{"id":112,"date":"2024-10-23T12:51:57","date_gmt":"2024-10-23T12:51:57","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/?post_type=chapter&#038;p=112"},"modified":"2024-12-11T17:18:18","modified_gmt":"2024-12-11T17:18:18","slug":"das-kind-versteht-einfache-gebaerden-und-gesten","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/orka\/chapter\/das-kind-versteht-einfache-gebaerden-und-gesten\/","title":{"raw":"Das Kind versteht einfache Geb\u00e4rden und Gesten.","rendered":"Das Kind versteht einfache Geb\u00e4rden und Gesten."},"content":{"raw":"<div class=\"textbox textbox--examples\"><header class=\"textbox__header\">\r\n<p class=\"textbox__title\">F\u00f6rderziel<\/p>\r\n\r\n<\/header>\r\n<div class=\"textbox__content\">\r\n<h1 class=\"no-heading-style\">Das Kind versteht einfache Geb\u00e4rden und Gesten.<\/h1>\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<details><summary>Grundlagen zum rezeptiven Sprachbereich<\/summary>F\u00fcr den Aufbau des Sprachverst\u00e4ndnisses sind Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit entscheidend (vgl. Gemeinsame Aufmerksamkeit; Gemeinsame Aktivit\u00e4t). Nur in solchen Momenten kann ein Kind ein geh\u00f6rtes Wort auf den bezeichneten Gegenstand oder das bezeichnete Ereignis beziehen. Dies gelingt dem Kind leichter, wenn sein Gegen\u00fcber zu Beginn den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten und seine sprachliche \u00c4usserung darauf bezieht. Wichtig ist auch, die eigenen sprachlichen \u00c4usserungen dem Sprachverst\u00e4ndnisniveau des Kindes anzupassen und dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion zu geben.\r\nFolgende Strategien eignen sich, um die rezeptiven Sprachf\u00e4higkeiten des Kindes zu f\u00f6rdern:\r\n<ul>\r\n \t<li>Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit f\u00fcr sprachlichen Input nutzen.<\/li>\r\n \t<li>Den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten, und W\u00f6rter anbieten f\u00fcr das, worauf das Kind seine Aufmerksamkeit richtet.<\/li>\r\n \t<li>variationsreiche Intonation benutzen<\/li>\r\n \t<li>Stimme\/Sprache so einsetzen, dass das Kind seine Aufmerksamkeit darauf richtet (Lautst\u00e4rke, Tonh\u00f6he usw. den Vorlieben des Kindes anpassen)<\/li>\r\n \t<li>Das Sprachniveau des Kindes beachten und das eigene sprachliche Angebot entsprechend anpassen. D.h. das Sprachangebot sollte entwicklungsproximal sein, also immer ein bisschen komplexer als der aktuelle Sprachstand des Kindes.<\/li>\r\n \t<li>Sprachliche \u00c4usserungen sollten pr\u00e4gnant und klar sein<\/li>\r\n \t<li>W\u00f6rter hochfrequent anbieten<\/li>\r\n \t<li>Eine Reaktion erwarten und abwarten<\/li>\r\n \t<li>Dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion geben<\/li>\r\n \t<li>Wenn das Kind nicht reagiert, Hilfestellungen anbieten<\/li>\r\n \t<li>Visuelle Hilfsmittel einsetzen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<\/details>Kinder ben\u00f6tigen wiederkehrende Erfahrungen mit Gesten\/Geb\u00e4rden um ihre Bedeutung verstehen zu lernen. Das heisst, es ist grundlegend, dass das Kind den Gebrauch von Geb\u00e4rden in der Kommunikation bei seinen Bezugspersonen\/Therapeut:innen sieht und erlebt. Als erster Schritt verwenden also die Gespr\u00e4chspartner:innen des Kindes Geb\u00e4rden. Und zwar unabh\u00e4ngig davon, ob das Kind diese beachtet oder nicht (Casta\u00f1eda, Fr\u00f6hlich &amp; Waigand,\u00a0 2017). Um das Verst\u00e4ndnis neuer Geb\u00e4rden zu erleichtern, empfiehlt es sich, mit sogenannten Fokusw\u00f6rtern zu arbeiten. D.h. er werden \u00fcber einige Wochen ca. 4-5 Geb\u00e4rden hochfrequent in unterschiedlichen Situationen angeboten (vgl. Sachse &amp; Willke, 2020).\u00a0Deswegen eignen sich aufgebaute Spielroutinen und Rituale gut f\u00fcr ihre Einf\u00fchrung. Z.B. kann jede T\u00e4tigkeit, die abgeschlossen wird, mit der Geb\u00e4rde f\u00fcr \u201cfertig\u201d begleitet werden. Oder alle T\u00e4tigkeiten, die wiederholt werden, mit der Geb\u00e4rde f\u00fcr \u201cnoch einmal\u201d (vgl. Gemeinsame Aktivit\u00e4ten).\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n[hfh_category_table show_all_levels=true]","rendered":"<div class=\"textbox textbox--examples\">\n<header class=\"textbox__header\">\n<p class=\"textbox__title\">F\u00f6rderziel<\/p>\n<\/header>\n<div class=\"textbox__content\">\n<h1 class=\"no-heading-style\">Das Kind versteht einfache Geb\u00e4rden und Gesten.<\/h1>\n<\/div>\n<\/div>\n<details>\n<summary>Grundlagen zum rezeptiven Sprachbereich<\/summary>\n<p>F\u00fcr den Aufbau des Sprachverst\u00e4ndnisses sind Momente der gemeinsamen Aufmerksamkeit entscheidend (vgl. Gemeinsame Aufmerksamkeit; Gemeinsame Aktivit\u00e4t). Nur in solchen Momenten kann ein Kind ein geh\u00f6rtes Wort auf den bezeichneten Gegenstand oder das bezeichnete Ereignis beziehen. Dies gelingt dem Kind leichter, wenn sein Gegen\u00fcber zu Beginn den Aufmerksamkeitsfokus des Kindes beachten und seine sprachliche \u00c4usserung darauf bezieht. 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D.h. das Sprachangebot sollte entwicklungsproximal sein, also immer ein bisschen komplexer als der aktuelle Sprachstand des Kindes.<\/li>\n<li>Sprachliche \u00c4usserungen sollten pr\u00e4gnant und klar sein<\/li>\n<li>W\u00f6rter hochfrequent anbieten<\/li>\n<li>Eine Reaktion erwarten und abwarten<\/li>\n<li>Dem Kind gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr eine Reaktion geben<\/li>\n<li>Wenn das Kind nicht reagiert, Hilfestellungen anbieten<\/li>\n<li>Visuelle Hilfsmittel einsetzen<\/li>\n<\/ul>\n<\/details>\n<p>Kinder ben\u00f6tigen wiederkehrende Erfahrungen mit Gesten\/Geb\u00e4rden um ihre Bedeutung verstehen zu lernen. Das heisst, es ist grundlegend, dass das Kind den Gebrauch von Geb\u00e4rden in der Kommunikation bei seinen Bezugspersonen\/Therapeut:innen sieht und erlebt. Als erster Schritt verwenden also die Gespr\u00e4chspartner:innen des Kindes Geb\u00e4rden. 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