{"id":76,"date":"2021-04-21T15:24:11","date_gmt":"2021-04-21T13:24:11","guid":{"rendered":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/?post_type=chapter&#038;p=76"},"modified":"2021-05-28T13:35:11","modified_gmt":"2021-05-28T11:35:11","slug":"10-ueberprufen-von-gebaerdensprachkompetenz-mittels-automatischer-gebaerdenspracherkennung","status":"publish","type":"chapter","link":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/chapter\/10-ueberprufen-von-gebaerdensprachkompetenz-mittels-automatischer-gebaerdenspracherkennung\/","title":{"raw":"10. \u00dcberpr\u00fcfen von Geb\u00e4rdensprachkompetenz mittels automatischer Geb\u00e4rdenspracherkennung","rendered":"10. \u00dcberpr\u00fcfen von Geb\u00e4rdensprachkompetenz mittels automatischer Geb\u00e4rdenspracherkennung"},"content":{"raw":"Im Rahmen des SNF-Sinergia-Projektes SMILE<a id=\"fnref2\" class=\"footnote-ref\" href=\"#fn2\"><sup>2<\/sup><\/a> wurde ein automatisches Assessment- und Feedbacksystem f\u00fcr die Deutschschweizerische Geb\u00e4rdensprache (DSGS) entwickelt. Das Projekt bestand aus einem Konsortium von drei Hochschulen bzw. Forschungsinstitutionen. In diesem Beitrag wird die Forschung vorgestellt, die an der <em>Interkantonalen Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik<\/em> (HfH) in Z\u00fcrich durchgef\u00fchrt wurde. Diese bestand aus (a) einer Erhebung und linguistischen Analyse von Daten der DSGS von geh\u00f6rlosen und h\u00f6renden Geb\u00e4rdensprachbenutzer*innen, (b) einer Untersuchung zum Entscheidungsprozess von geh\u00f6rlosen Auswerter*innen bei der Beurteilung eines Vokabelproduktionstests, (c) einer Analyse von Fehlern in den DSGS-Produktionen erwachsener Lernender und (d) der Entwicklung und Evaluation eines webbasierten Vokabelverst\u00e4ndnistests.\r\n<div id=\"einleitung-6\" class=\"section level2 unnumbered\">\r\n<h2>Einleitung<\/h2>\r\nDie Modalit\u00e4t von Geb\u00e4rdensprachen, die Rezeption \u00fcber das Auge und die Produktion unter Verwendung der H\u00e4nde, der Kopfstellung, der Mimik, und des Oberk\u00f6rpers erfordert sowohl f\u00fcr das Erlernen als auch f\u00fcr das Erforschen von Geb\u00e4rdensprachen ein Minimum an technischer Infrastruktur. W\u00e4hrend vor rund 20 Jahren VHS-Videokassetten das Standardspeichermedium f\u00fcr Geb\u00e4rdensprachdaten in der Lehre waren, wird heute im Studienalltag prim\u00e4r mit Laptopkameras aufgenommen. Die Daten werden lokal oder auf externen Speichermedien gesichert. Der technische Fortschritt der letzten 20 Jahre hat nicht nur dazu beigetragen, dass z. B. Speicherplatz f\u00fcr Daten g\u00fcnstiger geworden ist, sondern auch, dass Webcams von Laptops oder Smartphones auch bei ung\u00fcnstigen Lichtverh\u00e4ltnissen zufriedenstellende Videoaufnahmen liefern \u2013 eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Praxis und Forschung, um die es in diesem Beitrag geht. Geb\u00e4rdensprachtechnologien, d. h. die automatische Erkennung, \u00dcbersetzung und Animation von Geb\u00e4rdensprache <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_camgoz_bowden2021\">Ebling, Camg\u00f6z &amp; Bowden, 2021<\/a>)<\/span> sind nicht nur ein Thema im Hinblick auf die Entwicklung assistiver Technologien, sondern werden auch f\u00fcr die Geb\u00e4rdensprachlehre und das \u00dcberpr\u00fcfen von Geb\u00e4rdensprachkompetenz immer relevanter.\r\n\r\nIn diesem Beitrag werde ich den Fokus auf Studien legen, die zu einem automatischen Assessment- und Feedbacksystem beigetragen haben. Des Weiteren werde ich auf die Verwendung der Open-Source-Software <em>LimeSurvey<\/em> f\u00fcr die (Selbst-)\u00dcberpr\u00fcfung von Geb\u00e4rdensprachkompetenz eingehen. Beide Themen wurden in dem vom Schweizerischen Nationalfonds gef\u00f6rderten SNF-Sinergia-Projekt SMILE (<em><strong>S<\/strong>calable <strong>M<\/strong>ultimodal sign language Technology for s<strong>I<\/strong>gn language <strong>L<\/strong>earning and assessm<strong>E<\/strong>nt<\/em>) bearbeitet. Das SMILE-Projekt wurde von einem Konsortium von drei Hochschulen bzw. Forschungsinstitution (<em>Idiap Research Institute<\/em>, Martigny; <em>University of Surrey<\/em>, GB; HfH) von 2016 bis 2020 durchgef\u00fchrt. Zielgruppen des Assessment- und Feedbacksystems sind erwachsene h\u00f6rende, geh\u00f6rlose und h\u00f6rbehinderte Lernende der DSGS, die diese Sprache als Zweit- bzw. Fremdsprache erwerben.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div id=\"ergebnisse-und-diskussion\" class=\"section level2 unnumbered\">\r\n<h2>Ergebnisse und Diskussion<\/h2>\r\nEine allgemeine Geb\u00e4rdensprachkompetenz kann in einem Kompetenzmodell wie in dem <em>Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Referenzrahmen f\u00fcr Sprachen<\/em>&nbsp;<span class=\"citation\">(GER, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-council_of_europe2020\">Council of Europe, 2020<\/a>)<\/span> abgebildet oder in Modellen zur kommunikativen Sprachkompetenz <span class=\"citation\">(z. B. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-bachman1990\">Bachman, 1990<\/a>)<\/span> beschrieben werden. Sprachkompetenz, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Geb\u00e4rden- oder Lautsprachen handelt, setzt sich in der Regel aus unterschiedlichen Teilkompetenzen zusammen, wie beispielsweise der Grammatik, dem Vokabular, der Aussprache, oder dem Redefluss. F\u00fcr das SMILE-Projekt haben wir uns auf die Teilkompetenz des Vokabulars (Einzelgeb\u00e4rden) konzentriert, genauer gesagt: nur auf die manuellen Komponenten von Einzelgeb\u00e4rden<a id=\"fnref3\" class=\"footnote-ref\" href=\"#fn3\"><sup>3<\/sup><\/a>). Wir haben uns f\u00fcr diese linguistische Ebene entschieden, da die automatische Geb\u00e4rdenspracherkennung zu Beginn des Projekts noch nicht so weit entwickelt war, um z. B. auf Satzebene Geb\u00e4rden erkennen zu k\u00f6nnen. Ein weiterer Grund war, dass das Wortschatzwissen ein wichtiger Bestandteil einer allgemeinen Sprachkompetenz ist <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-read2000\">Read, 2000<\/a>)<\/span>. Unseres Wissens nach ist SMILE das erste Projekt weltweit, das automatische Geb\u00e4rdenspracherkennung f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung von Teilaspekten einer allgemeinen Geb\u00e4rdensprachkompetenz angewendet hat.\r\n\r\nDas Assessment- und -Feedbacksystem von SMILE musste mit realen Daten \u00abtrainiert\u00bb werden, um automatisch eine Entscheidung treffen zu k\u00f6nnen, ob eine von einer oder einem Lernenden produzierte Geb\u00e4rde \u00abrichtig\u00bb oder \u00abfalsch\u00bb ist. Diese Trainingsdaten bestanden aus Videoaufnahmen (von ca. 100 Geb\u00e4rden) von 11 geh\u00f6rlosen und 19 h\u00f6renden Geb\u00e4rdensprachbenutzer*innen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span>. Die Proband*innen f\u00fchrten jede der ungef\u00e4hr 100 Geb\u00e4rden dreimal aus. Die Aufnahmen wurden im Anschluss von zwei geh\u00f6rlosen und einer h\u00f6renden linguistisch geschulten Expert*innen analysiert und sechs verschiedenen Kategorien zugeordnet (s. Tabelle <a href=\"#table-1-haugsmile\">10.1<\/a>). Diese sechs Kategorien wiederum wurden einer Testentscheidung (richtig oder falsch) zugewiesen. Parallel dazu wurde die Information festgehalten, welche der manuellen Komponenten nicht korrekt produziert wurde(n) (z. B. Handform oder Ausf\u00fchrungsstelle einer Geb\u00e4rde).\r\n<table id=\"table-1-haugsmile\" class=\"table lightable-paper\" style=\", arial, helvetica, sans-serif;margin-left: auto; margin-right: auto;\"><caption>Tabelle 10.1: Beispiele der sechs Kategorien <span class=\"citation\">(vgl. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span><\/caption>\r\n<thead>\r\n<tr>\r\n<th style=\"text-align: right;\"><\/th>\r\n<th style=\"text-align: left;\">Gleiches Lexem wie Zielgeb\u00e4rde<\/th>\r\n<th style=\"text-align: left;\">Bedeutung gleich?<\/th>\r\n<th style=\"text-align: left;\">Form gleich?<\/th>\r\n<th style=\"text-align: left;\">Einsch\u00e4tzung Test<\/th>\r\n<th style=\"text-align: left;\">Beispiel<\/th>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: right;\">1<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: right;\">2<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">leicht anders<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt, kleine (erlaubte Variation)<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A\u2019loc<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: right;\">3<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">inkorrekt<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A\u2019hdf (Handform inakzeptabel)<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: right;\">4<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">leicht anders<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">leicht anders<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt, morphophonemische\/semantische Variante<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A\u2019mov|fnkt:plural, ICH-FRAGE-DICH, DU-FRAGST-MICH<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: right;\">5<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt, Dialektvariante<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_2B (andere Geb\u00e4rde f\u00fcr Sprache)<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: right;\">6<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">inkorrekt<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">BAUM_1A (Geb\u00e4rde f\u00fcr anderes Konzept)<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nDiese Grundlagen, die im Rahmen des SMILE-Projekts erarbeitet wurden, haben nicht nur unseren analytischen Blick auf die DSGS gesch\u00e4rft, sondern auch gezeigt, dass dieses Wissen relevant ist f\u00fcr die Schulung von Auswerter*innen. In einer Anschlussstudie wurden die Produktionen von zus\u00e4tzlich 20 erwachsenen DSGS-Lernenden durch zwei Auswerter*innen evaluiert <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>. Eine statistische Auswertung zeigte, dass die \u00dcbereinstimmung zwischen den beiden Auswerter*innen grunds\u00e4tzlich sehr hoch war. Es gab allerdings auch einzelne F\u00e4lle, in denen sie die DSGS-Produktionen unterschiedlich beurteilten <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-batty_haug2020\">Batty &amp; Haug, 2020<\/a>)<\/span>. In einem nachfolgenden Interview wurden diese F\u00e4lle thematisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Auswerter*innen das Kriterium, ob eine Geb\u00e4rde als richtig oder falsch zu beurteilen ist, unterschiedlich streng angewendet hatten. Im Laufe des Interviews zeigte sich, wie wichtig es ist, zu verstehen, wie dieses Kriterium zu interpretieren und anzuwenden ist. Solches Wissen muss in Zukunft vermehrt in Schulungen f\u00fcr Auswerter*innen einfliessen.