{"id":38,"date":"2024-08-26T14:06:36","date_gmt":"2024-08-26T12:06:36","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/?post_type=chapter&#038;p=38"},"modified":"2025-03-05T10:44:44","modified_gmt":"2025-03-05T09:44:44","slug":"das-flexible-interview-und-die-forschung","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/chapter\/das-flexible-interview-und-die-forschung\/","title":{"raw":"Das flexible Interview und die Forschung","rendered":"Das flexible Interview und die Forschung"},"content":{"raw":"<em>\"Stets haben wir es mit derselben methodologischen Definition zu tun: Sage mir, wie man dich sucht, und ich sage dir, was du bist\" (Bachelard, 1988, S.138).<\/em>\r\n\r\nWie entwickeln sich das Erkennen und das Verstehen bei Kindern und Jugendlichen? Bis wie weit reichen das intellektuelle und das moralische Bewusstsein? Das waren Leitfragen von Piagets Intelligenzforschung. Damit waren auch die Inhalte, die Strukturen und die Funktionen intelligenten Verhaltens gemeint (siehe Ginsburg und Opper, 2004). Diese\u00a0<em>offene Definition von Intelligenz<\/em>\u00a0\u00e4hnelt in gewisser Weise dem mehrdimensionalen Ansatz von Gardner (2005). Was hier besch\u00e4ftigt, ist weniger die Vielfalt der Definitionen von Intelligenz oder der popul\u00e4rwissenschaftliche Abschied vom IQ. Alle Theorien der Intelligenz basieren auf\u00a0<a href=\"http:\/\/plato.stanford.edu\/entries\/epistemology\/\">Erkenntnistheorie<\/a>. Diese sucht Antworten auf die Fragen, was ist intelligentes Verhalten eigentlich und mit welchen Fragen und Vermutungen begegne ich diesem Erkenntnisobjekt? Die empirische Auseinandersetzung mit intelligentem Verhalten wird mit Hilfe von Methoden organisiert und geregelt. Und w\u00e4hlte Piaget und seine Mitarbeiter*innen einen Weg, der verglichen werden kann mit der Entwicklung der Psychoanalyse. In Anlehnung an Bachelard (1988) kann von einer<em>\u00a0freien \/ befreienden Suche<\/em>\u00a0des Erkenntnisobjekts \u2018Intelligenzentwicklung\u2019 gesprochen werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/FI_Dreieck-1-300x164.gif\">Die Methode<\/a>\u00a0besteht wie erw\u00e4hnt aus der flexiblen Verwendung der Beobachtung, der Befragung, des Experiments und des Tests. Ginsburg und Opper (2004, S. 150f.) streichen vier Bausteine der Methode heraus:\r\n<ul>\r\n \t<li>Die Fragen des Versuchsleiters beziehen sich auf konkrete und vorliegende Gegenst\u00e4nde oder Ereignisse.<\/li>\r\n \t<li>Das Kind kann die Antworten durch Manipulation der Gegenst\u00e4nde zum Ausdruck bringen.<\/li>\r\n \t<li>\u00a0Der Versuchsleiter kann Standpunkte des Kindes mit Gegenargumenten oder Gegenvorschl\u00e4gen infrage stellen.<\/li>\r\n \t<li>Die Versuchsleiterin kann die Fragen fortlaufend ver\u00e4ndern, so wie es die Situation erfordert.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDie Methode will bedeutsame Erfahrungen erm\u00f6glichen, auf denen man in der psychologischen und der p\u00e4dagogischen Arbeit aufbauen kann. Die Methode l\u00e4sst sich einfach in Berufsalltage integrieren, v.a. im Sinn der Aktionsforschung. Sie f\u00f6rdert die Prozessorientierung in der P\u00e4dagogik und leistet gleichzeitig wesentliche Beitr\u00e4ge f\u00fcr die qualitative Sozialforschung und die qualitative Entwicklungspsychologie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.qualitative-research.net\/index.php\/fqs\/article\/view\/1120\/2485#g1\">(Mey, 2000;\u00a0<\/a><a href=\"http:\/\/www.qualitative-research.net\/index.php\/fqs\/article\/view\/977\">Kleining &amp; Witt, 2001;\u00a0<\/a><a href=\"http:\/\/www.qualitative-research.net\/index.php\/fqs\/article\/view\/72\">Diriw\u00e4chter &amp; Valsiner, 2006)<\/a>.