{"id":62,"date":"2024-10-10T17:04:33","date_gmt":"2024-10-10T15:04:33","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/?post_type=chapter&#038;p=62"},"modified":"2025-03-05T12:56:45","modified_gmt":"2025-03-05T11:56:45","slug":"einleitung","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/chapter\/einleitung\/","title":{"raw":"Einleitung: FI und Unterricht","rendered":"Einleitung: FI und Unterricht"},"content":{"raw":"Viele Studien, in denen flexible Interviews eingesetzt werden, finden in Laborsituationen statt. Die so gewonnenen Einsichten sind\u00a0<em>klinische<\/em> (Bliss, 2010). Grossen &amp; Bell (2001)\u00a0belegten, dass isolierte Definitionen von Aufgaben und experimentellen Inszenierungen \u00fcberwunden werden m\u00fcssten. Das Sprachspiel der Forscher und das Sprachspiel des Kindes definieren und gestalten Aufgaben unterschiedlich. Mehrdeutigkeit, Mehrperspektivit\u00e4t, Heterochronizit\u00e4t, Emotion und Relation spielen sowohl im Labor wie auch im Klassenraum fundamentale Rollen. Das bedeutet, dass das FI weder in der Forschung noch in der P\u00e4dagogik eine Methode der linearen Erkenntnisgewinnung ist (vgl. Piaget, 1996). Mast &amp; Ginsburg (2010) fanden heraus, dass das FI im modernen Fortbildungsprogramm der Lesson Study dazu beitr\u00e4gt, dass die Transmissionsp\u00e4dagogik (vgl. Wink, 2011) \u00fcberwunden werden kann. Die PHK hat eine interessante Einf\u00fchrung in die Lesson Study zur Verf\u00fcgung gestellt:<img class=\"alignnone size-full wp-image-462\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl.png\" alt=\"\" width=\"461\" height=\"88\" \/>\r\n\r\nDie Integration der Methode in den Unterricht ist ein anspruchsvolles, systemisches Projekt.\u00a0Dies bedeutet, dass der Fokus nicht nur auf der isolierten und verordneten Interaktion und Kognition innerhalb einer Fachdisziplin liegt, sondern auf dem Unterricht als System, auf den Wechselwirkungen zwischen dem Thema, den Teilsystemen und dem Gesamtsystem. Anders formuliert geht es um den kritisch-konstruktiven Weg vom Klinischen \u00fcber das Psychologische zum P\u00e4dagogischen. Die Genese systemischer P\u00e4dagogik erfordert Interdisziplinarit\u00e4t und Arbeit von Gruppen (siehe Lesson Study). Das FI ist dabei sowohl ein p\u00e4dagogisches Werkzeug als auch Teil der Aktionsforschung. Lehrpersonen und Schulpsychologen sind nicht mehr Spender linearer Lehrg\u00e4nge bzw. linearer Diagnosen \u00fcber das Lernen. Sie sind, um es mit Cuomo (2007) zu umschreiben, \"registi del vento e mediatori dell'apprendimento\" (Regisseure des Windes und Mediatoren des Lernens). Der Schulraum ist eher Labor als St\u00e4tte des Konsums oder anderer Konditionierungen. Der Laborbegriff bezieht sich auf erzieherische und didaktische Orientierungen und nicht auf lineare Programme bzw. linear aufgefasste Pr\u00e4parationen (vgl. Piaget, 1996; Le Bohec, 1997; Cuomo, 2007; Matvievski, 2010;\u00a0<a href=\"http:\/\/www.meirieu.com\/EDUCATION%20EN%20QUESTION\/cousinet.mp4\">Cousinet<\/a>, zit. nach Schneider, 2016).<img class=\"alignnone size-full wp-image-463\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/Klasse_FI.jpg\" alt=\"\" width=\"448\" height=\"309\" \/>\r\n\r\n<span class=\"story\">Abbildung:\u00a0<em>FI im Unterricht integrieren<\/em><\/span>\r\n\r\nWenn Schulpsychologen und Heilp\u00e4dagogen flexible Interviews in den Unterricht integrieren, kann gew\u00e4hrleistet werden, dass die Diagnostik und die Prozessbegleitung \u00f6kologischer oder koh\u00e4renter im und zum Kontext der P\u00e4dagogik sind.\r\n\r\nDie Abbildung zeigt die von Bliss (2010) geschilderte Forschungssituation der Genfer Schule. Die Forscher befanden sich zwar in der Schule, aber nicht im Unterricht. \u00c4hnlich ist die Situation, wenn Schulpsychologen oder Heilp\u00e4dagoginnen im Schulhaus arbeiten, sich aber nicht in die Unterrichtssituation integrieren und diese auch nicht erforschen.. Die Integration der Methode soll die p\u00e4dagogische Arbeit dynamisieren.\r\n\r\nDie Methode unterst\u00fctzt P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen im Unterricht wie folgt:\r\n<ul>\r\n \t<li>FI sind\u00a0<em>pr\u00e4parierte und wissenschaftlich erforschte, offene Aufgaben aus Fachdisziplinen und Projekten<\/em>.<\/li>\r\n \t<li>-FI erm\u00f6glichen Lehrpersonen und Schulpsychologen, Unterrichtsprozesse integral zu erforschen und zu entwickeln.<\/li>\r\n \t<li>\u00a0FI f\u00f6rdern Kommunikation, Relation, Kooperation und Einsicht f\u00fcr alle Beteiligten.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDie Methode bewirkt, dass die schulische Heilp\u00e4dagogik und die Schulpsychologie integrierte Ressourcen des Unterrichts und der Schuleinheiten werden. Jetzt wird Inklusion gemeinsam entwickelt. Die Methode st\u00e4rkt das Schulsystem, die Familien sowie die Forschung und Entwicklung, dass sie sich besser auf die p\u00e4dagogische Aufgabe einlassen k\u00f6nnen (siehe UNO Behindertenrechtskonvention, Art. 24 Bildung).