\r\n\r\nEine weitere Studie des SMILE-Projektes besch\u00e4ftigte sich mit der Frage, welche der manuellen Komponenten (Handform, Ausf\u00fchrungsstelle, Bewegung, Handstellung) von Geb\u00e4rden die gr\u00f6sste Herausforderung f\u00fcr erwachsene DSGS-Lernende darstellt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2021b\">Ebling, Tissi, Sidler-Miserez, Schlumpf &amp; Boyes-Braem, 2021<\/a>)<\/span>. Um dieser Frage nachzugehen, wurden die Daten der 19 h\u00f6renden Geb\u00e4rdensprachbenutzer*innen aus der oben beschriebenen Studie bez\u00fcglich der Fehlerarten in den manuellen Komponenten analysiert. Am meisten Fehler fanden sich im Zusammenhang mit der manuellen Komponente <em>Bewegung<\/em>, gefolgt von <em>Ausf\u00fchrungsstelle<\/em>, <em>Handstellung<\/em> und <em>Handform<\/em>. Warum ist Bewegung am schwierigsten zu produzieren bzw. warum treten dort die meisten Fehler auf? <span class=\"citation\"><a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2021b\">Ebling, Tissi, Sidler-Miserez, Schlumpf und Boyes-Braem<\/a><\/span>&nbsp;<span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2021b\">2021<\/a>)<\/span> geben als m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung die Komplexit\u00e4t von Bewegungen an, d.\u00a0h. das gleichzeitige Zusammenspiel von mehreren Faktoren wie Gr\u00f6sse, Form (z. B. kreisend, geradeaus) und Richtung (vom K\u00f6rper weg, zum K\u00f6rper hin). Forschungen wie diese helfen uns, besser zu verstehen, welche Schwierigkeiten beim Erlernen einer Sprache in einer neuen Modalit\u00e4t auftreten k\u00f6nnen. Aspekte des Erwerbs der DSGS als Zweit- oder Fremdsprache werden wir im Rahmen des SMILE-II-Projekts, welches Anfang 2021 startet, weiter verfolgen, indem wir die Sprachdaten von Lernenden der DSGS systematisch sammeln und damit einen Korpus aufbauen.\r\n\r\nIn einer weiteren Studie im Rahmen des SMILE-Projekts wurde ein sogenannter Ja-Nein-Vokabelverst\u00e4ndnistest online mit der Open-Source-Software <em>LimeSurvey<\/em> umgesetzt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_ebling2019\">Haug &amp; Ebling, 2019<\/a>)<\/span>. Grundlage f\u00fcr die Aufgaben dieses Tests waren die rund 100 Geb\u00e4rden, die auch f\u00fcr das automatische Assessment- und Feedbacksystem verwendet wurden. Die Methode eines Ja-Nein-Tests stammt aus der Sprachtestforschung f\u00fcr gesprochene Sprachen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-beglar_nation2013\">Beglar &amp; Nation, 2013<\/a>)<\/span> und wurde im Rahmen des SMILE-Projekts zum ersten Mal auf Geb\u00e4rdensprachen \u00fcbertragen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>. Bei einem Ja-Nein-Test werden erwachsenen Lernenden DSGS-Geb\u00e4rden gezeigt (Abbildung <a href=\"#figure-1-haug\">10.1<\/a>). Sie sollen angeben, ob sie die Geb\u00e4rden kennen oder nicht.\r\n<div class=\"figure\">\r\n\r\n[caption id=\"figure-1-haug\" align=\"aligncenter\" width=\"3080\"]<img class=\"size-full wp-image-438\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250.png\" alt=\"Darstellung der Benutzeroberfl\u00e4che des Ja-Nein-Tests f\u00fcr DSGS-Vokabeln\" width=\"3080\" height=\"2500\" \/> Abbildung 10.1: Darstellung der Benutzeroberfl\u00e4che des Ja-Nein-Tests f\u00fcr DSGS-Vokabeln[\/caption]\r\n\r\n<\/div>\r\nJa-Nein-Tests werden h\u00e4ufig eingesetzt, um das Vokabelverst\u00e4ndnis einer Sprache zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Testmethode ist in der Fachliteratur daf\u00fcr kritisiert worden, dass sie nicht valide ist. Diese Kritik ist ein St\u00fcck weit nachvollziehbar: Es kann sein, dass Lernende Geb\u00e4rden, die sie nicht kennen, als bekannt angeben und damit ihr Wissen \u00fcbersch\u00e4tzen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-read2000\">Read, 2000<\/a>)<\/span>. Um dieses Argument etwas zu entkr\u00e4ften, werden sogenannte \u00abPseudo-W\u00f6rter\u00bb in Ja-Nein-Tests f\u00fcr gesprochene Sprachen hinzugef\u00fcgt <span class=\"citation\">(z. B. f\u00fcr Englisch: <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-mochida_harrington2006\">Mochida &amp; Harrington, 2006<\/a>)<\/span>, d.\u00a0h. W\u00f6rter, die eine phonetisch plausible Form im Englischen haben, aber keine Bedeutung tragen. Das gleiche Konzept l\u00e4sst sich auf Geb\u00e4rden \u00fcbertragen: Es werden Geb\u00e4rden mit einer phonetisch plausiblen Form verwendet, die aber keine Bedeutung haben. Der Ja-Nein-Test f\u00fcr die DSGS bestand aus rund 100 echten Geb\u00e4rden und etwas mehr als 20 Non-Sense-Geb\u00e4rden, dem geb\u00e4rdensprachlichen \u00c4quivalent zu Pseudo-W\u00f6rtern <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-mann_etal2010\">Mann, Marshall, Mason &amp; Morgan, 2010<\/a>)<\/span>. F\u00fcr den Kontext der Studie von <span class=\"citation\"><a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes-Braem, Tissi und Sidler-Miserez<\/a><\/span>&nbsp;<span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">2019<\/a>)<\/span> wurde der Test von Lernenden zur Selbst\u00fcberpr\u00fcfung eingesetzt. Er diente nicht dem Ziel, das Vokabularverst\u00e4ndnis der Lernenden zu \u00fcberpr\u00fcfen. Der Ja-Nein-Test zeigte in einer ersten Auswertung gute Ergebnisse, u. a. gab es eine starke Korrelation (<span class=\"math inline\">\\(r &gt;.50\\)<\/span>, s. Tabelle <a href=\"#table-2-haugsmile\">10.2<\/a>) mit einem Vokabelproduktionstest, bei dem die gleichen Geb\u00e4rden \u00fcberpr\u00fcft wurden <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>.\r\n<table id=\"table-2-haugsmile\" class=\"table lightable-paper\" style=\"font-family: 'Univers HfH', sans-serif; margin-left: auto; margin-right: auto;\"><caption>Tabelle 10.2: Korrelation der Ergebnisse von dem Ja-Nein-Tests mit den Ergebnissen eines Vokabelproduktionstests, beurteilt von zwei Auswerter*innen (<span class=\"math inline\">\\(n = 19\\)<\/span>)<\/caption>\r\n<thead>\r\n<tr>\r\n<th style=\"text-align: left;\">Auswerter*innen<\/th>\r\n<th style=\"text-align: right;\">Pearson\u2019s <em>r<\/em> (<em>r<\/em>)<\/th>\r\n<th style=\"text-align: left;\"><em>p<\/em><\/th>\r\n<\/tr>\r\n<\/thead>\r\n<tbody>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: left;\">Auswerter*in 1<\/td>\r\n<td style=\"text-align: right;\">0.811<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">.001<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<tr>\r\n<td style=\"text-align: left;\">Auswerter*in 2<\/td>\r\n<td style=\"text-align: right;\">0.867<\/td>\r\n<td style=\"text-align: left;\">.001<\/td>\r\n<\/tr>\r\n<\/tbody>\r\n<\/table>\r\nVon grossem Interesse f\u00fcr uns war die Verwendung eines webbasierten Testformats, umgesetzt mit der Open-Source-Software <em>LimeSurvey<\/em>&nbsp;<span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_ebling2019\">Haug &amp; Ebling, 2019<\/a>)<\/span>. <em>LimeSurvey<\/em> ist eigentlich ein Instrument f\u00fcr die Erstellung von Umfragen und ist nicht f\u00fcr das Testen ausgelegt. F\u00fcr den Zweck dieser Studie wurden aus den vorhandenen Frageformaten von <em>LimeSurvey<\/em> Ja-Nein-Fragen verwendet. Die Einbindung von Videos ist bei <em>LimeSurvey<\/em> ab der Version 2.7 unproblematisch <span class=\"citation\">(<em>LimeSurvey<\/em> wurde k\u00fcrzlich auch bei einem Multiple-Choice-Test f\u00fcr die DSGS verwendet, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_mann2020\">Haug &amp; Mann, 2020<\/a>)<\/span>. Die Teilnehmenden nahmen unter anderem am Ja-Nein-Test teil und f\u00fcllten anschliessend noch einen Feedback-Fragebogen aus. Wir erhofften uns dadurch, Informationen \u00fcber die Testmethode (Ja-Nein-Test) und das webbasierte Format zu erlangen. Die R\u00fcckmeldungen werden dazu beitragen, dass in Zukunft folgende \u00c4nderungen beim webbasierten Ja-Nein-Test umgesetzt werden:\r\n<ul>\r\n \t<li>Nachdem die Lernenden per Klick angeben, ob sie die jewelige Geb\u00e4rde kennen oder nicht, soll die deutsche \u00dcbersetzung der Geb\u00e4rde angezeigt werden (als Best\u00e4tigung, ob die Geb\u00e4rde richtig verstanden wurde).<\/li>\r\n \t<li>Die Lernenden erhalten am Schluss einen Bericht \u00fcber ihr GER-Niveau.<\/li>\r\n \t<li>Es wird gepr\u00fcft, ob die Anzahl der Aufgaben reduziert werden kann (momentan rund 125 Aufgaben mit Non-Sense-Geb\u00e4rden), da es gerade f\u00fcr Anf\u00e4nger*innen recht anstrengend ist, den ganzen Test durchzuf\u00fchren.<\/li>\r\n \t<li>Am Anfang sollten die Lernenden dar\u00fcber informiert werden, auf welches GER-Niveau der Ja-Nein-Test abzielt.