\r\n\r\n\"In general, any fundamentally new approach to a scientific problem inevitably leads to new methods of investigation and analysis. The invention of new methods that are adequate to the new ways in which problems are posed requires far more than a simple modification of previously accepted methods.\" (Vygotsky, zit. in Cole et al., 2019, S.58).\r\n\r\nPerraudeau (2002) hat den Einsatz der Methode in p\u00e4dagogischen Settings systematisch dargestellt und weiter entwickelt. Perret-Clermont &amp; Nicolet (2001) sowie Perret-Clermont, Nicolet &amp; Schubauer-Leoni (2000) haben den Einfluss der Interaktion auf die Entwicklung der Intelligenz eingehend erforscht. Diese Themen werden im Abschnitt\u00a0<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/chapter\/das-flexible-interview-und-das-unterrichten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FI &amp; unterrichten<\/a>\u00a0er\u00f6rtert.\r\n\r\nVygotsky (zit. in Cole et al., 2019, S.58) gibt einen entscheidenden Hinweis:\u00a0\"Jede grundlegend neue Herangehensweise an ein wissenschaftliches Problem f\u00fchrt im Allgemeinen unweigerlich zu neuen Untersuchungs- und Analysemethoden. Neue Methoden zu erfinden, welche der neuen Art und Weise, Probleme zu stellen, angemessen sind, erfordert weit mehr als simple Modifikation von zuvor akzeptierten Methoden.\"\u00a0- Inklusive P\u00e4dagogik ist eine neue Aufgabe und ein neue Herausforderung an die Methoden der Wissenschaften.\r\n\r\nMit Blick auf die klassischen und die neueren Forschungsbeitr\u00e4ge wird der Schluss gezogen, dass das flexible Interview eine Methode ist, mit der Entwicklungen auch in inklusiven p\u00e4dagogischen Situationen erforscht werden k\u00f6nnen. Das\u00a0<em>kritische, operative und systemische Paradigma<\/em>\u00a0(vgl. Bronfenbrenner, 1993) ist die epistemologische Grundlage. Die Aktionsforschung stellt einen passenden strategischen Rahmen zur Verf\u00fcgung (vgl. Bradbury, 2023; Altrichter et al., 2018; Cuomo, 1989;\u00a0<a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/us\/podcast\/the-action-research-podcast\/id1530092194\">The Action Research Podcast, 2020<\/a>). Das flexible Interview in neuen Methoden weiter zu erfinden, ist die Maxime, welche Piaget und Wygotski empfohlen haben (vgl. Berthoud-Popandropoulou &amp; Kilcher, 1996). In Anlehnung an Smith (1996; 2009) kann gelungene Kommunikation (\u00fcber Inklusion) definiert werden als gegenseitiges Verst\u00e4ndnis dessen, was der Andere im Sinn hat.\r\n\r\nWie kann die Forschung mit dem flexiblen Interview dargestellt werden? Das Fallportrait (Portraiture, vgl. Lawrence &amp; Hoffmann, 2002) kombiniert die systematische, empirische Beschreibung mit \u00e4sthetischen Belegen, mit Mischung von Kunst und Wissenschaft, mit menschlicher Sensibilit\u00e4t und wissenschaftlicher Genauigkeit. \"Die Portraits entstehen im Dialog zwischen den Portraitisten und dem Subjekt\" (ebd., S. 3; vgl. auch die Methode [private] interview und nicht digital.hfh link <strong><a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/03\/sharing_video_FI_2019.pdf\">\"sharing the video\"(vgl. Morgan, 2007; Nind et al., 2016, S.159-208)<\/a><\/strong>. [\/private] Beim flexiblen Interview geh\u00f6rt das ko-konstruktive Arbeiten (d.i. das operative Prinzip) dazu. <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/-\/de\/Art-Science-Portraiture-Sara-Lawrence-Lightfoot-dp-0787910643\/dp\/0787910643\/ref=mt_hardcover?