{"id":68,"date":"2026-04-27T10:26:50","date_gmt":"2026-04-27T08:26:50","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/nachhaltigkeit\/?post_type=chapter&#038;p=68"},"modified":"2026-05-22T14:50:53","modified_gmt":"2026-05-22T12:50:53","slug":"bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/nachhaltigkeit\/chapter\/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung\/","title":{"raw":"Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung","rendered":"Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung"},"content":{"raw":"Die Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein handlungsorientiertes Bildungskonzept, das Menschen jeden Alters dabei unterst\u00fctzt, sich zu bef\u00e4higen, die Auswirkungen ihres Handelns auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. BNE vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen, Werte und interdisziplin\u00e4res Verst\u00e4ndnis, die f\u00fcr nachhaltige Gestaltung und Partizipation notwendig sind. BNE ist mittlerweile auf allen Bildungsstufen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, in den Curricula angekommen.\r\n\r\nBNE hat drei tiefe Wurzeln, an denen Hochschulbildung ganz besonders gut ankn\u00fcpft: Wissenschaft, normative Orientierung (Ethik) und emanzipatorischer Bildungsauftrag (HOCHN, Leitfaden Lehre, S. 30).\r\n\r\nDie Notwendigkeit von NE wird durch zahlreiche (nachhaltigkeits-)wissenschaftliche Erkenntnisse gest\u00fctzt. (B)NE beruht aber ebenso auf normativen Grundlagen (z.B. menschliches Leben auf der Erde ist erhaltens- und f\u00f6rdernswert). Diese normativen Setzungen sind gut begr\u00fcndet, z. B. im Diskurs der Menschenrechte, und werden auch gegenw\u00e4rtig weiterentwickelt, z. B. in Diskursen der Dekolonialit\u00e4t, der Gerechtigkeitstheorien, der Tierethik oder Umweltethik. \u00abDie ethische Frage \u00abwas sollen wir tun\u00bb, aber auch \u00abwas sollen wir k\u00f6nnen\u00bb wird im Diskurs der Nachhaltigen Entwicklung also innerhalb bestimmter normativer Rahmungen ausgehandelt, interpretiert und immer wieder neu beantwortet\u00bb (ebd., S. 30). Die deskriptive wissenschaftliche Fundierung und die normative Fundierung (SDG\u2019s) sollen im Kontext der BNE verbunden werden. Als dritter Aspekt ist BNE auch ein Bildungsauftrag, der in s\u00e4kularen, freiheitlich-demokratischen Staaten ein emanzipatorischer ist. Studierende sollen selbst kritisch denken, Informationen bewerten, begr\u00fcndet argumentieren, Konsequenzen bedenken, bewusst entscheiden und verantwortlich handeln lernen (ebd., S. 30). Nachhaltige Entwicklung soll also nicht als \u00abdie Antwort\u00bb betrachtet werden. Sie ist zu begreifen, als ein in demokratischen Prozessen entstandenen Antwortdiskurs auf die dr\u00e4ngenden Fragen unserer Zeit, den die Studierenden mitgestalten k\u00f6nnen (ebd., S. 30).","rendered":"<p>Die Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein handlungsorientiertes Bildungskonzept, das Menschen jeden Alters dabei unterst\u00fctzt, sich zu bef\u00e4higen, die Auswirkungen ihres Handelns auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. BNE vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen, Werte und interdisziplin\u00e4res Verst\u00e4ndnis, die f\u00fcr nachhaltige Gestaltung und Partizipation notwendig sind. BNE ist mittlerweile auf allen Bildungsstufen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, in den Curricula angekommen.<\/p>\n<p>BNE hat drei tiefe Wurzeln, an denen Hochschulbildung ganz besonders gut ankn\u00fcpft: Wissenschaft, normative Orientierung (Ethik) und emanzipatorischer Bildungsauftrag (HOCHN, Leitfaden Lehre, S. 30).<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit von NE wird durch zahlreiche (nachhaltigkeits-)wissenschaftliche Erkenntnisse gest\u00fctzt. (B)NE beruht aber ebenso auf normativen Grundlagen (z.B. menschliches Leben auf der Erde ist erhaltens- und f\u00f6rdernswert). Diese normativen Setzungen sind gut begr\u00fcndet, z. B. im Diskurs der Menschenrechte, und werden auch gegenw\u00e4rtig weiterentwickelt, z. B. in Diskursen der Dekolonialit\u00e4t, der Gerechtigkeitstheorien, der Tierethik oder Umweltethik. \u00abDie ethische Frage \u00abwas sollen wir tun\u00bb, aber auch \u00abwas sollen wir k\u00f6nnen\u00bb wird im Diskurs der Nachhaltigen Entwicklung also innerhalb bestimmter normativer Rahmungen ausgehandelt, interpretiert und immer wieder neu beantwortet\u00bb (ebd., S. 30). Die deskriptive wissenschaftliche Fundierung und die normative Fundierung (SDG\u2019s) sollen im Kontext der BNE verbunden werden. Als dritter Aspekt ist BNE auch ein Bildungsauftrag, der in s\u00e4kularen, freiheitlich-demokratischen Staaten ein emanzipatorischer ist. Studierende sollen selbst kritisch denken, Informationen bewerten, begr\u00fcndet argumentieren, Konsequenzen bedenken, bewusst entscheiden und verantwortlich handeln lernen (ebd., S. 30). Nachhaltige Entwicklung soll also nicht als \u00abdie Antwort\u00bb betrachtet werden. Sie ist zu begreifen, als ein in demokratischen Prozessen entstandenen Antwortdiskurs auf die dr\u00e4ngenden Fragen unserer Zeit, den die Studierenden mitgestalten k\u00f6nnen (ebd., S. 30).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein handlungsorientiertes Bildungskonzept, das Menschen jeden Alters dabei unterst\u00fctzt, sich zu bef\u00e4higen, die Auswirkungen ihres Handelns auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. BNE vermittelt nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen, Werte und interdisziplin\u00e4res Verst\u00e4ndnis, die f\u00fcr nachhaltige Gestaltung und Partizipation notwendig sind. 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