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDiese Studie gab uns R\u00fcckmeldung zur Verwendung der webbasierten Version des Ja-Nein-Tests f\u00fcr die DSGS und Hinweise darauf, inwiefern das Testformat in Zukunft \u00fcberarbeitet werden sollte.\r\n<div id=\"ausblick\" class=\"section level3 unnumbered\">\r\n<h3>Ausblick<\/h3>\r\nIn diesem Beitrag haben wir unterschiedliche Studien vorgestellt, die im Rahmen des SMILE-Projekts an der HfH durchgef\u00fchrt wurden. Die Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Studien haben\r\n<ol style=\"list-style-type: lower-alpha;\">\r\n \t<li>dazu beigetragen, dass sich unser linguistisches Wissen \u00fcber die DSGS erweitert hat und dieses Wissen in die Forschung und die praktische Anwendung von Geb\u00e4rdensprachtests eingeflossen ist;<\/li>\r\n \t<li>uns die Fehlerarten bei Geb\u00e4rdenproduktionen von erwachsenen DSGS-Lernenden und die Schwierigkeiten beim Erwerb einer Geb\u00e4rdensprache aufgezeigt und<\/li>\r\n \t<li>uns R\u00fcckmeldung zur Eignung der angewendeten Testmethoden (z. B. Ja-Nein-Test) und -formate (webbasiert) gegeben.<\/li>\r\n<\/ol>\r\nDie Grundlagen, die in diesem Projekt erarbeitet wurden, werden im SMILE-II-Projekt verwendet, welches im Januar 2021 gestartet ist. Das automatische Assessment- und Feedbacksystem des SMILE-Projekts wird auf der einen Seite zu einer Online-Selbst\u00fcberpr\u00fcfung weiterentwickelt, die von zu Hause aus durchgef\u00fchrt werden kann, und auf der anderen Seite um Tests auf der Satzebene erweitert. Im ersten Szenario k\u00f6nnen die Lernenden von zu Hause aus ihre Kenntnisse der DSGS-Geb\u00e4rden \u00fcberpr\u00fcfen: Sie geb\u00e4rden in die Webcam des Computers, das Video wird zur Beurteilung an einen Server geschickt und die Lernenden erhalten daraufhin eine R\u00fcckmeldung, ob sie die Geb\u00e4rde korrekt produziert haben bzw. welche manuellen Komponenten nicht korrekt produziert wurden.\r\n\r\nIm zweiten Szenario ist die Anwendung der automatischen Erkennung auf der Satzebene der DSGS vorgesehen, d. h. das System soll sowohl die manuellen als auch die nicht-manuellen Komponenten der produzierten S\u00e4tze erkennen und in der Lage sein, R\u00fcckmeldung zu geben \u2013 beides ist aus technischer und linguistischer Sicht eine Herausforderung. Des Weiteren k\u00f6nnen die entwickelten Technologien f\u00fcr zus\u00e4tzliche Benutzergruppen angewendet werden. W\u00e4hrend bisher die prim\u00e4re Zielgruppe h\u00f6rende erwachsene Lernende der DSGS waren, k\u00f6nnten in Zukunft auch geh\u00f6rlose Kinder und Jugendliche im Kontext Schule davon profitieren oder geh\u00f6rlose Menschen, deren prim\u00e4re Sprache nicht eine Geb\u00e4rdensprache ist.\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div id=\"methodik-4\" class=\"section level2 unnumbered\">\r\n<h2>Methodik<\/h2>\r\n<div id=\"entwicklung-der-testaufgaben-1\" class=\"section level3 unnumbered\">\r\n<h3>Entwicklung der Testaufgaben<\/h3>\r\nF\u00fcr die Entwicklung von Vokabulartests f\u00fcr gesprochene Sprachen (bzw. gut dokumentierte Sprachen wie Englisch) gibt es Wortlisten, die den unterschiedlichen Referenzniveaus des GER zugeordnet sind <span class=\"citation\">(z. B. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-laufer_etal2004\">Laufer, Elder, Hill &amp; Congdon, 2004<\/a>)<\/span>. Vergleichbare sprachliche Ressourcen stehen f\u00fcr die meisten Geb\u00e4rdensprachen und im Speziellen f\u00fcr die DSGS nicht zur Verf\u00fcgung. Die Grundlage f\u00fcr die Auswahl bzw. Entwicklung der Testaufgaben (Einzelgeb\u00e4rden) waren Lehrmaterialien der DSGS <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2004a\">Boyes Braem, 2004a<\/a>, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2004b\">2004b<\/a>, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2005a\">2005a<\/a>, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2005b\">2005b<\/a>)<\/span>. Die Anzahl der in den Lehrmaterialien der DSGS verf\u00fcgbaren Geb\u00e4rden belief sich auf etwa 3800 <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2001\">Boyes-Braem, 2001<\/a>)<\/span>. Um diese Zahl auf rund 100 Geb\u00e4rden zu reduzieren, wurden u. a. die folgenden linguistischen Kriterien angewandt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span>:\r\n<ul>\r\n \t<li>Entfernen von Namensgeb\u00e4rden (z. B. Charlie Chaplin, Namen von Institutionen (z. B. SGB-FSS, HfH) und Orten (z. B. L\u00e4ndernamen)), da viele aus anderen Geb\u00e4rdensprachen entlehnt sind.<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von Geb\u00e4rden, die K\u00f6rperteile (z. B. Nase) bezeichnen, da sie h\u00e4ufig durch das Zeigen auf den entsprechenden K\u00f6rperteil (Nase der Person, die geb\u00e4rdet) realisiert werden.<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von Pronomen (z. B. du), da sie durch Zeigegeb\u00e4rden realisiert werden.<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von Zahlengeb\u00e4rden, da es hier h\u00e4ufig regionale Varianten gibt.<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von alten Geb\u00e4rden, die j\u00fcngere Personen nicht kennen.<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von Geb\u00e4rden, die (zum Teil) mit dem Fingeralphabet produziert werden (z. B. die Geb\u00e4rde JANUAR).<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von zusammengesetzten Geb\u00e4rden wie ABENDESSEN (setzt sich aus den Geb\u00e4rden ABEND und ESSEN zusammen, die einzelnen Geb\u00e4rden sind bereits in dem Pool der 3800 Geb\u00e4rden enthalten).<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von Geb\u00e4rden, die in weniger als vier der f\u00fcnf DSGS-Dialekten vorkommen.<\/li>\r\n \t<li>Entfernen von manuellen Homonymen, d.\u00a0h. von Geb\u00e4rden wie BRUDER, SCHWESTER und GLEICH, die sich nur durch ein anderes Mundbild unterscheiden, da der Pool von Geb\u00e4rden f\u00fcr das SMILE-Projekt eine m\u00f6glichst grosse Vielfalt an Geb\u00e4rden beinhalten sollte.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nDiese rund 100 Geb\u00e4rden bildeten die Grundlage f\u00fcr die weiter oben diskutierten Studien. Eine ausgeglichene Auswahl an Geb\u00e4rdenarten wie Nomen oder Verben konnte nicht ber\u00fccksichtigt werden, wie dies h\u00e4ufig bei der Auswahl von Aufgaben f\u00fcr einen Vokabulartest f\u00fcr gesprochene Sprachen der Fall ist. Dies lag daran, dass die Frage, ob die Konzepte von Wortarten, wie sie f\u00fcr gesprochene Sprachen angewendet werden, gleichermassen auf Geb\u00e4rdensprachen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, noch nicht abschliessend beantwortet ist <span class=\"citation\">(z. B. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-erlenkamp2001\">Erlenkamp, 2001<\/a>)<\/span>.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div id=\"entwicklung-des-auswertungsinstruments-f\u00fcr-einen-vokabelproduktionstest\" class=\"section level3 unnumbered\">\r\n<h3>Entwicklung des Auswertungsinstruments f\u00fcr einen Vokabelproduktionstest<\/h3>\r\nF\u00fcr die weiter oben dargestellte Studie, bei der zwei Auswerter*innen die Daten eines Vokabelproduktionstests von 20 Lernenden ausgewertet haben, wurde ein Auswertungsinstrument entwickelt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>. Grundlage daf\u00fcr war die linguistische Analyse der DSGS-Produktionen, die in sechs Kategorien eingeteilt wurden (vgl. Tabelle <a href=\"#table-1-haugsmile\">10.1<\/a>). Grunds\u00e4tzlich ist es bei der Entwicklung von Auswertungsinstrumenten f\u00fcr Sprachtests wichtig, (a) eines oder mehrere Kriterien zu definieren, die zur Beurteilung herangezogen werden sollen, und (b) festzulegen, ob eine Zweier-Skala (richtig\/falsch) oder eine Skala mit mehreren Abstufungen herangezogen werden soll <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-bachman_palmer1996\">Bachman &amp; Palmer, 1996<\/a>)<\/span>. Das Auswertungsinstrument wurde mit <em>Excel<\/em> umgesetzt.\r\n\r\n<\/div>\r\n<div id=\"grundlagen-der-automatischen-erkennung-und-beurteilung\" class=\"section level3 unnumbered\">\r\n<h3>Grundlagen der automatischen Erkennung und Beurteilung<\/h3>\r\nF\u00fcr die Entwicklung des automatischen Assessment- und Feedbacksystems wurden auf der linguistischen Ebene Kriterien geschaffen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span>, nach denen eine Geb\u00e4rde als \u00abrichtig\u00bb oder \u00abfalsch\u00bb einzustufen ist.\r\n\r\n[caption id=\"figure-2-haug\" align=\"aligncenter\" width=\"3080\"]<img class=\"size-full wp-image-451\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2.png\" alt=\"Grundprinzip der automatischen Geb\u00e4rdenspracherkennung f\u00fcr das Geb\u00e4rdensprachtesten\" width=\"3080\" height=\"420\" \/> Abbildung 10.2: Grundprinzip der automatischen Geb\u00e4rdenspracherkennung f\u00fcr das Geb\u00e4rdensprachtesten[\/caption]\r\n\r\n<div class=\"figure\"><\/div>\r\nDas Geb\u00e4rdenspracherkennungssystem (Abbildung <a href=\"#figure-2-haug\">10.2<\/a>) muss in der Lage sein, die phonetische Form einer Geb\u00e4rde zu erkennen und einen Abgleich mit einer Referenz vorzunehmen, um dann den Lernenden eine R\u00fcckmeldung zu geben. F\u00fcr den Abgleich mit einer Referenz wurde das System mit transkribierten und annotierten Geb\u00e4rdensprachdaten trainiert.\r\n\r\n<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div id=\"danksagung-7\" class=\"section level2 unnumbered\">\r\n<h2>Danksagung<\/h2>\r\nDer Dank geht an alle Projektmitarbeitenden an der HfH: Penny Boyes Braem, Sarah Ebling (Projektleitung), Sandra Sidler-Miserez und Katja Tissi. Des Weiteren m\u00f6chten wir auch allen h\u00f6renden und geh\u00f6rlosen Studienteilnehmer*innen und Expert*innen f\u00fcr ihre Mitarbeit danken. Das SMILE-Projekt wurde vom Schweizerischen Nationalfonds gef\u00f6rdert (Projektnummer: 160811).