_encoding=UTF8&amp;me=&amp;qid=1589642390\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sara Lawrence-Lightfoot und Jessica Hoffmann Davis<\/a>\u00a0stellen Fallstudien in der P\u00e4dagogik in ein neues Licht. Das steht in der Tradition von Diderot, Sigmund Freud, John Dewey, Inhelder, Sinclair &amp; Bovet (1974), Lurija, Oliver Sacks und Nicola Cuomo (2007). - \"Kunst und Denken sind Mittel, um Menschen von der Tyrannei der Kultur zu befreien\", zitieren Lawrence &amp; Hoffmann (2002, S. 3) Lionel Trilling. Das Fallportrait ist ein Eckstein der transformativen P\u00e4dagogik und der Inklusion.\r\n\r\nIn diesem Abschnitt werden flexible Interviews zu spezifischen Themen der Denkentwicklung in der Mathematik vorgestellt. Eine Auswahl an flexiblen Interviews steht frei zur Verf\u00fcgung. Dann wird auf Forschungsarbeiten verwiesen, in denen das flexible Interview im Rahmen von Aktionsforschungen Verwendung fand.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2>Extras<\/h2>\r\n[private]\r\n\r\n<span class=\"story\">Constance Kamii &amp; Rheta deVries, Buchtipp:<\/span><a class=\"story\" href=\"http:\/\/store.tcpress.com\/0807732540.shtml\">Physical Knowledge in Preschool Education<\/a>\r\n\r\n<img src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Kamiiwww.jpg\" \/>\r\n\r\n<img src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/devries1.jpg\" \/>\r\n\r\n[\/private]\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nTestkoffer von Vinh Bang, Archives Piaget 2009 (Foto S. Meyer)\r\n\r\n<img class=\"\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Koffer_Bang_1960.jpg\" width=\"276\" height=\"207\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n[private] Link nicht gefunden\r\n\r\n<span class=\"story\">Jean Piaget Society:<\/span><a class=\"story\" href=\"http:\/\/www.piaget.org\/Rasch\/\">International Research Group Measuring Development (Rasch Analysis Homepage)<\/a>\r\n\r\n[\/private]\r\n\r\n<a class=\"feature\" href=\"http:\/\/archivespiaget.ch\/fr\/activites-scientifiques\/description\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Les Archives Jean Piaget<\/a>\r\n\r\n<img src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Archives_JP.png\" \/>\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/www.rts.ch\/archives\/tv\/culture\/destins\/3459202-un-destin-de-chercheur.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Un destin de chercheur - rts.ch - Destins<\/a>\r\n\r\n<img class=\"\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Piaget_destin_Chercheur.png\" width=\"201\" height=\"151\" \/>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/us\/podcast\/the-action-research-podcast\/id1530092194\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Action Reasearch Podcast<\/a>\r\n\r\n<img class=\"\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/the_AR_Podcast.png\" width=\"241\" height=\"145\" \/>","rendered":"<p><em>&#8222;Stets haben wir es mit derselben methodologischen Definition zu tun: Sage mir, wie man dich sucht, und ich sage dir, was du bist&#8220; (Bachelard, 1988, S.138).<\/em><\/p>\n<p>Wie entwickeln sich das Erkennen und das Verstehen bei Kindern und Jugendlichen? Bis wie weit reichen das intellektuelle und das moralische Bewusstsein? Das waren Leitfragen von Piagets Intelligenzforschung. Damit waren auch die Inhalte, die Strukturen und die Funktionen intelligenten Verhaltens gemeint (siehe Ginsburg und Opper, 2004). Diese\u00a0<em>offene Definition von Intelligenz<\/em>\u00a0\u00e4hnelt in gewisser Weise dem mehrdimensionalen Ansatz von Gardner (2005). Was hier besch\u00e4ftigt, ist weniger die Vielfalt der Definitionen von Intelligenz oder der popul\u00e4rwissenschaftliche Abschied vom IQ. Alle