{"id":116,"date":"2024-10-23T12:56:32","date_gmt":"2024-10-23T12:56:32","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/?post_type=chapter&#038;p=116"},"modified":"2024-12-11T17:17:40","modified_gmt":"2024-12-11T17:17:40","slug":"das-kind-versteht-nomen","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/chapter\/das-kind-versteht-nomen\/","title":{"raw":"Das Kind versteht Nomen.","rendered":"Das Kind versteht Nomen."},"content":{"raw":"<div class=\"textbox textbox--examples\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">F\u00f6rderziel<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h1 class=\"no-heading-style\">Das Kind versteht Nomen.<\/h1>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<details><summary>Grundlagen zum rezeptiven Sprachbereich<\/summary>F\u00fcr den Aufbau des Sprachverst\u00e4ndnisses sind Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit entscheidend (vgl. Gemeinsame Aufmerksamkeit; Gemeinsame Aktivit\u00e4t). Nur in solchen Momenten kann ein Kind ein geh\u00f6rtes Wort auf den bezeichneten Gegenstand oder das bezeichnete Ereignis beziehen. Dies gelingt dem Kind leichter, wenn sein Gegen\u00fcber zu Beginn den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten und seine sprachliche \u00c4usserung darauf bezieht. Wichtig ist auch, die eigenen sprachlichen \u00c4usserungen dem Sprachverst\u00e4ndnisniveau des Kindes anzupassen und dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion zu geben.\r\nFolgende Strategien eignen sich, um die rezeptiven Sprachf\u00e4higkeiten des Kindes zu f\u00f6rdern:\r\n<ul>\r\n \t<li>Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit f\u00fcr sprachlichen Input nutzen.<\/li>\r\n \t<li>Den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten, und W\u00f6rter anbieten f\u00fcr das, worauf das Kind seine Aufmerksamkeit richtet.<\/li>\r\n \t<li>variationsreiche Intonation benutzen<\/li>\r\n \t<li>Stimme\/Sprache so einsetzen, dass das Kind seine Aufmerksamkeit darauf richtet (Lautst\u00e4rke, Tonh\u00f6he usw. den Vorlieben des Kindes anpassen)<\/li>\r\n \t<li>Das Sprachniveau des Kindes beachten und das eigene sprachliche Angebot entsprechend anpassen. D.h. das Sprachangebot sollte entwicklungsproximal sein, also immer ein bisschen komplexer als der aktuelle Sprachstand des Kindes.<\/li>\r\n \t<li>Sprachliche \u00c4usserungen sollten pr\u00e4gnant und klar sein<\/li>\r\n \t<li>W\u00f6rter hochfrequent anbieten<\/li>\r\n \t<li>Eine Reaktion erwarten und abwarten<\/li>\r\n \t<li>Dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion geben<\/li>\r\n \t<li>Wenn das Kind nicht reagiert, Hilfestellungen anbieten<\/li>\r\n \t<li>Visuelle Hilfsmittel einsetzen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/details>Grundlegend f\u00fcr den Aufbau eines ersten Sprachverst\u00e4ndnisses ist, dass Sprache sich auf Ereignisse\/Gegenst\u00e4nde bezieht, die in dem Moment im Aufmerksamkeitsfokus des Kindes stehen. Sprache wird dann in einer reduzierten Form, also z.B. nur ein oder zwei W\u00f6rter auf einmal, pr\u00e4gnant und mit vielen Wiederholungen angeboten (Kannengieser, 2023). Sprache soll f\u00fcr das Kind bedeutungsvoll werden, dies wird dadurch erleichtert, dass sich die sprachlichen \u00c4usserungen am kindlichen Fokus orientieren und indem das sprachliche Angebot in einer Form angeboten wird, die das Kind gut verarbeiten kann. Bei Kindern im Autismus-Spektrum muss manchmal ausprobiert werden, auf welche Art des Sprechens (Tonh\u00f6he, Lautst\u00e4rke, Intonation usw.) das Kind am besten reagiert.\r\nUm das Kind darin zu unterst\u00fctzen, Nomen zu verstehen, eignen sich folgende Strategien:\r\n<ul>\r\n \t<li>Dem Kind vielf\u00e4ltige Erfahrungen mit realen Gegenst\u00e4nden erm\u00f6glichen, diese benennen<\/li>\r\n \t<li>Nach den Prinzipien der Inputspezifizierung vorgehen. D.h. der Wortschatz wird gezielt ausgew\u00e4hlt und dann hochfrequent und in verschiedenen Situationen angeboten. Dabei empfiehlt es sich, W\u00f6rter zu w\u00e4hlen, die im Interessensgebiet des Kindes liegen.<\/li>\r\n \t<li>Bei einem schwierigen Einsetzpuzzle dem Kind verbal sagen, wo welches Teil passt.<\/li>\r\n \t<li>Gemeinsames Anschauen von Bilderb\u00fcchern (im Interessensgebiet des Kindes) Oft sind Bilderb\u00fccher mit Fotos von Gegenst\u00e4nden besonders attraktiv.