\r\n\r\n<\/div>\r\n<h2>Bibliografie<\/h2>\r\n<p><div id=\"refs\" class=\"references csl-bib-body hanging-indent\"><\/p>\r\n<div id=\"ref-bachman1990\" class=\"csl-entry\">Bachman, L. F. (1990). <em>Fundamental considerations in language testing<\/em>. Oxford, UK: Oxford University Press.<\/div>\r\n<div id=\"ref-bachman_palmer1996\" class=\"csl-entry\">Bachman, L. F. &amp; Palmer, A. (1996). <em>Language testing in practice<\/em>. Oxford, UK: Oxford University Press.<\/div>\r\n<div id=\"ref-batty_haug2020\" class=\"csl-entry\">Batty, A. O. &amp; Haug, T. (2020). Rater cognition and variability when judging signed production. EALTA. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13140\/RG.2.2.16114.73922\">https:\/\/doi.org\/10.13140\/RG.2.2.16114.73922<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-beglar_nation2013\" class=\"csl-entry\">Beglar, D. &amp; Nation, P. (2013). Assessing vocabulary. In A.J. Kunnan (Hrsg.), <em>The companion to language assessment<\/em> (S. 172\u2013184). John Wiley &amp; Sons, Inc. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/9781118411360.wbcla053\">https:\/\/doi.org\/10.1002\/9781118411360.wbcla053<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-boyesbraem1995\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (1995). <em>Einf\u00fchrung in die Geb\u00e4rdensprache und ihre Erforschung<\/em>. Hamburg: Signum Verlag.<\/div>\r\n<div id=\"ref-boyesbraem2004a\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2004a). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 1. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\r\n<div id=\"ref-boyesbraem2004b\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2004b). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 2. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\r\n<div id=\"ref-boyesbraem2005a\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2005a). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 3. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\r\n<div id=\"ref-boyesbraem2005b\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2005b). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 4. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\r\n<div id=\"ref-boyesbraem2001\" class=\"csl-entry\">Boyes-Braem, P. (2001). A multimedia bilingual database for the lexicon of Swiss German Sign Language. <em>Sign Language &amp; Linguistics<\/em>, <em>4<\/em>, 133\u2013143. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1075\/sll.4.12.10boy\">https:\/\/doi.org\/10.1075\/sll.4.12.10boy<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-council_of_europe2020\" class=\"csl-entry\">Council of Europe. (2020). <em>Common European framework of reference for languages: Learning, teaching, assessment<\/em>. Council of Europe Publishing. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/common-european-framework-reference-languages\">https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/common-european-framework-reference-languages<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-ebling_camgoz_bowden2021\" class=\"csl-entry\">Ebling, S., Camg\u00f6z, N. C. &amp; Bowden, R. (2021). Use of new technologie in L2 signed language assessment. In T. Haug, W. Mann &amp; U. Knoch (Hrsg.), <em>Handbook of language assessment across modalities<\/em>. Oxford, UK: Oxford University Press.<\/div>\r\n<div id=\"ref-ebling_etal2018\" class=\"csl-entry\">Ebling, S., Camg\u00f6z, N. C., Boyes Braem, P., Tissi, K., Sidler-Miserez, S., Stoll, S. et al. (2018). <em>SMILE Swiss German Sign Language data set<\/em> (S. 4221\u20134229).<\/div>\r\n<div id=\"ref-ebling_etal2021b\" class=\"csl-entry\">Ebling, S., Tissi, K., Sidler-Miserez, S., Schlumpf, C. &amp; Boyes-Braem, P. (2021). Single-parameter and parameter combination errors in L2 productions of Swiss German Sign Language. <em>Sign Language &amp; Linguistics<\/em>.<\/div>\r\n<div id=\"ref-erlenkamp2001\" class=\"csl-entry\">Erlenkamp, S. (2001). Lexikalische Klassen und syntaktische Kategorien in der Deutschen Geb\u00e4rdensprache: Warum das Vorhandensein von Verben nicht unbedingt Nomen erfordert. In H. Leuniger &amp; K. Wempe (Hrsg.), <em>Geb\u00e4rdensprachlinguistik 2000 \u2013 Theorie und Anwendung: Vortr\u00e4ge vom Symposium Geb\u00e4rdensprachforschung im Deutschsprachigen Raum, Frankfurt a.M, 11\u201313 Juni 1999<\/em> (S. 67\u201391). Signum.<\/div>\r\n<div id=\"ref-haug_ebling2019\" class=\"csl-entry\">Haug, T. &amp; Ebling, S. (2019). Using open-source software for sign language learning and assessment: The case of a web-delivered Yes\/No vocabulary test for Swiss German Sign Language. <em>International Journal of Emerging Technologies in Learning (IJET)<\/em>, <em>14<\/em>, 188\u2013196. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3991\/ijet.v14i19.11123\">https:\/\/doi.org\/10.3991\/ijet.v14i19.11123<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-haug_etal2019\" class=\"csl-entry\">Haug, T., Ebling, S., Boyes Braem, P., Tissi, K. &amp; Sidler-Miserez, S. (2019). Sign language learning and assessment in German Switzerland: Exploring the potential of vocabulary size tests for Swiss German Sign Language. <em>Language Education &amp; Assessment<\/em>, <em>2<\/em>, 20\u201340. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.29140\/lea.v2n1.85\">https:\/\/doi.org\/10.29140\/lea.v2n1.85<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-haug_mann2020\" class=\"csl-entry\">Haug, T. &amp; Mann, W. (2020). Is online testing the future of signed language assessment? New Directions Conference.<\/div>\r\n<div id=\"ref-laufer_etal2004\" class=\"csl-entry\">Laufer, B., Elder, C., Hill, K. &amp; Congdon, P. (2004). Size and strength: Do we need both to measure vocabulary knowledge? <em>Language Testing<\/em>, <em>21<\/em>, 202\u2013226. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532204lt277oa\">https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532204lt277oa<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-mann_etal2010\" class=\"csl-entry\">Mann, W., Marshall, C. R., Mason, K. &amp; Morgan, G. (2010). The acquisition of sign language: The impact of phonetic complexity on phonology. <em>Language Learning and Development<\/em>, <em>6<\/em>, 60\u201386. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/15475440903245951\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/15475440903245951<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-mochida_harrington2006\" class=\"csl-entry\">Mochida, A. &amp; Harrington, M. (2006). The Yes\/No test as a measure of receptive vocabulary knowledge. Language Testing. <em>Language Testing<\/em>, <em>23<\/em>, 73\u201398. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532206lt321oa\">https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532206lt321oa<\/a><\/div>\r\n<div id=\"ref-read2000\" class=\"csl-entry\">Read, J. A. S. (2000). <em>Assessing vocabulary<\/em>. Cambridge, UK: Cambridge University Press.<\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"footnotes\">\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<ol start=\"2\">\r\n \t<li id=\"fn2\">(<em><strong>S<\/strong>calable <strong>M<\/strong>ultimodal sign language Technology for s<strong>I<\/strong>gn language <strong>L<\/strong>earning and assessm<strong>E<\/strong>nt<\/em>)<a class=\"footnote-back\" href=\"#fnref2\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\r\n \t<li id=\"fn3\">Einzelne Geb\u00e4rden setzen sich aus manuellen Komponenten (Handform, Handstellung, Ausf\u00fchrungstelle und Bewegung) und nicht-manuellen Komponenten (z. B. Mimik, Blick, Kopfstellung, Oberk\u00f6rper) zusammen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem1995\">Boyes Braem, 1995<\/a>)<\/span><a class=\"footnote-back\" href=\"#fnref3\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\r\n<\/ol>\r\n<\/div>","rendered":"<p>Im Rahmen des SNF-Sinergia-Projektes SMILE<a id=\"fnref2\" class=\"footnote-ref\" href=\"#fn2\"><sup>2<\/sup><\/a> wurde ein automatisches Assessment- und Feedbacksystem f\u00fcr die Deutschschweizerische Geb\u00e4rdensprache (DSGS) entwickelt. Das Projekt bestand aus einem Konsortium von drei Hochschulen bzw. Forschungsinstitutionen. In diesem Beitrag wird die Forschung vorgestellt, die an der <em>Interkantonalen Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik<\/em> (HfH) in Z\u00fcrich durchgef\u00fchrt wurde. Diese bestand aus (a) einer Erhebung und linguistischen Analyse von Daten der DSGS von geh\u00f6rlosen und h\u00f6renden Geb\u00e4rdensprachbenutzer*innen, (b) einer Untersuchung zum Entscheidungsprozess von geh\u00f6rlosen Auswerter*innen bei der Beurteilung eines Vokabelproduktionstests, (c) einer Analyse von Fehlern in den DSGS-Produktionen erwachsener Lernender und (d) der Entwicklung und Evaluation eines webbasierten Vokabelverst\u00e4ndnistests.<\/p>\n<div id=\"einleitung-6\" class=\"section level2 unnumbered\">\n<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Die Modalit\u00e4t von Geb\u00e4rdensprachen, die Rezeption \u00fcber das Auge und die Produktion unter Verwendung der H\u00e4nde, der Kopfstellung, der Mimik, und des Oberk\u00f6rpers erfordert sowohl f\u00fcr das Erlernen als auch f\u00fcr das Erforschen von Geb\u00e4rdensprachen ein Minimum an technischer Infrastruktur. W\u00e4hrend vor rund 20 Jahren VHS-Videokassetten das Standardspeichermedium f\u00fcr Geb\u00e4rdensprachdaten in der Lehre waren, wird heute im Studienalltag prim\u00e4r mit Laptopkameras aufgenommen. Die Daten werden lokal oder auf externen Speichermedien gesichert. Der technische Fortschritt der letzten 20 Jahre hat nicht nur dazu beigetragen, dass z. B. Speicherplatz f\u00fcr Daten g\u00fcnstiger geworden ist, sondern auch, dass Webcams von Laptops oder Smartphones auch bei ung\u00fcnstigen Lichtverh\u00e4ltnissen zufriedenstellende Videoaufnahmen liefern \u2013 eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Praxis und Forschung, um die es in diesem Beitrag geht. Geb\u00e4rdensprachtechnologien, d. h. die automatische Erkennung, \u00dcbersetzung und Animation von Geb\u00e4rdensprache <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_camgoz_bowden2021\">Ebling, Camg\u00f6z &amp; Bowden, 2021<\/a>)<\/span> sind nicht nur ein Thema im Hinblick auf die Entwicklung assistiver Technologien, sondern werden auch f\u00fcr die Geb\u00e4rdensprachlehre und das \u00dcberpr\u00fcfen von Geb\u00e4rdensprachkompetenz immer relevanter.