Theorien der Intelligenz basieren auf\u00a0<a href=\"http:\/\/plato.stanford.edu\/entries\/epistemology\/\">Erkenntnistheorie<\/a>. Diese sucht Antworten auf die Fragen, was ist intelligentes Verhalten eigentlich und mit welchen Fragen und Vermutungen begegne ich diesem Erkenntnisobjekt? Die empirische Auseinandersetzung mit intelligentem Verhalten wird mit Hilfe von Methoden organisiert und geregelt. Und w\u00e4hlte Piaget und seine Mitarbeiter*innen einen Weg, der verglichen werden kann mit der Entwicklung der Psychoanalyse. In Anlehnung an Bachelard (1988) kann von einer<em>\u00a0freien \/ befreienden Suche<\/em>\u00a0des Erkenntnisobjekts \u2018Intelligenzentwicklung\u2019 gesprochen werden.\u00a0<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/FI_Dreieck-1-300x164.gif\">Die Methode<\/a>\u00a0besteht wie erw\u00e4hnt aus der flexiblen Verwendung der Beobachtung, der Befragung, des Experiments und des Tests. Ginsburg und Opper (2004, S. 150f.) streichen vier Bausteine der Methode heraus:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Fragen des Versuchsleiters beziehen sich auf konkrete und vorliegende Gegenst\u00e4nde oder Ereignisse.<\/li>\n<li>Das Kind kann die Antworten durch Manipulation der Gegenst\u00e4nde zum Ausdruck bringen.<\/li>\n<li>\u00a0Der Versuchsleiter kann Standpunkte des Kindes mit Gegenargumenten oder Gegenvorschl\u00e4gen infrage stellen.<\/li>\n<li>Die Versuchsleiterin kann die Fragen fortlaufend ver\u00e4ndern, so wie es die Situation erfordert.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Methode will bedeutsame Erfahrungen erm\u00f6glichen, auf denen man in der psychologischen und der p\u00e4dagogischen Arbeit aufbauen kann. Die Methode l\u00e4sst sich einfach in Berufsalltage integrieren, v.a. im Sinn der Aktionsforschung. Sie f\u00f6rdert die Prozessorientierung in der P\u00e4dagogik und leistet gleichzeitig wesentliche Beitr\u00e4ge f\u00fcr die qualitative Sozialforschung und die qualitative Entwicklungspsychologie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.qualitative-research.net\/index.php\/fqs\/article\/view\/1120\/2485#g1\">(Mey, 2000;\u00a0<\/a><a href=\"http:\/\/www.qualitative-research.net\/index.php\/fqs\/article\/view\/977\">Kleining &amp; Witt, 2001;\u00a0<\/a><a href=\"http:\/\/www.qualitative-research.net\/index.php\/fqs\/article\/view\/72\">Diriw\u00e4chter &amp; Valsiner, 2006)<\/a>.<\/p>\n<p>&#8222;In general, any fundamentally new approach to a scientific problem inevitably leads to new methods of investigation and analysis. The invention of new methods that are adequate to the new ways in which problems are posed requires far more than a simple modification of previously accepted methods.&#8220; (Vygotsky, zit. in Cole et al., 2019, S.58).<\/p>\n<p>Perraudeau (2002) hat den Einsatz der Methode in p\u00e4dagogischen Settings systematisch dargestellt und weiter entwickelt. Perret-Clermont &amp; Nicolet (2001) sowie Perret-Clermont, Nicolet &amp; Schubauer-Leoni (2000) haben den Einfluss der Interaktion auf die Entwicklung der Intelligenz eingehend erforscht. Diese Themen werden im Abschnitt\u00a0<a href=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/chapter\/das-flexible-interview-und-das-unterrichten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">FI &amp; unterrichten<\/a>\u00a0er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Vygotsky (zit. in Cole et al., 2019, S.58) gibt einen entscheidenden Hinweis:\u00a0&#8222;Jede grundlegend neue Herangehensweise an ein wissenschaftliches Problem f\u00fchrt im Allgemeinen unweigerlich zu neuen Untersuchungs- und Analysemethoden. 