u00f6chte. Das Kind versteht nach mehrmaligen Wiederholungen, dass es eine Wiederholung gibt, wenn es z.B. mit den Beinen zappelt oder Blickkontakt aufnimmt. So wird das Signal mit den Wiederholungen zu einem zielgerichteten und absichtsvollen Kommunizieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je nachdem, welche Kommunikationsform (Geb\u00e4rden, Lautsprache, Talker etc.) gef\u00f6rdert werden soll, kann nun im gemeinsamen Spiel ein entsprechendes Angebot gemacht werden. Beispielsweise k\u00f6nnen Wiederholungen mit der Geb\u00e4rde &#8222;nochmals&#8220; oder mit dem verbalen Sprachangebot &#8222;nochmals&#8220; verkn\u00fcpft werden (vgl. Kommunikation und Sprache).<\/p>\n<\/div>\n<hr \/>\n<table class=\"hfh-category-table\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Entwicklungsbereiche<\/th>\n<\/tr>\n<tr style='border-bottom: 2px solid #F2D1D4;'>\n<td style='background-color: #fbf3f4;'>Gemeinsame Aktivit\u00e4ten und Spiel, Gemeinsame Aktivit\u00e4ten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00f6rderziel Das Kind nimmt an gemeinsamen Aktivit\u00e4ten teil, zeigt Freude daran und h\u00e4lt den Kontakt zu Gegen\u00fcber aufrecht. 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