<\/p>\n<p>In diesem Beitrag werde ich den Fokus auf Studien legen, die zu einem automatischen Assessment- und Feedbacksystem beigetragen haben. Des Weiteren werde ich auf die Verwendung der Open-Source-Software <em>LimeSurvey<\/em> f\u00fcr die (Selbst-)\u00dcberpr\u00fcfung von Geb\u00e4rdensprachkompetenz eingehen. Beide Themen wurden in dem vom Schweizerischen Nationalfonds gef\u00f6rderten SNF-Sinergia-Projekt SMILE (<em><strong>S<\/strong>calable <strong>M<\/strong>ultimodal sign language Technology for s<strong>I<\/strong>gn language <strong>L<\/strong>earning and assessm<strong>E<\/strong>nt<\/em>) bearbeitet. Das SMILE-Projekt wurde von einem Konsortium von drei Hochschulen bzw. Forschungsinstitution (<em>Idiap Research Institute<\/em>, Martigny; <em>University of Surrey<\/em>, GB; HfH) von 2016 bis 2020 durchgef\u00fchrt. Zielgruppen des Assessment- und Feedbacksystems sind erwachsene h\u00f6rende, geh\u00f6rlose und h\u00f6rbehinderte Lernende der DSGS, die diese Sprache als Zweit- bzw. Fremdsprache erwerben.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"ergebnisse-und-diskussion\" class=\"section level2 unnumbered\">\n<h2>Ergebnisse und Diskussion<\/h2>\n<p>Eine allgemeine Geb\u00e4rdensprachkompetenz kann in einem Kompetenzmodell wie in dem <em>Gemeinsamen Europ\u00e4ischen Referenzrahmen f\u00fcr Sprachen<\/em>&nbsp;<span class=\"citation\">(GER, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-council_of_europe2020\">Council of Europe, 2020<\/a>)<\/span> abgebildet oder in Modellen zur kommunikativen Sprachkompetenz <span class=\"citation\">(z. B. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-bachman1990\">Bachman, 1990<\/a>)<\/span> beschrieben werden. Sprachkompetenz, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um Geb\u00e4rden- oder Lautsprachen handelt, setzt sich in der Regel aus unterschiedlichen Teilkompetenzen zusammen, wie beispielsweise der Grammatik, dem Vokabular, der Aussprache, oder dem Redefluss. F\u00fcr das SMILE-Projekt haben wir uns auf die Teilkompetenz des Vokabulars (Einzelgeb\u00e4rden) konzentriert, genauer gesagt: nur auf die manuellen Komponenten von Einzelgeb\u00e4rden<a id=\"fnref3\" class=\"footnote-ref\" href=\"#fn3\"><sup>3<\/sup><\/a>). Wir haben uns f\u00fcr diese linguistische Ebene entschieden, da die automatische Geb\u00e4rdenspracherkennung zu Beginn des Projekts noch nicht so weit entwickelt war, um z. B. auf Satzebene Geb\u00e4rden erkennen zu k\u00f6nnen. Ein weiterer Grund war, dass das Wortschatzwissen ein wichtiger Bestandteil einer allgemeinen Sprachkompetenz ist <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-read2000\">Read, 2000<\/a>)<\/span>. Unseres Wissens nach ist SMILE das erste Projekt weltweit, das automatische Geb\u00e4rdenspracherkennung f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung von Teilaspekten einer allgemeinen Geb\u00e4rdensprachkompetenz angewendet hat.<\/p>\n<p>Das Assessment- und -Feedbacksystem von SMILE musste mit realen Daten \u00abtrainiert\u00bb werden, um automatisch eine Entscheidung treffen zu k\u00f6nnen, ob eine von einer oder einem Lernenden produzierte Geb\u00e4rde \u00abrichtig\u00bb oder \u00abfalsch\u00bb ist. Diese Trainingsdaten bestanden aus Videoaufnahmen (von ca. 100 Geb\u00e4rden) von 11 geh\u00f6rlosen und 19 h\u00f6renden Geb\u00e4rdensprachbenutzer*innen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span>. Die Proband*innen f\u00fchrten jede der ungef\u00e4hr 100 Geb\u00e4rden dreimal aus. Die Aufnahmen wurden im Anschluss von zwei geh\u00f6rlosen und einer h\u00f6renden linguistisch geschulten Expert*innen analysiert und sechs verschiedenen Kategorien zugeordnet (s. Tabelle <a href=\"#table-1-haugsmile\">10.1<\/a>). Diese sechs Kategorien wiederum wurden einer Testentscheidung (richtig oder falsch) zugewiesen. Parallel dazu wurde die Information festgehalten, welche der manuellen Komponenten nicht korrekt produziert wurde(n) (z. B. Handform oder Ausf\u00fchrungsstelle einer Geb\u00e4rde).<\/p>\n<table id=\"table-1-haugsmile\" class=\"table lightable-paper\" style=\", arial, helvetica, sans-serif;margin-left: auto; margin-right: auto;\">\n<caption>Tabelle 10.1: Beispiele der sechs Kategorien <span class=\"citation\">(vgl. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span><\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"text-align: right;\"><\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">Gleiches Lexem wie Zielgeb\u00e4rde<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">Bedeutung gleich?<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">Form gleich?<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">Einsch\u00e4tzung Test<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\">Beispiel<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">1<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">2<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">leicht anders<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt, kleine (erlaubte Variation)<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A\u2019loc<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">3<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">inkorrekt<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A\u2019hdf (Handform inakzeptabel)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">4<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">leicht anders<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">leicht anders<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt, morphophonemische\/semantische Variante<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_1A\u2019mov|fnkt:plural, ICH-FRAGE-DICH, DU-FRAGST-MICH<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">5<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">ja<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">korrekt, Dialektvariante<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">SPRACHE_2B (andere Geb\u00e4rde f\u00fcr Sprache)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: right;\">6<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">nein<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">inkorrekt<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">BAUM_1A (Geb\u00e4rde f\u00fcr anderes Konzept)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Diese Grundlagen, die im Rahmen des SMILE-Projekts erarbeitet wurden, haben nicht nur unseren analytischen Blick auf die DSGS gesch\u00e4rft, sondern auch gezeigt, dass dieses Wissen relevant ist f\u00fcr die Schulung von Auswerter*innen. In einer Anschlussstudie wurden die Produktionen von zus\u00e4tzlich 20 erwachsenen DSGS-Lernenden durch zwei Auswerter*innen evaluiert <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>. Eine statistische Auswertung zeigte, dass die \u00dcbereinstimmung zwischen den beiden Auswerter*innen grunds\u00e4tzlich sehr hoch war. Es gab allerdings auch einzelne F\u00e4lle, in denen sie die DSGS-Produktionen unterschiedlich beurteilten <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-batty_haug2020\">Batty &amp; Haug, 2020<\/a>)<\/span>. In einem nachfolgenden Interview wurden diese F\u00e4lle thematisiert. Die Ergebnisse zeigen, dass beide Auswerter*innen das Kriterium, ob eine Geb\u00e4rde als richtig oder falsch zu beurteilen ist, unterschiedlich streng angewendet hatten. Im Laufe des Interviews zeigte sich, wie wichtig es ist, zu verstehen, wie dieses Kriterium zu interpretieren und anzuwenden ist. Solches Wissen muss in Zukunft vermehrt in Schulungen f\u00fcr Auswerter*innen einfliessen.<\/p>\n<p>Eine weitere Studie des SMILE-Projektes besch\u00e4ftigte sich mit der Frage, welche der manuellen Komponenten (Handform, Ausf\u00fchrungsstelle, Bewegung, Handstellung) von Geb\u00e4rden die gr\u00f6sste Herausforderung f\u00fcr erwachsene DSGS-Lernende darstellt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2021b\">Ebling, Tissi, Sidler-Miserez, Schlumpf &amp; Boyes-Braem, 2021<\/a>)<\/span>. Um dieser Frage nachzugehen, wurden die Daten der 19 h\u00f6renden Geb\u00e4rdensprachbenutzer*innen aus der oben beschriebenen Studie bez\u00fcglich der Fehlerarten in den manuellen Komponenten analysiert. Am meisten Fehler fanden sich im Zusammenhang mit der manuellen Komponente <em>Bewegung<\/em>, gefolgt von <em>Ausf\u00fchrungsstelle<\/em>, <em>Handstellung<\/em> und <em>Handform<\/em>. Warum ist Bewegung am schwierigsten zu produzieren bzw. warum treten dort die meisten Fehler auf? <span class=\"citation\"><a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2021b\">Ebling, Tissi, Sidler-Miserez, Schlumpf und Boyes-Braem<\/a><\/span>&nbsp;<span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2021b\">2021<\/a>)<\/span> geben als m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung die Komplexit\u00e4t von Bewegungen an, d.