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Das flexible Interview in neuen Methoden weiter zu erfinden, ist die Maxime, welche Piaget und Wygotski empfohlen haben (vgl. Berthoud-Popandropoulou &amp; Kilcher, 1996). In Anlehnung an Smith (1996; 2009) kann gelungene Kommunikation (\u00fcber Inklusion) definiert werden als gegenseitiges Verst\u00e4ndnis dessen, was der Andere im Sinn hat.<\/p>\n<p>Wie kann die Forschung mit dem flexiblen Interview dargestellt werden? Das Fallportrait (Portraiture, vgl. Lawrence &amp; Hoffmann, 2002) kombiniert die systematische, empirische Beschreibung mit \u00e4sthetischen Belegen, mit Mischung von Kunst und Wissenschaft, mit menschlicher Sensibilit\u00e4t und wissenschaftlicher Genauigkeit. &#8222;Die Portraits entstehen im Dialog zwischen den Portraitisten und dem Subjekt&#8220; (ebd., S. 3; vgl. auch die Methode  Beim flexiblen Interview geh\u00f6rt das ko-konstruktive Arbeiten (d.i. das operative Prinzip) dazu. <a href=\"https:\/\/www.amazon.com\/-\/de\/Art-Science-Portraiture-Sara-Lawrence-Lightfoot-dp-0787910643\/dp\/0787910643\/ref=mt_hardcover?_encoding=UTF8&amp;me=&amp;qid=1589642390\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sara Lawrence-Lightfoot und Jessica Hoffmann Davis<\/a>\u00a0stellen Fallstudien in der P\u00e4dagogik in ein neues Licht. Das steht in der Tradition von Diderot, Sigmund Freud, John Dewey, Inhelder, Sinclair &amp; Bovet (1974), Lurija, Oliver Sacks und Nicola Cuomo (2007). &#8211; &#8222;Kunst und Denken sind Mittel, um Menschen von der Tyrannei der Kultur zu befreien&#8220;, zitieren Lawrence &amp; Hoffmann (2002, S. 3) Lionel Trilling. Das Fallportrait ist ein Eckstein der transformativen P\u00e4dagogik und der Inklusion.<\/p>\n<p>In diesem Abschnitt werden flexible Interviews zu spezifischen Themen der Denkentwicklung in der Mathematik vorgestellt. Eine Auswahl an flexiblen Interviews steht frei zur Verf\u00fcgung. Dann wird auf Forschungsarbeiten verwiesen, in denen das flexible Interview im Rahmen von Aktionsforschungen Verwendung fand.<\/p>\n<hr \/>\n<h2>Extras<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Testkoffer von Vinh Bang, Archives Piaget 2009 (Foto S. Meyer)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Koffer_Bang_1960.jpg\" width=\"276\" height=\"207\" alt=\"image\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a class=\"feature\" href=\"http:\/\/archivespiaget.ch\/fr\/activites-scientifiques\/description\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Les Archives Jean Piaget<\/a><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Archives_JP.png\" alt=\"image\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rts.ch\/archives\/tv\/culture\/destins\/3459202-un-destin-de-chercheur.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Un destin de chercheur &#8211; rts.ch &#8211; Destins<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/Piaget_destin_Chercheur.png\" width=\"201\" height=\"151\" alt=\"image\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/podcasts.apple.com\/us\/podcast\/the-action-research-podcast\/id1530092194\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The Action Reasearch Podcast<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/interview\/wp-content\/uploads\/sites\/81\/2025\/01\/the_AR_Podcast.png\" width=\"241\" height=\"145\" alt=\"image\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Stets haben wir es mit derselben methodologischen Definition zu tun: Sage mir, wie man dich sucht, und ich sage dir, was du bist&#8220; (Bachelard, 1988, S.138). 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