\r\n\r\nDanilo Dolcis Ansatz der\u00a0reziproken M\u00e4eutik\u00a0dynamisiert und vertieft die systemische Sicht auf das flexible Interview, sei es im p\u00e4dagogischen wie auch im psychologischen Feld (vgl. Dolci, 2011; Fasce &amp; Vigilante, 2011). Dolci hatte mit Piaget freundschaftlich zusammengearbeitet (vgl. Fasce &amp; Vigilante, 2011; Pepe, 1997). Bez\u00fcge zur reziproken M\u00e4eutik sind in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.hfh.ch\/shop\/produkt\/mathematik-kurztest-mkt-1-9\">LeMa-Methode (Lesen und Mathematisieren, vgl. Meyer &amp; Wyder, 2017)<\/a>\u00a0sowie im Rollenspiel: \"Ich bin dein Taschenrechner\" (IbdT,\u00a0<a href=\"https:\/\/flexiinterview.blogspot.com\/2019\/05\/ich-bin-dein-taschenrechner-kritische.html\">vgl. Meyer, 2019<\/a>) entwickelt worden.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Extras<\/h2>\r\nEin Bild von dem Dampfschiff f\u00fcr szenische Spiele (Gisler, 2009, S. 16)\r\n\r\n<img class=\"alignnone size-full wp-image-467\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/schiffe.jpg\" alt=\"\" width=\"277\" height=\"280\" \/>\r\n\r\n<span class=\"story\">Ein Bild vom Autorennen (Lanthaler-Schuler, 2007)<\/span>\r\n<div id=\"advert\">\r\n<div align=\"left\">\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-466\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/rampe.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"218\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a class=\"story\" href=\"https:\/\/archiv.apaek.uni-frankfurt.de\/\">Archiv f\u00fcr p\u00e4dagogische Kasuistik<\/a>\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n&nbsp;\r\n\r\n[private]\u00a0 Link nicht gefunden\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/www.google.ch\/url?sa=t&amp;rct=j&amp;q=&amp;esrc=s&amp;source=web&amp;cd=2&amp;ved=0ahUKEwjSnu7yteTRAhXJzxQKHQSxCg0QFggoMAE&amp;url=http%3A%2F%2Ffreinet-kooperative.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2014%2F11%2FVerst_heisst_Wiederf.pdf&amp;usg=AFQjCNHQVien8a8WBsA9ttx8EGfL6yek6g&amp;cad=rja\">Weiterleitungshinweis<\/a>\r\n<div id=\"advert\">\r\n<div align=\"left\">\r\n\r\n<img class=\"alignnone wp-image-465\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/LeBohec_Verstehen.png\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"293\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n[\/private]\r\n\r\n<\/div>\r\n&nbsp;\r\n\r\n<\/div>\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;","rendered":"<p>Viele Studien, in denen flexible Interviews eingesetzt werden, finden in Laborsituationen statt. Die so gewonnenen Einsichten sind\u00a0<em>klinische<\/em> (Bliss, 2010). Grossen &amp; Bell (2001)\u00a0belegten, dass isolierte Definitionen von Aufgaben und experimentellen Inszenierungen \u00fcberwunden werden m\u00fcssten. Das Sprachspiel der Forscher und das Sprachspiel des Kindes definieren und gestalten Aufgaben unterschiedlich. Mehrdeutigkeit, Mehrperspektivit\u00e4t, Heterochronizit\u00e4t, Emotion und Relation spielen sowohl im Labor wie auch im Klassenraum fundamentale Rollen. Das bedeutet, dass das FI weder in der Forschung noch in der P\u00e4dagogik eine Methode der linearen Erkenntnisgewinnung ist (vgl. Piaget, 1996). Mast &amp; Ginsburg (2010) fanden heraus, dass das FI im modernen Fortbildungsprogramm der Lesson Study dazu beitr\u00e4gt, dass die Transmissionsp\u00e4dagogik (vgl. Wink, 2011) \u00fcberwunden werden kann. Die PHK hat eine interessante Einf\u00fchrung in die Lesson Study zur Verf\u00fcgung gestellt:<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-462\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl.png\" alt=\"\" width=\"461\" height=\"88\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl.png 461w, https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl-300x57.png 300w, https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl-65x12.png 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl-225x43.png 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/PHK_Viktor_Frankl-350x67.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 461px) 100vw, 461px\" \/><\/p>\n<p>Die Integration der Methode in den Unterricht ist ein anspruchsvolles, systemisches Projekt.\u00a0Dies bedeutet, dass der Fokus nicht nur auf der isolierten und verordneten Interaktion und Kognition innerhalb einer Fachdisziplin liegt, sondern auf dem Unterricht als System, auf den Wechselwirkungen zwischen dem Thema, den Teilsystemen und dem Gesamtsystem. 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Meyer &amp; Wyder, 2017)<\/a>\u00a0sowie im Rollenspiel: &#8222;Ich bin dein Taschenrechner&#8220; (IbdT,\u00a0<a href=\"https:\/\/flexiinterview.blogspot.com\/2019\/05\/ich-bin-dein-taschenrechner-kritische.html\">vgl. 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