\u00a0h. das gleichzeitige Zusammenspiel von mehreren Faktoren wie Gr\u00f6sse, Form (z. B. kreisend, geradeaus) und Richtung (vom K\u00f6rper weg, zum K\u00f6rper hin). Forschungen wie diese helfen uns, besser zu verstehen, welche Schwierigkeiten beim Erlernen einer Sprache in einer neuen Modalit\u00e4t auftreten k\u00f6nnen. Aspekte des Erwerbs der DSGS als Zweit- oder Fremdsprache werden wir im Rahmen des SMILE-II-Projekts, welches Anfang 2021 startet, weiter verfolgen, indem wir die Sprachdaten von Lernenden der DSGS systematisch sammeln und damit einen Korpus aufbauen.<\/p>\n<p>In einer weiteren Studie im Rahmen des SMILE-Projekts wurde ein sogenannter Ja-Nein-Vokabelverst\u00e4ndnistest online mit der Open-Source-Software <em>LimeSurvey<\/em> umgesetzt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_ebling2019\">Haug &amp; Ebling, 2019<\/a>)<\/span>. Grundlage f\u00fcr die Aufgaben dieses Tests waren die rund 100 Geb\u00e4rden, die auch f\u00fcr das automatische Assessment- und Feedbacksystem verwendet wurden. Die Methode eines Ja-Nein-Tests stammt aus der Sprachtestforschung f\u00fcr gesprochene Sprachen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-beglar_nation2013\">Beglar &amp; Nation, 2013<\/a>)<\/span> und wurde im Rahmen des SMILE-Projekts zum ersten Mal auf Geb\u00e4rdensprachen \u00fcbertragen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>. Bei einem Ja-Nein-Test werden erwachsenen Lernenden DSGS-Geb\u00e4rden gezeigt (Abbildung <a href=\"#figure-1-haug\">10.1<\/a>). Sie sollen angeben, ob sie die Geb\u00e4rden kennen oder nicht.<\/p>\n<div class=\"figure\">\n<figure id=\"figure-1-haug\" aria-describedby=\"caption-figure-1-haug\" style=\"width: 3080px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-438\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250.png\" alt=\"Darstellung der Benutzeroberfl\u00e4che des Ja-Nein-Tests f\u00fcr DSGS-Vokabeln\" width=\"3080\" height=\"2500\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250.png 3080w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-300x244.png 300w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-1024x831.png 1024w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-768x623.png 768w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-1536x1247.png 1536w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-2048x1662.png 2048w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-65x53.png 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-225x183.png 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG1_1540x1250-350x284.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 3080px) 100vw, 3080px\" \/><figcaption id=\"caption-figure-1-haug\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 10.1: Darstellung der Benutzeroberfl\u00e4che des Ja-Nein-Tests f\u00fcr DSGS-Vokabeln<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p>Ja-Nein-Tests werden h\u00e4ufig eingesetzt, um das Vokabelverst\u00e4ndnis einer Sprache zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Testmethode ist in der Fachliteratur daf\u00fcr kritisiert worden, dass sie nicht valide ist. Diese Kritik ist ein St\u00fcck weit nachvollziehbar: Es kann sein, dass Lernende Geb\u00e4rden, die sie nicht kennen, als bekannt angeben und damit ihr Wissen \u00fcbersch\u00e4tzen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-read2000\">Read, 2000<\/a>)<\/span>. Um dieses Argument etwas zu entkr\u00e4ften, werden sogenannte \u00abPseudo-W\u00f6rter\u00bb in Ja-Nein-Tests f\u00fcr gesprochene Sprachen hinzugef\u00fcgt <span class=\"citation\">(z. B. f\u00fcr Englisch: <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-mochida_harrington2006\">Mochida &amp; Harrington, 2006<\/a>)<\/span>, d.\u00a0h. W\u00f6rter, die eine phonetisch plausible Form im Englischen haben, aber keine Bedeutung tragen. Das gleiche Konzept l\u00e4sst sich auf Geb\u00e4rden \u00fcbertragen: Es werden Geb\u00e4rden mit einer phonetisch plausiblen Form verwendet, die aber keine Bedeutung haben. Der Ja-Nein-Test f\u00fcr die DSGS bestand aus rund 100 echten Geb\u00e4rden und etwas mehr als 20 Non-Sense-Geb\u00e4rden, dem geb\u00e4rdensprachlichen \u00c4quivalent zu Pseudo-W\u00f6rtern <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-mann_etal2010\">Mann, Marshall, Mason &amp; Morgan, 2010<\/a>)<\/span>. F\u00fcr den Kontext der Studie von <span class=\"citation\"><a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes-Braem, Tissi und Sidler-Miserez<\/a><\/span>&nbsp;<span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">2019<\/a>)<\/span> wurde der Test von Lernenden zur Selbst\u00fcberpr\u00fcfung eingesetzt. Er diente nicht dem Ziel, das Vokabularverst\u00e4ndnis der Lernenden zu \u00fcberpr\u00fcfen. Der Ja-Nein-Test zeigte in einer ersten Auswertung gute Ergebnisse, u. a. gab es eine starke Korrelation (<span class=\"math inline\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/ql-cache\/quicklatex.com-d82c6241ff95d9a75f0eb9daaee6efa0_l3.png\" class=\"ql-img-inline-formula quicklatex-auto-format\" alt=\"&#114;&#32;&#62;&#46;&#53;&#48;\" title=\"Rendered by QuickLaTeX.com\" height=\"15\" width=\"55\" style=\"vertical-align: -2px;\" \/><\/span>, s. Tabelle <a href=\"#table-2-haugsmile\">10.2<\/a>) mit einem Vokabelproduktionstest, bei dem die gleichen Geb\u00e4rden \u00fcberpr\u00fcft wurden <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>.<\/p>\n<table id=\"table-2-haugsmile\" class=\"table lightable-paper\" style=\"font-family: 'Univers HfH', sans-serif; margin-left: auto; margin-right: auto;\">\n<caption>Tabelle 10.2: Korrelation der Ergebnisse von dem Ja-Nein-Tests mit den Ergebnissen eines Vokabelproduktionstests, beurteilt von zwei Auswerter*innen (<span class=\"math inline\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/ql-cache\/quicklatex.com-1b38ffcaf1d768aa663d3ca67db364c8_l3.png\" class=\"ql-img-inline-formula quicklatex-auto-format\" alt=\"&#110;&#32;&#61;&#32;&#49;&#57;\" title=\"Rendered by QuickLaTeX.com\" height=\"12\" width=\"52\" style=\"vertical-align: 0px;\" \/><\/span>)<\/caption>\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"text-align: left;\">Auswerter*innen<\/th>\n<th style=\"text-align: right;\">Pearson\u2019s <em>r<\/em> (<em>r<\/em>)<\/th>\n<th style=\"text-align: left;\"><em>p<\/em><\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Auswerter*in 1<\/td>\n<td style=\"text-align: right;\">0.811<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">.001<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: left;\">Auswerter*in 2<\/td>\n<td style=\"text-align: right;\">0.867<\/td>\n<td style=\"text-align: left;\">.001<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Von grossem Interesse f\u00fcr uns war die Verwendung eines webbasierten Testformats, umgesetzt mit der Open-Source-Software <em>LimeSurvey<\/em>&nbsp;<span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_ebling2019\">Haug &amp; Ebling, 2019<\/a>)<\/span>. <em>LimeSurvey<\/em> ist eigentlich ein Instrument f\u00fcr die Erstellung von Umfragen und ist nicht f\u00fcr das Testen ausgelegt. F\u00fcr den Zweck dieser Studie wurden aus den vorhandenen Frageformaten von <em>LimeSurvey<\/em> Ja-Nein-Fragen verwendet. Die Einbindung von Videos ist bei <em>LimeSurvey<\/em> ab der Version 2.7 unproblematisch <span class=\"citation\">(<em>LimeSurvey<\/em> wurde k\u00fcrzlich auch bei einem Multiple-Choice-Test f\u00fcr die DSGS verwendet, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_mann2020\">Haug &amp; Mann, 2020<\/a>)<\/span>. Die Teilnehmenden nahmen unter anderem am Ja-Nein-Test teil und f\u00fcllten anschliessend noch einen Feedback-Fragebogen aus. Wir erhofften uns dadurch, Informationen \u00fcber die Testmethode (Ja-Nein-Test) und das webbasierte Format zu erlangen. Die R\u00fcckmeldungen werden dazu beitragen, dass in Zukunft folgende \u00c4nderungen beim webbasierten Ja-Nein-Test umgesetzt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Nachdem die Lernenden per Klick angeben, ob sie die jewelige Geb\u00e4rde kennen oder nicht, soll die deutsche \u00dcbersetzung der Geb\u00e4rde angezeigt werden (als Best\u00e4tigung, ob die Geb\u00e4rde richtig verstanden wurde).<\/li>\n<li>Die Lernenden erhalten am Schluss einen Bericht \u00fcber ihr GER-Niveau.<\/li>\n<li>Es wird gepr\u00fcft, ob die Anzahl der Aufgaben reduziert werden kann (momentan rund 125 Aufgaben mit Non-Sense-Geb\u00e4rden), da es gerade f\u00fcr Anf\u00e4nger*innen recht anstrengend ist, den ganzen Test durchzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>Am Anfang sollten die Lernenden dar\u00fcber informiert werden, auf welches GER-Niveau der Ja-Nein-Test abzielt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Studie gab uns R\u00fcckmeldung zur Verwendung der webbasierten Version des Ja-Nein-Tests f\u00fcr die DSGS und Hinweise darauf, inwiefern das Testformat in Zukunft \u00fcberarbeitet werden sollte.