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n[hfh_category_table show_all_levels=true]","rendered":"<div class=\"textbox textbox--examples\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">F\u00f6rderziel<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<h1 class=\"no-heading-style\">Das Kind versteht Nomen.<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<details>\n<summary>Grundlagen zum rezeptiven Sprachbereich<\/summary>\n<p>F\u00fcr den Aufbau des Sprachverst\u00e4ndnisses sind Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit entscheidend (vgl. Gemeinsame Aufmerksamkeit; Gemeinsame Aktivit\u00e4t). Nur in solchen Momenten kann ein Kind ein geh\u00f6rtes Wort auf den bezeichneten Gegenstand oder das bezeichnete Ereignis beziehen. Dies gelingt dem Kind leichter, wenn sein Gegen\u00fcber zu Beginn den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten und seine sprachliche \u00c4usserung darauf bezieht. Wichtig ist auch, die eigenen sprachlichen \u00c4usserungen dem Sprachverst\u00e4ndnisniveau des Kindes anzupassen und dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion zu geben.<br \/>\nFolgende Strategien eignen sich, um die rezeptiven Sprachf\u00e4higkeiten des Kindes zu f\u00f6rdern:<\/p>\n<ul>\n<li>Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit f\u00fcr sprachlichen Input nutzen.<\/li>\n<li>Den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten, und W\u00f6rter anbieten f\u00fcr das, worauf das Kind seine Aufmerksamkeit richtet.<\/li>\n<li>variationsreiche Intonation benutzen<\/li>\n<li>Stimme\/Sprache so einsetzen, dass das Kind seine Aufmerksamkeit darauf richtet (Lautst\u00e4rke, Tonh\u00f6he usw. den Vorlieben des Kindes anpassen)<\/li>\n<li>Das Sprachniveau des Kindes beachten und das eigene sprachliche Angebot entsprechend anpassen. D.h. das Sprachangebot sollte entwicklungsproximal sein, also immer ein bisschen komplexer als der aktuelle Sprachstand des Kindes.<\/li>\n<li>Sprachliche \u00c4usserungen sollten pr\u00e4gnant und klar sein<\/li>\n<li>W\u00f6rter hochfrequent anbieten<\/li>\n<li>Eine Reaktion erwarten und abwarten<\/li>\n<li>Dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion geben<\/li>\n<li>Wenn das Kind nicht reagiert, Hilfestellungen anbieten<\/li>\n<li>Visuelle Hilfsmittel einsetzen<\/li>\n<\/ul>\n<\/details>\n<p>Grundlegend f\u00fcr den Aufbau eines ersten Sprachverst\u00e4ndnisses ist, dass Sprache sich auf Ereignisse\/Gegenst\u00e4nde bezieht, die in dem Moment im Aufmerksamkeitsfokus des Kindes stehen. Sprache wird dann in einer reduzierten Form, also z.B. nur ein oder zwei W\u00f6rter auf einmal, pr\u00e4gnant und mit vielen Wiederholungen angeboten (Kannengieser, 2023). Sprache soll f\u00fcr das Kind bedeutungsvoll werden, dies wird dadurch erleichtert, dass sich die sprachlichen \u00c4usserungen am kindlichen Fokus orientieren und indem das sprachliche Angebot in einer Form angeboten wird, die das Kind gut verarbeiten kann. Bei Kindern im Autismus-Spektrum muss manchmal ausprobiert werden, auf welche Art des Sprechens (Tonh\u00f6he, Lautst\u00e4rke, Intonation usw.) das Kind am besten reagiert.<br \/>\nUm das Kind darin zu unterst\u00fctzen, Nomen zu verstehen, eignen sich folgende Strategien:<\/p>\n<ul>\n<li>Dem Kind vielf\u00e4ltige Erfahrungen mit realen Gegenst\u00e4nden erm\u00f6glichen, diese benennen<\/li>\n<li>Nach den Prinzipien der Inputspezifizierung vorgehen. D.h. der Wortschatz wird gezielt ausgew\u00e4hlt und dann hochfrequent und in verschiedenen Situationen angeboten. Dabei empfiehlt es sich, W\u00f6rter zu w\u00e4hlen, die im Interessensgebiet des Kindes liegen.<\/li>\n<li>Bei einem schwierigen Einsetzpuzzle dem Kind verbal sagen, wo welches Teil passt.<\/li>\n<li>Gemeinsames Anschauen von Bilderb\u00fcchern (im Interessensgebiet des Kindes) Oft sind Bilderb\u00fccher mit Fotos von Gegenst\u00e4nden besonders attraktiv.<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<table class=\"hfh-category-table\">\n<tbody>\n<tr>\n<th>Entwicklungsbereiche<\/th>\n<\/tr>\n<tr style='border-bottom: 2px solid #F2D1D4;'>\n<td style='background-color: #fbf3f4;'>Kommunikation und Sprache, Rezeptiver Sprachbereich<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00f6rderziel Das Kind versteht Nomen. Grundlagen zum rezeptiven Sprachbereich F\u00fcr den Aufbau des Sprachverst\u00e4ndnisses sind Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit entscheidend (vgl. Gemeinsame Aufmerksamkeit; Gemeinsame Aktivit\u00e4t). 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