<\/p>\n<div id=\"ausblick\" class=\"section level3 unnumbered\">\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>In diesem Beitrag haben wir unterschiedliche Studien vorgestellt, die im Rahmen des SMILE-Projekts an der HfH durchgef\u00fchrt wurden. Die Erkenntnisse aus den unterschiedlichen Studien haben<\/p>\n<ol style=\"list-style-type: lower-alpha;\">\n<li>dazu beigetragen, dass sich unser linguistisches Wissen \u00fcber die DSGS erweitert hat und dieses Wissen in die Forschung und die praktische Anwendung von Geb\u00e4rdensprachtests eingeflossen ist;<\/li>\n<li>uns die Fehlerarten bei Geb\u00e4rdenproduktionen von erwachsenen DSGS-Lernenden und die Schwierigkeiten beim Erwerb einer Geb\u00e4rdensprache aufgezeigt und<\/li>\n<li>uns R\u00fcckmeldung zur Eignung der angewendeten Testmethoden (z. B. Ja-Nein-Test) und -formate (webbasiert) gegeben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Grundlagen, die in diesem Projekt erarbeitet wurden, werden im SMILE-II-Projekt verwendet, welches im Januar 2021 gestartet ist. Das automatische Assessment- und Feedbacksystem des SMILE-Projekts wird auf der einen Seite zu einer Online-Selbst\u00fcberpr\u00fcfung weiterentwickelt, die von zu Hause aus durchgef\u00fchrt werden kann, und auf der anderen Seite um Tests auf der Satzebene erweitert. Im ersten Szenario k\u00f6nnen die Lernenden von zu Hause aus ihre Kenntnisse der DSGS-Geb\u00e4rden \u00fcberpr\u00fcfen: Sie geb\u00e4rden in die Webcam des Computers, das Video wird zur Beurteilung an einen Server geschickt und die Lernenden erhalten daraufhin eine R\u00fcckmeldung, ob sie die Geb\u00e4rde korrekt produziert haben bzw. welche manuellen Komponenten nicht korrekt produziert wurden.<\/p>\n<p>Im zweiten Szenario ist die Anwendung der automatischen Erkennung auf der Satzebene der DSGS vorgesehen, d. h. das System soll sowohl die manuellen als auch die nicht-manuellen Komponenten der produzierten S\u00e4tze erkennen und in der Lage sein, R\u00fcckmeldung zu geben \u2013 beides ist aus technischer und linguistischer Sicht eine Herausforderung. Des Weiteren k\u00f6nnen die entwickelten Technologien f\u00fcr zus\u00e4tzliche Benutzergruppen angewendet werden. W\u00e4hrend bisher die prim\u00e4re Zielgruppe h\u00f6rende erwachsene Lernende der DSGS waren, k\u00f6nnten in Zukunft auch geh\u00f6rlose Kinder und Jugendliche im Kontext Schule davon profitieren oder geh\u00f6rlose Menschen, deren prim\u00e4re Sprache nicht eine Geb\u00e4rdensprache ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"methodik-4\" class=\"section level2 unnumbered\">\n<h2>Methodik<\/h2>\n<div id=\"entwicklung-der-testaufgaben-1\" class=\"section level3 unnumbered\">\n<h3>Entwicklung der Testaufgaben<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung von Vokabulartests f\u00fcr gesprochene Sprachen (bzw. gut dokumentierte Sprachen wie Englisch) gibt es Wortlisten, die den unterschiedlichen Referenzniveaus des GER zugeordnet sind <span class=\"citation\">(z. B. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-laufer_etal2004\">Laufer, Elder, Hill &amp; Congdon, 2004<\/a>)<\/span>. Vergleichbare sprachliche Ressourcen stehen f\u00fcr die meisten Geb\u00e4rdensprachen und im Speziellen f\u00fcr die DSGS nicht zur Verf\u00fcgung. Die Grundlage f\u00fcr die Auswahl bzw. Entwicklung der Testaufgaben (Einzelgeb\u00e4rden) waren Lehrmaterialien der DSGS <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2004a\">Boyes Braem, 2004a<\/a>, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2004b\">2004b<\/a>, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2005a\">2005a<\/a>, <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2005b\">2005b<\/a>)<\/span>. Die Anzahl der in den Lehrmaterialien der DSGS verf\u00fcgbaren Geb\u00e4rden belief sich auf etwa 3800 <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem2001\">Boyes-Braem, 2001<\/a>)<\/span>. Um diese Zahl auf rund 100 Geb\u00e4rden zu reduzieren, wurden u. a. die folgenden linguistischen Kriterien angewandt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span>:<\/p>\n<ul>\n<li>Entfernen von Namensgeb\u00e4rden (z. B. Charlie Chaplin, Namen von Institutionen (z. B. SGB-FSS, HfH) und Orten (z. B. L\u00e4ndernamen)), da viele aus anderen Geb\u00e4rdensprachen entlehnt sind.<\/li>\n<li>Entfernen von Geb\u00e4rden, die K\u00f6rperteile (z. B. Nase) bezeichnen, da sie h\u00e4ufig durch das Zeigen auf den entsprechenden K\u00f6rperteil (Nase der Person, die geb\u00e4rdet) realisiert werden.<\/li>\n<li>Entfernen von Pronomen (z. B. du), da sie durch Zeigegeb\u00e4rden realisiert werden.<\/li>\n<li>Entfernen von Zahlengeb\u00e4rden, da es hier h\u00e4ufig regionale Varianten gibt.<\/li>\n<li>Entfernen von alten Geb\u00e4rden, die j\u00fcngere Personen nicht kennen.<\/li>\n<li>Entfernen von Geb\u00e4rden, die (zum Teil) mit dem Fingeralphabet produziert werden (z. B. die Geb\u00e4rde JANUAR).<\/li>\n<li>Entfernen von zusammengesetzten Geb\u00e4rden wie ABENDESSEN (setzt sich aus den Geb\u00e4rden ABEND und ESSEN zusammen, die einzelnen Geb\u00e4rden sind bereits in dem Pool der 3800 Geb\u00e4rden enthalten).<\/li>\n<li>Entfernen von Geb\u00e4rden, die in weniger als vier der f\u00fcnf DSGS-Dialekten vorkommen.<\/li>\n<li>Entfernen von manuellen Homonymen, d.\u00a0h. von Geb\u00e4rden wie BRUDER, SCHWESTER und GLEICH, die sich nur durch ein anderes Mundbild unterscheiden, da der Pool von Geb\u00e4rden f\u00fcr das SMILE-Projekt eine m\u00f6glichst grosse Vielfalt an Geb\u00e4rden beinhalten sollte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese rund 100 Geb\u00e4rden bildeten die Grundlage f\u00fcr die weiter oben diskutierten Studien. Eine ausgeglichene Auswahl an Geb\u00e4rdenarten wie Nomen oder Verben konnte nicht ber\u00fccksichtigt werden, wie dies h\u00e4ufig bei der Auswahl von Aufgaben f\u00fcr einen Vokabulartest f\u00fcr gesprochene Sprachen der Fall ist. Dies lag daran, dass die Frage, ob die Konzepte von Wortarten, wie sie f\u00fcr gesprochene Sprachen angewendet werden, gleichermassen auf Geb\u00e4rdensprachen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, noch nicht abschliessend beantwortet ist <span class=\"citation\">(z. B. <a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-erlenkamp2001\">Erlenkamp, 2001<\/a>)<\/span>.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"entwicklung-des-auswertungsinstruments-f\u00fcr-einen-vokabelproduktionstest\" class=\"section level3 unnumbered\">\n<h3>Entwicklung des Auswertungsinstruments f\u00fcr einen Vokabelproduktionstest<\/h3>\n<p>F\u00fcr die weiter oben dargestellte Studie, bei der zwei Auswerter*innen die Daten eines Vokabelproduktionstests von 20 Lernenden ausgewertet haben, wurde ein Auswertungsinstrument entwickelt <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-haug_etal2019\">Haug, Ebling, Boyes Braem, Tissi &amp; Sidler-Miserez, 2019<\/a>)<\/span>. Grundlage daf\u00fcr war die linguistische Analyse der DSGS-Produktionen, die in sechs Kategorien eingeteilt wurden (vgl. Tabelle <a href=\"#table-1-haugsmile\">10.1<\/a>). Grunds\u00e4tzlich ist es bei der Entwicklung von Auswertungsinstrumenten f\u00fcr Sprachtests wichtig, (a) eines oder mehrere Kriterien zu definieren, die zur Beurteilung herangezogen werden sollen, und (b) festzulegen, ob eine Zweier-Skala (richtig\/falsch) oder eine Skala mit mehreren Abstufungen herangezogen werden soll <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-bachman_palmer1996\">Bachman &amp; Palmer, 1996<\/a>)<\/span>. Das Auswertungsinstrument wurde mit <em>Excel<\/em> umgesetzt.<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"grundlagen-der-automatischen-erkennung-und-beurteilung\" class=\"section level3 unnumbered\">\n<h3>Grundlagen der automatischen Erkennung und Beurteilung<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung des automatischen Assessment- und Feedbacksystems wurden auf der linguistischen Ebene Kriterien geschaffen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-ebling_etal2018\">Ebling et al., 2018<\/a>)<\/span>, nach denen eine Geb\u00e4rde als \u00abrichtig\u00bb oder \u00abfalsch\u00bb einzustufen ist.<\/p>\n<figure id=\"figure-2-haug\" aria-describedby=\"caption-figure-2-haug\" style=\"width: 3080px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-451\" src=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2.png\" alt=\"Grundprinzip der automatischen Geb\u00e4rdenspracherkennung f\u00fcr das Geb\u00e4rdensprachtesten\" width=\"3080\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2.png 3080w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-300x41.png 300w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-1024x140.png 1024w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-768x105.png 768w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-1536x209.png 1536w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-2048x279.png 2048w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-65x9.png 65w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-225x31.png 225w, https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-content\/uploads\/sites\/26\/2021\/04\/2020_haug_FIG2_1540x210-2-350x48.png 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 3080px) 100vw, 3080px\" \/><figcaption id=\"caption-figure-2-haug\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 10.2: Grundprinzip der automatischen Geb\u00e4rdenspracherkennung f\u00fcr das Geb\u00e4rdensprachtesten<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"figure\"><\/div>\n<p>Das Geb\u00e4rdenspracherkennungssystem (Abbildung <a href=\"#figure-2-haug\">10.2<\/a>) muss in der Lage sein, die phonetische Form einer Geb\u00e4rde zu erkennen und einen Abgleich mit einer Referenz vorzunehmen, um dann den Lernenden eine R\u00fcckmeldung zu geben. F\u00fcr den Abgleich mit einer Referenz wurde das System mit transkribierten und annotierten Geb\u00e4rdensprachdaten trainiert.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"danksagung-7\" class=\"section level2 unnumbered\">\n<h2>Danksagung<\/h2>\n<p>Der Dank geht an alle Projektmitarbeitenden an der HfH: Penny Boyes Braem, Sarah Ebling (Projektleitung), Sandra Sidler-Miserez und Katja Tissi. Des Weiteren m\u00f6chten wir auch allen h\u00f6renden und geh\u00f6rlosen Studienteilnehmer*innen und Expert*innen f\u00fcr ihre Mitarbeit danken. Das SMILE-Projekt wurde vom Schweizerischen Nationalfonds gef\u00f6rdert (Projektnummer: 160811).<\/p>\n<\/div>\n<h2>Bibliografie<\/h2>\n<\/p>\n<div id=\"refs\" class=\"references csl-bib-body hanging-indent\">\n<div id=\"ref-bachman1990\" class=\"csl-entry\">Bachman, L. F. (1990). <em>Fundamental considerations in language testing<\/em>. Oxford, UK: Oxford University Press.<\/div>\n<div id=\"ref-bachman_palmer1996\" class=\"csl-entry\">Bachman, L. F. &amp; Palmer, A. (1996). <em>Language testing in practice<\/em>. Oxford, UK: Oxford University Press.<\/div>\n<div id=\"ref-batty_haug2020\" class=\"csl-entry\">Batty, A. O. &amp; Haug, T. (2020). Rater cognition and variability when judging signed production. EALTA. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.13140\/RG.2.2.16114.73922\">https:\/\/doi.org\/10.13140\/RG.2.2.16114.73922<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-beglar_nation2013\" class=\"csl-entry\">Beglar, D. &amp; Nation, P. (2013). Assessing vocabulary. In A.J. Kunnan (Hrsg.), <em>The companion to language assessment<\/em> (S. 172\u2013184). John Wiley &amp; Sons, Inc. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/9781118411360.wbcla053\">https:\/\/doi.org\/10.1002\/9781118411360.wbcla053<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-boyesbraem1995\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (1995). <em>Einf\u00fchrung in die Geb\u00e4rdensprache und ihre Erforschung<\/em>. Hamburg: Signum Verlag.<\/div>\n<div id=\"ref-boyesbraem2004a\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2004a). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 1. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\n<div id=\"ref-boyesbraem2004b\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2004b). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 2. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\n<div id=\"ref-boyesbraem2005a\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2005a). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 3. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\n<div id=\"ref-boyesbraem2005b\" class=\"csl-entry\">Boyes Braem, P. (2005b). Geb\u00e4rdensprachkurs Deutschschweiz, Stufe 4. Linguistischer Kommentar. <em>GS-Media\/Schweizerischer Geh\u00f6rlosenbund SGB<\/em>.<\/div>\n<div id=\"ref-boyesbraem2001\" class=\"csl-entry\">Boyes-Braem, P. (2001). A multimedia bilingual database for the lexicon of Swiss German Sign Language. <em>Sign Language &amp; Linguistics<\/em>, <em>4<\/em>, 133\u2013143. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1075\/sll.4.12.10boy\">https:\/\/doi.org\/10.1075\/sll.4.12.10boy<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-council_of_europe2020\" class=\"csl-entry\">Council of Europe. (2020). <em>Common European framework of reference for languages: Learning, teaching, assessment<\/em>. Council of Europe Publishing. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/common-european-framework-reference-languages\">https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/common-european-framework-reference-languages<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-ebling_camgoz_bowden2021\" class=\"csl-entry\">Ebling, S., Camg\u00f6z, N. C. &amp; Bowden, R. (2021). Use of new technologie in L2 signed language assessment. In T. Haug, W. Mann &amp; U. Knoch (Hrsg.), <em>Handbook of language assessment across modalities<\/em>. Oxford, UK: Oxford University Press.<\/div>\n<div id=\"ref-ebling_etal2018\" class=\"csl-entry\">Ebling, S., Camg\u00f6z, N. C., Boyes Braem, P., Tissi, K., Sidler-Miserez, S., Stoll, S. et al. (2018). <em>SMILE Swiss German Sign Language data set<\/em> (S. 4221\u20134229).<\/div>\n<div id=\"ref-ebling_etal2021b\" class=\"csl-entry\">Ebling, S., Tissi, K., Sidler-Miserez, S., Schlumpf, C. &amp; Boyes-Braem, P. (2021). Single-parameter and parameter combination errors in L2 productions of Swiss German Sign Language. <em>Sign Language &amp; Linguistics<\/em>.<\/div>\n<div id=\"ref-erlenkamp2001\" class=\"csl-entry\">Erlenkamp, S. (2001). Lexikalische Klassen und syntaktische Kategorien in der Deutschen Geb\u00e4rdensprache: Warum das Vorhandensein von Verben nicht unbedingt Nomen erfordert. In H. Leuniger &amp; K. Wempe (Hrsg.), <em>Geb\u00e4rdensprachlinguistik 2000 \u2013 Theorie und Anwendung: Vortr\u00e4ge vom Symposium Geb\u00e4rdensprachforschung im Deutschsprachigen Raum, Frankfurt a.M, 11\u201313 Juni 1999<\/em> (S. 67\u201391). Signum.<\/div>\n<div id=\"ref-haug_ebling2019\" class=\"csl-entry\">Haug, T. &amp; Ebling, S. (2019). Using open-source software for sign language learning and assessment: The case of a web-delivered Yes\/No vocabulary test for Swiss German Sign Language. <em>International Journal of Emerging Technologies in Learning (IJET)<\/em>, <em>14<\/em>, 188\u2013196. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.3991\/ijet.v14i19.11123\">https:\/\/doi.org\/10.3991\/ijet.v14i19.11123<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-haug_etal2019\" class=\"csl-entry\">Haug, T., Ebling, S., Boyes Braem, P., Tissi, K. &amp; Sidler-Miserez, S. (2019). Sign language learning and assessment in German Switzerland: Exploring the potential of vocabulary size tests for Swiss German Sign Language. <em>Language Education &amp; Assessment<\/em>, <em>2<\/em>, 20\u201340. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.29140\/lea.v2n1.85\">https:\/\/doi.org\/10.29140\/lea.v2n1.85<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-haug_mann2020\" class=\"csl-entry\">Haug, T. &amp; Mann, W. (2020). Is online testing the future of signed language assessment? New Directions Conference.<\/div>\n<div id=\"ref-laufer_etal2004\" class=\"csl-entry\">Laufer, B., Elder, C., Hill, K. &amp; Congdon, P. (2004). Size and strength: Do we need both to measure vocabulary knowledge? <em>Language Testing<\/em>, <em>21<\/em>, 202\u2013226. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532204lt277oa\">https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532204lt277oa<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-mann_etal2010\" class=\"csl-entry\">Mann, W., Marshall, C. R., Mason, K. &amp; Morgan, G. (2010). The acquisition of sign language: The impact of phonetic complexity on phonology. <em>Language Learning and Development<\/em>, <em>6<\/em>, 60\u201386. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1080\/15475440903245951\">https:\/\/doi.org\/10.1080\/15475440903245951<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-mochida_harrington2006\" class=\"csl-entry\">Mochida, A. &amp; Harrington, M. (2006). The Yes\/No test as a measure of receptive vocabulary knowledge. Language Testing. <em>Language Testing<\/em>, <em>23<\/em>, 73\u201398. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532206lt321oa\">https:\/\/doi.org\/10.1191\/0265532206lt321oa<\/a><\/div>\n<div id=\"ref-read2000\" class=\"csl-entry\">Read, J. A. S. (2000). <em>Assessing vocabulary<\/em>. Cambridge, UK: Cambridge University Press.<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"footnotes\">\n<hr \/>\n<ol start=\"2\">\n<li id=\"fn2\">(<em><strong>S<\/strong>calable <strong>M<\/strong>ultimodal sign language Technology for s<strong>I<\/strong>gn language <strong>L<\/strong>earning and assessm<strong>E<\/strong>nt<\/em>)<a class=\"footnote-back\" href=\"#fnref2\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<li id=\"fn3\">Einzelne Geb\u00e4rden setzen sich aus manuellen Komponenten (Handform, Handstellung, Ausf\u00fchrungstelle und Bewegung) und nicht-manuellen Komponenten (z. B. Mimik, Blick, Kopfstellung, Oberk\u00f6rper) zusammen <span class=\"citation\">(<a role=\"doc-biblioref\" href=\"#ref-boyesbraem1995\">Boyes Braem, 1995<\/a>)<\/span><a class=\"footnote-back\" href=\"#fnref3\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des SNF-Sinergia-Projektes SMILE2 wurde ein automatisches Assessment- und Feedbacksystem f\u00fcr die Deutschschweizerische Geb\u00e4rdensprache (DSGS) entwickelt. Das Projekt bestand aus einem Konsortium von drei Hochschulen bzw. Forschungsinstitutionen. In diesem Beitrag wird die Forschung vorgestellt, die an der Interkantonalen Hochschule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik (HfH) in Z\u00fcrich durchgef\u00fchrt wurde. Diese bestand aus (a) einer Erhebung und linguistischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1452,"menu_order":1,"template":"","meta":{"pb_show_title":"on","pb_short_title":"","pb_subtitle":"","pb_authors":["tobias-haug-prof-dr"],"pb_section_license":""},"categories":[],"chapter-type":[],"contributor":[75],"license":[],"class_list":["post-76","chapter","type-chapter","status-publish","hentry","contributor-tobias-haug-prof-dr"],"part":40,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/76","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters"}],"about":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/wp\/v2\/types\/chapter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1452"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/76\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":686,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/76\/revisions\/686"}],"part":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/parts\/40"}],"metadata":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapters\/76\/metadata\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=76"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=76"},{"taxonomy":"chapter-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/pressbooks\/v2\/chapter-type?post=76"},{"taxonomy":"contributor","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/wp\/v2\/contributor?post=76"},{"taxonomy":"license","embeddable":true,"href":"https:\/\/digital.hfh.ch\/forschungsbericht-2021\/wp-json\/wp\/v2\/license?post=76"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}